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Wissenswertes zum Wirkstoff Pantoprazol

Der Wirkstoff Pantoprazol gehört zu den sogenannten Protonenpumpenhemmern. Diese hemmen irreversibel die Protonenpumpen in den Belegzellen des Magens. Durch diese Senkung des ph-Wertes im Magen können Schleimhautläsionen abheilen.

Häufige Kundenfragen zum Wirkstoff Pantoprazol

  1. Was ist Pantoprazol?
  2. Bei welchen Beschwerden kann Pantoprazol eingesetzt werden?
  3. Wie wirkt Pantoprazol?
  4. Wie schnell und wie lange wirkt Pantoprazol?
  5. Welche Präparate gibt es im Handel?
  6. Ist Pantoprazol verschreibungspflichtig?
  7. Gibt es Pantoprazol auch für Kinder?
  8. Was muss ich bei der Einnahme/Anwendung beachten?
  9. Welche häufig auftretenden Wechselwirkungen sind bekannt?
  10. Welche Nebenwirkungen können auftreten?
  11. Was ist noch wichtig zu wissen?
  12. Wann sollte Pantoprazol nicht zum Einsatz kommen?
  13. Darf Pantoprazol in Schwangerschaft und Stillzeit gegeben werden?
  14. Beeinflusst Pantoprazol die Fahrtüchtigkeit?

Was ist Pantoprazol?

Chemischer Name: (RS)-5-(Difluormethoxy)-2- [(3,4-dimethoxy-2-pyridyl) methylsulfinyl] benzimidazol
Summenformel: C16H15F2N3O4S

Strukturformel:
Pantoprazol Strukturformel

Bei welchen Beschwerden kann Pantoprazol eingesetzt werden?

Das Einsatzgebiet von Pantoprazol umfasst die Behandlung verschiedener Geschwüre (beispielsweise im Zwölffingerdarm und Magen). Die Erkrankungen können unter anderem durch Medikamente verursacht sein. Dazu zählt zum Beispiel der längerfristige Gebrauch bestimmter Schmerzmittel (nicht-steroidale Antiphlogistika).

Außerdem wird Pantoprazol zur Therapie und Vorbeugung bei bekannter Refluxösophagitis (Refluxkrankheit mit Entzündung der Speiseröhre) eingesetzt. Saurer Mageninhalt fließt dabei vermehrt zurück in die Speiseröhre.

Behandelt mit Pantoprazol wird auch das Zollinger-Ellison-Syndrom (Geschwürbildung aufgrund von vermehrter Magensäurebildung, verursacht durch ein durch Tumoren gebildetes bestimmtes Hormon). Der Erreger Helicobacter pylori, der häufig wiederkehrende Magen-Darm-Geschwüre auslösen kann, soll in Kombination mit geeigneten Antibiotika mit Pantoprazol beseitigt werden.

Auch bei anderen Erkrankungen, die mit einer krankhaften Bildung von Magensäure einhergehen, wird Pantoprazol genutzt. In der Selbstmedikation findet Pantoprazol Einsatz bei Sodbrennen und saurem Aufstoßen (leichte Form der Refluxkrankheit).

Wie wirkt Pantoprazol?

Der Wirkstoff hemmt die Ausschüttung von Magensäure aus den sogenannten Belegzellen der Magenschleimhaut. Er blockiert dort dauerhaft eine bestimmte Stelle, die über einen Pumpmechanismus für die Freisetzung der Magensäure verantwortlich ist. Genügend Magensäure kann dann erst wieder durch eine neugebildete Protonenpumpe in den Magen abgegeben werden.

Pantoprazol wirkt nicht lokal im Magen, sondern wird im Darm aufgenommen und gelangt über den systemischen Kreislauf zu den Belegzellen, wo das Prodrug (Vorstufe eines Arzneistoffs, der im Körper umgewandelt wird) von der Säure in seine aktive Form umgewandelt wird. Dadurch wird die Salzsäure-Absonderung fast vollständig unterdrückt und Schleimhautschädigungen werden zum Abheilen gebracht.

Vergleich mit Omeprazol:
Um die gleiche Wirkung zu erzielen, wird die doppelte Dosis Pantoprazol benötigt. Werden also 20 mg Omeprazol eingenommen, wären 40 mg Pantoprazol notwendig, um einen ähnlichen Therapieeffekt zu erzielen. Dies hat mit der unterschiedlichen Verstoffwechselung im Körper zu tun. Im Vergleich zu Omeprazol ist bei Pantoprazol eine geringere Neigung zu Wechselwirkungen beobachtet worden.

Wie schnell und wie lange wirkt Pantoprazol?

Pantoprazol wird schnell vom Körper aufgenommen. Die maximalen Serumkonzentrationen werden durchschnittlich nach etwa 2,5 Stunden erreicht. Bei der Wirkdauer kann man von mindestens 24 h ausgehen.

In der Selbstmedikation wird 1 Tablette a 20 mg Pantoprazol täglich eingenommen. Ein Einnahmezeitraum von 2 bis 3 aufeinanderfolgenden Tagen ist in der Regel absolut ausreichend. Wenn keine Beschwerden mehr bestehen, ist die Einnahme zu beenden. Sollten die Beschwerden in diesem Zeitraum nicht besser werden, sich verschlechtern oder unbekannte Symptome auftreten, wird es spätestens jetzt Zeit für die Konsultation des Arztes.

Welche Präparate gibt es im Handel?

In der Apotheke können magensaftresistente Tabletten erworben werden.

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Ist Pantoprazol verschreibungspflichtig?

Ja und nein. Für die Selbstmedikation stehen rezeptfreie Versionen mit 20mg zu 7 und 14 Stück-Packungen zur Verfügung.

Parallel gibt es verschreibungspflichtige Präparate in den Dosierungen von 20mg und 40 mg je magensaftresistenter Tablette und Packungsgrößen mit bis zu 100 Stück für die gezielte längerfristige Anwendung nach ärztlicher Verordnung.

Gibt es Pantoprazol auch für Kinder?

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten ohne ärztliche Anweisung Pantoprazol nicht anwenden.

Was muss ich bei der Einnahme/Anwendung beachten?

Die Einnahme der Tabletten/Kapseln erfolgt in der Regel ½ bis 1 Stunde vor einer Mahlzeit als Ganzes mit Wasser. Diese magensaftresistenten Darreichungsformen dürfen also nicht zerkaut oder zerstoßen werden. In der Selbstmedikation sollte Pantoprazol nicht vorbeugend genommen werden.

Es wird die regelmäßige Einnahme – in der Selbstmedikation - einmal 20 mg täglich empfohlen, bis die Beschwerden abgeklungen sind, ohne ärztliche Verordnung nicht länger als 14 Tage! Insgesamt soll nicht mehr als 1 Kapsel/ Tabletten (zu 20 mg) innerhalb von 24 Stunden eingenommen werden. Es kann notwendig sein, die Tabletten 2-3 aufeinander folgende Tage einzunehmen, um eine Besserung der Symptome zu erreichen. Sobald die Symptome verschwunden sind, sollte die Therapie beendet werden.

Durch die Einnahme von Pantoprazol können Symptome von schwerwiegenden Erkrankungen verschleiert werden. Länger anhaltende, unklare oder unbekannte Beschwerden sollten daher vor der Anwendung mit dem Arzt abgeklärt werden. Die Dosierung richtet sich bei verschreibungspflichtigen Präparaten nach dem Beschwerdebild bzw. der vorliegenden Erkrankung und wird deshalb nur vom Arzt bestimmt.

Die Haut reagiert während der Anwendung des Arzneimittels empfindlicher. Deswegen sollte übermäßige UV-Strahlung, z.B. in Solarien oder bei ausgedehnten Sonnenbädern, vermieden und Sonnenschutzpräparate mit hohem Lichtschutzfaktor benutzt werden.

Welche häufig auftretenden Wechselwirkungen sind bekannt?

Vielfältige Wechselwirkungen können unter der Therapie mit Pantoprazol auftreten und sind zu beachten. Im Folgenden soll eine kleine Auswahl möglicher Wechselwirkungen aufgeführt werden:
Problematisch sind Wirkstoffe, deren Aufnahme vom ph-Wert abhängt. Die gleichzeitige Anwendung von Pantoprazol mit HIV-Arzneimitteln wie beispielsweise Atazanavir, deren Aufnahme pH-abhängig ist, kann zu einer Beeinträchtigung der Wirksamkeit der HIV-Medikamente führen.

Patienten, die Cumarin-Antikoagulantien (Phenprocoumon oder Warfarin) erhalten, sollten sicherheitshalber ärztlich überwacht (Prothrombinzeit/INR) werden. Wenn hohe Dosen Methotrexat gegeben werden, ist ein erhöhter Spiegel dieses Wirkstoffs möglich. Das zeitweise Absetzen von Pantoprazol sollte in ärztlicher Rücksprache in Erwägung gezogen werden.

Mit gleichzeitig verabreichten Antazida (z.B. Talcid) sind keine Wechselwirkungen zu befürchten.

Wer Pantoprazol einnehmen möchte, sollte vorher gegebenenfalls einen Wechselwirkungscheck zum Beispiel in der Apotheke durchführen lassen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Eine Auswahl an möglichen Nebenwirkungen werden nachfolgend aufgeführt.
Am häufigsten treten Durchfall und Kopfschmerzen auf. Aber auch andere Magen-Darm-Beschwerden sind möglich sowie Schwindel und Sehstörungen (z.B. verschwommenes Sehen).
Es wurden auch Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Juckreiz und Hautausschläge beobachtet.

Desweiteren können Müdigkeit, Gewichtsveränderung, Schlafstörungen, Depressionen, Geschmacksstörungen und Leberzellschädigung auftreten. Ödeme, Nierenschäden, Muskelkrämpfe, Hüft-, Handgelenk,- Wirbelsäulenbrüche können nicht ausgeschlossen werden.
Pantoprazol kann zu einem erhöhten Risiko für bakterielle Magen-Darm-Infektionen führen. Dies betrifft auch andere Protonenpumpenhemmer, da die Anzahl der üblicherweise im oberen Magen-Darm-Trakt vorkommenden Bakterien durch Pantoprazol erhöht sein kann.

Nicht unbedeutend ist vor allem bei längerfristiger Einnahme ein möglicher Mangel an Vitamin B12 und Mineralstoffen, insbesondere Magnesium. Ein Magnesiummangel zum Beispiel kann sich schleichend entwickeln und u.a. zu Erschöpfungszustanden, Krämpfen, Schwindelgefühl und Herzrhythmusstörungen führen. Gegebenenfalls kann der durch die Therapie mit Pantoprazol verursachte höhere Bedarf mit entsprechenden Präparaten aus der Apotheke nach Beratung ausgeglichen werden.

Was ist noch wichtig zu wissen?

Wann sollte Pantoprazol nicht zum Einsatz kommen?

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollten durch einen Arzt beraten werden, bevor sie Pantoprazol bei Sodbrennen einnehmen. Wenn ein Osteoporoserisiko besteht, sollte der Arzt ebenfalls befragt und gegebenenfalls der Patient zusätzlich mit ausreichend Vitamin D und Calcium versorgt werden.

Sofern alarmierende Symptome (wie z.B. nennenswerter unbeabsichtigter Gewichtsverlust, wiederholtes Erbrechen, Schluckstörungen, Bluterbrechen oder Blutstuhl) auftreten oder der Verdacht auf ein Magengeschwür besteht bzw. ein Magengeschwür existiert, muss eine gefährliche Krankheit durch entsprechende Untersuchungen ausgeschlossen werden.
Wenn trotz angemessener Behandlung die Beschwerden weiter bestehenden, ist ebenfalls ein Arzt aufsuchen. In diesem Fall sind ggf. weitere diagnostische Maßnahmen notwendig.

Darf Pantoprazol in Schwangerschaft und Stillzeit gegeben werden?

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Pantoprazol nicht eingenommen werden, es sei denn, der Arzt hat es ausdrücklich verordnet.

Beeinflusst Pantoprazol die Fahrtüchtigkeit?

Gegebenenfalls können Nebenwirkungen wie Schwindel und Sehstörungen auftreten. Sollten diese Symptome im Zusammenhang mit der Einnahme von Pantoprazol wahrgenommen werden, dürfen Betroffene kein Kraftfahrzeug führen oder Maschinen bedienen.