Das ABC der Zahnfleischentzündung und wie Sie sie behandeln können
✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 2 Minuten
Autorin Dr. Leonie
Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 25.09.2025
Gingivitis ist eine Zahnfleischentzündung, welche sich durch Rötung, Schwellung und Bluten des Zahnfleisches äußert. Sie wird hauptsächlich durch bakterielle Zahnbeläge infolge von mangelhafter Mundhygiene verursacht. Unbehandelt kann sie sich zu einer Parodontitis entwickeln, die im schlimmsten Fall zu Zahnverlust führen kann. Die wirksamste Behandlung und Vorbeugung ist eine gründliche, tägliche Mundhygiene mit Zähneputzen und der Reinigung der Zahnzwischenräume. Spezielle antibakterielle Mundspülungen und professionelle Zahnreinigung unterstützen die Heilung.
Symptome einer Zahnfleischentzündung
Eines der ersten Symptome einer Zahnfleischerkrankung ist das Zahnfleischbluten. Gesundes Zahnfleisch blutet nicht. Zahnfleischbluten bei der Verwendung einer Zahnbürste oder einer Zahnseide können auf eine beginnende Gingivitis hindeuten. Für Mundgeruch gibt es viele Gründe. Der Verzehr spezieller Speisen zählt dazu, genauso wie eine schlechte Mundpflege, doch es könnte sich auch um erste Anzeichen einer Gingivitis handeln. Denn die Bakterien, die mit einer Zahnfleischerkrankung in Zusammenhang stehen, sondern üble Gerüche ab, während sie Speisereste im Mund zersetzen. Ein schlechter Atem ist unangenehm, er könnte aber auch ein Warnzeichen für eine sich entwickelnde Zahnfleischerkrankung sein. Das Zahnfleisch sollte rosa und fest sein. Ein gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch kann ein Symptom einer Gingivitis sein. Bei Zahnfleischrückgang beginnt sich das Zahnfleisch vom Zahn zurückzuziehen und legt die darunter liegende Zahnwurzel frei. Ein weiteres Zeichen von Zahnfleischrückgang kann eine Zahnüberempfindlichkeit sein.
Ursachen der Zahnfleischentzündung
Die Hauptursache für eine Gingivitis ist die Bildung von Zahnbelag, einer Schicht von Bakterien, die sich ständig um, auf und zwischen den Zähnen entwickelt. Diese Bakterien befinden sich hauptsächlich in schwer erreichbaren Bereichen. Sie reizen das Zahnfleisch und können zu dessen Entzündung führen. Außerdem bilden sich auch kleine Hohlräume oder „Taschen“ zwischen Zahnfleisch und Zähnen. Bleiben diese Taschen unbehandelt, können sie tiefer werden und zu einer Parodontitis führen. Das Zahnfleisch von Rauchern ist anfälliger für Gingivitis, aber auch für Infektionen, weil Rauchen und der Genuss von Tabak die Durchblutung und Ernährung des Zahnfleischgewebes vermindern.
Risikofaktoren für eine Gingivitis
Risikofaktoren sind Rauchen, psychosozialer Stress, schlechte Mundhygiene, ungesunde Ernährung und genetische Faktoren. Einige Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes können die Entstehung einer Gingivitis begünstigen. Aber auch eine Schwangerschaft erhöht das Risiko einer Gingivitis: Das durch Hormone lockere Bindegewebe schwillt an und erleichtert Bakterien das Eindringen in die Zahnfleischtaschen.
Vorbeugung einer Zahnfleischentzündung
Um einer Zahnfleischentzündung vorzubeugen, muss eine gute Mundhygiene betrieben werden: Das heißt gründliches Zähneputzen zweimal täglich sowie auch Reinigen der Zahnzwischenräume. Dafür sollte Zahnseide oder eine Zahnzwischenraumbürste oder Interdentalhölzchen verwendet werden. Ferner sollte die Zunge mit einer Zungenbürste gereinigt werden. Antibakterielle Mundspülungen können zusätzlichen Schutz bieten.
Mögliche Folgen einer Zahnfleischentzündung
Bleibt eine wirksame Behandlung aus, kann sich aus einer einfachen Zahnfleischentzündung auch eine Parodontitis entwickeln. Parodontitis ist eine von Bakterien verursachte Entzündung des Zahnhalteapparats. Sie zerstört das Bindegewebe und den Kieferknochen und führt unbehandelt zum Zahnverlust.
Behandlung der Zahnfleischentzündung
Ohne die professionelle Unterstützung von Dentalhygienikerin und Zahnarzt ist es schwierig, eine Gingivitis oder Parodontitis zu heilen. Eine gute Mundhygiene und professionelle Reinigung von Zahnbelägen und Zahnstein sind die Grundsteine der Behandlung einer Gingivitis. Zusätzlich zu einer sorgfältigen täglichen Mundhygiene können spezielle Mittel gegen Zahnfleischentzündung hilfreich sein.
Es kann eine Salbe zum Einsatz kommen, beispielsweise die Parodontal Mundsalbe. In den meisten Fällen enthalten diese Präparate Wirkstoffe, die das Zahnfleisch betäuben – sie lindern die Schmerzen, aber gegen die Ursache der Entzündung wirken sie nicht. Eine ursächliche Behandlung ermöglicht antibakteriell wirksame Arzneimittel, zu denen medizinische Mundspülungen wie Chlorhexidindigluconat zählen. Es gibt sie auch in Gel-Form, wie zum Beispiel das Chlorhexamed Mundgel. Sie enthalten den Wirkstoff Chlorhexidin, der sich in der Zahnmedizin als Antiseptikum seit Langem bewährt hat. Er tötet die Bakterien ab und schützt vor einer vermehrten Neubildung von Zahnbelägen.
Hausmittel gegen die Zahnfleischentzündung
Zusätzlich zur ärztlichen Gingivitis- und Parodontitis-Behandlung gibt es auch einige natürliche Mittel, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken.
- Aloe Vera kann als kühlendes Gel auf Zahnfleisch und Zahnhälse aufgetragen werden oder als Zahnpasta, die mit Wirkstoffen aus Aloe Vera angereichert ist.
- Mundspülung mit Salbeitee oder Thymiantee.
- Auch Salzwasser oder Ingwer-Tinkturen können bei Zahnfleischentzündungen helfen.
- Nelken- oder Teebaumöl, das vorsichtig auf das Zahnfleisch aufgetragen wird.
Häufig gestellte Fragen rund um die Zahnfleischentzündung
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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