Können Hautkrankheiten Depressionen verursachen?
✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten
Von Juliane Penk, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 24.09.2025

Psychische Belastungen und Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Psoriasis beeinflussen sich gegenseitig. Chronische Hautleiden können zu Depressionen, Minderwertigkeitskomplexen und Isolation führen, dies liegt daran das Betroffene sich aufgrund ihrer sichtbaren Symptome stigmatisiert fühlen. Gleichzeitig können Stress und depressive Stimmungen bestehende Hautkrankheiten verschlimmern, da sie Entzündungen im Körper fördern. Die Therapie dieses Teufelskreises erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht nur die Hautbehandlung umfasst, sondern auch psychologische Unterstützung, Entspannungstechniken und in einigen Fällen Medikamente. Ziel ist es, psychische Trigger zu identifizieren, soziale Ängste abzubauen und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.
Wirkung von Hautkrankheiten auf die Psyche
Unser äußeres Hautbild wird oft als Spiegel der Seele betrachtet. Dies verdeutlicht die sehr enge Verbindung zwischen unserer Psyche, unseren Emotionen und dem Erscheinungsbild unserer Haut. Wir drücken unbewusst Gefühle über die Haut aus. Angst, Scham oder FurchtBei beispielsweise wird die Gesichtshaut stärker durchblutet und erscheint errötet. Sind wir hingegen gestresst und unglücklich, wirkt unsere Haut oft blasser und rauer. Fühlt man sich glücklich, scheint die Haut in einem optimalen Zustand zu sein. Doch was geschieht, wenn die Haut an einer Krankheit leidet?
Psychischer Stress und depressive Verstimmungen können Ursachen für Symptome auf der Haut sein. Unter Stress steigt die Zahl der weißen Blutkörperchen, was Entzündungsreaktionen begünstigt. Bei Personen mit einer chronischen Psoriasis (Schuppenflechte) oder Neurodermitis löst dies oft Hautentzündungen mit den typischen Symptomen, insbesondere starkem Juckreiz, aus. Das Immunsystem produziert spezielle Entzündungs Botenstoffe und initiiert eine Entzündungsreaktion. Normalerweise dient dies dem natürlichen Heilungsprozess des Körpers. Bei andauerndem Stress bleibt der Körper jedoch quasi in ständiger Alarmbereitschaft. Dies erhöht das Risiko für nahezu jede chronische Erkrankung.
Betroffene empfinden den unkontrollierbaren Krankheitsverlauf als extrem belastend. Sie fühlen sich hilflos, und es entstehen starke innere Spannungen.
Erkrankte geraten häufig in einen Teufelskreis zwischen Hauterkrankung und Depressionen, der typischerweise wie folgt ablaufen kann:
- Negative Vorstellungen vom eigenen Körper: Die Betroffenen befürchten, dass ihr Umfeld mit Ekel und Unsicherheit auf sie reagiert.
- Sie entwickeln Minderwertigkeitskomplexe, Kontaktängste und haben ein geschwächtes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, besonders wenn die Hautprobleme an sichtbaren Körperregionen lokalisiert sind.
- Sie fühlen sich oft unwohl in ihrer Haut und erleben belastende Lebensereignisse wie Mobbing und Ausgrenzung.
- Den betroffenen Menschen fällt es schwer, körperliche Nähe zuzulassen, wodurch sie sich zunehmend von ihrer Umwelt isolieren. Ausgrenzungen führen zu psychosozialen Belastungen, welche die Depressionen und Hautreaktionen verstärken können.
Besonders bei chronisch entzündlichen Krankheiten sinkt der Serotoninspiegel (bekannt als Glückshormon), was die direkte Entstehung von psychischen Erkrankungen beeinflussen kann. Besonders Frauen leiden unter dieser gedrückten Stimmung. Viele Menschen empfinden Hautkrankheiten als abstoßend. Die Angst vor einer Ansteckung ist bei den meisten stark ausgeprägt, obwohl sie oftmals völlig unbegründet ist. Neurodermitis ist beispielsweise nicht ansteckend oder übertragbar, da es keine Neurodermitis Viren als Krankheitserreger gibt, sondern es sich lediglich um eine überschießende Reaktion des körpereigenen Immunsystems handelt.
Psychische Faktoren bei Hautkrankheiten
Hauterkrankungen sind nicht immer nur auf erblich bedingte Faktoren zurückzuführen. Obwohl Neurodermitis, Psoriasis und Ekzeme eine genetische Veranlagung haben, werden sie meist auch durch seelische Ursachen beeinflusst. Stress und depressive Phasen wirken sich nicht nur negativ auf die Psyche aus, sondern können auch die Haut beeinträchtigen und so Hauterkrankungen auslösen. Hautkrankheiten, die neben organischen auch psychische Ursachen aufweisen, erfordern eine spezielle therapeutische Behandlung, die sogenannte Psychodermatologie. Hierbei handelt es sich um eine Therapie, die Seele und Haut gleichermaßen berücksichtigt. Der Arzt identifiziert dabei wiederkehrende Muster und setzt dort mit der Behandlung an. Es werden psychologische und psychiatrische Techniken, meist in Form von Gesprächen, angewendet, wodurch Hauterkrankungen ganzheitlich betrachtet und wirkungsvoll behandelt werden können.
Therapiemethoden
Eine vollständige Heilung von Psoriasis (Schuppenflechte) und Neurodermitis ist bis heute noch stark eingeschränkt. Durch eine angepasste medizinische Hautpflege lässt sich heutzutage jedoch die geschwächte Hautbarriere gut stärken und die Haut bedarfsgerecht mild pflegen. Bei starken Symptomen können zusätzlich vom Arzt kurzzeitig Medikamente mit topischen Wirkstoffen verordnet werden.
In der Psychotherapie werden psychische Probleme, die mit der Krankheit in Verbindung stehen, ermittelt. Durch Rollenspiele und Kompetenztraining sollen soziale Defizite abgebaut werden. Entspannungsverfahren und kognitive Strategien zielen darauf ab, beim Stressabbau zu helfen, wodurch das Selbstwertgefühl gesteigert werden kann. Eine Umstrukturierung der Gedanken soll die Betroffenen von ihrem Hautzustand ablenken und ihnen helfen, sich auf neue Themen zu konzentrieren. Ebenso suchen Therapeuten nach alternativen Verhaltensweisen zum Kratzen.
In der Behandlung wird auch den sogenannten Triggern vorgebeugt. Als Trigger werden die typischen Auslöser für das jeweilige Krankheitsbild bezeichnet. Therapeuten empfehlen das Führen eines Krankheitstagebuchs. Dadurch können Patienten genau herausfinden, welche Situationen als Auslöser wirken. Die Behandlungen können danach individuell angepasst und typische Verhaltensmuster vermieden werden.
Neben den psychologischen Therapiemethoden unterstützen spezielle Cremes und Lotions die empfindliche und trockene Haut. Die richtige Hautpflege mindert den quälenden Juckreiz, stärkt die Hautbarriere, spendet intensiv Feuchtigkeit und unterdrückt das Bedürfnis zu kratzen. Bei hoher stressbedingter Belastung empfiehlt sich die Durchführung von Entspannungsübungen, wie:
- Mantras: Das Aufsagen von positiven Sätzen (z. B. "Ich bin stark. Ich werde das schaffen. Ich finde die Lösung für das Problem.").
- Meditation: Eine Konzentrationsübung, um negative Gedanken zu verdrängen.
- Progressive Muskelentspannung: Alle Muskeln im Körper werden nacheinander angespannt und anschließend entspannt. Der daraus resultierende Entspannungseffekt kann zu einem freieren und ausgeglicheneren Gefühl verhelfen.
In jedem Fall sollte die Behandlung mit einem Arzt abgesprochen werden. Gegen depressive Verstimmungen gibt es verschiedene Stimmungsaufheller. Die Verordnung dieser Medikamente obliegt der Kompetenz des Arztes. Bei leichteren depressiven Verstimmungsphasen sind bewährte natürliche Arzneimittel oft die erste Wahl. Diese sind auf ärztliche Verschreibung erhältlich und können leichte Verstimmungen behandeln.
Häufig gestellte Fragen rund um Hautausschlag & Depressionen
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Juliane Penk | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Mein Beruf als Pharmazeutisch-technische Assistentin beinhaltet insbesondere die Beratung zu Gesundheitsthemen, Arzneimitteln, Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln, aber auch zu Pflegeprodukten. Um zu Neuheiten auf dem Laufenden zu bleiben, sind regelmäßige Fortbildungen wichtig. Mehr über Juliane Penk
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