Alle Infos zu Acetylsalicylsäure (ASS)

✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten

Autorin Dr. Leonie Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 16.09.2025

Eine Person hält ein Volles Wasserglas in der Hand, in der sich eine Acetylsalicylsäuretablette löst.

Acetylsalicylsäure, besser bekannt als ASS oder unter dem Markennamen Aspirin, ist ein weit verbreiteter, frei verkäuflicher Wirkstoff. Er gehört zur Gruppe der nicht-steroidalen Entzündungshemmer und wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend. Die Wirkung beruht auf der Hemmung von Enzymen, die an Entzündungs- und Schmerzprozessen beteiligt sind. Eine weitere wichtige Eigenschaft ist die blutverdünnende Wirkung, die ASS auch zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen macht. Die Einnahme erfolgt meist mit ausreichend Flüssigkeit und nach dem Essen, um Magenprobleme zu vermeiden. Häufige Nebenwirkungen sind Magenbeschwerden, Übelkeit und in seltenen Fällen Blutungen. ASS sollte nicht bei Blutungsneigung, Asthma oder im letzten Schwangerschaftsdrittel eingenommen werden. Auch für Kinder unter 12 Jahren mit fieberhaften Infekten ist es aufgrund des Risikos des seltenen Reye-Syndroms nicht geeignet.

Acetylsalicylsäure - Grundlagen

Acetylsalicylsäure (ASS) ist ein nicht-steroidaler Entzündungshemmer. Die Bezeichnung „nicht-steroidal“ bezieht sich darauf, dass diese Medikamente keine Steroide sind. Steroide sind beispielsweise Medikamente, die chemisch wie Kortison aufgebaut sind, die ebenfalls entzündungshemmend wirken. Nicht-steroidale Entzündungshemmer werden auch NSAR genannt, dazu gehören z.B. auch Diclofenac, Ibuprofen und eben ASS.

Die ASS gehört zur Gruppe der Salicylate. ASS ist im Original Aspirin® und Aspirin Cardio® enthalten und bekannt. Aspirin® wurde im Jahr 1899 von Bayer entwickelt. ASS wird zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen und Fieber verschiedener Ursachen eingesetzt. Zudem setzt man sie zur Vorbeugung von Thrombosen ein, jedoch tiefer dosiert und nur einmal täglich.

Infografik ASS: Wirkung, EInsatz und Nebenwirkungen

Wirkungsweise von ASS im Körper

Etwa zehn Minuten nach der Einnahme setzen die gerinnungshemmenden Effekte ein. Die ASS stört die Blutgerinnung: Die Blutplättchen kleben sich nicht mehr zusammen - Wunden heilen beispielsweise nicht mehr so schnell. Nach 20 Minuten entfaltet die Acetylsalicylsäure ihre schmerzlindernde Wirkung.

Der Wirkmechanismus der Acetylsalicylsäure beruht auf einer irreversiblen Hemmung von Enzymen (Cyclooxygenase), die an der Herstellung von Prostaglandinen beteiligt sind - Prostaglandine sind wichtige Botenstoffe, die an Entzündungs- und Schmerzprozessen mitwirken. Durch ASS wird die körpereigene Produktion verschiedener Prostaglandine blockiert. Eine Hemmung der Herstellung von Prostaglandinen durch ASS führt folglich zu einer Hemmung von Entzündungsprozessen und einer verminderten Schmerzwahrnehmung.

ASS hemmt darüber hinaus bei wesentlich geringeren Dosierungen die Bluttplättchenaktivierung (Thrombozytenfunktionshemmer).Thrombozytenfunktionshemmer oder Plättchenaggregationshemmer sind Medikamente, welche die Verklumpung von Blutplättchen hemmen. Sie werden in der Medizin eingesetzt, um die Entstehung von Blutgerinnseln in Blutgefäßen zu verhindern.

Anwendungsbereiche von ASS

ASS hat schmerzlindernde, fiebersenkende, entzündungshemmende und blutverdünnende Eigenschaften. Typische Anwendungsgebiete von ASS sind leichte bis mäßige Schmerzen verschiedenster Ursache. Als Hemmstoff der Blutgerinnung wird Acetylsalicylsäure in niedrigen Dosierungen und als Dauerbehandlung auch zur (Sekundär-)Prophylaxe von Herzinfarkten oder Thrombosen eingesetzt.

Einnahme von Acetylsalicylsäure

Gegen Schmerzen und Fieber wird ASS in der Regel alle 4 bis 8 Stunden mit ausreichend Flüssigkeit und mit oder nach dem Essen eingenommen (Erwachsene, Einzeldosis: 500 bis 1000 mg, maximale Tagesdosis 3000 mg). Die Behandlungsdauer soll möglichst kurz gehalten werden und in der Selbstmedikation drei Tage nicht überschreiten.

Mögliche Nebenwirkungen von Acetylsalicylsäure

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:

  • Kleinere Blutungen (Mikroblutungen)
  • Magenbeschwerden wie saures Aufstoßen
  • Asthma
  • Übelkeit
  • Erbrechen und Durchfall

Wie andere nicht-steroidale Entzündungshemmer kann auch ASS schwerwiegende Nebenwirkungen wie beispielsweise Magen- und Darmgeschwüre, Überempfindlichkeitsreaktionen, schwere Blutungen und Nierenfunktionsstörungen verursachen. Selten kann es zu einem Anstieg der Leberenzyme und Leberfunktionsstörungen kommen. Auch Nesselsucht (Urtikaria) und das Reye-Syndrom (Bewusstseinstrübung, auffälliges Verhalten oder Erbrechen) gelten als Nebenwirkung von ASS.

Wechselwirkungen von Acetylsalicylsäure

Wird ASS zusammen mit Kortison-Präparaten, anderen blutverdünnenden Medikamenten oder Alkohol eingenommen, besteht die Gefahr, dass Magen-Darm-Blutungen auftreten. Bei der Kombination von ASS mit Ibuprofen ist zu beachten, dass das Schmerzmittel die gerinnungshemmende Wirkung von ASS aufhebt. Wenn Sie Acetylsalicylsäure zusammen mit anderen Blutgerinnungshemmern einnehmen, erhöht sich die Gefahr von Blutungen.

Sie sollten ASS meiden, wenn Sie das Mittel Methotrexat anwenden, da dessen Wirkung durch ASS verstärkt wird. Umgekehrt kann Acetylsalicylsäure die Wirkung von blutdrucksenkenden Präparaten (Furosemid oder Captopril) und die von Gichtmitteln abschwächen.

Gegenanzeigen für Acetylsalicylsäure

Wer Asthma hat oder auf ASS allergisch reagiert, darf die Arznei nicht anwenden. Dies gilt auch für Menschen mit einer erhöhten Neigung zu Blutungen sowie mit akuten Blutungen, vor allem im Verdauungstrakt. Wer an einer schweren Herzmuskelschwäche leidet oder an einer stark eingeschränkten Leber- oder Nierenfunktion, sollte die Einnahme von ASS unbedingt vorher mit dem Arzt abklären.

Für Kinder unter 12 Jahren darf ASS bei fiebrigen Infekten nicht angewendet werden. In sehr seltenen Fällen kann es zum oben genannten Reye-Syndrom kommen. Das Reye-Syndrom ist eine ernsthafte Erkrankung, bei der Gehirn und Leber Schaden nehmen und die sich unter anderem durch starkes Erbrechen, Fieber und getrübtes Bewusstsein äußert.

Im letzten Drittel der Schwangerschaft sollten Frauen auf ASS verzichten. In den ersten beiden Dritteln muss mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden, ob man den Arzneistoff nehmen kann oder besser auf ein anderes Mittel ausweichen sollte.

Alternativen zu ASS

Bei Fieber und Schmerzen kann Paracetamol eingenommen werden. Paracetamol wirkt nicht blutverdünnend und nicht entzündungshemmend. Alternativ zu ASS können bei Schmerzen und Entzündungen Diclofenac oder Ibuprofen eingenommen werden.

Lange Zeit war ASS das einzige Medikament, das zur Prävention von arteriellen Thromben eingesetzt werden konnte. Im letzten Jahrzehnt wurden zunehmend andere Medikamente (Clopidogrel, Ticagrelor, Prasugrel) mit guter Wirksamkeit zugelassen, wobei ASS weiterhin die Standardmedikation unter den Thrombozytenaggregationshemmern darstellt.




Häufig gestellte Fragen rund um Acetylsalicylsäure

Was ist Acetylsalicylsäure (ASS)?
Wie wirkt ASS im Körper?
Bei welchen Beschwerden wird ASS eingesetzt?
Wie wird Acetylsalicylsäure eingenommen?
Welche Nebenwirkungen kann Acetylsalicylsäure auslösen?
Welche Wechselwirkungen können bei der Einnahme von ASS auftreten?
Wann sollte ich Acetylsalicylsäure nicht einnehmen?
Gibt es Alternativen zu ASS?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin Ärztin Dr. Leonie Dolder

Über unsere Autorin:

Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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