Gastritis: Die wichtigsten Infos zur Magenschleimhautentzündung

✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten

Von Dr. Leonie Dolder, Medizinjournalistin bei mycare.de
Aktualisiert: 23.09.2025

Ein Mann hat nach dem Kaffeetrinken Bauchschmerzen und hält sich den Bauch.

Eine Gastritis bezeichnet eine Entzündung der Magenschleimhaut, die durch verschiedene Faktoren wie bakterielle Infektionen, die Einnahme bestimmter Schmerzmittel oder den Konsum von Alkohol, Kaffee und Nikotin ausgelöst werden kann. Typische Symptome sind Druckgefühl, Völlegefühl und Sodbrennen, aber auch Übelkeit und Erbrechen. Während eine akute Gastritis oft von selbst abklingt, erfordert eine chronische Form eine gezielte Behandlung. Die Therapie richtet sich nach der Ursache und kann die Einnahme von Magensäurehemmern oder Antibiotika beinhalten, wobei bei langanhaltenden Beschwerden oder Alarmsymptomen immer ein Arzt konsultiert werden sollte


Magenschleimhautentzündung - kurz erklärt

Um eine Magenschleimhautentzündung zu verstehen, muss man zuerst die Anatomie und die Aufgabe des Magens kennen: Die Magenschleimhaut ist die innere Auskleidung (Schleimhaut) des Magens. Zudem produziert der Magen salzsäurehaltigen Magensaft, um das Essen zu verdauen und Krankheitserreger abzutöten.

Normalerweise ist die Magenschleimhaut intakt und schützt die Magenwand davor, von dem aggressiven salzsäurehaltigen Magensaft selbst verdaut zu werden. Jedoch kann die Magenschleimhaut durch verschiedene Faktoren geschädigt werden. Dann dringt die Säure bis zur darunter liegenden Magenwand vor und verursacht dort eine weitere Schädigung, was Schmerzen und Blutungen verursachen kann.

Infografik Magenschleimhautentzündung: Ursachen, Symptome & Behandlung

Entstehung einer Gastritis

Eine akute Magenschleimhautentzündung wird oft durch übermäßigen Konsum von Kaffee, kohlensäurehaltigem Wasser oder Alkohol ausgelöst. Auch Rauchen und scharfe Gewürze erhöhen das Risiko für eine Gastritis. Zudem kann die häufige Einnahme bestimmter Schmerzmittel wie nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) oder Aspirin die Schleimhaut im Magen reizen und diese auf Dauer schädigen. Auch starker Stress, Magen-Darm-Infekte oder eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori können eine Gastritis entstehen lassen.

Arten der Magenschleimhautentzündung

Die Gastritis unterteilt man in eine akute und eine chronische Gastritis. Letztere wird wiederum in drei Arten unterteilt.

1. Eine akute Gastritis kann folgende Ursachen haben:

  • übermäßiger Alkoholkonsum, übermäßiger Kaffeekonsum
  • akute Magen-Darm-Infektionen durch Bakterien, Viren und andere Mikroorganismen
  • Lebensmittelvergiftungen
  • die Einnahme von Medikamenten (beispielsweise Aspirin oder NSAR)
  • eine Strahlentherapie
  • das Verschlucken von Säuren oder Laugen
  • Stress
  • körperliche Belastungen, z. B. Langzeit-Beatmung, Kreislaufschock, Leistungssport

2. Die chronische Gastritis wird unterteilt in:

Typ A (Autoimmungastritis)

Eine Typ-A-Gastritis ist die seltenste Form einer chronischen Gastritis, es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem Antikörper gegen das eigene Gewebe bildet. Die Ursache für diese Überreaktion des Immunsystems ist bislang unklar. Das Immunsystem zerstört die Zellen der Magenschleimhaut. Dadurch wird auch die Aufnahme von Vitamin B12 und Eisen verringert. Die Erkrankung geht mit einem erhöhten Risiko von Magenkrebs und anderen Tumoren einher.

Typ B (Helicobacter-pylori-Gastritis)

Die Mehrzahl der chronischen Entzündungen der Magenschleimhaut wird durch das Bakterium Helicobacter pylori hervorgerufen. Das Bakterium kann unbehandelt dauerhaft im Magen überleben. Mögliche Folgen davon sind neben einem Reizmagen unter anderem sogenannte Geschwüre im Magen, im Zwölffingerdarm oder Magenkrebs. Auch andere Bakterien können in seltenen Fällen Auslöser einer Typ-B-Gastritis sein. Daher wird sie auch allgemein als bakterielle Gastritis bezeichnet.

Typ C (chemisch bedingte Gastritis)

Die Typ-C-Gastritis wird durch chemische Substanzen hervorgerufen. Hierzu zählen die langfristige Einnahme von NSAR oder auch ein Rückfluss von Gallenflüssigkeit aus dem Zwölffingerdarm.

Symptome einer Magenschleimhautentzündung

Typischerweise treten Magenschmerzen (Sodbrennen) direkt hinter dem Brustbein auf. Dies wird oft mit einem Herzinfarkt verwechselt, da auch eine Gastritis sehr schmerzhaft sein kann und die Schmerzen auch ausstrahlen können. Es kann dabei zu einem Völlegefühl, zu Blähungen, zu Übelkeit, manchmal mit Erbrechen oder Aufstoßen kommen.

Dauer der Symptome

Eine akute Gastritis verheilt in der Regel nach wenigen Tagen. Schonkost reicht oft schon aus, um den Magen zu entlasten. Zudem sollte die Ursache der Gastritis (der Konsum von Kaffee, Zigaretten, Alkohol) vermieden werden.

Arztbesuch bei Beschwerden

Indem man die Auslöser vermeidet, heilt die Entzündung meist von selbst aus. Eine Diagnostik durch den Arzt ist in diesem Fall nicht zwingend nötig. Jedoch sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn man mehrmals oder über längere Zeit an einer Gastritis leidet. Zu den möglichen Folgen gehören ein chronischer Verlauf, Magen- und Darmgeschwüre, Blutungen, Magenkrebs und ein Vitamin-B12- oder Eisenmangel. Bei Alarmsymptomen wie Bluterbrechen, Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhlgang muss sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Behanldung einer Gastritis

Eine akute Magenschleimhautentzündung kann oft durch das Vermeiden der Auslöser (Stress, Konsum von Kaffee, Alkohol und Nikotin) ausreichend behandelt werden. Protonenpumpen-Hemmer wie Omeprazol oder Pantoprazol, die die Magensäureproduktion hemmen, können zur Linderung eingenommen werden.

Helfende Medikamente bei einer Magenschleimhautentzündung

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Es werden unter anderem Protonenpumpen-Blocker wie Pantoprazol und Esomeprazol eingesetzt. Weiter werden Antazida wie Rennie-Kautabletten im Akutfall verwendet. Einige Antazida wie Sucralfat bilden zusätzlich einen Schutzfilm auf der Schleimhaut.

 Tipp: Auch pflanzliche Mittel wie Iberogast verschaffen Abhilfe.

Gegen Schmerzen sollten vorzugsweise keine NSAR, sondern Paracetamol eingenommen werden. Gegen Übelkeit und Völlegefühl werden Prokinetika wie Domperidon empfohlen.

Falls eine Infektion mit Helicobacter pylori vorliegt, müssen Antibiotika und Protonenpumpen-Inhibitoren eingenommen werden.

Hausmittel gegen eine Gastritis

Manchmal kommt eine Gastritis eher im Liegen als im Sitzen auf. Daher sollte man ausprobieren, ob eine andere Körperhaltung eine Besserung bringt. Zudem gibt es Tees, die den Magen beruhigen: Besonders hilfreich sind Kräutertees, dazu zählen Kamillentee, Fencheltee, Salbei-, Schafgarbe- oder Löwenzahntee.

Vorbeugung einer Gastritis

Auf reizende Nahrungs- und Genussmittel wie Alkohol, Rauchen und Kaffee verzichten. Auslösende Medikamente wie NSAR möglichst wechseln oder absetzen, oder man nimmt diese mit einem Protonenpumpenhemmer (beispielsweise Pantoprazol) zusammen ein, um die Magenschleimhaut zu schützen. Fetthaltige Speisen sind als Auslöser von Sodbrennen bekannt, daher sollte auf eine leichte, gut verträgliche Kost geachtet werden.




Häufig gestellte Fragen rund um die Magenschleimhautentzündung

Was ist eine Magenschleimhautentzündung?
Wie entsteht eine Gastritis?
Welche Arten von Magenschleimhautentzündungen gibt es?
Welche Symptome treten bei einer Magenschleimhautentzündung auf?
Wie wird eine Gastritis behandelt?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin Ärztin Dr. Leonie Dolder

Über unsere Autorin:

Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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