Was ist Histaminintoleranz?
✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten
Von Dr. Leonie
Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 27.10.2025
Histaminintoleranz, auch Histaminunverträglichkeit genannt, bezeichnet eine eingeschränkte Fähigkeit des Körpers, den Botenstoff Histamin abzubauen. Ursache ist meist eine verminderte Aktivität des Enzyms Diaminoxidase (DAO), wodurch sich Histamin im Körper anreichert. Die Folge können vielfältige Beschwerden wie Kopfschmerzen, Hautreaktionen, Magen-Darm-Probleme oder Kreislaufstörungen sein, besonders nach dem Verzehr histaminreicher Lebensmittel wie Käse, Rotwein oder Wurstwaren. Eine histaminarme Ernährung, das Meiden typischer Auslöser und eine bewusste Lebensmittelauswahl helfen, Symptome deutlich zu lindern. Wer seinen Körper beobachtet und individuell reagiert, kann die Beschwerden der Histaminintoleranz meist gut in den Griff bekommen.
Symptome bei einer Histaminintoleranz
Typische Symptome einer Histaminintoleranz (bzw. Histaminunverträglichkeit) entstehen durch eine gestörte Verarbeitung des Botenstoffs Histamin und können nach dem Verzehr von histaminreichen Lebensmitteln mit hohem Histamingehalt auftreten. Häufige Beschwerden sind:
- Magen-Darm-Beschwerden: Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen nach dem Verzehr von Lebensmitteln mit Histamin
- Kopfschmerzen und Migräne: besonders nach histaminreicher Nahrung
- Hautreaktionen: Rötungen, Juckreiz, Nesselsucht durch die Wirkung des Botenstoffs
- Kreislaufprobleme: Schwindel, Blutdruckabfall, Herzrasen nach histaminreichem Verzehr
- Atembeschwerden: verstopfte Nase, Asthma-ähnliche Symptome bei zu hohem Histamingehalt
- Allgemeines Unwohlsein: Abgeschlagenheit und Müdigkeit durch die fehlende Aktivität der Diaminoxidase
Ursachen einer Histaminintoleranz
Die Hauptursache einer Histaminintoleranz ist eine verminderte Aktivität des Enzyms Diaminoxidase (DAO), das den Botenstoff Histamin abbaut. Wenn die DAO nicht ausreichend arbeitet, steigt der Histamingehalt im Körper nach dem Verzehr von Lebensmitteln mit Histamin, was die typischen Beschwerden einer Histaminunverträglichkeit auslöst: Es entsteht ein Ungleichgewicht zwischen aufgenommenem und abgebautem Histamin – die Grundlage der Histaminunverträglichkeit.
Weitere Faktoren, die die Unverträglichkeit begünstigen können:
- Infekte oder Darmerkrankungen: beeinträchtigen die Produktion von Diaminoxidase
- Histaminreiche Lebensmittel: Käse, Rotwein, Fischkonserven oder Wurstwaren erhöhen den Histaminspiegel
- Histaminfreisetzende Lebensmittel: z. B. Erdbeeren, Tomaten oder Alkohol, die Histamin zusätzlich ausschütten lassen
- Medikamente: können die Aktivität der Diaminoxidase hemmen und so den Abbau erschweren

Histaminreiche und histaminfreisetzende Lebensmittel
Der Verzehr solcher histaminreichen Lebensmittel führt bei einer Histaminunverträglichkeit oft zu Beschwerden, während eine histaminarme Ernährung die Symptome meist deutlich lindert. Typische Lebensmittel mit Histamin, die eine Histaminintoleranz verstärken können, sind vor allem stark gereifte oder fermentierte Produkte mit hohem Histamingehalt. Dazu gehören:
- Gereifte Käsesorten (z. B. Parmesan, Camembert) – sehr histaminreich
- Fisch und Meeresfrüchte (insbesondere Konserven, Räucherfisch)
- Wurst- und Fleischwaren (Salami, Schinken, Speck)
- Alkoholische Getränke (Rotwein, Bier, Sekt), da sie zusätzlich die Diaminoxidase hemmen
- Sauerkraut und andere fermentierte Produkte
- Tomaten, Spinat, Auberginen - enthalten selbst Histamin oder wirken histaminfreisetzend
- Schokolade, Kakao und Nüsse
Diagnostik einer Histaminintoleranz
Die Diagnose einer Histaminintoleranz erfolgt in der Regel über eine Kombination aus Anamnese, Ernährungstagebuch und einer Eliminationsdiät, bei der histaminreiche Lebensmittel gemieden werden. Bessern sich die Beschwerden bei histaminarmer Ernährung und treten nach erneutem Verzehr von Lebensmitteln mit Histamin wieder auf, gilt eine Histaminunverträglichkeit als wahrscheinlich. Ergänzend können Labortests zur Aktivität der Diaminoxidase (DAO) Hinweise liefern, sind jedoch nicht immer eindeutig.
Wichtig zu wissen ist, dass die Diagnose einer Histaminintoleranz oft eine Ausschlussdiagnose ist, da ähnliche Beschwerden auch durch andere Unverträglichkeiten oder Erkrankungen entstehen können. Der Botenstoff Histamin spielt in vielen Prozessen des Körpers eine Rolle, weshalb Symptome unspezifisch sind. Der Histamingehalt von Lebensmitteln schwankt zudem stark – selbst bei gleichem Produkt. Auch die Aktivität der Diaminoxidase (DAO) kann tagesabhängig variieren. Deshalb wird die Diagnose meist durch Beobachtung, Verzehr-Tests mit histaminreichen Lebensmitteln und eine histaminarme Ernährung gesichert, anstatt sich allein auf Labortests zu verlassen.
Behandlung einer Histaminintoleranz
Die Behandlung einer Histaminintoleranz besteht vor allem darin, den Verzehr von histaminreichen Lebensmitteln mit hohem Histamingehalt zu vermeiden und stattdessen auf eine histaminarme Ernährung zu setzen. Da die eingeschränkte Aktivität der Diaminoxidase (DAO) die Hauptursache ist, können in manchen Fällen DAO-Präparate vor den Mahlzeiten unterstützend eingenommen werden. Zusätzlich hilft es, individuelle Unverträglichkeiten zu beobachten, ein Ernährungstagebuch zu führen und mögliche Auslöser wie Alkohol oder bestimmte Medikamente zu meiden. So lassen sich Beschwerden der Histaminunverträglichkeit meist gut kontrollieren.
Histamin kann sich im Körper anreichern, wenn es nicht richtig abgebaut wird. Dadurch können Beschwerden wie Kopfschmerzen, Hautreaktionen oder Magenprobleme entstehen. Besonders histaminreiche Lebensmittel wie Wurst- und Fleischwaren, Tomaten, Spinat, Auberginen, Schokolade, Kakao, Nüsse sowie gereifte Käsesorten wie Parmesan oder Camembert können Symptome verstärken. Zur Vorbeugung hilft es, frische Produkte zu bevorzugen und den Konsum von Alkohol sowie Stress zu reduzieren, da beides die Histaminausschüttung begünstigen kann.
Häufig gestellte Fragen rund um die Histaminintoleranz
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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