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Paracetamol Brausetabletten

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Ist Paracetamol verschreibungspflichtig?

Infusionslösungen sowie größere Tablettenpackungen (Inhalt über 10 g Paracetamol) unterliegen der Verschreibungspflicht.

Gibt es Paracetamol auch für Kinder?

Ja, Paracetamol wird je nach Körpergewicht bzw. Alter dosiert.

Für Säuglinge (ab 3 kg Körpergewicht) stehen Zäpfchen zur Verfügung. Die Einnahme von Tabletten zu 500 mg ist für Kinder ab 17 kg bzw. ab 4 Jahren möglich.

Was muss ich bei der Einnahme / Anwendung beachten?

Paracetamol sollte nur wenige Tage angewendet werden.
Die schmerz- und fiebersenkende Dosis liegt bei etwa 0,5 g. In höheren Dosierungen sind gelegentlich auch schon sedierende (beruhigende) Eigenschaften des Paracetamol bemerkbar. Dies verbietet eigentlich den alleinigen Einsatz dieser Substanz bei Kopfschmerzen, die auf Wetterfühligkeit (Föhn) beruhen.

Wenn Alkohol konsumiert und zusätzlich Paracetamol zur Anwendung kommt, kann dies durch eine evtl. schon bestehende Leberschädigung zu lebensgefährlichen Zuständen führen.

Bei dauerhafter Einnahme von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die zu erneuter Einnahme führen und damit wiederum eine Fortdauer der Kopfschmerzen bewirken können. Die Kopfschmerzen können durch das Schmerzmittel selbst erzeugt werden. In der Selbstmedikation sollten Schmerzmittel maximal an drei aufeinanderfolgenden Tagen beziehungsweise nicht mehr als zehn Tagen im Monat angewendet werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass nicht gleichzeitig andere Arzneimittel genommen werden, die ebenfalls Paracetamol enthalten. Ansonsten sind Überdosierungen möglich.

Übliche Dosierung für Erwachsene (Tabletten):
500-1000 mg Paracetamol als Einzeldosis, 4000 mg Paracetamol als maximale Tagesdosis innerhalb von 24 Stunden. Ein Einnahmeabstand von jeweils 6 Stunden zwischen den Einzeldosen sollte eingehalten werden.

Welche häufig auftretenden Wechselwirkungen sind bekannt?

Vielfältige Wechselwirkungen mit Paracetamol sind möglich. Nachfolgend sollen nur einige genannt werden:
Arzneimittel, die zu einer schnelleren Magenentleerung führen (z.B. Metoclopramid), bewirken eine beschleunigte Aufnahme sowie ein schnelleres Wirken von Paracetamol.
Dies gilt auch umgekehrt. Wenn bestimmte Arzneimittel also eine langsamere Entleerung des Magens bewirken, ist die Aufnahme und der Wirkungsbeginn von Paracetamol verspätet.

Wird Paracetamol wiederholt und über einen Zeitraum von über einer Woche eingenommen, kann die Wirkung von Antikoagulantien ("Blutverdünner", vor allem Warfarin) verstärkt werden. Eine ärztliche Überwachung ist unerlässlich. Die sporadische Einnahme hat jedoch keinen bezeichnenden Einfluss auf die Blutungsneigung.

Leberschäden sind möglich bei Alkoholmissbrauch sowie bei normalerweise sachgerechten Mengen an Paracetamol, wenn gleichzeitig bestimmte Arzneimittel zur Anwendung kommen, die eine Enzyminduktion (Anregung der Enzyme) in der Leber bewirken. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Schlafmittel und Antiepileptika (u.a. Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin) sowie Rifampicin.

Cholestyramin vermindert die Aufnahme von Paracetamol.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Verschiedene Nebenwirkungen sind möglich. Nachfolgend werden nur einige aufgeführt:
Die Anwendung von Paracetamol kann in ungünstiger Konstellation zu Leber- und Gallenerkrankungen sowie zu Erkrankungen des Blutes, des Immun- und des Lymphsystems führen. Es besteht die Gefahr von Leberschäden bei Serumkonzentrationen über 120 µg/ml.

Sehr selten kann ein Schmerzmittel-Asthma auftreten (vor allem bei prädisponierten Personen) sowie Überempfindlichkeitsreaktionen (von Hautproblemen bis zum anaphylaktischem Schock).

Was ist noch wichtig zu wissen?

Wann sollte Paracetamol nicht zum Einsatz kommen?

Wenn das Fieber sehr hoch steigt, Hinweise für eine Sekundärinfektion vorliegen oder die Beschwerden länger als 3 Tage bestehen bleiben, ist ein Arztbesuch ratsam.

Bei Überempfindlichkeit gegen Paracetamol sollten entsprechende Präparate nicht angewendet werden.

Vorsicht geboten ist bei eingeschränkter Leberfunktion (z.B. durch chronischen Alkoholmissbrauch oder Leberentzündung), Alkoholmissbrauch, eingeschränkter Nierenfunktion sowie bei dem Gilbert-Syndrom (Meulengracht-Krankheit).

Eine ungewollte oder gewollte starke Überdosierung von Paracetamol führt zu einer akuten Vergiftung mit Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blässe und anhaltende Unterleibsschmerzen als Zeichen einer Leberschädigung. Wird diese Vergiftung nicht innerhalb von 6 Tage behandelt (Antidot und Dialyse) kann es zum Tod durch Leberversagen bzw. in einigen Fällen zu Nierenversagen führen. Auch wenn eine Paracetamol Vergiftung nicht zum Tod führt, bleiben Leber- und Nierenschäden bzw. Herzschäden und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen bestehen.

Darf Paracetamol in Schwangerschaft und Stillzeit gegeben werden?

In der Schwangerschaft sollte Paracetamol nur nach Arztrücksprache gegeben werden.
Laut neuerer Studien ist der Einsatz von Paracetamol in der Schwangerschaft womöglich kritischer zu sehen als bisher gedacht. Ein Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft und ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Symptomen), vor allem bei Jungen, wird bereits diskutiert.

Paracetamol kann in der Stillzeit in therapeutischen Dosen verabreicht werden.

Beeinflusst Paracetamol die Fahrtüchtigkeit?

Es sind bei bestimmungsmäßigen Gebrauch keine Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit zu erwarten.