Intimbereich pflegen: Ursachen für Probleme und was wirklich hilft

✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 5 Minuten

Von Dr. Birgit Witte, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 27.01.2026

Eine Frau in rosa Unterwäsche hält ihre Hände an die Hüfte und den Bauch vor einem grauen Hintergrund.

Eine gesunde Pflege für den Intimbereich ist die Basis, um das natürliche Gleichgewicht der Vaginalflora zu bewahren und schmerzhafte Reizungen oder Juckreiz zu vermeiden. Ein saures Milieu mit einem pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4 dient als Schutzbarriere gegen krankheitserregende Bakterien und beugt Infektionen vor. Für eine optimale Intimhygiene ist die tägliche Reinigung mit lauwarmem Wasser meist ausreichend; zusätzliche Intimpflegeprodukte sollten zwingend frei von Alkohol und aggressiven Duftstoffen sein. Da hormonelle Schwankungen oder eine falsche Körperpflege die Hautbarriere schwächen können, empfiehlt sich zudem das Tragen atmungsaktiver Kleidung sowie eine sanfte Technik bei der Rasur. Werden diese Grundregeln beachtet, lassen sich typische Beschwerden effektiv minimieren und die Intimgesundheit nachhaltig stärken.

 

Warum ist die Pflege für den Intimbereich so wichtig?

Eine gesunde Haut ist gleichbedeutend mit einer intakten Hautbarriere. Diese ist insbesondere im äußeren Intimbereich wichtig. Dort können sich leicht Bakterien ansiedeln und bis in die Blase gelangen. Eine regelmäßige Pflege für den Intimbereich schützt die empfindliche Haut, bewahrt das natürliche Scheidenmilieu und beugt Infektionen vor. Der Intimbereich besitzt ein eigenes natürliches Mikrobiom, welches als natürliche Schutzbarriere die Krankheitserreger abwehrt.

  • Ein intaktes Milieu bietet einen effektiven Schutz vor Infektionen, indem es das Wachstum von Pilzen und schädlichen Bakterien aktiv verhindert.
  • Durch eine gezielte Intimpflege lassen sich schmerzhafte Reizungen sowie Trockenheit, Rötungen und Entzündungen der sensiblen Haut vermeiden.
  • Das allgemeine Wohlbefinden im Alltag wird gesteigert, da eine gepflegte Haut lästigen Juckreiz, Brennen und unangenehme Gerüche reduziert.

Was sind typische Anzeichen für Probleme im Intimbereich?

Viele Frauen bemerken erst spät, dass ihre Intimhygiene nicht optimal auf die Bedürfnisse ihres Körpers abgestimmt ist. Diese Warnsignale deuten auf ein Ungleichgewicht hin:

  • Unangenehme Gerüche: Diese entstehen häufig durch Bakterien, die sich in einem gestörten Milieu ansiedeln. Verstärkt wird dies oft durch synthetische Kleidung oder angestaute Feuchtigkeit.
  • Rötungen und Hautreizungen: Sichtbare Reizungen werden häufig durch die Verwendung ungeeigneter Produkte oder ein zu intensives Waschen der empfindlichen Hautpartien ausgelöst.
  • Juckreiz und Brennen: Diese belastenden Beschwerden sind typische Folgen eines gestörten pH-Werts oder der Einwirkung austrocknender Inhaltsstoffe in der täglichen Körperpflege.
  • Veränderter Ausfluss: Zeigt der Ausfluss eine ungewöhnliche Farbe, Konsistenz oder Menge, kann dies auf Infektionen hinweisen. In diesem Fall ist eine ärztliche Abklärung dringend sinnvoll.

Welche Ursachen führen zu Problemen bei der Pflege des Intimbereichs?

Die häufigsten Ursachen für Beschwerden im Intimbereich sind oft keine mangelnde Hygiene, sondern oft falsche Pflegegewohnheiten. Folgende Faktoren stören das natürliche Gleichgewicht und die Gesundheit der Haut:

  • Aggressive Reinigungsprodukte: Herkömmliche Duschgele und Seifen für die allgemeine Körperpflege haben meist einen pH-Wert von 9 bis 10. Damit sind sie viel zu alkalisch und zerstören die saure Schutzflora des Intimbereichs.
  • Übermäßiges Waschen: Wer seinen Intimbereich mehr als einmal täglich wäscht, riskiert, dass die Haut austrocknet. Dies führt zu vermehrten Reizungen und macht die Barriere anfällig für Keime.
  • Synthetische Unterwäsche: Materialien wie Polyester halten Feuchtigkeit und Wärme fest. Dieses Klima fördert das Wachstum schädlicher Bakterien und kann Infektionen begünstigen.
  • Hormonelle Schwankungen: Der weibliche Zyklus, eine Schwangerschaft oder die Menopause beeinflussen den pH-Wert und die Hautempfindlichkeit massiv, was die Intimpflege vor Herausforderungen stellt.
  • Feuchtigkeit nach Sport: Wenn Schweiß in Kombination mit enger Kleidung zu lange auf der Haut verbleibt, entstehen schnell Irritationen und ein hartnäckiger Juckreiz.

Warum sind Frauen häufiger von Intimproblemen betroffen?

Frauen haben ein komplexeres Intimsystem als Männer, das stark von Hormonen beeinflusst wird. Eine erhöhte Anfälligkeit für Beschwerden bedeutet dabei keineswegs eine schlechtere Hygiene, sondern ist oft das Resultat natürlicher biologischer Prozesse in verschiedenen Lebensphasen.

Die monatliche Menstruation verändert beispielsweise den pH-Wert durch das austretende Blut, was vorübergehend das Wachstum unerwünschter Bakterien fördern kann. Auch in der Schwangerschaft sorgen veränderte Hormonspiegel für ein Milieu, das das Risiko für Infektionen wie Pilzerkrankungen erhöht. Während der Menopause führt ein Östrogenmangel oft zu einer trockeneren und dünneren Schleimhaut. In dieser Zeit wird eine gezielte Intimpflege für die Vulva besonders wichtig, um schmerzhafte Reizungen zu vermeiden. Da die Harnröhre bei Frauen zudem deutlich kürzer ist, können Keime leichter aufsteigen, weshalb die richtige Pflege für Intimbereich eine entscheidende Rolle für die allgemeine Gesundheit spielt.

Intimbereich richtig pflegen - so geht's

Die richtige Pflege für den Intimbereich ist einfacher als viele denken. Weniger ist dabei oft mehr. Mit diesen Grundregeln unterstützen Sie Ihr natürliches Scheidenmilieu und beugen unnötigen Irritationen vor.

  • Täglich sanft reinigen: Waschen Sie den äußeren Bereich einmal täglich am besten nur mit lauwarmem Wasser, um den natürlichen Säureschutzmantel nicht anzugreifen.
  • pH-neutrale Produkte nutzen: Wenn Sie nicht auf Reinigungsprodukte verzichten möchten, sollten Sie spezielle Intimpflegeprodukte mit einem pH-Wert von 3,8 bis 4,4 verwenden, da diese die Schutzflora erhalten.
  • Baumwollunterwäsche tragen: Setzen Sie auf atmungsaktive Materialien, die Reibung verhindern und die Entstehung von Feuchtigkeit reduzieren, um schädlichen Bakterien keinen Nährboden zu bieten.
  • Nach dem Duschen abtrocknen: Tupfen Sie die Haut nach der Körperpflege sanft mit einem sauberen Handtuch ab, anstatt zu reiben, um mechanische Reizungen zu vermeiden.
  • Nach dem Sport umziehen: Wechseln Sie feuchte Sportkleidung zügig, damit Staunässe keinen Juckreiz oder Entzündungen hervorruft.
  • Auf Duftstoffe verzichten: Meiden Sie parfümierte Produkte, Intimsprays und Scheidenspülungen, da enthaltene Duftstoffe die Schleimhäute massiv stören können.
  • Vorsicht bei der Rasur: Wer seinen Intimbereich richtig pflegen möchte, sollte bei einer Rasur immer auf scharfe Klingen und beruhigende, alkoholfreie Pflege danach achten, um Rasurbrand zu minimieren.
  • Hygiene beim Toilettengang: Achten Sie darauf, sich nach dem Toilettengang immer von vorne nach hinten abzuwischen, damit keine Darmbakterien in die Scheide gelangen und Infektionen auslösen.

Im mycare Sortiment für Intimpflege finden Sie Produkte, die speziell auf die Bedürfnisse des Intimbereichs abgestimmt sind.

Worauf sollten Sie bei Produkten für die Pflege im Intimbereich achten?

Nicht jedes Produkt aus der Drogerie eignet sich für die empfindliche Intimzone. Hochwertige Intimpflegeprodukte zeichnen sich dadurch aus, dass sie die natürliche Barriere stärken, anstatt sie anzugreifen. Achten Sie beim Kauf auf folgende Kriterien:

  • pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4: Eine gute Intimpflege muss exakt auf das saure Milieu der Scheide abgestimmt sein, um den Schutz gegen schädliche Bakterien aufrechtzuerhalten.
  • Frei von Parfüm und Alkohol: Verzichten Sie konsequent auf unnötige Duftstoffe, da diese die Schleimhäute austrocknen und allergische Reizungen sowie hartnäckigen Juckreiz auslösen können.
  • Anreicherung mit Milchsäure: Dieser Inhaltsstoff ist ein natürlicher Bestandteil der Vaginalflora und hilft dabei, das Gleichgewicht nach der Körperpflege schnell wiederherzustellen.
  • Dermatologisch getestet: Achten Sie auf entsprechende Siegel, die eine hohe Hautverträglichkeit bestätigen und sicherstellen, dass die Produkte keine weiteren Beschwerden verursachen.
  • Verzicht auf aggressive Tenside: Sanfte Waschsubstanzen reinigen effektiv mit Wasser, ohne die empfindliche Schutzbarriere der Haut aufzuspalten oder Infektionen durch eine gestörte Flora zu begünstigen.

Wann sollte ich bei Intimproblemen zum Arzt?

Viele Beschwerden im Intimbereich lassen sich durch eine angepasste Pflege lindern. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ist jedoch eine ärztliche Abklärung unerlässlich. Folgende Symptome sollten Sie nicht ignorieren:

  • Anhaltender Juckreiz oder Brennen: Wenn ein quälender Juckreiz trotz der Umstellung auf sanfte Intimpflegeprodukte länger als eine Woche besteht, könnte eine medizinische Ursache dahinterstecken.
  • Starker oder fischiger Geruch: Ein sehr auffälliger Geruch kann auf eine bakterielle Vaginose hindeuten, bei der sich krankmachende Bakterien unkontrolliert vermehrt haben.
  • Veränderter Ausfluss: Eine grünliche, gelbliche oder bröckelige Konsistenz ist oft ein Zeichen für fortgeschrittene Infektionen, die gezielt behandelt werden müssen.
  • Schmerzen oder Schwellungen: Treten Schwellungen oder Schmerzen beim Toilettengang oder sogar Fieber und ein allgemeines Unwohlsein auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
  • Wiederkehrende Probleme: Sollten Sie mehr als viermal pro Jahr unter Pilzinfektionen leiden, reicht eine bloße Körperpflege mit Wasser nicht mehr aus; hier muss die Ursache tiefergehend untersucht werden.


 

Häufig gestellte Fragen rund um die Pflege des Intimbereichs

Wie oft sollte ich meinen Intimbereich reinigen?
Darf ich normale Seife im Intimbereich verwenden?
Was hilft bei Trockenheit im Intimbereich?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin Pharmazieökonomin Grit Ritter

Über unsere Autorin:

Grit Ritter | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Seit über 20 Jahren bin ich im Pharmateam des Unternehmens verwurzelt. Grundlegend dafür ist die Leidenschaft für Gesundheitsthemen incl. Prävention. Regelmäßige Fortbildungen sind da essenziell. Neben Kundenberatung sind Betriebl. Gesundheitsmanagement, Haus- und Reiseapothekenchecks und pharmazeutisches Marketing Schwerpunkte meiner Tätigkeit bei mycare.de. Mehr über G. Ritter

Produkte zum Thema IntimpflegeWeitere passende Produkte

inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten
Lieferbar 147,52 € / l
inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten
Lieferbar 44,72 € / l
inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten
Lieferbar 268,60 € / l
inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten
Lieferbar 324,67 € / l
inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten
Lieferbar

Weitere zum Thema passende BeiträgeWeitere Themen

Newsletter anmelden
Zum Newsletter anmelden & Chance auf Überraschungsbox sichern!

Wir informieren Sie regelmäßig über:

  • checkmark Top-Angebote
  • checkmark Neuheiten
  • checkmark Gewinnspiele
  • checkmark Gratis-Zugaben
  • checkmark Gutscheine
  • checkmark Tipps & Beratung
Jetzt abonnieren