Alle Fakten zu HPV
✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 4 Minuten
Von Dr. Leonie
Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 23.09.2025
HPV (humanes Papillomavirus) ist ein weit verbreitetes Virus, das über 100 verschiedene Typen umfasst. Diese werden in Niedrigrisiko- und Hochrisiko-Typen unterteilt. Niedrigrisiko-Typen verursachen meist harmlose Warzen, während Hochrisiko-Typen Krebsarten wie Gebärmutterhals-, Anal- oder Peniskrebs auslösen können. Eine HPV-Infektion verläuft oft symptomlos und wird hauptsächlich durch direkten Hautkontakt, insbesondere beim Geschlechtsverkehr, übertragen. Es gibt keine Heilung für die Infektion selbst, aber Behandlungen zur Entfernung von Warzen oder zur Beseitigung von Krebsvorstufen. Der beste Schutz ist die HPV-Impfung, die für Jungen und Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen wird. Auch Kondome können das Übertragungsrisiko senken. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind entscheidend, um Zellveränderungen frühzeitig zu erkennen.
HPV-Typen
Es existieren mehr als 100 verschiedene Arten von HPV-Typen. Die HPV-Typen werden in zwei Hauptgruppen eingeteilt: Niedrigrisiko-HPV und Hochrisiko-HPV. Niedrigrisiko-HPV: Diese HPV-Typen verursachen in der Regel keine schweren Krankheiten, sondern führen eher zu harmlosen Warzen an den Händen, Füßen oder im Genitalbereich. Niedrigrisiko-HPV sind beispielsweise der Typ 6 und 11, der für Genitalwarzen verantwortlich ist. Hochrisiko-HPV: Diese HPV-Typen sind mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten verbunden. Sie können Krebsvorstufen verursachen, die sich im Laufe der Zeit zu Krebs entwickeln können, insbesondere wenn sie nicht erkannt und behandelt werden. Die beiden bekanntesten Hochrisiko-HPV-Typen sind Typ 16 und 18, die für den Großteil der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. Aber auch die Typen 31, 33, 45, 52, 58 und andere können Krebs verursachen, einschließlich Analkrebs, Peniskrebs, Mund- und Rachenkrebs sowie bestimmte Krebsarten im Genitalbereich. Es führen jedoch nicht alle Infektionen mit Hochrisiko-HPV zu Krebs.
Durch HPV-Typen verursachte Erkrankungen
Einerseits können die HPV-Typen Genitalwarzen auslösen (insbesondere Niedrigrisiko-HPV Typ 6 und 11). Dabei entstehen Warzen im Genitalbereich: Diese Warzen können an Penis, Vulva, Vagina, Gebärmutterhals und im Bereich um den Anus auftreten. Andererseits kann HPV Gebärmutterhalskrebs auslösen (Hochrisiko-HPV-Typen wie Typ 16 und 18). Ferner kann HPV Analkrebs auslösen (insbesondere bei Männern, die Sex mit Männern haben). Zudem können die Viren Peniskrebs begünstigen sowie Mund- und Rachenkrebs.

Verlauf einer HPV-Infektion
Der Verlauf einer HPV-Infektion kann je nach Person und HPV-Typ variieren. Die Infektion erfolgt durch direkten Hautkontakt, insbesondere im Genitalbereich. Dabei dringt das Virus in die Haut oder die Schleimhaut ein. Danach verbleibt das HPV-Virus in der Haut. Während dieser Zeit kann das Immunsystem das Virus bekämpfen und eliminieren. Wenn sich das Virus vermehrt, kommt es zu Symptomen wie Genitalwarzen. Bei Hochrisiko-HPV-Typen besteht das Risiko von Zellveränderungen im Körper, die zu Krebsvorstufen führen können. Das Immunsystem kann die HPV-Infektion in vielen Fällen erfolgreich eliminieren, dies kann Wochen, Monate oder Jahre dauern.
Übertragungswege von HPV
HPV (humanes Papillomavirus) wird hauptsächlich durch direkten Hautkontakt übertragen, insbesondere während des Geschlechtsverkehrs. Dies kann bei vaginalem, analem oder oralem Geschlechtsverkehr geschehen. Es ist wichtig zu beachten, dass HPV sehr ansteckend sein kann, auch wenn keine sichtbaren Anzeichen oder Symptome einer Infektion vorhanden sind. Die HPV-Impfung ist ein wichtiger Schutz – zudem ist die Verwendung von Kondomen empfohlen.
Schutz vor der Übertragung
Die Begrenzung der Anzahl der sexuellen Partner und das Vermeiden von Risikoverhalten wie ungeschütztem Geschlechtsverkehr können Sie vor einer Übertragung schützen. Zudem ist die HPV-Impfung eine effektive Möglichkeit, um sich vor bestimmten hochrisikoreichen HPV-Typen zu schützen. Die Impfung ist am effektivsten, wenn sie vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgt, aber sie kann auch bei Personen, die bereits sexuell aktiv sind, Schutz bieten. Die Verwendung von Kondomen kann das Risiko einer HPV-Übertragung verringern, schützt jedoch nicht zu 100% vor HPV. Regelmäßige Untersuchungen und Pap-Abstriche beim Gynäkologen können dazu beitragen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Behandlung einer HPV-Infektion
Für die HPV-Infektion selbst gibt es keine Behandlung. Die Behandlung zielt darauf ab, das Fortschreiten von Zellveränderungen zu verhindern und Symptome zu lindern. Genitalwarzen können durch verschiedene Methoden entfernt werden (Cremes, Lösungen, Vereisung (Kryotherapie), Lasertherapie, elektrochirurgische Methoden oder operative Entfernung). Wenn beim PAP-Abstrich Zellveränderungen oder Krebsvorstufen festgestellt werden, kann der Arzt diese entfernen oder zerstören: Dazu gehören die sogenannte Konisation (chirurgische Entfernung des betroffenen Gewebes), Laserablation oder die Kryotherapie. Nach der Behandlung ist eine regelmäßige Nachsorge wichtig.
HPV-Impfung
Die HPV-Impfung kann bei Mädchen und Jungen ab einem bestimmten Alter verabreicht werden, normalerweise in zwei oder drei Dosen über einen bestimmten Zeitraum. Es ist wichtig, die vollständige Impfserie abzuschließen. Die Impfung schützt gegen HPV-Hochrisikotypen.
Empfohlene Personengruppen für die HPV-Impfung
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen HPV für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Die Impfung ist am effektivsten, wenn sie vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgt. Auch für junge Erwachsene, die das Impfalter verpasst haben oder nicht vollständig geimpft wurden, wird eine HPV-Impfung empfohlen. Dies gilt insbesondere für Personen, die sexuell aktiv sind oder beabsichtigen, sexuell aktiv zu werden. Ferner sollten Personen mit einem erhöhten Risiko für HPV-bezogene Erkrankungen sich impfen lassen. Dies sind Menschen mit einer Immunschwäche (zum Beispiel Menschen mit einer HIV-Infektion oder Menschen nach einer Organtransplantation).
Häufig gestellte Fragen rund um HPV
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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