Schlaflosigkeit: Schnelle Hilfe und Ursachen
✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 7 Minuten
Von Birgit Wickner,
Pharmazieingenieurin bei mycare.de
Aktualisiert: 29.12.2025
Schlaflosigkeit (Insomnie) ist häufig durch Stress, psychische Belastungen oder einen gestörten zirkadianen Rhythmus (die innere Uhr) bedingt, wobei körperliche Ursachen oder ein falscher Lebensstil ebenfalls eine Rolle spielen können. Zur akuten Linderung gilt die 20-Minuten-Regel: Stehen Sie auf, verlassen Sie das Schlafzimmer und gehen Sie einer langweiligen Tätigkeit nach, wenn Sie nach 20 Minuten nicht einschlafen können. Langfristig ist die Etablierung einer stabilen Schlafhygiene essenziell: Dazu gehören feste Schlafzeiten, das Schaffen eines kühlen, dunklen Schlafklimas und der konsequente Verzicht auf Koffein, Alkohol und Bildschirmzeit am Abend. Pflanzliche Mittel wie Baldrian oder Melatonin können als temporäre Einschlafhilfe dienen. Bei Ein- oder Durchschlafstörungen, die länger als drei Wochen anhalten, sowie hohem Leidensdruck sollte jedoch immer ein Facharzt konsultiert werden, um chronischen Schlafmangel zu vermeiden.
Was hilft bei akuter Schlaflosigkeit?
Viele Betroffene liegen nachts wach und kommen mit ihren Gedanken nicht zur Ruhe. Statt sich stundenlang im Bett zu wälzen, helfen gezielte Sofortmaßnahmen, den Körper wieder auf Erholung zu polen. Um akute Schlafprobleme zu lindern und eine chronische Insomnie zu verhindern, ist das richtige Timing am Abend entscheidend.
Hier sind 6 konkrete Tipps für bessere Erholsamkeit:
- Abendroutine etablieren (60 Minuten vor dem Schlaf): Starten Sie eine Stunde vor dem Bettgehen immer mit dem gleichen Ritual (z.B. Lesen, Hautpflege, Tee trinken), um dem Körper das Signal zum Herunterfahren zu geben.
Gerade abends kann es schwerfallen, zur Ruhe zu kommen und einzuschlafen. Das Lunalaif Guter Schlaf Heißgetränk lässt sich perfekt in die Abendroutine integrieren: Aufgießen, ziehen lassen und trinken, nach 30 bis 60 Minuten kann die Einschlafphase verkürzt werden. Das Getränk enthält 1 mg Melatonin, das beim schnelleren Einschlafen unterstützt, sowie Bitterorangenblätter und Silberlindenblüten, die zur Entspannung beitragen. Das Produkt ist zuckerfrei und fördert einen erholsamen Schlaf.
- Bildschirmzeit stoppen (Mindestens 1 Stunde vorher): Schalten Sie Smartphone und TV rechtzeitig aus. Das blaue Licht hemmt das Schlafhormon Melatonin und stört Ihren natürlichen Rhythmus massiv.
- Raumklima optimieren (Dauerhaft 16 - 18 °C): Lüften Sie kurz vor dem Schlafen. Ein kühles, dunkles Zimmer ist physiologisch notwendig, damit die Körpertemperatur für das Einschlafen absinken kann.
- Sorgen parken (Am frühen Abend): Wenn Stress die Ursache für den Schlafmangel ist: Schreiben Sie Gedanken und To-Do‘s auf einen Zettel und legen Sie diesen bewusst vor die Schlafzimmertür.
- Die 20-Minuten-Regel anwenden (In der Nacht): Wenn Sie nach 20 Minuten nicht schlafen können, stehen Sie auf! Gehen Sie in einen anderen Raum und tun Sie etwas Langweiliges, bis die Müdigkeit zurückkehrt. Das durchbricht den Druck, schlafen zu müssen.
- Entspannung nutzen (Unmittelbar im Bett): Nutzen Sie Atemtechniken (z.B. 4-7-8-Methode) oder Progressive Muskelentspannung, um körperliche Anspannung gezielt loszulassen.
Was sind die häufigsten Ursachen von Schlaflosigkeit?
Um Schlafprobleme langfristig in den Griff zu bekommen, ist es essenziell, den Auslöser zu identifizieren. Oftmals bedingen sich verschiedene Faktoren gegenseitig und führen zu einem Teufelskreis aus Schlafmangel und der Angst vor der nächsten Nacht.
Die Ursachen lassen sich meist in drei Kategorien einteilen:
Psychische Ursachen (Nervöse Unruhe): Dies ist der häufigste Grund, warum Menschen nicht einschlafen können.
- Stress und Sorgen: Berufliche oder private Belastungen lassen das Gedankenkarussell am Abend nicht stillstehen. Die innere Anspannung verhindert die nötige Entspannung.
- Psychische Belastungen: Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder ein Burn-out gehen sehr häufig mit massiven Schlafstörungen einher.
Körperliche Ursachen (Sekundäre Insomnie): Hier liegen organische Erkrankungen vor, die den Schlaf stören oder unterbrechen.
- Erkrankungen: Herz-Kreislauf-Probleme, Schilddrüsenerkrankungen oder chronische Schmerzen können den Schlaf fragmentieren.
- Schlafapnoe: Bei diesem Syndrom kommt es zu nächtlichen Atemaussetzern und lautem Schnarchen. Dies verhindert die Tiefschlafphasen und reduziert die Erholsamkeit drastisch, sodass Betroffene trotz ausreichender Zeit im Bett erschöpft aufwachen.
- Restless-Legs-Syndrom: Ein neurologischer Drang, die Beine zu bewegen, der besonders in Ruhephasen auftritt.
Externe Ursachen und Lebensstil: Oft sind es Gewohnheiten oder Umweltfaktoren, die unseren natürlichen Rhythmus stören.
- Genussmittel: Alkohol mag beim Einschlafen helfen, zerstört aber die Schlafarchitektur. Auch Koffein (Kaffee, Cola) wirkt bei vielen Menschen bis zu 8 Stunden nach.
- Zeitumstellung & Schichtarbeit: Der Wechsel von Winter- auf Sommerzeit oder unregelmäßige Arbeitszeiten bringen die innere Uhr (Biorhythmus) durcheinander und führen temporär zu Insomnie.
- Schlafumgebung: Lärm, Licht oder eine zu warme Zimmertemperatur verhindern das Durchschlafen.
Wann sollte ich bei Schlaflosigkeit zum Arzt?
Viele Schlafprobleme lassen sich mit Hausmitteln und besserer Hygiene lösen. Doch wenn die Schlaflosigkeit länger als drei Wochen unbeantwortet bleibt, ist professionelle Hilfe nötig. Eine nicht behandelte Schlafstörung kann chronisch werden und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
Suchen Sie einen Arzt oder Experten für Schlafmedizin auf, wenn folgende Warnsignale zutreffen:
- Dauer der Beschwerden: Die Ein- oder Durchschlafstörungen halten länger als 3 Wochen an und treten mehrmals pro Woche auf.
- Hoher Leidensdruck: Sie fühlen sich tagsüber massiv beeinträchtigt, leiden unter Konzentrationsschwäche, Sekundenschlaf, Reizbarkeit oder depressiven Verstimmungen.
- Körperliche Symptome: Sie (oder Ihr Partner) bemerken starkes Schnarchen, Atemaussetzer oder nächtliche Zuckungen.
- Verdacht auf Medikamenteneinfluss: Sie nehmen Medikamente ein, von denen Sie vermuten, dass sie Ihre Schlafdauer oder -qualität negativ beeinflussen.
- Erfolglosigkeit der Selbsthilfe: Wenn pflanzliche Mittel, Entspannungsübungen und eine optimierte Schlafhygiene über einen längeren Zeitraum keine Besserung der Störungen gebracht haben.
Was kann ich langfristig gegen Schlafstörungen tun?
Während Sofortmaßnahmen in der akuten Not helfen, ist für eine dauerhafte Lösung von Schlafproblemen eine gute Schlafhygiene unerlässlich. Ziel ist es, dem Körper zu helfen, seinen natürlichen Rhythmus wiederzufinden und so chronischem Schlafmangel vorzubeugen. Regelmäßige Routinen signalisieren dem Organismus Sicherheit und bereiten ihn auf die nötige Erholsamkeit vor.
Die effektivsten Maßnahmen für den Alltag im Überblick:
- Feste Schlafzeiten einhalten: Gehen Sie jeden Abend etwa zur gleichen Zeit ins Bett und stehen Sie morgens zur gleichen Zeit auf – auch am Wochenende. Das stabilisiert die innere Uhr.
- Genussmittel einschränken: Verzichten Sie 4 bis 8 Stunden vor dem Schlafengehen auf koffeinhaltige Getränke. Meiden Sie zudem Alkohol und Nikotin am Abend, da diese die wichtigen Tiefschlafphasen unterbrechen.
- Ernährung anpassen: Nehmen Sie die letzte große Mahlzeit mindestens 3 Stunden vor der Nachtruhe ein, um den Stoffwechsel zu entlasten. Gehen Sie jedoch auch nicht hungrig zu Bett.
- Schlafzimmer als Ruhezone: Nutzen Sie das Bett ausschließlich zum Schlafen und für Intimität. Fernsehen, Arbeiten oder Essen im Schlafzimmer schwächen die Assoziation von Bett und Ruhe.
- Bewegung integrieren: Sport und Bewegung an der frischen Luft fördern den gesunden Schlafdruck. Vermeiden Sie jedoch intensive körperliche Belastungen direkt vor dem Zubettgehen.
- Entspannungstechniken lernen: Regelmäßiges Autogenes Training, Yoga oder Progressive Muskelrelaxation helfen, das allgemeine Stresslevel zu senken und innere Unruhe abzubauen.
- Mittagsschlaf begrenzen: Wenn Sie tagsüber müde sind, sollte ein "Power Nap" nicht länger als 20 bis 30 Minuten dauern, um das Einschlafen am Abend nicht zu gefährden.

Was tun bei chronischer Schlaflosigkeit?
Wenn die Schlafstörungen trotz angepasster Schlafhygiene über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben, spricht man von chronischer Insomnie. Diese erfordert eine gezieltere, oft ärztlich begleitete Therapie, um den Teufelskreis aus Schlafmangel und Tagesmüdigkeit zu durchbrechen.
Definition und Unterscheidung:
Chronisch: Von chronischer Schlaflosigkeit spricht man, wenn Sie an mindestens drei Nächten pro Woche über einen Zeitraum von drei Monaten oder länger unter Ein- oder Durchschlafproblemen leiden.
Akut vs. Chronisch: Während akute Schlafprobleme meist eine direkte Reaktion auf Stress sind und von selbst abklingen, ist die chronische Form hartnäckig. Hier entsteht oft eine negative Konditionierung: Das Bett wird mit Wachliegen und Frustration assoziiert, was die Störungen weiter verstärkt.
Behandlungsoptionen der Schlafmedizin:
Wenn die Erholsamkeit des Schlafs seit Monaten gestört ist, ist der Besuch bei einem Spezialisten der Schlafmedizin notwendig, um die Ursache zu klären und eine Abhängigkeit von Schlafmitteln zu verhindern. Schlaflos was tun in diesem Stadium, ist klar: Therapie suchen.
- Kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I): Dies gilt als wirksamste und nachhaltigste Behandlungsmethode. Sie adressiert die negativen Gedanken und das Fehlverhalten rund um das Einschlafen und stabilisiert den Rhythmus langfristig.
- Schlafrestriktion: Eine Technik der KVT-I, bei der die Zeit, die man im Bett verbringt, zunächst begrenzt wird, um den Schlafdruck zu erhöhen und die Schlafdauer zu optimieren.
- Entspannungsverfahren: Tiefenentspannung und Biofeedback können helfen, die erhöhte nächtliche Aktivität des Nervensystems zu reduzieren.
- Medikamentöse Behandlung (temporär): Bei schwerer chronischer Insomnie kann der Arzt Schlafmittel verschreiben. Diese werden jedoch nur kurzfristig eingesetzt, um den Schlaf-Wach-Rhythmus wiederherzustellen und eine Abhängigkeit zu vermeiden.
Welche Arten von Schlafstörungen gibt es?
Schlafprobleme sind vielfältig. Neben der Insomnie gibt es weitere Störungen, die den Rhythmus, die Schlafdauer und die Erholsamkeit beeinflussen. Für die Behandlung ist es wichtig zu wissen, unter welcher Art von Schlafstörung man leidet.
| Störung | Beschreibung & Symptome |
|---|---|
| Insomnie (Schlaflosigkeit) | Probleme beim Einschlafen und/oder Durchschlafen, schlechte Erholsamkeit des Schlafs und Schlafmangel. Die häufigste Form der Schlafstörung. |
| Schlafapnoe-Syndrom | Atembezogene Störung, die durch Atemaussetzer (Apnoen) und lautes Schnarchen gekennzeichnet ist. Führt zu massiver Tagesmüdigkeit, da der Schlaf nicht erholsam ist. |
| Hypersomnie (Schlafsucht) | Stark erhöhtes Bedürfnis nach Schlaf, das tagsüber zu übermäßiger Müdigkeit führt, obwohl die Schlafdauer ausreichend erscheint (z.B. Narkolepsie). |
| Parasomnien | Unerwünschte körperliche Phänomene während des Schlafs oder beim Aufwachen, wie Schlafwandeln, Nachtschreck oder Albträume. |
| Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen | Störungen des zirkadianen Rhythmus, oft durch Schichtarbeit, Jetlag oder eine gestörte innere Uhr verursacht. |
Welche Medikamente helfen bei Schlafstörungen?
Neben einer optimierten Schlafhygiene können bestimmte rezeptfreie Präparate und pflanzliche Mittel als kurzfristige oder ergänzende Hilfe bei Schlafproblemen eingesetzt werden. Sie können das Einschlafen erleichtern und die Erholsamkeit verbessern, ohne gleich einen chronischen Schlafmangel zu riskieren.
Diese Mittel wirken beruhigend und lindern nervöse Unruhe, die häufigste Ursache für Insomnie. Sie eignen sich besonders gut bei leichten bis mittelschweren Schlafstörungen.
- Baldrian: Wirkt beruhigend, angstlösend und fördert das Einschlafen. Wichtig: Die volle Wirkung setzt oft erst nach einigen Tagen regelmäßiger Einnahme ein. Führt im Normalfall nicht zu Tagesmüdigkeit.
- Hopfen: Wird häufig in Kombination mit Baldrian verwendet. Dem Wirkstoff wird ein schlaffördernder Effekt nachgesagt, der den zirkadianen Rhytmus positiv beeinflussen kann.
- Melisse: Wirkt entspannend und krampflösend. Hilft besonders bei nervös bedingten Ein- und Durchschlafstörungen.
Das Schlafhormon Melatonin
Präparate mit Melatonin nutzen das körpereigene Schlafhormon zur Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus.
- Das Hormon Melatonin wird natürlicherweise bei Dunkelheit ausgeschüttet und signalisiert dem Körper, dass es Zeit für das Einschlafen ist. Als Nahrungsergänzungsmittel kann es die Zeit bis zum Einschlafen verkürzen, besonders bei Jetlag oder verschobenem Rhytmus (z.B. durch Schichtarbeit).
- Anwendung: Geeignet als temporäre Einschlafhilfe. Die Schlafdauer wird dadurch stabilisiert.
Verschreibungspflichtige Medikamente
Bei schweren chronischen Schlafstörungen können Ärzte Benzodiazepine oder Z-Substanzen verschreiben. Achtung: Diese Medikamente machen schnell abhängig und sollten nur kurzfristig unter strenger ärztlicher Aufsicht in der Schlafmedizin eingesetzt werden. Sie sind keine dauerhafte Lösung für Schlafmangel.
Wie funktioniert gesunder Schlaf?
Guter Schlaf ist für die Erholsamkeit von Körper und Geist, die Festigung des Gedächtnisses und ein starkes Immunsystem unerlässlich. Er wird maßgeblich durch unseren inneren zirkadianen Rhythmus gesteuert, der auf den Hell-Dunkel-Wechsel reagiert.
Die Müdigkeit am Abend entsteht, weil der Körper bei Dunkelheit das Schlafhormon Melatonin ausschüttet. Im Gegensatz dazu wird morgens das Stresshormon Kortisol produziert, um uns aufzuwecken. Licht ist somit der Taktgeber für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus. Eine gesunde Schlafdauer ermöglicht es dem Körper, seine Energiespeicher wieder aufzufüllen.
Der Nachtschlaf setzt sich aus 4 bis 7 Zyklen zusammen, die jeweils 70 bis 90 Minuten dauern und für die Erholsamkeit wichtig sind:
- Leichtschlafphasen (N1, N2): Übergang vom Wachzustand in den Schlaf.
- Tiefschlafphase (N3): Hier findet die wichtigste körperliche Regeneration statt.
- REM-Phase (Rapid Eye Movement): Der Traumschlaf, essenziell für die emotionale und kognitive Verarbeitung.
Ein ungestörter Ablauf dieser Phasen ist die Grundlage, um Schlafmangel und Schlafstörungen vorzubeugen.
Häufig gestellte Fragen rund um Schlaflosigkeit
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Birgit Wickner | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Als Pharmazieingenieurin liegt mir die Gesundheit unserer Kunden am Herzen. Um dahingehend optimal beraten zu können, bilde ich mich regelmäßig fort. Mehr über B. Wickner
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