Anmelden
mycarePlus

9 Fragen zu Heuschnupfen und allergischem Asthma

Von Marcus Schulze, Apotheker bei mycare.de
Aktualisiert: 23.09.2022

Gibt es eine Verbindung zwischen Heuschnupfen und allergischem Asthma?

Der weitverbreitete Heuschnupfen kann Kinder sowie Erwachsene gleichermaßen betreffen und ist an den vorherrschenden Pollenflug gekoppelt. Der Heuschnupfen gilt als eine der am häufigsten auftretenden Allergien in den Industrieländern. Dabei ist die Bezeichnung „Heuschnupfen" leicht irreführend, denn Betroffene leiden nicht unter Dauerschnupfen noch sind sie nachgewiesener Weise auf reines Heu allergisch. Vielmehr sind es kleinste Blütenstaubteilchen und Pollen von Kräutern, Bäumen und Gräsern, welche ihnen zu schaffen machen.

Wie gehören der allergische Schnupfen und Heuschnupfen zusammen?

dem Heuschnupfen gegenüber steht der sogenannte „allergische Schnupfen", welcher sozusagen als Oberbegriff für alle allergischen Schnupfenarten steht. Hier reagieren Betroffene empfindlich auf Aeroallergene (draußen und drinnen!).

Ein weiterer Störenfried ist der „saisonale allergische Schnupfen" (Pollinosis). Seine Hauptsaison liegt in der Regel zwischen April und August. Zudem steigt die Infektionsgefahr. Keime bzw. Bakterien haben aufgrund der aktuellen Allergie ein wesentlich leichteres Spiel. Spezielle medizinische Mittel können helfen, den allergischen Schnupfen, den saisonalen allergischen Schnupfen sowie den Heuschnupfen zu lindern und ihnen rechtzeitig entgegenzuwirken.

Was hilft gegen Allergie und Heuschnupfen?

Sobald beschriebene Symptome sicht- und fühlbar werden, sollten Sie den Schritt zum Haus- oder Facharzt nicht scheuen. Je früher die Behandlung beginnt, desto schneller sind Sie über den Berg.

Um eine genaue Diagnose stellen zu können, braucht der behandelnde Arzt einige wichtige Angaben, wie zum Beispiel Ihre Krankengeschichte, aktuelle Beschwerden, frühere Erkrankungen. Dem folgen meistens intensive körperliche Untersuchung und diverse Hauttests zum Nachweis auslösender Allergene. Zudem wird der Wert des spezifischen Immunglobulin E im Blut erhoben. Last but not least hilft der sogenannte nasale Provokationstest zu ermitteln, ob es sich bei dem vorherrschenden Schnupfen wahrhaftig um eine Allergie auf das zuvor getestete Allergen handelt.

Im Allgemeinen lassen sich allergische Erscheinungen wie zum Beispiel Heuschnupfen sowie nahezu alle allergischen Schnupfenarten gut mit bewährten Mitteln gegen allergische Erkrankungen wie etwa speziell darauf ausgerichtete Tabletten, Nasensprays, Dragees und Augentropfen behandeln. Dies gilt insbesondere für allergische Schnupfenarten und Heuschnupfen mit normalem Verlauf - also ohne Komplikationen. Auch allergische Hautreaktionen wie etwa Juckreiz, Quaddelbildung und Hautrötungen dürfen, Dank spezieller Antiallergika, schnelle Soforthilfe bzw. rasche Linderung erfahren.

Was hilft sofort gegen Heuschnupfen?

Für einen sehr empfindlichen Allergiker gilt zunächst nur, die akuten Beschwerden so schnell wie möglich zu mildern. In der Schulmedizin wird der Arzt Ihnen vermutlich Antihistaminika verschreiben, die den körpereigenen Botenstoff Histamin in Schach halten, der die allergischen Reaktionen verursacht. Antihistaminika gibt es in Form von Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen, z.T. auch als Kombipackung.

  • Cetirizin: Das bekannteste Antihistamin ist Cetirizin. Da Cetirizin rasch vom Dünndarm aufgenommen wird, tritt die Wirkung relativ schnell ein: Etwa zehn Minuten bis eine halbe Stunde nach der Einnahme. Etwa 24 Stunden hält die Wirkung an. Cetirizin wird vor allem bei Heuschnupfen und anderem allergischem Schnupfen eingesetzt. Das Medikament gibt es in verschiedenen Formen, z.B.: Saft, Tropfen, Tabletten und Lutschtabletten. Dadurch lässt sich auch für Kinder ab zwei Jahren eine passende Behandlungsmöglichkeit finden.
  • Loratadin: Dies ist ein Antihistamin, das gegen allergischen Schnupfen hilft. Aufgrund seiner guten Verträglichkeit verschreiben Ärzte diese Allergietabletten oft auch Schwangeren und Stillenden zur Linderung der allergischen Symptome. Bitte nehmen Sie Loratadin in diesem Fall nur nach ärztlicher Anweisung und nicht in der Selbstmedikation ein.
  • Azelastin: Medikamente mit dem Wirkstoff Azelastin helfen gegen allergische Rhinitis, wie Heuschnupfen, und die allergische Bindehautentzündung. Die Anwendung kann ohne Rezept in Form von Nasensprays oder antiallergischen Augentropfen stattfinden. Als Nebenwirkungen sind, eher beim Nasenspray, Müdigkeit, Schläfrigkeit und Mundtrockenheit bekannt. Diese klingen aber meist im weiteren Verlauf der Behandlung ab.

Neben der medikamentösen Behandlung aus der Medizin stehen den Betroffenen auch viele naturheilkundliche Verfahren zur Verfügung. Um sich dauerhaft zu schützen, sollten Allergiker aber nicht nur an die Therapie denken, sondern auch die zusätzlichen Allergieverstärker berücksichtigen. Ausreichend Schlaf, weniger Stress im Alltag, ein sorgsamer Umgang mit Genussgiften und möglichst frisch zubereitete Speisen können eine Verschlechterung der Beschwerden verhindern und das Immunsystem stärken. Die Medizin bietet Therapeutika, die die Symptome unterdrücken und damit den Alltag erträglich machen. Gegen juckende Augen gibt es beispielsweise Augentropfen. Die Naturheilkunde unterstützt mit Nasenspülungen, Inhalationen und pflanzlichen wie homöopathischen Heilmitteln. Welches der homöopathischen Mittel für einen am besten geeignet ist, wird individuell anhand der allergischen Reaktionen in einer Beratung festgestellt.

Wie kann ich den Pollenflug rechtzeitig erkennen?

In der Regel fliegen Birkenpollen von Ende März bis Ende Juni. Mitte April ist die Hauptflugzeit. Durch den Klimawandel zeigen sich jedoch auch schon oft im Januar verstärkt Allergie-Symptome. Ein Pollenflugkalender gibt Auskunft darüber, wann welche Pollen fliegen. Er wird jedoch von einigen Faktoren beeinflusst und ist daher nicht immer verlässlich. Einige dieser Faktoren sind: Temperatur, Niederschlag und Windgeschwindigkeit. Die Pollen fliegen früher, wenn es früher warm wird. Daher sollte darauf geachtet werden, wann welche Bäume und Sträucher zu blühen beginnen. Die Gefahr von allergischen Reaktionen ist bei besten Frühlingswetter besonders groß.

Gibt es eine Verbindung zwischen Heuschnupfen und allergischem Asthma?

Asthma bronchiale kann eine Allergie als Auslöser haben. Die Frage, ob es eine Verbindung zwischen dem allergischen Asthma und Heuschnupfen gibt, liegt dabei nahe. Diese ist in vielen Fällen zu sehen, wodurch die Lebensqualität stark beeinträchtigt werden kann. Mit verschiedenen Mitteln zur Symptombekämpfung kann diese aber auch wieder steigen.

Was ist allergisches Asthma?

Rund 80 % der Erkrankungen von Asthma bronchiale gehen auf das allergische Asthma zurück. Dabei können verschiedene Allergien der Grund sein, in vielen Fällen ist es aber eine Pollenallergie. Asthma ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen, deren Ursache in chronisch entzündeten Bronchien liegt.

Weitere Allergene, die allergisches Asthma verursachen können, sind der Kot der Hausstaubmilbe, Schimmelpilze, Tierhaare und Federn, Mehl- und Holzstaub. Jeder fünfte Deutsche ist inzwischen von einer Allergie betroffen. Mit einem Spray für die Behandlung von Matratzen und Textilien, welches Margosa-Extrakt aus dem Samen des Niembaums enthält, kann mitunter der Milbenkreislauf unterbrochen werden, indem die Milben verhungern. Eine regelmäßige Anwendung wird empfohlen.

Oftmals liegt auch eine Mischform von allergischem und nicht-allergischem Asthma bronchiale vor. Verschiedene Reize können sich dabei gegenseitig verstärken. Besonders gefährdet, allergisches Asthma zu entwickeln, sind Personen, bei denen beide Elternteile an allergischem Beschwerden leiden. Denn eine Allergiebereitschaft ist vererbbar. Zu den weiteren Risikofaktoren zählt außerdem Rauchen in aktiver und passiver Form.

Wichtig ist, dass Allergien gleich nach ihrem Bekanntwerden wirksam behandelt werden, um zu verhindern, dass aus Heuschnupfen allergisches Asthma wird. Diesen Vorgang bezeichnet man als den sogenannten Etagenwechsel.

 Info: Heuschnupfen, oder auch die allergische Rhinokonjunktivitis können beispielsweise mit dafür geeignetem rezeptfreien Nasenspray, Augentropfen (oder einer entsprechenden Kombipackung) bzw. Heuschnupfen Tabletten mit den Wirkstoffen Cetirizin oder Loratadin gelindert werden.

Welche Symptome löst allergisches Asthma aus?

Die Symptome bei allergischem Asthma sind die gleichen, die auch bei Asthma bronchiale auftreten: Atemnot, die sich bei körperlicher Belastung verstärkt, ein pfeifendes Geräusch („Giemen“) aus Lungen und Bronchien, schlimmstenfalls ein Asthmaanfall, bei dem sich alle Atemmuskeln verkrampfen und die Bronchien verengen. Ein Asthmaanfall ist ein Notfall und behandlungsbedürftig! Wenn die Asthmaerkrankung bekannt ist, braucht der Patient unbedingt seinen bronchienerweiternden Inhalator.

Bei Kindern äußern sich die asthmatischen Beschwerden oft nicht so eindeutig wie bei Erwachsenen. Pfeifende Geräusche beim Ausatmen und oftmals trockener Husten gehören zum typischen Beschwerdebild. Ein Warnzeichen kann auch sein, dass das Kind plötzlich keine Lust mehr auf Bewegung und Spielplatzbesuche hat, oft erkältet ist und einen geschwächten Eindruck macht.

Sind Allergisches Asthma und Heuschnupfen eng verknüpft?

Warum das Immunsystem von immer mehr Menschen in Form von Allergien „überreagiert“, wird den unterschiedlichsten Ursachen zugeschrieben. Die weitaus häufigsten allergischen Reaktionen und Symptome sind Heuschnupfen, allergisches Asthma, gefolgt von Neurodermitis mit allergischem Ekzem. Allergisches Asthma und Heuschnupfen treten oft parallel auf, insbesondere im Frühjahr zur Pollenflugzeit.

Asthma ist zum Teil erblich bedingt und daher in bestimmten Familien gehäuft anzutreffen. Treten die akuten Asthmaanfälle überwiegend in der Heuschnupfenzeit auf, wenn im Frühjahr die Pollen fliegen, ist ihre Ursache klar einzugrenzen. Andere Auslöser können Tierallergene, Schimmelpilzsporen, Hausstaubmilben oder Staub sein. Weil die Allergene jedoch die Atemwege bis tief in die Bronchien reizen und dort zu Entzündungen führen, können im akuten Stadium auch andere allergieauslösende Stoffe und Faktoren wie Infektionen, Zigarettenrauch, Abgase oder chemische Duftstoffe Asthmaanfälle verursachen.

Heuschnupfen alleine beeinträchtigt die Lebensqualität schon erheblich: typische Beschwerden, wie juckende Augen und laufende Nase treten auf, die Schleimhäute schwellen an und viele Rhinitis-Patienten stellen fest, dass sie an besonders schlimmen Tagen schwer Luft bekommen. Geschätzt ein Drittel aller Heuschnupfen-Allergiker leidet zugleich auch an Asthma. Das Risiko, zusätzlich Asthma zu entwickeln, ist hoch. Umgekehrt wird bei Asthmatikern oft übersehen, dass sie bereits an allergischer Rhinitis leiden. Während ein reiner Heuschnupfenpatient oft auf rezeptfreie Mittel zurückgreift, ist Asthma oder die Kombination beider Allergien eine extreme Belastung. Denn Asthmatiker kämpfen mit Kurzatmigkeit, Atemnot und entsprechenden Angstzuständen. In diesen Fällen muss das gesamte Atemwegssystem umfassend behandelt werden.

Zur Symptombekämpfung einer allergischen Reaktion werden unter anderem folgenden Mittel eingesetzt:

Antihistaminika zur Dämpfung der Immunreaktion
Moderne Antihistaminika wie Reactine oder Lorano sind frei verkäuflich und machen im Gegensatz zu früheren Wirkstoffen dieser Wirkstoffgruppe nicht mehr müde. Mittlerweile sind auch Medikamente mit den Wirkstoffen Levocetirizin und Desloratadin frei verkäuflich in der Apotheke zu bekommen.

Lokal wirkendes Kortison, um die Schwellungen in den Atmungsorganen abklingen zu lassen
Als Nasenspray ist hier der Wirkstoff Beclometason inzwischen für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene frei verkäuflich zum Beispiel als Heuschnupfenspray erhältlich. RatioAllerg hat sich bewährt und ist sehr anwenderfreundlich. Währenddessen gibt es bereits weitere Präparate mit Inhaltsstoffen aus der Wirkstoffgruppe der Glucocorticoide, unter anderem Otri-Allergie Nasenspray oder MometaHexal Heuschnupfenspray. Im Gegensatz zu Präparaten mit Cromoglicinsäure, die mehrmals am Tag angewendet werden müssen, genügt hier in der Regel die Anwendung morgens und abends oder nur 1-mal täglich.

Bronchien erweiternde Beta-2-Sympathomimetika kombiniert mit Kortison sind verschreibungspflichtig.
Der Einsatz wird ausschließlich vom Arzt verordnet.

Therapie des allergischen Asthmas

Grundsätzlich ist es wichtig, die Allergieauslöser zu kennen und zu meiden. Eine optimale Therapie, die maximale Lebensqualität für den Betroffenen ermöglicht, setzt sich aus medikamentöser und nicht medikamentöser Behandlung zusammen.

Bei der medikamentösen Therapie unterscheidet man Bedarfs- und Langzeitmedikation. Bei der Bedarfsmedikation kommen oft Betamimetika zum Einsatz, bei der Langzeitmedikation Kortikosteroide. Wichtig ist, dass der Betroffene die Verwendung des Inhalators einwandfrei beherrscht.

Auch die Hyposensibilisierungstherapie, die bei Heuschnupfen angewandt wird, kann sich positiv auf das allergische Asthma auswirken. Für eine optimale Behandlung ist es wichtig, regelmäßige Kontrollen beim Lungenfacharzt wahrzunehmen und auf die Einhaltung des Therapieplans zu achten. Sie sollten unbedingt für ein rauchfreies Umfeld sorgen, ganz besonders, wenn Kinder betroffen sind. Die Medikation müssen Sie sich stets rechtzeitig wieder verschreiben lassen und die Bedarfsmedikation ist immer mitzuführen.

Autor Apotheker Marcus Schulze

Über unseren Autor:

Marcus Schulze | Apotheker in der Kreisel-Apotheke
Ich bin seit 2016 Apotheker und seit Mitte 2017 bei mycare in der Kreisel-Apotheke tätig. Ich berate gerne umfassend zu allen Gesundheitsfragen. Durch ständiges Lernen nach dem Studium erweitere ich meine Beratungskompetenzen abseits der üblichen Medikamente, um so dem Kunden ein breites Wissen anbieten zu können. Mehr erfahren

Produkte zum Thema Allergie & HeuschnupfenWeitere passende Produkte

inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten
Lieferbar
inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten
Lieferbar
inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten
Lieferbar
inkl. MwSt. Gratis-Versand innerhalb D.
Lieferbar

Weitere zum Thema passende BeiträgeWeitere Themen

Janet, Apothekerin bei mycare.de
Melden Sie sich jetzt zum Newsletter an und sichern sich Vorteile!

Wir informieren Sie regelmäßig über:

  • checkmark Top-Angebote
  • checkmark Neuheiten
  • checkmark Gewinnspiele
  • checkmark Gratis-Zugaben
  • checkmark Gutscheine
  • checkmark Tipps & Beratung
Jetzt abonnieren