Diabetes mellitus: 17 brennende Fakten
✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 9 Minuten
Von Kristin Schöfisch, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 22.09.2025

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch dauerhaft hohe Blutzuckerwerte gekennzeichnet ist. Typ-1-Diabetes ist ein absoluter Insulinmangel, der meist Kinder und junge Erwachsene betrifft und lebenslange Insulintherapie erfordert. Typ-2-Diabetes, oft durch Übergewicht und mangelnde Bewegung verursacht, zeichnet sich durch Insulinresistenz aus und ist durch einen gesunden Lebensstil behandelbar oder sogar vermeidbar. Schwangerschaftsdiabetes ist ein vorübergehender Zustand, erhöht aber das spätere Risiko für Typ 2. Für Diabetiker, insbesondere Typ 2, ist das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf deutlich erhöht, weshalb Impfungen und ein gesunder Lebensstil besonders wichtig sind. Seit 2007 ist der Weltdiabetestag auch offizieller Tag der Vereinten Nationen. Denn Diabetes ist ein weltweites Problem:
- ca. 350 Millionen Menschen sind an Diabetes erkrankt,
- alle zehn Sekunden kommen zwei weitere Erkrankte dazu und
- alle zehn Sekunden stirbt ein Mensch an Diabetes mellitus.
Etwa 500.000 Kinder sind von Typ-I Diabetes betroffen. Allein in Deutschland gibt es ungefähr 8 Millionen Erkrankte, von denen sich 1,56 Millionen täglich Insulin spritzen müssen. Die Prognosen sehen düster aus: Bis 2035 könnten weltweit fast 600 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt sein.
Feststellung von Diabetes mellitus
In Deutschland leiden über 6 Millionen Menschen an einem dauerhaft erhöhten Blutzuckerwert, was das Hauptmerkmal von Diabetes mellitus ist. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Diabetes mellitus als Zuckerkrankheit oder kurz „Zucker“ bekannt. Diese Bezeichnung stammt daher, dass unbehandelte Diabetiker Zucker über den Urin ausscheiden, was ihm einen süßlichen Geschmack verleiht. Deshalb wurde die Diagnose in der Antike tatsächlich durch eine Geschmacksprobe des Urins gestellt. Diabetes mellitus ist der medizinische Oberbegriff für eine Gruppe von verschiedenen Stoffwechselerkrankungen..
Um Diabetes mellitus diagnostizieren zu können, wird der Blutzuckergehalt im Blut sowohl vor der ersten Nahrungsaufnahme (nüchtern) als auch im Tagesverlauf gemessen. Zusätzlich dient der HbA1c Wert als wichtiger Indikator, da er Aufschluss darüber gibt, ob der Blutzuckerspiegel in den letzten zwei bis drei Monaten im Durchschnitt zu hoch war.

Die verschiedenen Diabetesformen
Grundsätzlich wird zwischen den zwei Hauptformen des Diabetes mellitus unterschieden: dem Typ 1 und dem Typ 2. Hinzu kommen noch weitere, weniger verbreitete Sonderformen. Dazu zählt beispielsweise der Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) sowie der Typ 3 Diabetes (unter dem Begriff „andere spezifische Diabetesformen“ zusammengefasst). Eine weitere seltene Form ist der Typ 5 Diabetes, welcher eine Folge von chronischer Mangelernährung ist und meist junge, untergewichtige Personen betrifft.
Typ-1-Diabetes
Beim Diabetes mellitus Typ 1 liegt ein vollständiger Insulinmangel vor. Die Ursache ist die Zerstörung spezifischer Beta Zellen in der Bauchspeicheldrüse, welche normalerweise das Hormon Insulin produzieren. Insulin ist zwingend erforderlich, damit der über die Nahrung aufgenommene Zucker vom Blut in die Zellen transportiert und dort zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Herrscht ein Mangel an Insulin, verbleibt der Zucker im Blutkreislauf, was einen Anstieg des Blutzuckerspiegels zur Folge hat. Typ 1 Diabetes manifestiert sich überwiegend bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Erkrankung ist nicht heilbar, doch durch eine angepasste Therapie lässt sich in der Regel ein normaler Alltag führen.
Symptome von Typ-1-Diabetes
Typische Anzeichen von Typ-1-Diabetes sind u. a.:
- häufiges Wasserlassen
- starker Durst
- Müdigkeit
- schlecht heilende Wunden
- Plötzlicher Gewichtsverlust
Ursachen für Typ-1-Diabetes
Die Ursachen für diese Erkrankung sind bis heute noch nicht vollständig erforscht. Es wird angenommen, dass die Autoimmunreaktion entweder durch spezifische Umwelteinflüsse ausgelöst wird oder eine erbliche Veranlagung zugrunde liegt. Darüber hinaus stellen Fachmediziner fest, dass einige Typ 1 Diabetiker kurz vor dem Ausbruch der Krankheit eine harmlose Infektion durchgemacht hatten. Als bekanntes Beispiel gilt der Gewichtheber Matthias Steiner, bei dem Diabetes mellitus Typ 1 im Alter von 18 Jahren plötzlich nach einer Mandelentzündung diagnostiziert wurde.
Behandlung bei Typ-1-Diabetes
Da Typ 1 Diabetes nicht heilbar ist, muss die Diabetes Therapie, die sogenannte Insulintherapie, lebenslang durchgeführt werden. Das fehlende Insulin wird dem Körper entweder mithilfe von Spritzen oder Tabletten zugeführt. Es ist zudem erforderlich, den Blutzuckerspiegel kontinuierlich zu überwachen, um diesen dauerhaft in einem möglichst normalen Bereich zu halten. Die meisten Patienten führen ein Diabetes Tagebuch, in das alle Messwerte und andere relevante Informationen eingetragen werden, um den Krankheitsverlauf präzise zu dokumentieren.
Typ-2-Diabete
Der Diabetes Typ 2 wurde früher als Altersdiabetes bezeichnet, da er primär bei älteren Menschen auftrat. Weil jedoch inzwischen auch vermehrt jüngere Erwachsene und sogar Kinder an dieser Erkrankung leiden, wird dieser Begriff heute nicht mehr genutzt. Im Gegensatz zum Diabetes Typ 1 wird beim Typ 2 anfangs zwar noch Insulin produziert, doch die Körperzellen reagieren nur noch eingeschränkt auf das Hormon. Es entwickelt sich eine sogenannte Insulinresistenz, also eine Unempfindlichkeit der Zellen. Um die Glukose aus dem Blut verwerten zu können, setzt der Körper zunächst immer größere Mengen Insulin frei. Auf Dauer erschöpfen jedoch die Beta Zellen in der Bauchspeicheldrüse, der Stoffwechsel entgleist und die Blutzuckerwerte steigen dauerhaft an.
Ursachen von Typ-2-Diabetes
Eine ungesunde Ernährungsweise, Übergewicht und mangelnde körperliche Aktivität sind die Hauptverursacher des Typ 2 Diabetes. Man geht davon aus, dass 80 bis 90 Prozent aller Typ 2 Diabetiker übergewichtig sind. Da die Erkrankung zunächst schleichend verläuft und die Symptome erst spät wahrgenommen werden, wird die Zuckerkrankheit oft nur beiläufig entdeckt.
Symptome von Typ-2-Diabetes
Beim Typ 2 Diabetes sind die auftretenden Symptome in der Regel weniger deutlich und unspezifischer als bei Typ 1. Unter anderem können die folgenden Beschwerden auf die Erkrankung hinweisen:
- Müdigkeit, Leistungsschwäche
- Depressive Verstimmungen
- Krankhaft gesteigerter Appetit
- Juckreiz
Früherkennung von Typ-2-Diabetes
Der Typ 2 Diabetes kann in fast allen Fällen verhindert werden. Aus diesem Grund legen Mediziner global großen Wert auf Prävention und Früherkennung. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, können schwerwiegende Folgeerscheinungen vermieden werden. Dazu gehören:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Schlaganfall),
- Nervenschäden an Füßen (z.B. Diabetischer Fuß)
- Schäden an der Netzhaut (Retinopathie)
Daher empfehlen Forscher Risikopatienten dringend, sich regelmäßig medizinisch untersuchen zu lassen.
Behandlung bei Typ-2-Diabetes
Zur Verbesserung der Gesundheit ist Typ 2 Diabetikern primär eine Änderung des Lebensstils anzuraten. Im Mittelpunkt stehen dabei eine ausgewogene Ernährungsweise und regelmäßige körperliche Aktivität. Führen diese Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg, können Betroffene auf eine medikamentöse Behandlung oder eine Insulintherapie umsteigen. Im Rahmen der medikamentösen Therapie wird unter anderem das Präparat Ozempic mit dem aktiven Wirkstoff Semaglutid eingesetzt.
Typ-5-Diabetes?
Der Typ 5 Diabetes gilt als eine neu klassifizierte Form des Diabetes mellitus, die hauptsächlich als Folge chronischer Mangelernährung während der Kindheit oder Jugend entsteht. Die Betroffenen weisen einen deutlichen Insulinmangel auf, der jedoch nicht auf einer Insulinresistenz beruht. Die Ursache liegt vielmehr in einer unzureichend entwickelten Bauchspeicheldrüse. Typ 5 Diabetes betrifft überwiegend jüngere, untergewichtige Männer. Obwohl diese Erkrankung lange Zeit übersehen wurde, wird sie mittlerweile als eigenständiger Diabetestyp anerkannt.
Typ-5-Diabetes
Die Anzeichen ähneln den Symptomen anderer Diabetesformen, zeigen jedoch individuell unterschiedliche Ausprägungen. Zu den am häufigsten beobachteten Beschwerden zählen:
- Erhöhte Blutzuckerwerte
- Starker Durst und häufiges Wasserlassen
- Gewichtsverlust trotz normaler oder erhöhter Nahrungsaufnahme
- Müdigkeit und Schwäche
- Häufig wiederkehrende Infektionen
Ein wesentlicher Unterschied zum Typ 1 Diabetes besteht darin, dass beim Typ 5 Diabetes normalerweise keine Ketose auftritt. Die Ketose beschreibt einen Stoffwechselzustand, in dem der Körper vermehrt sogenannte Ketonkörper bildet.
Ursachen von Typ-5-Diabetes
Die primäre Ursache für den Typ 5 Diabetes ist eine andauernde Unterernährung in den jungen Lebensjahren. Dies bewirkt, dass sich die Bauchspeicheldrüse nicht vollständig ausbilden kann und infolgedessen eine zu geringe Menge Insulin produziert wird.
- Mangel an Proteinen und wichtigen Mikronährstoffen im Kindesalter
- Chronische Infektionen während der Jugend
- Eingeschränkter Zugang zu medizinischer Versorgung in den frühen Lebensphasen
Behandlung von Typ-5-Diabetes
Die Behandlung des Typ 5 Diabetes orientiert sich an der Intensität des festgestellten Insulinmangels. Oftmals lässt sich die Erkrankung erfolgreich mit oralen Antidiabetika kontrollieren. Eine Insulintherapie ist nur in selteneren Fällen erforderlich, da die Patienten trotz des Insulinmangels üblicherweise keine zusätzliche Insulinresistenz zeigen.
Wesentliche Elemente der Gesamtbehandlung sind:
- Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels
- Regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte
- Medikamentöse Therapie (zum Beispiel unter Einsatz von Sulfonylharnstoffen)
- Ärztliche Überwachung sowie die notwendige Anpassung der Therapie bei Bedarf
Vorbeugung von Diabetes
Während dem Typ 1 Diabetes weder vorgebeugt noch geheilt werden kann, lässt sich durch einen gesunden Lebensstil das Auftreten von bis zu 70 Prozent aller Typ 2 Diabetes Fälle verhindern. Auf dem Ernährungsplan sollten folgende Lebensmittel stehen:
- Blattgemüse,
- frische Früchte,
- Vollkornlebensmittel,
- mageres Fleisch,
- ungesüßte Joghurts und Nüsse
Im Gegenzug sollten Sie rotes und verarbeitetes Fleisch, süße Getränke und Fruchtsäfte sowie Kartoffeln und Reis meiden. Auch Fast Food und ein übermäßiger Alkoholkonsum sind zu unterlassen. Wer die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) befolgt und auf frisches Obst und Gemüse, Vollkornprodukte sowie einen moderaten Fleischkonsum setzt, reduziert sein Risiko, an Diabetes zu erkranken, erheblich.
Schwangerschaftsdiabetes
Etwa vier Prozent aller Schwangeren entwickeln einen sogenannten Schwangerschaftsdiabetes oder auch Gestationsdiabetes. Charakteristisch ist, dass dieser Zustand meist unmittelbar nach der Entbindung von selbst wieder verschwindet. Das Tückische am Schwangerschaftsdiabetes liegt darin, dass er in der Regel keine spürbaren Beschwerden verursacht. Der Arzt stellt die Diagnose, wenn im Rahmen des routinemäßigen Zuckerbelastungstests zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche erstmals erhöhte Blutzuckerwerte gemessen werden.
Entstehung von Schwangerschaftsdiabetes
Der Stoffwechsel verändert sich während der Schwangerschaft, sodass die Aufnahme von Zucker in die Zellen verlangsamt abläuft. Daher sind leicht erhöhte Blutzuckerwerte bei werdenden Müttern als normal anzusehen. Schwangere, die vom Gestationsdiabetes betroffen sind, weisen oft schon vor der Schwangerschaft eine chronisch verringerte Insulinempfindlichkeit auf; die Körperzellen sprechen somit weniger stark auf Insulin an als normalerweise. Die Schwangerschaft und die veränderte Stoffwechsellage verstärken diesen Zustand. Besonders in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft ist eine höhere Menge an Insulin erforderlich, um den Blutzuckerspiegel zu steuern. Wird davon nicht genügend produziert, steigt der Blutzucker an. Nach der Geburt sinkt der Insulinbedarf üblicherweise wieder, wodurch sich der Blutzuckerspiegel normalisiert.
Behandlung von Gestationsdiabetes
Die frühzeitige Erkennung und Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes ist von großer Bedeutung, da ein signifikanter Anteil der betroffenen Mütter im späteren Leben an einer dauerhaften Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2) erkrankt. Dieses Risiko lässt sich allerdings deutlich senken, wenn der Lebensstil der Erkrankung angepasst wird.
Der Schwangerschaftsdiabetes wird meist durch eine Umstellung der Ernährung behandelt. Dabei liegt der Fokus vorrangig auf der Begrenzung der Kohlenhydrate und der Reduzierung der insgesamt aufgenommenen Kalorien. Auch körperliche Betätigung kann die Therapie unterstützen. Nur in Ausnahmefällen ist der Einsatz einer Insulintherapie erforderlich. Darüber hinaus müssen Schwangere mit Gestationsdiabetes ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig überprüfen, um die Behandlung in Abstimmung mit dem Diabetologen gegebenenfalls anzupassen.
Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes
Ein erhöhtes Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, tragen vor allem Frauen, die übergewichtig sind, sich zu wenig bewegen und/oder sich ungesund ernähren. Weitere anerkannte Risikofaktoren umfassen eine familiäre Vorbelastung, Spätgebärende (im Alter über 35 Jahre), die Geburt eines Kindes mit einem hohen Geburtsgewicht (über vier Kilogramm) oder das Bestehen bestimmter Erkrankungen, wie dem polyzystischen Ovarsyndrom.
Risiken durch Schwangerschaftsdiabetes für Mutter und ungeborenes Baby
Durch einen Gestationsdiabetes können verschiedene Komplikationen entstehen. Das Risiko hierfür ist jedoch im Allgemeinen sehr gering, vorausgesetzt, die Schwangere ist gut auf ihren Diabetes eingestellt. Zu den Risikofaktoren zählt unter anderem ein erhöhter Bluthochdruck während der Schwangerschaft. Treten zusätzlich Eiweißausscheidungen im Urin und Wassereinlagerungen im Gewebe auf, kann dies ein Hinweis auf eine Präeklampsie sein. Diese gilt als Vorstufe zu den sehr gefährlichen Krankheitsbildern der Eklampsie und des HELLP Syndroms. Die Eklampsie äußert sich durch neurologische Störungen wie Flimmersehen oder Kopfschmerzen. Das HELLP Syndrom ist gekennzeichnet durch erhöhte Leberwerte, den Zerfall von roten Blutkörperchen und eine geringe Blutplättchenzahl. Sowohl die Eklampsie als auch das HELLP Syndrom treten bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes häufiger auf als bei gesunden Schwangeren. Aus diesem Grund ist eine engmaschige ärztliche Überwachung dringend anzuraten.
Über diese Komplikationen hinaus kann der Gestationsdiabetes weitere Risiken für die Mutter und das Kind mit sich bringen. Unter anderem besteht ein erhöhtes Risiko für Früh und Fehlgeburten. Auch das Wachstum des ungeborenen Babys kann negativ beeinflusst werden. Die sogenannte Makrosomie beschreibt das übermäßige Wachstum des Kindes im Mutterleib; diese Babys wiegen bei der Geburt meist über 4.000 Gramm. Aufgrund dieser Größe kann es unter der Entbindung zusätzlich zu Komplikationen kommen.
Vorbeugung von Schwangerschaftsdiabetes
Es ist wichtig, Weißmehlprodukte und Zucker zu vermeiden. Bedenken Sie dabei, dass auch zahlreiche Obstsorten einen hohen Zuckergehalt aufweisen; kombinieren Sie Früchte deshalb idealerweise mit fettarmen Milchprodukten. Ergänzen Sie Ihre Mahlzeiten mit genügend rohem und gekochtem Gemüse. Nehmen Sie besser mehrere, kleinere Portionen über den Tag verteilt zu sich und achten Sie darauf, die Kohlenhydrate gleichmäßig aufzunehmen. Eine Mahlzeit sollte sich idealerweise aus 50 Prozent Kohlenhydraten, 20 Prozent Eiweiß und 30 Prozent gesunden Fetten zusammensetzen. Eine gezielte Nahrungsergänzung mit Mikronährstoffen kann die Versorgung von Mutter und Kind zusätzlich sicherstellen.
Sonderformen von Diabetes
Der Diabetes Typ 3 fasst die selteneren Sonderformen der Zuckerkrankheit zusammen. Der Hauptunterschied zu den Typen 1 und 2 liegt in der Ursache der Erkrankung. Ein Typ 3 Diabetes kann durch die folgenden Faktoren ausgelöst werden:
- Typ 3a: Gendefekte in insulinproduzierenden Zellen; auch MODY genannt
- Typ 3b: Gendefekte der Insulinwirkung
- Typ 3c: Pankreopriver Diabetes, die Ursache liegt in Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
- Typ 3d: Erkrankungen oder Störungen des Hormonsystems
- Typ 3e: Chemikalien oder Medikamente
- Typ 3f: Viren
- Typ 3g: Autoimmunerkrankungen
- Typ 3h: Genetische Syndrome
Prognose bei Diabetes mellitus Typ 3
Die unterschiedlichen Ursachen und Ausprägungen des Typ 3 Diabetes erschweren eine allgemeingültige Prognose zum Krankheitsverlauf. Ist die Ursache in genetischen Faktoren oder anderen Grunderkrankungen begründet, wird der Verlauf der Diabeteserkrankung meist durch die entsprechenden Begleiterkrankungen bestimmt.
Blutzucker messen
Für jeden Diabetiker ist die regelmäßige Überwachung seiner Blutzuckerwerte von zentraler Bedeutung. Eine präzise Selbstmessung des Blutzuckers erfolgt dabei mithilfe spezieller Blutzuckermessgeräte. Bestimmt wird der Zuckergehalt im Urin hingegen durch die Verwendung von Teststreifen.
Diabetes im Alltag
Die Diagnose Diabetes mellitus löst oft zunächst Schock oder Verunsicherung aus. Über die Fragen nach Therapieformen, der Überwachung und denkbaren Komplikationen hinaus müssen die Betroffenen lernen, mit der Zuckerkrankheit umzugehen und den Diabetes in ihren Alltag zu integrieren. Dies betrifft vor allem die Bereiche Ernährung, Sport, Schwangerschaft und Reisen.
Grundsätzlich können Diabetiker ein nahezu normales Leben führen. Der Umgang mit der Erkrankung erfordert jedoch ein hohes Maß an Sorgfalt, Disziplin und effektivem Selbstmanagement.
Eine gesunde Lebensweise dient dabei nicht nur der Vorbeugung; auch Menschen mit diagnostiziertem Diabetes profitieren enorm von mehr Bewegung und einer Ernährungsumstellung. Denn körperliche Aktivität und eine Gewichtsreduktion tragen dazu bei, dass die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen verbessert wird.
Dabei muss die Bewegung kein Leistungssport sein. Schon die allgemein empfohlenen 10.000 Schritte am Tag helfen dabei, mehr Aktivität in den Alltag zu integrieren. Ein Schrittzähler kann hier als wertvolle Motivationshilfe dienen. Langfristig sollten Sie jedoch regelmäßig mehr Sport treiben: Ideal ist eine Kombination von Ausdauersportarten wie Walken oder Schwimmen mit gezieltem Krafttraining.
Wirkung von Zimt bei Diabetes
Zimt wird seit einiger Zeit als unterstützendes Mittel im Kampf gegen Diabetes diskutiert. Es wird zwischen zwei Sorten unterschieden: dem echten Ceylon Zimt und dem Kassiazimt, auch chinesischer Zimt genannt. Die wirksamen Bestandteile des Zimts konzentrieren sich in seiner Rinde, welche 0,5 bis vier Prozent ätherisches Öl enthält. Dieses Öl setzt sich hauptsächlich aus Zimtaldehyd und Eugenol zusammen. Das als natürlicher Duft und Aromastoff bekannte, aber kritisch bewertete Cumarin ist im Ceylon Zimt nur in geringer Konzentration enthalten, während der chinesische Zimt im Vergleich eine höhere Cumarinkonzentration aufweisen soll. Zimt wirkt appetitanregend und fördert die Verdauung. Zudem wird er als Hilfsmittel zum Abnehmen beworben und soll den Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen.
Laborexperimente haben gezeigt, dass Zimt die Freisetzung von Insulin steigern kann. Pharmakologische Studien deuten darauf hin, dass die Inhaltsstoffe des Zimts die Glukoseaufnahme in den peripheren Geweben erhöhen. Diese Wirkung ist vergleichbar mit der von Antidiabetika, die zur Behandlung von Diabetes eingesetzt werden. Eine kombinierte Einnahme von Zimtrinde mit den Mikronährstoffen Chrom und Niacin (Vitamin B3) in ausgewogener Dosierung kann die Insulinempfindlichkeit der Zellen fördern, den Insulinbedarf reduzieren und somit den Langzeitzuckerwert positiv beeinflussen.
Zimt zur Senkung des Blutzuckerspiegels
Erste Studien am Menschen haben belegt, dass Zimt bei Typ 2 Diabetikern durchaus zu einer Senkung des Blutglukosespiegels beitragen kann. Bei noch nicht vollständig ausgeprägtem Typ 2 Diabetes ohne vorherige medikamentöse Behandlung könnte Zimt unter Umständen eine erfolgreiche erste Therapiealternative darstellen. Es ist wichtig, die maximale Dosierungsempfehlung der Hersteller dabei nicht zu überschreiten und den Blutzuckerspiegel engmaschig zu kontrollieren.
Wenden Sie bereits vom Arzt verschriebene Medikamente zur Senkung des Blutzuckerspiegels an, könnte die zusätzliche Einnahme von Zimt in einer ungünstigen Konstellation zu einer Unterzuckerung führen. Daher wird dringend empfohlen, den Blutzuckerwert regelmäßig zu kontrollieren. Halten Sie vor der ergänzenden Einnahme von Zimt als diätetisches Nahrungsergänzungsmittel unbedingt Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.
Gefährdung von Diabetikern durch Corona
Eine israelische Studie hat gezeigt, dass vor allem Menschen mit Typ 2 Diabetes ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid 19 Verlauf aufweisen. Es wird vermutet, dass zu hohe Blutzuckerwerte und eine verminderte Insulinempfindlichkeit die schnellere Ausbreitung des Virus in den Zellen ermöglichen. Jede zusätzliche Begleiterscheinung des Diabetes, wie Übergewicht oder Bluthochdruck, erhöht das Risiko für einen schweren Verlauf weiter. Ein Vergleich von Datensätzen aus Ländern wie England, Schottland und Schweden belegt, dass das Risiko einer intensivmedizinischen Behandlung mit potenzieller Todesfolge aufgrund einer Corona Infektion bei Diabetes Typ 1 etwa zwei bis viermal höher ist als bei Patienten ohne Diabetes. Bei Diabetes Typ 2 soll das Risiko sogar zwei bis fünfmal höher liegen. Wie für alle Menschen ist auch für Diabetiker die Impfung die wichtigste Schutzmaßnahme. Zudem kann ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und Bewegung dazu beitragen, das Risiko eines schweren Verlaufs zu reduzieren. Sollten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Symptome auftreten, die auf Corona hindeuten, sollten Sie telefonischen Rat bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin einholen. Wahrscheinlich wird die Durchführung eines PCR Tests zur Abklärung der Infektion angeraten. Bei akuter Luftnot oder anderen lebensbedrohlichen Umständen müssen Sie jedoch den Notruf alarmieren und auf die mögliche Corona Infektion hinweisen.
Literatur:
- https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/infektionskrankheiten/coronavirus/diabetes-und-das-coronavirus-wann-kommt-es-zu-schweren-verlaeufen-816827.html
Häufig gestellte Fragen rund um Diabeties mellitus
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Kristin Schöfisch | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Mein Beruf als Pharmazeutisch-technische Assistentin beinhaltet die qualifizierte Beratung zu allen Fragen rund um Gesundheitsthemen, Arzneimittel, Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel. Durch meine Weiterbildung zur Fach-PTA für Homöopathie und Naturheilverfahren verfüge ich über eine besondere Spezialisierung in der Beratung zu pflanzlichen Arzneimitteln und komplementären Behandlungsmethoden. Um stets fachlich auf dem Laufenden zu sein und Ihnen die beste Beratung zu bieten, ist die regelmäßige Fortbildung unerlässlich. Mehr über Kristin Schöfisch
Weitere zum Thema passende BeiträgeWeitere Themen

Wir informieren Sie regelmäßig über:
Top-Angebote
Neuheiten
Gewinnspiele
Gratis-Zugaben
Gutscheine
Tipps & Beratung