Umfrage zu Gesundheitsangeboten: Ein Fünftel der Deutschen hat kein Vertrauen in digitale Lösungen

Aktualisiert am 24.02.2026

Gute medizinische Versorgung ist heute oft schon digital: Wir buchen Arzttermine online, lösen E-Rezepte mit der Gesundheitskarte oder per App ein, lassen uns Medikamente bequem nach Hause liefern und klären vieles in der Videosprechstunde. Auch Patientenportale, die elektronische Patientenakte und digitale Gesundheits-Apps unterstützen dabei, Therapien zu organisieren, Wartezeiten zu verkürzen und Informationen sicher verfügbar zu machen - ob zu Hause, unterwegs oder in der Apotheke unseres Vertrauens. Gleichzeitig wissen wir, dass Komfort allein nicht reicht. Benutzerfreundlichkeit, Verlässlichkeit und Datenschutz entscheiden darüber, ob digitale Angebote wirklich ankommen. Um besser zu verstehen, wie Menschen in Deutschland diese Möglichkeiten derzeit nutzen, welche Vorteile sie sehen und wo es noch hakt, haben wir eine repräsentative Umfrage durchgeführt. Wir haben 2.500 Menschen zu ihren Erfahrungen mit digitalen Gesundheitslösungen befragt.

Am häufigsten wird das E-Rezept verwendet

Rund sieben von zehn Befragten haben in den vergangenen sechs Monaten mindestens eine digitale Gesundheitslösung genutzt. Besonders verbreitet ist das E-Rezept: Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden hat in diesem Zeitraum ein E-Rezept eingelöst (54 Prozent). Fast 47 Prozent lösten es per Gesundheitskarte ein, elf Prozent per App - einige haben somit beide Wege ausprobiert.

Auch die Online-Terminbuchung hat sich etabliert: Etwa 30 Prozent vereinbarten in den vergangenen sechs Monaten einen Arzttermin online. Auf Platz drei folgt der Einkauf von Medikamenten über Apotheken-Apps oder Online-Apotheken (17 Prozent). Die elektronische Patientenakte haben zehn Prozent genutzt bzw. eingesehen. Obwohl die Nutzung der elektronischen Patientenakte seit dem 1. Oktober für Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser verpflichtend ist, zeigt die geringe Zahl, dass die Anwendung in der Bevölkerung bisher nur eingeschränkt ankommt. Seltener kommen bislang digitale Gesundheits-Apps auf Rezept, Videosprechstunden oder Krankenhaus-Patientenportale zum Einsatz, die jeweils noch kaum genutzt werden (beide drei Prozent).

Trotzdem haben 30 Prozent der Befragten in den letzten sechs Monaten gar keine digitale Gesundheitslösung verwendet, ein Hinweis darauf, dass digitale Angebote zwar verfügbar sind, aber weiterhin nicht alle Menschen erreichen.

Entscheidungskriterien: Einfachheit, Zuverlässigkeit, Datenschutz

Für die Hälfte der Befragten ist eine einfache Bedienung das wichtigste Nutzungskriterium (50 Prozent). Ebenfalls relevant sind Zuverlässigkeit bzw. Fehlerfreiheit (47 Prozent) und Datenschutz (43 Prozent). Zwischen den Altersgruppen sehen wir deutliche Unterschiede: Bei den Über-65-Jährigen halten 56 Prozent die einfache Bedienung für besonders wichtig, während es bei den 18- bis 29-Jährigen 42 Prozent sind. Die Prioritäten verschieben sich damit je nach Lebenswirklichkeit: Ältere Befragte möchten unkomplizierte Anwendungen, während jüngere Nutzer stärker darauf achten, wie flexibel und alltagstauglich digitale Lösungen sind.

30- bis 39-Jährige: Fokus auf Datenschutz, Erreichbarkeit und Zeitersparnis

In der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen ist nicht die einfache Bedienung das Kriterium mit den meisten Stimmen. Hier stehen Datensicherheit und der Schutz sensibler Informationen im Vordergrund. 53 Prozent dieser Altersgruppe nennen Datenschutz als wichtigsten Aspekt. An zweiter Stelle folgt die Erreichbarkeit bzw. Terminverfügbarkeit (44 Prozent). Auch Zeitersparnis wird in dieser Gruppe deutlich häufiger genannt als in den anderen: 35 Prozent bewerten sie als wichtig; in jüngeren und älteren Gruppen liegt der Wert zwischen 19 und 22 Prozent.

Wunsch nach persönlichem Kontakt bleibt

Warum werden digitale Angebote nicht noch häufiger genutzt? Der häufigste Grund ist weiterhin der Wunsch nach persönlichem Kontakt (31 Prozent). Viele Menschen bevorzugen direkte Gespräche mit medizinischem Fachpersonal, weil sie sich dadurch besser aufgehoben fühlen. Hinzu kommen Datenschutzbedenken (30 Prozent) und generelles Misstrauen gegenüber digitalen Lösungen (21 Prozent). Auch technische Hürden wie fehlende Hardware, nicht verfügbare Apps oder eine schlechte Internetverbindung halten 20 Prozent davon ab, digitale Angebote regelmäßig zu nutzen. 19 Prozent empfinden digitale Angebote als zu kompliziert, während 16 Prozent eine mangelnde Verfügbarkeit oder ein zu geringes Angebot nennen.

Jüngere sind besonders skeptisch

Am stärksten ist der Wunsch nach persönlichem Kontakt bei den Jüngsten (18- bis 29-Jährige: 38 Prozent) und den Ältesten (über 65: 37 Prozent). Interessanterweise hat auch die jüngste Gruppe das geringste Vertrauen in digitale Lösungen: 36 Prozent geben generelles Misstrauen an, ein bemerkenswert hoher Wert für eine Gruppe, die digitale Technologien im Alltag selbstverständlich nutzt. Bei den 30- bis 39-Jährigen (18 Prozent) und den Über-65-Jährigen (16 Prozent) ist diese Skepsis deutlich geringer. Technische Hürden spielen für die 18- bis 29-Jährigen kaum eine Rolle und werden nur von acht Prozent genannt, während sie in älteren Altersgruppen deutlich stärker ins Gewicht fallen. Bei den 40- bis 49-Jährigen nennen 24 Prozent technische Hürden, bei den Über-65-Jährigen 23 Prozent.

Vorteile des E-Rezepts auf einen Blick

  • Bequeme Einlösung: Rezepte können ohne Papier direkt per Gesundheitskarte oder App in der Apotheke vor Ort oder online eingelöst werden.
  • Zeitersparnis: Kein zusätzlicher Weg zur Arztpraxis nur für die Abholung eines Rezeptes, insbesondere bei Folgeverordnungen.
  • Mehr Transparenz: Versicherte behalten jederzeit den Überblick über ihre verordneten Medikamente.
  • Hohe Datensicherheit: Zugriff auf das E-Rezept haben ausschließlich die Versicherten selbst sowie die jeweils beteiligte Arztpraxis und Apotheke.
  • Bessere Versorgung: Rezepte können vorab an die Apotheke übermittelt werden, sodass Medikamente schneller verfügbar sind.
  • Umweltfreundlich: Der Verzicht auf Papier schont Ressourcen und reduziert Verwaltungsaufwand.