Haarausfall im Winter: Ursachen und Hilfe

✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten

Von Kristin Schöfisch, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 22.12.2025

Eine junge Frau zieht ein Büschel Harre aus ihrer Haarbürste

Der vermehrte Haarausfall im Winter ist oft eine temporäre Reaktion auf die extremen Bedingungen der kalten Jahreszeit und muss von krankheitsbedingtem Haarausfall unterschieden werden. Die Hauptursachen liegen in der verminderten Durchblutung der Kopfhaut durch Kälte und der Austrocknung durch warme Heizungsluft, was die Haarwurzeln stresst. Hinzu kommt der natürliche Abfall der Vitamin-D-Produktion aufgrund geringerer Sonnenstrahlung, was die Wachstumsphase der Haare verkürzt. Um den Haarverlust einzudämmen, sind feuchtigkeitsspendende Shampoos und die gezielte Zufuhr von Nährstoffen wie Vitamin D, Biotin und Zink wichtig. Zusätzlich sollte auf eine schonende Behandlung der Haare durch weniger Hitze geachtet werden. Hält der Haarausfall über den Winter hinaus an oder tritt er büschelweise auf, ist eine ärztliche Abklärung ratsam.

Was sind die Anzeichen für saisonalen Haarverlust?

Der saisonale Haarverlust zeigt sich meist schleichend und kann oft dem normalen Haarausfall von bis zu 100 Haaren pro Tag zugeschrieben werden. Beobachten Sie jedoch folgende Anzeichen, könnte dies auf mehr Haarausfall im Winter hindeuten:

  • Mehr Haare in Bürste & Dusche: Das offensichtlichste Zeichen ist eine deutlich erhöhte Menge an Haaren, die nach dem Kämmen oder Waschen zurückbleiben. Dies ist das Hauptsymptom für Winter-Haarausfall.
  • Trockene, spröde Kopfhaut: Die Kopfhaut fühlt sich gespannt an, juckt oder schuppt leicht, was eine schlechte Basis für gesunde Haarwurzeln bietet.
  • Haare wirken dünner & kraftlos: Die Haare verlieren an Volumen und Glanz, was oft mit erhöhtem Haarbruch in den Spitzen und einer Verkürzung der Wachstumsphase verbunden ist.
  • Verändertes Erscheinungsbild der Haare: Die Haare lassen sich schlechter stylen, werden schneller fettig oder wirken insgesamt dünner.

Infografik Haarausfall im Winter: Ursachen, Symptome und Behandlung

Welche Ursachen für Haarausfall im Winter gibt es?

Die Gründe, warum vermehrter Haarausfall im Winter auftritt, sind vielschichtig und liegen vor allem in den extremen Bedingungen dieser Jahreszeit:

  • Heizungsluft trocknet die Kopfhaut aus: Die trockene und warme Luft in den Innenräumen entzieht der Kopfhaut Feuchtigkeit. Eine ausgetrocknete Kopfhaut kann die Haarwurzeln nicht mehr optimal versorgen, was zu Irritationen und vorzeitigem Haarverlust führen kann.
  • Kälte verringert die Durchblutung: Niedrige Außentemperaturen führen dazu, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen. Eine verminderte Durchblutung der Kopfhaut bedeutet weniger Sauerstoff und Nährstoffe für die Haarwurzeln.
  • Weniger Sonnenlicht = Vitamin-D-Abfall: In den dunklen Monaten sinkt die körpereigene Vitamin-D-Produktion. Vitamin D ist aber wichtig für die Stimulation der Haarwurzeln und die Verlängerung der Wachstumsphase.
  • Reibung durch Mützen & Schals: Ständige mechanische Belastung durch enganliegende Mützen, Schals oder Kapuzen kann zu Haarbruch am Haaransatz führen.
  • Falsche Pflege: Aggressive Shampoos oder mangelnde Pflege können die trockene Kopfhaut zusätzlich belasten.

Wieso sind Frauen im Winter von Haarausfall betroffen?

Haarausfall kommt bei Frauen im Winter vermehrt vor, da sie, im Gegensatz zu Männern, oft empfindlicher gegenüber hormonellen Schwankungen, Stress und Nährstoffdefiziten reagieren. Diese Sensibilität kann den Effekt des saisonalen Haarverlustes verstärken. Die Haarwurzeln von Frauen reagieren stärker auf:

  • Hormonelle Sensibilität: Die Haarwurzeln reagieren oft empfindlicher auf geringfügige Verschiebungen im Hormonhaushalt, die durch Stress oder die veränderte Jahreszeit ausgelöst werden.
  • Saisonale Synchronisation der Haarphasen: Studien legen nahe, dass der Körper im Sommer vermehrt Haare in der sogenannten Telogenphase (Ruhephase) hält, um die Kopfhaut vor UV-Strahlung zu schützen. Etwa 100 Tage später, also im Winter, werden diese Haare dann physiologisch bedingt fast zeitgleich abgestoßen. Dieser natürliche Rhythmus erklärt den vorübergehend erhöhten Haarverlust.
  • Lange Haare und Haarbruch: Da Frauen oft längere Haare tragen, fällt der Haarbruch durch Mützenreibung oder Trockenheit stärker ins Gewicht und wird als massiver Haarverlust im Winter wahrgenommen.

Was tun bei Haarausfall im Winter?

Mit gezielten Pflegetipps können Sie den Winter-Haarausfall effektiv eindämmen und die Haarwurzeln stärken.

  • Feuchtigkeitsshampoos & Kopfhautpflege: Verwenden Sie milde, feuchtigkeitsspendende Shampoos ohne aggressive Sulfate. Pflegende Seren oder Tonics für die Kopfhaut fördern die Durchblutung und beruhigen trockene, juckende Haut.
  • Weniger heißes Föhnen: Reduzieren Sie die Hitze beim Föhnen oder lassen Sie die Haare lufttrocknen. Hohe Temperaturen trocknen die Haare aus und fördern Haarbruch.
  • Nährstoffzufuhr beachten: Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D, B-Vitaminen (insbesondere Biotin), Eisen und Zink. Diese Nährstoffe sind entscheidend für die Wachstumsphase und die Stärke der Haarwurzeln.
  • Mütze tragen - aber ohne starkes Reiben: Eine Mütze schützt die Kopfhaut vor extremer Kälte und damit vor Durchblutungsstörungen. Achten Sie jedoch darauf, dass die Mütze nicht zu eng sitzt und keine unnötige Reibung verursacht, die zu Haarbruch führt.

Wann sollte ich zum Arzt bei Haarausfall?

Obwohl leichter Haarverlust im Winter normal ist, sollten Sie bei folgenden Anzeichen zeitnah einen Facharzt (Dermatologen) aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen:

  • Kreisrunde, kahle Stellen: Dies kann ein Anzeichen für die Autoimmunerkrankung Alopecia areata sein.
  • Büschelweiser Haarausfall: Ein sehr plötzlicher und starker Haarverlust, der sich in kurzer Zeit verschlimmert, sollte sofort untersucht werden.
  • Brennende, stark schuppende Kopfhaut: Stark entzündete oder brennende Kopfhaut kann auf eine Pilzinfektion, Ekzeme oder andere ernste Kopfhaut-Erkrankungen hindeuten.
  • Keine Besserung nach der Jahreszeit: Hält der Haarverlust über das Frühjahr hinaus an, liegt die Ursache wahrscheinlich nicht nur im saisonalen Winter Haarausfall.



 

Fragen und Antworten rund um Haarausfall im Winter

Warum habe ich im Winter mehr Haarausfall?
Wie lange dauert der Haarausfall im Winter?
Sind die Haare im Winter dünner?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin PTA Kristin Schöfisch

Über unsere Autorin:

Kristin Schöfisch | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Mein Beruf als Pharmazeutisch-technische Assistentin beinhaltet die qualifizierte Beratung zu allen Fragen rund um Gesundheitsthemen, Arzneimittel, Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel. Durch meine Weiterbildung zur Fach-PTA für Homöopathie und Naturheilverfahren verfüge ich über eine besondere Spezialisierung in der Beratung zu pflanzlichen Arzneimitteln und komplementären Behandlungsmethoden. Um stets fachlich auf dem Laufenden zu sein und Ihnen die beste Beratung zu bieten, ist die regelmäßige Fortbildung unerlässlich. Mehr über Kristin Schöfisch

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