Wundversorgung: Erste Hilfe bei Verletzungen
✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 4 Minuten
Von Ulrike Wendt, PTA
bei mycare.de
Aktualisiert: 22.09.2025
Bei akuten Wunden ist es wichtig, die Blutung zu stoppen und die Wunde zu reinigen. Kleine Wunden versorgt man mit einem Pflaster. Bei stärkeren Blutungen legen Sie einen Druckverband an und lagern das betroffene Körperteil hoch. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn die Blutung nicht stoppt oder die Wunde groß, tief oder stark verschmutzt ist. Entzündete Wunden, erkennbar an Rötung, Schwellung und Eiter, benötigen ebenfalls ärztliche Behandlung. Chronische Wunden heilen aber nur unter professioneller medizinischer Betreuung. Binden Sie eine Wunde niemals ab, da dies zu schweren Schäden führen kann.
Wundarten
Eine Wunde ist eine oberflächliche bis tiefe Verletzung der Haut oder Schleimhaut. Die Verletzung kann durch verschiedene Ursachen entstehen, unter anderem durch Hitze, Säuren, Druck- oder Zugkräfte, die auf die Haut einwirken – beispielsweise bei Schnitt- oder Schürfwunden. Die Wundarten werden nach Ursache sowie nach Zeitverlauf unterschieden. Der Zeitverlauf gibt an, ob es sich um eine akute oder eine chronische Wunde handelt.
Generell gilt, dass stark oder anhaltend blutende Wunden in ärztliche Behandlung gehören. Dies gilt auch für starkverschmutzte Wunden. Falls eine große Schnitt-, Brand-, Platz- oder Bisswunde vorliegt, sollten Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen. Um die Blutung zu stoppen oder zu verringern, können Sie einen Druckverband anlegen – ein Abbinden wird nicht empfohlen. Von Laien ausgeführt, kann das Abbinden zu Verletzungen an Nerven und Gewebe führen. Im schlimmsten Fall muss die Gliedmaße deswegen amputiert werden. Medizinisches Fachpersonal bindet Wunden nur ab, wenn der Blutverlust ansonsten lebensbedrohlich ist. Bei verschmutzten Wunden sollte zudem der Tetanus-Impfschutz überprüft und im Zweifel aufgefrischt werden.
Wundheilungsphasen
Die Wundheilung wird in 3 Phasen unterteilt. Dabei laufen diese Phasen allerdings nicht streng getrennt voneinander ab, sondern können über verschiedene Wundabschnitte hinweg parallel stattfinden.
- Die Reinigungsphase: Diese Phase setzt im Moment der Verletzung ein. Durch die Blutung werden Keime und Verschmutzungen aus der Wunde gespült. Die nachfolgende Gefäßverengung sorgt dafür, dass die Blutung wieder aufhört. Eventuell entsteht Wundschorf. Verschiedene Mechanismen sorgen dafür, dass Blutplasma in die Wunde gelangt, damit diese weiter gereinigt werden kann. Danach erfolgt die Neubildung der Zellen.
- Granulationsphase: Mit der Neubildung der Zellen gelangt die Wunde in die 2. Phase: Von den Wundrändern aus wachsen neue Zellen in die Wunde, wodurch die Neubildung der Zellstruktur beginnt.
- Epithelisierungsphase: Diese Wundheilungsphase verschließt die Wunde vollständig. Das in der zweiten Phase aufgebaute Granulationsgewebe wird flüssigkeitsärmer und die Wundoberfläche wird durch sogenannte Epitelzellen verschlossen. Bei größeren Wunden können Narben entstehen.
Akute Wunden
Eine akute Wunde tritt plötzlich und unerwartet auf. In der Regel verheilt sie innerhalb von ein paar Wochen. Die Phasen der Wundheilung werden dabei meist ohne größere Komplikationen durchlaufen.
Versorgung akuter Wunden
Die Erstversorgung ist der erste Schritt der Wundversorgung. Direkt nach Auftreten der Wunde sollte diese gereinigt und verbunden werden. Dabei können milde Desinfektionsmittel, die für Wunden oder Schleimhäute geeignet sind, helfen. Pflaster können oberflächliche, nur leicht blutende Wunden vor weiteren Verschmutzungen schützen.
Bei stärker blutenden Wunden ist das Stillen der Blutung wichtig. Ein Druckverband kann hier helfen: Legen Sie mehrere sterile Kompressen auf die Wunde und umwickeln Sie diese mit leichten Druck mit einer Mullbinde. Blutet die Wunde stärker, können Sie nach den ersten Umwicklungen der Mullbinde noch ein Verbandspäckchen auf die Wunde legen und dieses straff mit der Mullbinde umwickeln. Der verletzte Körperteil sollte hochgelagert werden. Falls die Wunde nicht aufhört zu bluten, müssen Sie einen Arzt rufen.
Nach der Erstversorgung folgt die primäre Wundversorgung. Dabei wird die Wunde verschlossen. Für die meisten kleineren Wunden reicht dafür ein Pflaster. Bei größeren Wunden oder auch Platzwunden kann allerdings der Einsatz eines speziellen Gewebeklebers oder von Klammern nötig sein, damit die Wundränder optimal verschlossen sind. Auch ein Vernähen der Wunde ist in einigen Fällen nötig. Gewebekleber, Klammern und Nähen gehört in die Hände von geschultem, medizinischem Fachpersonal. Bevor die Wunde verschlossen wird, wird sie gründlich von eventuellen Schmutzrückständen gereinigt und desinfiziert, um Infektionen vorzubeugen.

Mögliche Komplikationen in der Wundversorgung
Auch wenn bei der Wundversorgung kein Fehler gemacht wurde, kann es sein, dass sich die Wunde entzündet. Eine Infektion ist an Schmerzen, Rötung, Schwellung und dem Auftreten von Eiter im Wundbereich zu erkennen. Entzündete Wunden benötigen eine sekundäre Wundversorgung, ebenso wie chronische Wunden. Außerdem können durch die Wundheilung Narben entstehen.
Chronische Wunden
Eine chronische Wunde ist eine Verletzung, die auch nach 12 Wochen noch nicht verschlossen ist. Außerdem zeigen chronische Wunden meist auch nach vierwöchiger optimierter Behandlung keine Tendenzen zur Heilung. Der diabetische Fuß oder ein Druckgeschwür sind Beispiele für chronische Wunden.
Versorgung chronischer Wunden
Die sekundäre Wundversorgung ist wichtig bei chronischen sowie entzündeten Wunden. Die Wunde wird dabei offen gehalten und regelmäßig gereinigt. Dabei kann medizinisches Fachpersonal auch abgestorbene Zellen oder entzündetes Gewebe entfernen. Eine Wundauflage schützt vor weiteren Verschmutzungen. Wenn die Wunde komplett sauber ist, kann sie mit einer Naht verschlossen werden.
Mögliche Komplikationen bei chronischen Wunden
Chronische Wunden belasten oft den gesamten Körper. Die Schmerzen können zum Beispiel zu einer Einschränkung der Beweglichkeit führen. Außerdem können Bakterien, die in die offene Wunde eindringen, eine Entzündung auslösen. Die regelmäßige Reinigung ist daher sehr wichtig, da sich die Erreger ansonsten weiter ausbreiten und eine Sepsis, eine Blutvergiftung, auftreten kann. Im schlimmsten Fall muss der betroffene Körperteil dann amputiert werden.
Verbandsmaterialien für Wunden zu Hause
In eine gut sortierte Hausapotheke gehören auch Materialien zur Wundversorgung:
- Pflaster und Fixierpflaster, für Kinder auch mit Motiven wie bei den Hansaplast Kinder Pflasterstrips
- Mullbinden sowie sterile Kompressen
- Sterile Tupfer zum Reinigen der Wunde
- Milde Desinfektionsmittel für offene Wunden, beispielsweise das Octenisept Wund-Desinfektion Spray
Häufig gestellte Fragen rund um Wunden
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Ulrike Wendt | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Ich bin seit 17 Jahren Pharmazeutisch-technische Assistentin bei mycare.de. Aufgrund der langen Berufserfahrung und der regelmäßigen Fortbildung sind wir schon Experten in Gesundheitsthemen. Mehr erfahren über U. Wendt
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