Sonnenschutz-Preisvergleich: So teuer ist Sonnencreme im Ausland

Aktualisiert am 05.06.2026

Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland, mit jährlich rund 300.000 Neuerkrankungen. Bei circa 30.000 Fällen davon handelt es sich um den schwarzen Hautkrebs, der insbesondere durch UV-Strahlung bei intensiven Sonnenstunden ausgelöst wird. Wer sich ordentlich gegen Sonneneinstrahlung schützen möchte, braucht vor allem eins: Sonnencreme – und die kann im Urlaub je nach Reiseziel ganz schön teuer sein.

Was Sonnenschutz in Deutschland und im Ausland durchschnittlich kostet, haben wir in einer aktuellen Auswertung von 27 beliebten Reisezielen untersucht. Im Durchschnitt kostet eine Packung Sonnencreme im internationalen Vergleich 12,95 Euro, bei einer Füllmenge von 200ml. In Deutschland zahlt man für eine Packung dieser Größe gerade einmal 5,45 Euro.

Über 150 Euro pro Liter: Marokko ist Spitzenreiter

Für den Preisvergleich wurden die Preise pro Liter errechnet. Am teuersten ist der Sonnenschutz in Marokko: Dort liegt der durchschnittliche Preis bei rund 165,77 Euro pro Liter. Eine 200-ml-Packung würde damit etwa 33,15 Euro kosten. Auf dem zweiten Platz des Rankings befindet sich Frankreich mit 107,86 Euro pro Liter, gefolgt von Kroatien mit 104,34 Euro pro Liter. Ebenfalls teuer ist Schutz vor Sonne in Belgien (104,17 €/l) und Norwegen (101,7 €/l). Aber auch Südkorea (96,62 €/l), Vietnam (86,12 €/l), Tunesien (85,31 €/l), Luxemburg (81,26 €/l) und Thailand (78,73 €/l) gehören zu den Ländern mit vergleichsweise teuren Sonnencremes. Für eine 200-ml-Packung zahlen Reisende in diesen Ländern zwischen rund 15 und 33 Euro.

Deutschland hat die zweitgünstigste Sonnencreme im Vergleich

Am günstigsten ist Sonnencreme in Australien – hier liegt der Literpreis von Sonnencreme bei 11,69 Euro. Deutschland folgt auf Platz zwei mit 27,26 Euro pro Liter. In beiden Ländern kosten 200ml damit im Schnitt 2,34 bzw. 5,45 Euro. Auf dem dritten Platz der Länder mit dem günstigsten Sonnenschutz liegt Kanada mit 29,05 Euro pro Liter. Vergleichsweise wenig zahlt man zudem in Spanien (34,25 €/l), den USA (35,11 €/l), den Niederlanden (39,02 €/l) und Finnland (44,78 €/l). Aber auch in Italien (51,44 €/l), Österreich (51,78 €/l) und Dänemark (55,92 €/l) müssen Reisende nicht so viel Geld für Sonnenschutz ausgeben. Hier liegen die Preise für eine 200-ml-Packung meist zwischen zwei und elf Euro.

Tipps vom Experten: So schützt Sonnencreme richtig

Martin Schulze, Apotheker und pharmazeutischer Leiter bei mycare.de, gibt Tipps, worauf beim Sonnenschutz geachtet werden sollte:

  1. „Damit Sonnencreme zuverlässig vor UV-Strahlung schützt, sollte sie großzügig aufgetragen werden. Empfohlen werden zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut. Dabei ist besonders wichtig, dass alle Hautstellen eingecremt werden, vor allem schwer erreichbare oder oft vergessene Bereiche wie der obere Rücken, die Rückseite der Arme, Handrücken oder auch die Ohren. Um den angegebenen Lichtschutzfaktor der Sonnencreme zu erreichen, kann man sich die Faustregel merken, dass die Menge an Schutz für den gesamten Körper etwa der Größe eines Golfballes entspricht.“
  2. „Die Sonnencreme sollte zudem nicht zu stark eingerieben werden, sondern eher wie ein gleichmäßiger Film auf der Haut aufgetragen werden, idealerweise auch in Bereichen unter der Kleidung, falls diese verrutschen sollte. Es empfiehlt sich, wasserfeste Produkte zu verwenden. Gerade im Sommer verliert der Schutz durch Schweiß oder Wasser beim Schwimmen schnell seine Wirkung. Nach dem Baden trocknen Sie sich am besten sofort ab und cremen Sie dann direkt nach.“
  3. „Sonnenschutzmittel enthalten spezielle UV-Filter, die die Haut vor schädlicher Strahlung schützen. Man unterscheidet dabei zwischen chemischen und mineralischen Filtern, die je nach Zusammensetzung vor UV-A-, UV-B-, oder beiden Strahlenarten schützen. Bei Produkten mit chemischen UV-Filtern sollte die Creme etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden, während mineralische Filter sofort wirken. Produkte mit mineralischen Filtern hinterlassen häufig einen leicht weißen Film auf der Haut, während chemische Filter meist transparent einziehen. Daran lassen sie sich im Alltag gut unterscheiden.“
  4. „Regelmäßiges Nachcremen ist entscheidend: spätestens alle zwei Stunden sowie nach dem Baden oder Abtrocknen. Dabei gilt jedoch: Nachcremen verlängert nicht die maximale Schutzzeit, sondern erhält lediglich den bestehenden Schutz. Ich würde immer empfehlen, standardmäßig Lichtschutzfaktor 50 zu verwenden.“
  5. „Ein weitverbreiteter Mythos ist zudem, dass man mit Sonnencreme nicht braun wird. Tatsächlich verlängert sich der Eigenschutz der Haut lediglich, sprich: Man bräunt langsamer, aber dafür viel hautschonender.“