Asthma, ein häufig unterschätztes Leiden

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In Deutschland sind fast acht Millionen Menschen von Asthma, einer meist lebenslang anhaltenden Erkrankung der Atemwege, betroffen. Dabei lässt sich Asthma durch gezielte Behandlungsmaßnahmen fast immer stabilisieren und mit geeigneten Mitteln selbst kontrollieren, so das Motto des diesjährigen Welt-Asthmatages am 07.05.2013.

Foto: Levent Konuk / shutterstock.com

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Weltweit leiden Schätzungen zufolge 235 Millionen Erwachsene und Kinder an Asthma bronchiale mit steigender Tendenz. Und obwohl diese Zahl aufgrund unterschiedlicher Diagnoseverfahren und Zählmethoden nicht hundertprozentig ist, gilt es doch als sicher, dass Asthma bronchiale eine häufig unterschätzte Erkrankung ist, die vor allem in den westlichen Industriestaaten auftritt. So leidet in Georgien nicht mal ein Prozent der Bevölkerung an Asthma bronchiale, während in Großbritannien über zehn Prozent der Erwachsenen betroffen sind. Und auch in Deutschland sind mittlerweile fast fünf Prozent der Erwachsenen und fast jedes zehnte Kind unter 15 Jahren an Asthma erkrankt. Damit gehört Asthma zu den häufigsten chronischen Erkrankungen und das nicht nur in Deutschland. Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Asthma scheint der westliche Lebensstil zu spielen. Allerdings konnten bislang noch keine typischen Asthma-Faktoren ermittelt werden, die das Allergierisiko und damit das Auftreten von Asthma fördern.

Wenn die Atemwege überempfindlich reagieren

Warum genau manche Menschen an Asthma erkranken und andere nicht, ist bislang noch nicht genau bekannt. Sicher ist jedoch, dass neben einer genetischen Veranlagung auch verschiedene Risikofaktoren für die Entstehung von Asthma verantwortlich sind. Grundsätzlich wird deshalb je nach Auslöser zwischen zwei Asthmaformen unterschieden. Beim sogenannten nichtallergischen Asthma gelten unspezifische Reize wie Stress, Infekte, chemische Reizstoffe oder bestimmte Medikamente als mögliche Auslöser. Die Mehrzahl der Betroffenen leidet jedoch an einer allergischen Form von Asthma, die sich meist aus einer bereits vorhandenen Allergie entwickelt. Typische Auslöser sind hier Heuschnupfen sowie Allergien gegen Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze. Der Kontakt mit den jeweiligen Allergenen kann dabei zu den typischen Asthmaanfällen mit trockenem Husten, vermehrter Schleimbildung und Kurzatmigkeit führen. Einzelne Betroffene können lebensbedrohliche Anfälle mit akuter Atemnot entwickeln.

Leben mit Asthma bronchiale

Da Asthma bislang nicht heilbar ist, müssen sich die Betroffenen auf ein Leben mit ihrer Erkrankung einstellen. Wichtigstes Ziel ist dabei die Vermeidung eines Asthmaanfalls, denn an unerwarteten Asthmaanfällen sterben in Deutschland jährlich mehr Menschen als bei Unfällen im Straßenverkehr. Um den richtigen Umgang mit der meist chronischen verlaufenden Erkrankung zu erlernen, bieten neben dem Hausarzt und einem Lungenfacharzt vor allem spezielle Asthmaschulungen Unterstützung. Diese vermitteln nicht nur das Wissen, wie ein drohender Anfall rechtzeitig erkannt und behandelt wird, sondern auch wie sich mögliche Auslöser vermeiden lassen und der Verlauf der Erkrankung durch bestimmte Verhaltensmaßnahmen, regelmäßige Bewegung und einen stressarmen Tagesablauf positiv beeinflusst werden kann.

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5 Kommentare

  1. Marion sagt:

    In meinem Bekanntenkreis gibt es einige, die Asthma haben. Ich denke, dass dies viel mit unserer Luftverschmutzung zu tun hat und natürlich mit unserer stressigen Lebensweise und Einstellung. Aber auch die oft übertriebene Hygiene, tut dem Immunsystem nicht gut. Das selbe gilt auch für Allergien. Viele Krankheiten haben, wie immer mehr klar wird, psychische und seelische Ursachen.

  2. Zahnärztin Anna Wojcik sagt:

    Es ist erstaunlich, wieviel Kinder an Allergien, Asthma, ausfallenden Zähnen usw. leiden. Woher kommt das? Früher war es doch auch nicht so schlimm! Liegt es an der Ernährung oder den Umwelteinflüssen?

  3. Richard Friedel sagt:

    Wie ich die vollkommene Lösung zu Asthma für mich entdeckte.
    Meist hält man die absonderliche Atmung des Asthmatikers durch den Mund für ein Zeichen des Übels und nicht etwas, das man durch Atemübungen wegtrainieren sollte. In der Tat bringt die ärztlich empfohlene „Lippenbremse“ keine Heilung. Die Übungen nach Professor K-P Buteyko gehen mit Übungen zur Eindämmung der Überatmung beim Asthmatiker einher.
    Wegen der Nebenwirkungen der Asthmaarzneien, suchte ich von daher nach einer besseren heilenden Atmung, die scharsinnig nicht nur auf die Beseitigung der Überatmung (Hyperventilation) sucht, sondern zusätzlich einen Reflex nutz.
    Hier half der Ansatz bei der Therapie nach Frau A.N.Strelnikova. Bei ihr wird laut durch die Nase eingeatmet. Ihre Heilatmung hat erwiesene Erfolge in Russland und anderswo. Als jemand mit Selbsterfahrung mit Asthma und mit dem Erlebnis der starken Heilwirkung der lauten Einatmung durch die Nase wirkt das Alles sehr überzeugend. Bei Graspollenwetter Mitte Juli, spüre ich zwar die Wirkung in Form eines asthmatischen Hustens, mit dem empfohlenen lauten Einatmen durch die Nase bleibt eine etwaige Wirkung auf das Wohlbefinden völlig aus. Im Takt mit der scharfen Einatmung werden die Fäuste geballt.

  4. Richard Friedel sagt:

    Entgegen der landläufigen Meinung lässt sich Asthma wegatmen. Beim scharfen lauten Einatmen durch die Nase als wichtiges Merkmal der Darstellung drückt man die Lippen zusammen, was durch Reflex die Atmung vertieft. Überlegt man dies, sieht man schnell, warum die Asthmaursache und Asthmaheilung so schlecht verstanden wird.

  5. Richard Friedel sagt:

    Die Lippenbremse. Auch für die Einatmung
    Bei Wikipedia liest man über die Lippenbremse (LB). „Hierbei wird gegen die locker aufeinanderliegenden Lippen ausgeatmet. Der dadurch erhöhte Widerstand bei der Ausatmung sorgt für einen Luftrückstau, welcher den Luftdruck in den Bronchien erhöht und einen Kollaps der Atemwege verhindert.[1] Dies ermöglicht zusätzlich einen vermehrten Schleimabtransport.“
    Aber wenn ich oder wenn man das Ausatmen durch den Mund mit den Stimmbändern verlangsame bzw. verlangsamt, fehlt die Wirkung. Von daher kommt der Wirkung der LB von einem den Atem erleichternden Lippenreflex und nicht von der Stauwirkung an und für sich. Auf diesem Grundsatz ist die Begrenzung der LB auf die Ausatmung schwerverständlich. Lungenkranke müssen auch einatmen. Sie könnten doch die LB bei der Einatmung durch die Nase üben.

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