Alle wichtigen Fakten zum Hefepilz Candida auris
✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten
Von Dr. Leonie
Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 25.09.2025
Candida auris ist ein Hefepilz, der schwere und oft tödliche Infektionen verursachen kann. Er ist besonders gefährlich, da er gegen viele gängige Antimykotika resistent ist, was die Behandlung erschwert. Die Übertragung erfolgt meist von Mensch zu Mensch oder über kontaminierte Oberflächen, welches insbesondere in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen passiert. Die Symptome sind unspezifisch und hängen vom Infektionsort ab, umfassen aber häufig Fieber und Schüttelfrost, daher ist die Diagnose schwierig. Zum Schutz sind strikte Hygienemaßnahmen, wie regelmäßiges Händewaschen, entscheidend.
Candida auris - kurz erklärt
Der Hefepilz Candida auris wurde erstmals 2009 identifiziert und hat sich in Ländern auf der ganzen Welt als Ursache für Infektionen herausgestellt. Er kann schwere Infektionen in verschiedenen Körperregionen verursachen, einschließlich der Blutbahn, der Atemwege und der Haut. Gefährlich ist er besonders für vorerkrankte und immungeschwächte Menschen.

Resistenz von Candida auris gegen Antimykotika
Pilze behandelt man normalerweise mit Anti-Pilz-Mitteln (Antimykotika). Candida auris weist eine hohe Resistenz gegenüber vielen gängigen Antimykotika auf, was die Behandlung von Infektionen erschwert. Die Verwendung von sogenannten Breitband-Antimykotika und eine längere Anwendung mit Antimykotika können zur Entwicklung von diesen Resistenzen beitragen.
Übertragung von Candida auris
Candida auris kann von Mensch zu Mensch übertragen werden, insbesondere in Krankenhäusern. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über direkten Kontakt mit infizierten Patienten oder kontaminierten Oberflächen. Der Pilz kann auf der Haut, in Wunden oder in medizinischen Geräten überleben und so eine Infektionsquelle darstellen.
Häufiges Auftreten von Infektionen
Infektionen mit Candida auris wurden weltweit in verschiedenen Ländern gemeldet, vor allem in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Besonders betroffen sind Länder mit überlasteten Gesundheitssystemen und mangelnder Hygienepraxis. Einige Länder, darunter die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Indien und Südafrika, haben eine erhöhte Anzahl von Fällen verzeichnet. Menschen, die in Pflegeheimen sind oder waren und an Atemschläuchen, Ernährungssonden und zentralen Venenkathetern angeschlossen sind, scheinen dem höchsten Risiko für eine Infektion ausgesetzt zu sein. Forscher vermuten, dass
- durchgeführte Operationen,
- Diabetes sowie
- die Einnahme von Breitbandantibiotika und Antimykotika
als Risikofaktoren gelten. Infektionen wurden bei Patienten jeden Alters festgestellt, vom Frühgeborenen bis zu älteren Menschen.
Verlauf einer Infektion mit Candida auris
Eine Infektion mit Candida auris kann unterschiedlich verlaufen, je nachdem, welcher Bereich des Körpers betroffen ist. Bei Blutvergiftungen kann dies lebensbedrohlich sein. Infektionen der Atemwege können zu Atembeschwerden führen, während Hautinfektionen Rötungen und Juckreiz verursachen.
Mögliche Symptome
Candida auris kann beispielsweise Blutvergiftungen, Wundinfektionen, Atemwegsinfektionen und Ohrenentzündungen verursachen. Die Symptome einer Candida-auris-Infektion hängen also von der betroffenen Körperregion ab. Bei Blutvergiftungen können zum Beispiel Symptome wie niedriger Blutdruck und Organversagen auftreten. Atemwegsinfektionen können Husten und Atembeschwerden verursachen, während Hautinfektionen Rötungen, Schwellungen und Juckreiz verursachen können.
Nachweis einer Infektion mit Candida auris
Die Diagnose gestaltet sich schwierig. Zur genauen Identifizierung von Candida auris sind spezielle Labormethoden erforderlich. In der Regel werden klinische Proben wie Blut, Gewebeproben, Atemwegssekrete oder Abstriche von betroffenen Hautstellen entnommen. Diese Proben werden im Labor auf das Vorhandensein des Pilzes untersucht. Der Nachweis von Candida auris erfordert spezifische diagnostische Verfahren wie molekulare Tests oder Pilzkulturen, die oft mehrere Tage in Anspruch nehmen können.
Behandlung von einer Candida-auris-Infektion
Anders als die klassischen Candida-Hefen ist Candida auris gegen viele herkömmliche Antimykotika resistent. Es stehen nur wenige Antimykotika zur Verfügung, mit denen betroffene Patienten behandelt werden können. Die Wahl der Therapie hängt von mehreren Faktoren ab, wie der Schwere der Infektion, dem Ort der Infektion und der Empfindlichkeit des Pilzes gegenüber bestimmten Medikamenten. In einigen Fällen können intravenöse Antimykotika wie Echinocandine oder Amphotericin B eingesetzt werden. Es ist wichtig, dass die Behandlung individuell angepasst wird und von einem erfahrenen medizinischen Fachpersonal überwacht wird.
Schutz vor einer Ansteckung
Um sich vor einer Candida-auris-Infektion zu schützen, sollten Sie eine gute Händehygiene betreiben: Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände mit Seife und Wasser oder verwenden Sie ein alkoholbasiertes Handdesinfektionsmittel. Vermeiden Sie zudem den Kontakt mit infizierten Personen: Wenn Sie wissen, dass jemand mit Candida auris infiziert ist, vermeiden Sie direkten Kontakt und teilen Sie keine persönlichen Gegenstände wie Handtücher oder Kleidung.
Die Bekämpfung von Candida auris hat zudem zu vielen Schutzmaßnahmen im Krankenhaus geführt:
- Schutzkleidung des Krankenhauspersonal
- Hautdesinfektion mit Chlorhexidin
- Isolation der betroffenen Patienten
- Reinigung des Zimmers und aller Gegenstände mit chlorhaltigen Desinfektionsmitteln und Wasserstoffperoxid-Dampf.
Häufig gestellte Fragen rund um Candida auris
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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