Ein Leitfaden zu Ambroxol: Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen
✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten
Autorin Dr. Leonie
Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 16.09.2025
Ambroxol ist ein bekannter Schleimlöser, der zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie Bronchitis oder Asthma eingesetzt wird. Der Wirkstoff verflüssigt zähen Schleim in den Bronchien und erleichtert so das Abhusten. Als Lutschtablette hat Ambroxol zudem eine leicht betäubende Wirkung und lindert Halsschmerzen. Die Einnahme erfolgt in der Regel zwei- bis viermal täglich, am besten morgens und nach den Mahlzeiten. Eine Anwendung sollte nicht länger als fünf Tage dauern, ohne einen Arzt zu konsultieren. Ambroxol sollte nicht mit hustenstillenden Medikamenten kombiniert werden, da dies zu einem gefährlichen Sekretstau führen kann. Mögliche, wenn auch seltene Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden oder allergische Reaktionen.
Wirkung von Ambroxol
Der Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig geklärt. In verschiedenen Untersuchungen konnten jedoch sekretolytische und sekretomotorische Effekte gefunden werden. Das bedeutet, dass festsitzender Schleim im Bronchialtrakt gelöst wird. Der zähe Schleim verändert seine Viskosität, wird also dünnflüssiger, und die Haftung an den Schleimhäuten der Bronchien nimmt ab. Dadurch geht die Verschleimung zurück und das Abhusten wird erleichtert. Ambroxol mindert zudem durch seine antioxidativen und antientzündlichen Eigenschaften Prozesse ab, die der Lunge schaden können.
Durch Aktivierung des Flimmerepithels soll der Abtransport des Schleims gefördert werden. Beim Flimmerepithel handelt es sich um eine bestimmte Zellschicht, deren Zellen an der Oberfläche mit sehr feinen Haaren ausgestattet sind. Partikel werden an der Oberfläche weitertransportiert. Auf diese Weise werden die Atemwege von Staub und Schmutz gereinigt.
Ambroxol weist äußerlich angewendet zusätzlich oberflächlich betäubende Eigenschaften auf. Dieser Effekt wird in Form von Halsschmerztabletten zum Lutschen genutzt, um Halsschmerzen zu lindern Die Wirkung von Ambroxol setzt bei oraler Einnahme etwa nach 30 Minuten ein und hält je nach Höhe der Einzeldosis ungefähr 6 bis 12 Stunden an.

Anwendungsbereiche von Ambroxol
Ambroxol wird bei akuten und chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma, Bronchitis oder COPD eingesetzt, um festsitzende Bronchialsekrete zu lösen. Ambroxol kann bei akuten Atemwegserkrankungen mit gestörter Sekretbildung, insbesondere bei akuter Verschlimmerung einer chronischen Bronchitis und Asthma bronchiale eingesetzt werden. Durch seine lokalanästhetischen Eigenschaften kann der Wirkstoff auch bei Halsschmerzen angewendet werden.
Einnahme von Ambroxol
Ambroxol sollte vorzugsweise am Morgen eingenommen werden. Empfohlen wird die Einnahme nach den Mahlzeiten. Die jeweilige Einnahmevorschrift ist dabei grundsätzlich zu beachten. Das sekretlösende Mittel wenden Sie zwei- bis viermal täglich an.
Wenn sich der Husten nach vier bis fünf Tagen nicht löst, sollten Sie das Mittel nicht weiter anwenden und einen Arzt aufsuchen.
Gegenanzeigen für Ambroxol
Bei Überempfindlichkeit gegen Ambroxol sollte dieser Wirkstoff nicht zum Einsatz kommen. Es wurden in wenigen Fällen schwere allergische bis hin zu anaphylaktischen Reaktionen beobachtet. Bei der Anaphylaxie handelt es sich um eine möglicherweise lebensbedrohliche Auswirkung, die auf einer Allergie beruht. Werden Haut- oder Schleimhautveränderungen festgestellt, sollte sofort ein Arzt konsultiert werden. Wenn Vorerkrankungen oder Unverträglichkeiten bekannt sind, empfiehlt sich generell ärztliche Rücksprache vor der Anwendung von Ambroxol.
Bei gestörter Bronchomotorik und größeren Sekretmengen (z.B. beim seltenen malignen Ziliensyndrom) sollte Ambroxol wegen eines möglichen Sekretstaus nur mit Vorsicht verwendet werden.
Bei eingeschränkter Nierenfunktion oder einer schweren Lebererkrankung darf Ambroxol ebenfalls nur mit besonderer Vorsicht (das heißt in größeren Anwendungsabständen oder in verminderter Dosis) angewendet werden.
Bei Histamin-Intoleranz ist Wachsamkeit geboten und eine längerfristige Therapie zu vermeiden. Es sind Intoleranz-Erscheinungen wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Fließschnupfen und Juckreiz möglich.
Wenn ambroxolhaltige Medikamente inhaliert werden, besteht das Potenzial bronchialer Verkrampfungserscheinungen.
Ambroxol bei Kindern und in der Schwangerschaft
Ambroxol darf bei Kindern unter zwei Jahren nur auf ärztlichen Rat angewendet werden. Ambroxolhaltige Halsschmerztabletten sollten bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet werden.
Ambroxol ist plazentagängig. Deshalb sollte es während der Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung gegeben werden. Auch in der Stillzeit gilt dasselbe: Ambroxol geht in die Muttermilch über. Deshalb sollte es in der Stillzeit nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung gegeben werden.
Mögliche Nebenwirkungen von Ambroxol
Ambroxol gilt als gut verträglich. Trotzdem können Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden und Überempfindlichkeitsreaktionen, z.B. Hautausschlag, Gesichtsschwellungen, Atemnot, Juckreiz und Fieber auftreten.
Da sehr selten über das Auftreten von schweren Hautreaktionen in Zusammenhang mit der Anwendung von Ambroxol berichtet wurde, muss bei einem Auftreten von Haut- und Schleimhautveränderungen die Einnahme beendet und unverzüglich ein Arzt kontaktiert werden.
Wechselwirkungen von Ambroxol mit anderen Medikamenten
Antitussiva wie Codein oder Dextromethorphan verhindern das Abhusten des verflüssigten Bronchialschleims und sollten nicht gleichzeitig verabreicht werden. Ambroxol erhöht die Konzentration der Antibiotika Amoxicillin, Cefuroxim und Erythromycin im Bronchialsekret und im Sputum.
Hustenlöser wie Ambroxol sollten nicht gleichzeitig mit hustenstillenden Medikamenten verabreicht werden. Aufgrund des eingeschränkten Hustenreflexes wäre ein gefährlicher Sekretstau als Wechselwirkung möglich.
Häufig gestellte Fragen rund um Ambroxol
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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