Trockene Haut: Ursachen, Symptome und die richtige Pflege von Kopf bis Fuß
✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 5 Minuten
Von Lisa Stenschke, Apothekerin bei mycare.de
Aktualisiert: 23.06.2026

Fühlt sich Ihre Haut oft rau, gespannt oder schuppig an? Dann leiden Sie möglicherweise unter trockener Haut. Dieses weit verbreitete Problem betrifft viele Menschen und kann im Alltag sehr unangenehm sein. In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum Ihre Haut trocken wird, welche Symptome darauf hindeuten und wie Sie mit der richtigen Pflege und gezielten Maßnahmen wieder zu einem geschmeidigen Hautgefühl gelangen können.
Ursachen: Wie entsteht trockene Haut?
Trockene Haut entsteht meist, weil die natürliche Schutzschicht Ihrer Haut, die Lipidbarriere in der oberen Hautschicht (Epidermis), geschwächt ist. Diese Barriere enthält zu wenig Fette und natürliche Feuchthaltefaktoren. In einer gesunden Haut regulieren diese körpereigenen Lipide den Feuchtigkeitshaushalt und verhindern einen übermäßigen Wasserverlust. Liegt jedoch ein Mangel an diesen Bindegliedern vor, kann die Haut Feuchtigkeit schlechter speichern. Die logische Folge: Die Hautoberfläche wird rau, spröde und schuppig. Typisch für diese gestörte Barrierefunktion sind ein unangenehmes Spannungsgefühl, feine Risse und manchmal kleine Entzündungen, weil äußere Reizstoffe und Allergene die geschwächte Epidermis leichter durchdringen können. Eine konsequente Pflege, die Lipide und Feuchtigkeit gleichzeitig ersetzt, kann diese Barrierefunktion schrittweise stabilisieren und die Haut nachhaltig regenerieren.
Ursachen: Von Genetik und Alter bis zu Klima, Pflegefehlern und Krankheiten
Viele Faktoren tragen zur Entstehung trockener Haut bei. Manche können Sie nicht beeinflussen, andere schon:
- Genetische Veranlagung: Manche Menschen haben von Natur aus eine trockenere Haut.
- Zunehmendes Alter: Mit den Jahren nimmt die Talgproduktion der Haut ab.
- Hormonelle Veränderungen: Sie beeinflussen den Feuchtigkeitshaushalt der Haut. Dies geschieht beispielsweise in den Wechseljahren.
- Äußere Einflüsse: Kälte, trockene Heizungsluft, UV-Strahlung oder häufiges heißes Duschen mit stark entfettenden Duschgels trocknen die Haut aus.
- Medikamente: Diuretika, bestimmte Blutdrucksenker, Retinoide oder Krebstherapien können die Haut austrocknen.
- Chronische Erkrankungen: Neurodermitis, Psoriasis (Schuppenflechte), Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenunterfunktion gehen häufig mit ausgeprägter Trockenheit, schuppiger Haut und Austrocknungsekzemen einher.
Symptome: Typische Anzeichen und betroffene Hautstellen
Klinisch zeigt sich trockene Haut durch verschiedene Anzeichen. Die Oberflächenstruktur ist rau, Sie sehen oft kleine Hautschüppchen. Feine bis tiefe Risse können entstehen, und Sie spüren häufig ein spannendes, manchmal brennendes Gefühl.
Häufig betroffene Regionen sind die Unterschenkel, Hände, Füße, Ellenbogen und das Gesicht. Bei stark trockener Haut können jedoch am gesamten Körper trockene Stellen auftreten. Nicht selten kommen Juckreiz, insbesondere nachts, und Reizungen hinzu. Kratzen verschlimmert diese Beschwerden oft. In ausgeprägten Verläufen kann sich ein Austrocknungsekzem mit Rötung, Entzündungszeichen, Nässen und Krusten bilden. Dies erfordert eine ärztliche Behandlung.
Rolle von Feuchthaltefaktoren wie Urea und Hyaluronsäure
Bewährte medizinische Pflegeprodukte für trockene bis sehr trockene Haut enthalten häufig spezielle Inhaltsstoffe, die der Haut helfen, Feuchtigkeit zu speichern:
- Urea (Harnstoff): Der natürliche Feuchthaltefaktor Urea bindet Wasser in der Hornschicht der Haut. Er macht verhornte, schuppige Areale geschmeidiger und lindert Spannungsgefühl nachweislich.
- Hyaluronsäure: Hyaluronsäure besitzt ein sehr hohes Wasserbindungsvermögen. Sie kann helfen, die Haut kurzfristig intensiv mit Feuchtigkeit zu versorgen. In Cremes und Seren unterstützt sie insbesondere bei trockener Gesichtshaut ein pralleres, glatteres Hautbild
Wichtig ist, dass diese Inhaltsstoffe in eine insgesamt gut verträgliche, parfümarme und lipidreiche Formulierung eingebettet sind.
Barrierestärkende Pflege: Milde Reinigung und rückfettende Externa
Eine sinnvolle Pflege bei trockener Haut beginnt bereits bei der Reinigung:
- Milde Reinigung: Verwenden Sie eine milde, pH-hautneutrale Reinigung mit seifenfreien Syndets.
- Kurzes, lauwarmes Duschen: Verzichten Sie auf langes, heißes Duschen oder Baden, da dies die Lipidbarriere weiter entfettet.
- Cremen nach dem Duschen: Nach jedem Wasserkontakt sollten Sie innerhalb weniger Minuten eine rückfettende Lotion oder Creme auftragen. Diese sollte Lipide (z.B. pflanzliche Öle, Ceramide) und hydratisierende Stoffe kombinieren.
- Geeignete Produkte: Produkte mit etwa 5 - 10 % Urea, Glycerin oder Panthenol sind für viele Betroffene gut geeignet. Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe sowie Alkohol sollten Sie möglichst gering halten oder meiden.
- Regelmäßigkeit zählt: Eine regelmäßige Anwendung ist entscheidender als die Wahl eines teuren Produkts.
Von innen heraus: Die Rolle von Ernährung und Nährstoffmangel
Auch wenn die äußere Pflege im Vordergrund steht, kann eine ausgewogene Ernährung die Hautfunktion von innen unterstützen:
- Ausreichend Flüssigkeit: Trinken Sie genügend Wasser, um Ihren Körper und Ihre Haut gut zu hydrieren.
- Ausgewogene Ernährung: Eine Ernährung mit viel Gemüse, hochwertigen Eiweißquellen und essenziellen Fettsäuren ist förderlich.
- Omega-3-Fettsäuren: Diese Fettsäuren aus fettem Seefisch, Lein- oder Walnussöl sind wichtige Bausteine der epidermalen Lipidbarriere und wirken zudem antientzündlich. Omega-3 stehen in diversen Anwendungsformen zur Verfügung.
- Mangel vorbeugen: Ein Mangel an essenziellen Fettsäuren, Vitaminen wie A, D und E oder Zink kann die Hautbarriere schwächen und Trockenheit, Reizungen sowie schuppige Haut verstärken.
Nahrungsergänzungsmittel sollten jedoch nur ergänzend und nach ärztlicher oder pharmazeutischer Beratung eingesetzt werden.
Wann ärztliche Abklärung notwendig ist
Manchmal reicht die Selbstpflege nicht aus, oder die trockene Haut deutet auf eine andere Ursache hin. Suchen Sie dann eine dermatologische Abklärung:
- Starke Rötungen, nässende oder verkrustete Ekzeme
- Ausgeprägter nächtlicher Juckreiz, blutige Kratzspuren
- Sich rasch ausbreitende Hautveränderungen
- Trockene Haut tritt plötzlich neu auf oder verschlechtert sich trotz konsequenter Pflege deutlich
- Begleitende Allgemeinsymptome wie Gewichtsverlust, Müdigkeit oder Kälteintoleranz
Auch bei Verdacht auf Krätze, Neurodermitis, Psoriasis, allergische Reaktionen oder diabetische Hautveränderungen ist eine ärztliche Diagnose wichtig, um die richtige Therapie einzuleiten. Selbstmedikation mit stark wirksamen Kortisoncremes ohne fachliche Anleitung kann die Haut zusätzlich schädigen und sollten Sie vermeiden.
Wichtiger Hinweis:
Zu häufiges und vor allem heißes Duschen kann die Hautbarriere deutlich schädigen und Trockenheit verstärken. Heißes Wasser löst hauteigene Fette. Herkömmliche Duschgele mit starken Tensiden, Duft- und Farbstoffen entfetten die Haut zusätzlich. Begrenzen Sie die Duschdauer, verwenden Sie lauwarmes Wasser und cremen Sie die Haut nach dem Duschen ein.
Fazit: Eine intakte Hautbarriere schützt vor Feuchtigkeitsverlust
Trockene Haut ist ein Zeichen dafür, dass ihre natürliche Schutzbarriere Hilfe braucht. Mit der richtigen, konsequenten Pflege, die Feuchtigkeit und Fette ersetzt, können Sie die Hautbarriere stärken und das Wohlbefinden Ihrer Haut deutlich verbessern. Achten Sie auf milde Reinigung, geeignete Pflegeprodukte und suchen Sie bei hartnäckigen Beschwerden ärztlichen Rat, um die Ursachen abzuklären und eine optimale Lösung zu finden.
Häufig gestellte Fragen rund um trockene Haut
Literatur
- https://www.springermedizin.de/hautpflege-bei-xerosis-cutis-hydrophile-und-lipophile-inhaltssto/18678404
- https://krautgeschwister.de/2026/06/18/trockene-haut/
- https://utopia.de/ratgeber/duschen-ohne-seife-das-passiert-nicht-wenn-du-auf-duschgel-verzichtest-2_603367/
- https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/klima/hitze/hitzewelle-und-gesundheit-so-schuetzen-sie-ihren-koerper-1540511.html
- https://www.onmeda.de/krankheiten/kraetze/galerie-kraetze-symptome-id216006/
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Lisa Stenschke | Apothekerin in der Robert-Koch-Apotheke
Seit 6 Jahren bin ich Apothekerin und von Anfang an mit Herzblut hauptsächlich in den Vor-Ort-Apotheken von myCare e.K. im Einsatz. Eine kompetente, umfassende und vertrauensvolle Beratung der Patienten ist mir sehr wichtig. Auch bei Instagram und Facebook freue ich mich bei "Frag Lisa" auf das Interesse an unseren Produkten. Mehr über L. Stenschke
Weitere zum Thema passende BeiträgeWeitere Themen

Im Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über:
Top-Angebote
Neuheiten
Gewinnspiele
Gratis-Zugaben
Gutscheine
Tipps & Beratung