Schleimbeutelentzündung - Ein Leitfaden
✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten
Von Dr. Leonie
Dolder, Medizinjounalistin
Aktualisiert: 24.09.2025
Eine Schleimbeutelentzündung, auch Bursitis genannt, ist eine schmerzhafte Entzündung der mit Flüssigkeit gefüllten Säcke, die als Puffer, Reibung zwischen Knochen, Muskeln und Sehnen mindern. Die Entzündung kann an Gelenken wie Schulter, Ellbogen, Hüfte, Knie und Ferse auftreten, wobei die Hauptursachen übermäßige Belastung, Verletzungen, Infektionen oder rheumatische Erkrankungen sind. Symptome sind Schmerzen, Schwellungen, Rötungen, Wärme und eine eingeschränkte Beweglichkeit und die Heilung kann Wochen bis Monate dauern. Die Behandlung umfasst in der Regel konservative Maßnahmen wie Ruhe, Kühlung, Kompression, Physiotherapie und entzündungshemmende Medikamente, doch bei chronischen oder schweren Fällen kann eine operative Entfernung des Schleimbeutels notwendig sein.
Schleimbeutel
Die Hauptfunktion der Schleimbeutel besteht darin, die Reibung zwischen Knochen, Sehnen und Muskeln zu reduzieren und somit Bewegungen zu erleichtern. Die Schleimbeutel, medizinisch auch Bursa genannt, sind mit Flüssigkeit gefüllte Säckchen aus Bindegewebe. Wie kleine Kissen polstern sie Körperstellen wie beispielsweise die Ellenbogen ab, die häufig Reibung oder Druck ausgesetzt sind. Zu diesem Zweck sondern die Schleimbeutel eine Flüssigkeit ab, das sogenannte Synovial.

Schleimbeutelentzündung - kurz erklärt
Eine Schleimbeutelentzündung, auch Bursitis genannt, ist eine schmerzhafte Entzündung des Schleimbeutels. Diese kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden und führt zu Schwellung, Rötung und Bewegungseinschränkung im betroffenen Bereich.
Betroffene Körperstellen
Schleimbeutel fungieren wie ein Puffer zwischen harten und weichen Körperstrukturen und befinden sich an vielen Stellen im Körper – Schleimbeutelentzündungen können daher an verschiedenen Stellen im Körper auftreten wie beispielsweise an der Schulter, Ellbogen, Hüfte, Knie und Ferse. Sie können jedoch auch an anderen Stellen auftreten, an denen Schleimbeutel lokalisiert sind.
Ursachen einer Schleimbeutelentzündung
Die Ursachen für eine Schleimbeutelentzündung können vielfältig sein. Zu den häufigsten Gründen gehören übermäßige oder wiederholte Belastung, Verletzungen, Infektionen und entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Gicht.
Schleimbeutelentzündung im Alltag
Eine Schleimbeutelentzündung kann den Alltag erheblich einschränken, da sie Schmerzen verursacht und die Beweglichkeit im betroffenen Bereich beeinträchtigt. In einigen Fällen kann sie auch zu Arbeitsunfähigkeit führen.
Symptome einer Schleimbeutelentzündung
Die Symptome einer Schleimbeutelentzündung umfassen Schmerzen, Schwellung, Rötung, Wärme und Bewegungseinschränkung im betroffenen Bereich. Die Symptome können je nach Schweregrad der Entzündung variieren.
Typisch sind Schmerzen im betroffenen Bereich, die sich bei Bewegung oder Druck verschlimmern können. Eine Schwellung und Rötung um den Schleimbeutel herum sowie eine Einschränkung der Beweglichkeit im betroffenen Gelenk. Ferner kommt es zur Überwärmung und Empfindlichkeit bei Berührung des betroffenen Gelenks. Bei akuten Fällen kann es zu Fieber kommen, insbesondere wenn die Entzündung durch eine Infektion verursacht wird.
Diagnose einer Schleimbeutelentzündung
Die Diagnose einer Schleimbeutelentzündung erfolgt in der Regel durch eine klinische Untersuchung. Gelegentlich können ein Ultraschall oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) zur Bestätigung der Diagnose eingesetzt werden.
Wenn ein oberflächlicher Schleimbeutel, vor allem an Knie oder Ellenbogen, sichtbar geschwollen ist, kann mit einer Nadel Flüssigkeit aus dem Schleimbeutel entnommen werden. Die Probe wird auf Infektionen oder Gicht untersucht, um die Ursache der Entzündung zu bestimmen.
Dauer der Heilung bei einer Schleimbeutelentzündung
Die Dauer einer Schleimbeutelentzündung kann variieren und hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Schwere der Entzündung, der zugrunde liegenden Ursache und der Art der Behandlung. In der Regel kann eine Bursitis mit angemessener Behandlung innerhalb von einigen Wochen bis Monaten abheilen. Bei chronischen oder schweren Fällen kann die Heilung länger dauern.
Behandlungsoptionen in der konservativen Therapie
In der konservativen Therapie können entzündungshemmende Medikamente, Ruhe, Eisbehandlung, Kompression, physikalische Therapie und Injektionen von Kortikosteroiden in dem betroffenen Bereich eingesetzt werden. Patienten mit einer schweren akuten Schleimbeutelentzündung müssen eventuell einige Tage lang ein Kortikosteroid oral einnehmen. Wenn der Schmerz nachlässt, können Übungen hilfreich sein, welche die Beweglichkeit des betroffenen Gelenks verbessern. Ein infizierter Schleimbeutel muss drainiert werden – geeignete Antibiotika kommen zum Einsatz.
Chirurgische Optionen bei einer Schleimbeutelentzündung
In einigen Fällen kann eine chirurgische Entfernung des betroffenen Schleimbeutels erforderlich sein, insbesondere wenn konservative Behandlungsmethoden nicht wirksam sind oder die Bursitis chronisch wird.
Hausmittel bei einer Schleimbeutelentzündung
Einige Hausmittel wie Ruhe, Eisbehandlung und schonende Bewegungen können zur Linderung von Schmerzen und Schwellungen bei einer Schleimbeutelentzündung beitragen: Reduzieren Sie Belastungen und vermeiden Sie wiederholte Bewegungen im betroffenen Bereich, um die Entzündung nicht zu verschlimmern. Legen Sie Eispackungen auf den entzündeten Bereich, um Schwellungen und Schmerzen zu reduzieren. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Naproxen können Schmerzen und Entzündungen lindern. Das Tragen einer elastischen Bandage oder eines Kompressionsverbandes kann dazu beitragen, Schwellungen zu reduzieren und den betroffenen Bereich zu stabilisieren.
Vorbeugung einer Schleimbeutelentzündung
Um einer Schleimbeutelentzündung vorzubeugen, ist es wichtig, Belastungen zu vermeiden, die zu übermäßigem Druck oder Reibung auf die Gelenke führen können. Dies umfasst auch die Vermeidung von wiederholten Bewegungen, die eine Entzündung verursachen könnten. Bei starker Beanspruchung im Beruf oder beim Sport sollte auf regelmäßige Pausen Wert gelegt werden, damit sich das Gelenk immer wieder etwas erholen kann. Ein vollständiges Auskurieren einer Schleimbeutelentzündung ist sehr wichtig, damit sich die Entzündung nicht chronifiziert.
Risikofaktoren
Zu den Risikofaktoren für eine Schleimbeutelentzündung gehören Überlastung, wiederholte Bewegungen, Verletzungen, Infektionen und bestimmte entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Gicht. Häufig entzündet sich ein Schleimbeutel jedoch auch, weil er durch einen heftigen Stoß verletzt oder durch häufige Reibung und Druck stark beansprucht wurde. Manche Berufe sind deshalb mit einem erhöhten Risiko für Schleimbeutelentzündungen verbunden. Beispielsweise die Fliesenleger: Sie müssen bei der Arbeit oft auf hartem Boden knien und bekommen deshalb nicht selten eine Schleimbeutelentzündung an der Kniescheibe. Andere Berufsgruppen mit erhöhtem Risiko sind Reinigungskräfte, Gärtner, Schreiner oder Dachdecker.
Häufig gestellte Fragen rund um die Schleimbeutelentzündung
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
Mehr über L. Dolder
Produkte zum Thema SchleimbeutelentzündungWeitere passende Produkte
Weitere zum Thema passende BeiträgeWeitere Themen

Wir informieren Sie regelmäßig über:
Top-Angebote
Neuheiten
Gewinnspiele
Gratis-Zugaben
Gutscheine
Tipps & Beratung