Die Rolle von Cholesterin im Körper
✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 2 Minuten
Autorin Dr. Leonie
Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 23.09.2025
Cholesterin ist ein lebensnotwendiger, fettartiger Stoff, den der Körper zum Großteil selbst in der Leber herstellt und nur ein kleiner Teil über die Nahrung aufgenommen wird. Es spielt eine zentrale Rolle beim Zellaufbau und bei der Bildung von Hormonen. Im Blut wird zwischen dem „guten“ HDL-Cholesterin und dem „schlechten“ LDL-Cholesterin unterschieden. Ein erhöhter LDL-Wert gilt als riskant, da er sich in den Arterien ablagern kann und so das Risiko für Arteriosklerose (Arterienverkalkung) erhöht. In der Folge steigt die Gefahr schwerwiegender Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall insbesondere dann, wenn weitere Risikofaktoren wie Bewegungsmangel, starkes Übergewicht oder Tabakkonsum hinzukommen. Ein zu hoher Cholesterinspiegel kann durch eine Ernährung mit ungesättigten Fettsäuren, regelmäßige körperliche Aktivität und Gewichtsreduktion gesenkt werden.
Cholesterin - kurz erklärt
Das Cholesterin, auch Cholesterol genannt, ist ein in allen tierischen Zellen vorkommender fettartiger Naturstoff. Cholesterin wird vom Körper selbst hergestellt und erfüllt wichtige Aufgaben. Cholesterin ist auch Bestandteil der Gallensäure und unterstützt somit die Fettverdauung.
Der Körper benötigt täglich etwa ein halbes bis ein Gramm Cholesterin. Rund 90 Prozent dieser Menge kann der Körper selbst produzieren, der Rest wird über die Nahrung aufgenommen. Cholesterin ist fettlöslich, das heisst es kann nicht in Wasser gelöst werden. Damit Cholesterin im Blut transportiert werden kann, wird es an wasserlösliche Proteine gebunden – sogenannte Lipoproteine.
Man unterscheidet, abhängig von Proteingehalt und Fettgehalt, drei Arten von Lipoproteinen mit unterschiedlicher Dichte:
- HDL - High-Density-Lipoprotein, auch gutes Cholesterin genannt, mit hoher Dichte, aber tiefem Fettanteil
- LDL - Low-Density-Lipoprotein, auch schlechtes Cholesterin genannt, mit niedriger Dichte, aber hohem Fettanteil
- VLDL- Very-Low-Density-Lipoprotein, eine Vorstufe des LDL
Je höher der Fettanteil dieser Lipoproteine, desto schädlicher sind sie für die Gesundheit. Der Arzt misst beim Bluttest nicht direkt das Cholesterin, sondern diese Lipoproteine, an welche das Cholesterin gebunden ist.

Cholesterinquellen in Lebensmitteln
Es existieren gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Gesund sind die ungesättigten Fettsäuren.
Ob ein Fett ungesättigte oder gesättigte Fettsäuren enthält, kann man mit einem einfachen Trick herausfinden: Je fester das Fett nach der Lagerung im Kühlschrank ist, desto mehr gesättigte Fette enthält dies. Ist dieses auch außerhalb des Kühlschrankes fest, so befinden sich wahrscheinlich nur ungesunde, gesättigte Fette darin. In der Butter befinden sich überwiegend gesättigte Fettsäuren, im Olivenöl mehrheitlich ungesättigte Fettsäuren.
Bedeutung des Cholesterinwerts
Die sogenannte Hypercholesterinämie ist eine Störung des Fettstoffwechsels (medizinisch auch Dyslipidämie genannt). Kennzeichnend für diese Erkrankung ist ein erhöhter LDL-Cholesterinwert. Wie bereits oben erwähnt, enthalten einige tierische Lebensmittel besonders viel des schlechten LDL-Cholesterins. Spricht der Arzt von der Diagnose Hypercholesterinämie, kann sich dies auf das Gesamtcholesterin oder das LDL-Cholesterin beziehen. Als obere Grenzwerte gelten für gesunde Erwachsene:
- Gesamtcholesterin: < 200 mg/dl
- LDL-Cholesterin: je nach Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen < 70 bis < 160 mg/dl
Bereits bei Gesamtcholesterinwerten über 200 mg/l kann ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten vorliegen. Eine genauere Aussage ermöglicht ein sogenannter Lipidstatus. Bei der familiären Hypercholesterinämie – einer genetisch bedingten und vererbten Erkrankung – ist das LDL-Cholesterin besonders hoch.
Es gilt: Je höher die LDL-Konzentration im Blut, desto schlechter. Je höher die HDL-Konzentration im Blut, desto besser.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, einen täglichen Richtwert von 300 Milligramm Cholesterin nicht zu überschreiten.
Veranderung optimaler Cholesterinwerte mit dem Alter
Der Gesamtcholesterinspiegel steigt parallel zum Alter deutlich. Generell sollten alle Frauen ab 45 Jahren und Männer bereits ab 35 Jahren ihren Cholesterinspiegel prüfen. Menschen, die in die sogenannten Risikogruppen fallen, wie zum Beispiel Raucher, Diabetiker, Übergewichtige oder Menschen mit hohem Blutdruck, sollten ihren Cholesterinspiegel bereits mit 20 Jahren regelmäßig prüfen. Auch Menschen mit familiärer Veranlagung zu Hypercholesterinämie sollten bereits mit 20 Jahren den Cholesterinspiegel messen lassen.
Gefahren bei einem zu hohen Cholesterinwert
Eine zu hoher Cholesterinwert kommt bei sehr vielen Menschen vor – rund ein Drittel der Bevölkerung in Mitteleuropa hat einen erhöhten Cholesterinwert.
Durch das Überangebot von Cholesterin lagert es sich in den Arterien ab, es entstehen sogenannte Ablagerungen oder Plaques - die Arterien werden immer enger. Dadurch erhöht sich das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts, oder aber auch diverse andere Krankheiten.
Cholesterinwert senken
Schlechte Ernährung, mangelnde Bewegung oder Übergewicht sind häufige Auslöser für einen erhöhten Cholesterinwert. Sowohl seelische als auch körperliche Überforderung wirken sich ungünstig auf den Cholesterinspiegel aus. Durch regelmäßige körperliche Bewegung steigt das HDL-Cholesterin, was wünschenswert ist, da ein hohes HDL-Cholesterin vor Arteriosklerose schützt.
Zu den medikamentösen Cholesterinsenkern zählen die Wirkstoffgruppen der Statine und Fibrate, aber auch der Einzelwirkstoff Ezetimib.
Hausmittel zur Senkung von Cholesterin
Eine ausgewogene Ernährung mit pflanzlichen, ungesättigten Fettsäuren ist wichtig. Zusätzlich kann die Einnahme von Ballaststoffen die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm reduzieren. Auch eine regelmäßige Bewegung sollte in den Alltag eingebunden werden, diese kann den Cholesterinwert deutlich senken. Allfälliges Übergewicht sollte reduziert werden.
Dem grünen Tee werden vielfältige positive Eigenschaften nachgesagt, er soll auch das LDL-Cholesterin im Blut senken. Ingwer sowie auch Bitterstoffe (Löwenzahn, Rucola, Radicchio, Artischocken, Chicorée) und gewisse Kräutertees sollen das LDL-Cholesterin senken – die Studienlage dazu ist jedoch nicht eindeutig.
Literatur:
- https://www.kardiologie.org/praevention---rehabilitation/laenger-leben-mit-kaffee--auf-die-zubereitung-kommt-es-an/17926416 (abgerufen am 06.07.2022).
Häufig gestellte Fragen rund um Cholesterin
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
Mehr über L. Dolder
Produkte zum Thema Cholesterin Weitere passende Produkte
Weitere zum Thema passende BeiträgeWeitere Themen

Wir informieren Sie regelmäßig über:
Top-Angebote
Neuheiten
Gewinnspiele
Gratis-Zugaben
Gutscheine
Tipps & Beratung