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Wie entsteht Rosacea und was kann ich dagegen tun?

Von Lisa Stenschke, Apothekerin bei mycare.de
Aktualisiert: 24.01.2022

Eine Frau hat Rosacea-bedingte Rötungen auf der Wange

Etwa 2 bis 5 % der Erwachsenen in Deutschland leiden unter den Symptomen der Rosacea oder Rosazea. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, bei denen die Krankheit allerdings stärkere Auswirkungen zeigt. Die feinen Äderchen der Gesichtshaut sind bei Rosacea dauerhaft geweitet, was zu einer Rötung der Gesichtshaut führt. Knötchen und eitrige Pusteln treten bisweilen immer wieder auf. An Stirn, Wangen, Nase und Kinn zeigt sich die Rosacea meist besonders deutlich, es können aber auch Augen, die Brustregion oder der Nacken betroffen sein. Die Hauterkrankung kann Juckreiz und Schmerzen verursachen, nicht zu unterschätzen ist die psychische Belastung durch das sichtbare Erscheinungsbild der Rosacea.

Wie entsteht Rosacea?

Die genauen Ursachen für die Entstehung einer Rosacea sind noch nicht geklärt, es gibt allerdings eine Reihe von Erklärungsansätzen. Für die Entzündungsreaktion scheint eine Störung im angeborenen Immunsystem verantwortlich zu sein. Diese bewirkt zum Beispiel eine Immunreaktion gegen die Haarbalgmilben, die sich zwar auf jedermanns Haut befinden, aber die Rosacea-Haut überdurchschnittlich hoch besiedeln.

Eine Entzündung der Nerven scheint ebenfalls eine Rolle zu spielen, weshalb Rosacea-Patienten auch überempfindlich auf blutgefäßerweiternde Reize reagieren, wie zum Beispiel UV-Strahlung, Alkohol oder scharfe Speisen. Es kommt dadurch zu einem plötzlichen Rötungsschub, der wiederum vermehrte Durchblutung zur Folge hat.

Auch genetische Faktoren sind bei der Entstehung von Rosacea von Bedeutung, so tritt bei dieser Erkrankung eine familiäre Häufung auf. Ebenso scheinen hellhäutige Menschen aus West- und Nordeuropa häufiger zu erkranken.

Wie sieht der Krankheitsverlauf aus?

Die klassischen Symptome einer Rosacea sind Hautrötungen, die in verschiedenen Schweregraden und Begleitsymptomen, wie Jucken oder Brennen, auftreten können. Im Vorstadium, der Rosacea-Diathese, sind häufig Wangen, Nase, Kinn und der mittlere Stirnbereich von diesen Rötungen betroffen. Selten können sie auch im Bereich der Augen, an der Kopfhaut, an Brust oder Nacken auftreten. Der weitere Verlauf der Rosacea lässt sich in drei Schweregrade einteilen. Je nach Patient können die Symptome aber variieren, sodass sich nicht immer ein eindeutiger Schweregrad zuordnen lässt.

  • Schweregrad 1 - Rosacea erythematosa-teleangiectatica: Zusätzlich zu den Hautrötungen treten Gefäßerweiterungen auf. Außerdem ist die Haut oft trocken und gelegentlich schuppt sie sich leicht. Juckreiz sowie Brennen oder stechende Schmerzen können auftreten.
  • Schweregrad 2 - Rosacea papulopustulosa: Es entstehen entzündlich gerötete Bläschen und Pusteln, sowie Knötchen und Papeln. Oft verschwinden sie erst nach mehreren Wochen – außerdem können Sie sich zu Flüssigkeitsansammlungen im Gesicht entwickeln. Diese Pusteln und Papeln sind allerdings keine Mitesser oder Pickel. Wenn diese zusätzlich auftreten, können Sie an einer Mischform von Rosacea und Akne leiden.
  • Schweregrad 3 - Glandulär-hyperplastische Rosacea: In dieser schwersten Form vergrößern sich Bundegewebe und Talgdrüsen. Dadurch können knolllenarige Wucherungen entstehen, beispielswiese eine Knollen- oder Kartoffelnase. Unter dieser Form leiden die Betroffenen oft besonders stark.

Neben diesen drei Schweregraden gibt es noch Sonderformen der Rosacea, die nur selten auftreten. Dazu gehört die Ophthalmorosacea. Dabei ist zusätzlich das Auge betroffen. Diese Sonderform sollte engmaschig überwacht werden, da sie schlimmstenfalls zur Erblindung führen kann. Die Rosacea fulminans ist eine weitere Sonderform. Die Symptome treten besonders stark ausgeprägt innerhalb weniger Tage oder Wochen auf. Ist diese Sonderform überwunden, tritt sie in der Regel nicht noch einmal auf.

Zwei Sonderformen treten in Zusammenhang mit Medikamenten auf. Bei der gramnegativen Rosacea wurde die Erkrankung bereits mit Antibiotika behandelt, allerdings ohne nachhaltigen Erfolg. Die überlebenden Bakterien versuchen weitere Hautreaktionen. Die Steroidrosacea kann sich durch eine Rosacea-Behandlung mit Steroidhormonen, unter anderem Kortison, entwickeln. Diese Steroidrosacea verläuft meist schwerer als die normale Rosacea, sodass nur selten auf diese Medikamente zurückgegriffen wird.

Wie kann ich Rosacea behandeln?

Eine vollständige Heilung der chronischen Hauterkrankung gibt es leider nicht, aber zur Linderung von Rosacea kann einiges unternommen werden. Rosacea kann einerseits mit Medikamenten, andererseits mit verschiedenen Therapien wie dem Veröden behandelt werden. Außerdem kann es sinnvoll sein, durch die Beobachtung des Alltags mögliche Trigger ausfindig zu machen, die einen Schub ausbrechen lassen. Das können zum Beispiel UV-Strahlen, Hitze, Inhaltsstoffe in Kosmetika, Kaffee oder Nikotin sein. Bei einem angepassten Lebensstil mit einer ausgewogenen, gesunden Ernährung können sich die Schübe reduzieren. Unter anderem scharfe Speisen oder auch Alkohol sollten gemieden werden, da diese zu Gefäßerweiterungen im Gesicht führen können. Auch der Fett- und Zuckerkonsum sollten sich in Grenzen halten, um die Hautporen nicht zu verstopfen.

Außerdem wurde sowohl bei Rosacea als auch bei anderen Hauterkrankungen festgestellt, dass die Patienten ebenso Veränderungen in der Darmflora aufweisen. Bei Rosazea-Betroffenen beispielsweise ist häufig eine Fehlbesiedelung von Dickdarm-Bakterien im Dünndarm vorhanden. Inwiefern dies aber Ursache oder Folge der Hauterkrankung ist, ist noch nicht abschließend geklärt. Eine Darmsanierung zur unterstützenden Behandlung kann aber im Hinblick darauf sinnvoll sein und sollte gegebenenfalls mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Welche Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung gibt es?

Eine medikamentöse Behandlung dämmt Entzündungen und Infektionen der Haut ein. Sie ist der wichtigste Baustein der Rosacea-Therapie. Unterschieden wird zwischen der lokalen und der systemischen Therapie – oft ist eine Kombination aus beidem besonders wirksam. Bei der lokalen Therapie wird das Medikament als Gel, Salbe oder Lotion direkt auf die Haut aufgetragen. Als Wirkstoff ist in solchen Arzneimitteln häufig Metronidazol oder Azelainsäure enthalten. Beide Arzneistoffe sind verschreibungspflichtig und verordnet der Arzt gegebenenfalls nach eingehender Diagnostik.

Bei schwereren Fällen von Rosacea wird die Einnahme von Tabletten notwendig. Zum Einsatz kommen beispielsweise Antibiotika in niedriger Dosierung. So wirken sie entzündungshemmend und dämpfend auf das überreagierende Immunsystem. Aber auch Wirkstoffe, die in der lokalen Therapie eingesetzt werden, können als Tablette eingenommen eventuell besser wirken. Wirkstoffe, die eigentlich gegen Akne zugelassen sind, werden in Ausnahmefällen bei einer schweren Form von Rosacea als sogenanntes off-label-Medikament eingesetzt. Ein Beispiel ist das Medikament Isotretinoin. Ein Arzt wägt den Einsatz gut ab, da auch die Nebenwirkungen, unter anderem Haut- und Schleimhautreizungen, bedacht werden müssen.

Mit welchen weiteren Verfahren kann Rosacea behandelt werden?

Neben der medikamentösen Therapie gibt es auch noch weitere Behandlungsmöglichkeiten, die Betroffene in Erwägung ziehen können. Dazu gehört die Laserbehandlung und das Veröden. Gebündelte, energiereiche Lichtstrahlen werden auf die betroffenen Hautpartien geschickt, wodurch anhaltende Rötungen und Gefäßerweiterungen gelindert werden sollen. Außerdem können Gefäßerweiterungen verödet werden. Eine weiteres Verfahren ist die Photodynamische Therapie (PDT). Bei dieser wird erst die Haut durch eine bestimmte Substanz lichtempfindlicher gemacht. Danach werden die betroffenen Hautpartien mit Licht mit einer bestimmten Wellenlänge bestrahlt. Dadurch ändert sich die Struktur der Substanz, wodurch defekte Hautstrukturen zerstört werden können.

Mit welcher Pflege kann ich meine Haut unterstützen?

Haut mit Rosacea ist relativ anspruchsvoll. Verschiedene Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten, zu heißes Wasser oder auch Gesichts-Peelings können die Haut irritieren und zu vermehrten Rötungen führen. Mittlerweile gibt es einige Apotheken-Kosmetikmarken, die Pflegelinien speziell für von Rosacea betroffene Haut herausgebracht haben, beispielsweise die Pflegelinien Rosaliac von La Roche-Posay oder RosaMin von Dermasence

Die vor allem kosmetisch störenden Hautrötungen können mit mild deckendem Make-up gegebenenfalls gut kaschiert werden. Die Inhaltstoffe sind hier entscheidend – wenn Sie bemerken, dass Ihre Haut empfindlich reagiert, sollten Sie das Kosmetikprodukt wechseln. Weiterhin wichtig ist, dass sowohl die Pflege- als auch die Kosmetikprodukte nicht komedogen sind. Das bedeutet, dass die Talgdrüsen nicht verstopft werden. Da UV-Strahlen ein wichtiger Risikofaktor für Betroffene von Rosacea sind, ist es zudem ratsam, auf einen entsprechenden UV-Filter in den Pflege- oder Make-up-Produkten zu achten. Physikalische Sunblocker wie Zinkoxide sind meist hautverträglicher als chemische UV-Filter.

Autorin Apothekerin Lisa Stenschke

Über unsere Autorin:

Lisa Stenschke | Apothekerin in der Robert-Koch-Apotheke
Seit 6 Jahren bin ich Apothekerin und von Anfang an mit Herzblut hauptsächlich in den Vor-Ort-Apotheken von myCare e.K. im Einsatz. Eine kompetente, umfassende und vertrauensvolle Beratung der Patienten ist mir sehr wichtig. Auch bei Instagram und Facebook freue ich mich bei "Frag Lisa" auf das Interesse an unseren Produkten. Mehr erfahren

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