Wie funktioniert eine Entschlackungskur?
✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 5 Minuten
Von Marcus Schulze,
Apotheker bei mycare.de
Aktualisiert: 22.09.2025
Eine Entschlackungskur soll dem Körper helfen, Ablagerungen von ungesunder Ernährung und Umweltgiften auszuscheiden. Gesunde Menschen können dies unter ärztlicher Rücksprache tun, Personen mit chronischen Krankheiten sollten jedoch besondere Vorsicht walten lassen. Die Kur basiert auf dem Konsum von viel Wasser und basischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse. Schädliche Stoffe wie Alkohol, Zucker und Fertiggerichte sollten hierbei gemieden werden. Eine solche Kur kann das allgemeine Wohlbefinden steigern und die Gewichtsabnahme fördern, aber auch den Einstieg in eine nachhaltige Ernährungsumstellung erleichtern. Für Schwangere ist eine Entschlackungskur nicht geeignet.
Gründe für die Entgiftung des Körpers
Natürlich ist der Körper in der Lage, sich bis zu einem
gewissen Grad selbst zu entgiften. Wenn aber die Zufuhr an
Giften und unverdaulichen Substanzen zu groß ist, entstehen
schädliche Rückstände. Diese Stoffe
beeinflussen die Gesundheit nachteilig und begünstigen
auf Dauer die Entstehung chronischer Entzündungsprozesse.
Daher ist die Entschlackung eine vorbeugende
Maßnahme, aber auch Teil der Therapie bei Patienten, die unter
Grunderkrankungen leiden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der
Darm, die Lunge oder die Haut betroffen sind und
entgiftet werden müssen.
Argumente für eine Entschlackungskur:
- gesundheitsfördernd,
- förderlich für die Bikinifigur
- schenkt neue Lebensenergie
Vor allem Allergiker oder Menschen mit Verdauungsproblemen können von einer solchen Entschlackung profitieren und bei dieser Gelegenheit mehr über ihren Körper und die wirklich gesunde Ernährung erfahren.

Eignung für eine Entschlackungskur
Eigentlich darf jeder Mensch, der körperlich gesund und
fit ist, heilfasten und seinen Körper entwässern und
entschlacken.
Menschen mit folgenden Erkrankungen sollten vor einer Fastenkur
ihren Arzt konsultieren:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Nierenproblemen
- Diabetes
- Schlaganfallpatienten
- weiteren chronischen Krankheiten
Bei größeren gesundheitlichen Problemen sollte eine solch starke Diät-Maßnahme nur unter ständiger Aufsicht eines Arztes oder kundigem Fachpersonal stattfinden. Gerade bei dem Thema „Übergewicht“ raten Ärzte, die Kur langsam zu beginnen. Radikalkuren können dem Organismus schaden und haben ein hohes Rückfallpotential.
Was Sie beachten müssen
Bei Kuren zur Entschlackung, zum Entwässern und dem Heilfasten
ist es wichtig, sich die Zeit einzuräumen, die
stressfrei zur Verfügung steht. Manche
Menschen entscheiden sich dafür, die Urlaubszeit zu verwenden,
andere können nur ein Wochenende aufbringen. Auch zwei oder
drei Tage helfen schon, den Körper zu reinigen und zu
entgiften. Es sollten möglichst mehr als 24
Stunden sein.
Am besten ist es, vor Beginn der Fasten- oder Entschlackungskur
einen Check-up beim Arzt zu machen. Gibt der
Mediziner „Grünes Licht“, steht dem Heilfasten und Entwässern
nichts im Weg. Die ersten Tage des Entschlackens und der
Entwässerung werden von kleinen Erfolgserlebnissen gekrönt sein
und das Abnehmen macht regelrecht Spaß. Je länger man fastet,
desto länger braucht es aber, bis der Körper seine Fettreserven
preisgibt.
Funktionsweise des freiwilligen Verzichts
Wer zu Hause entschlacken, entwässern, entgiften, abnehmen und
seine Ernährung umstellen möchte, sollte die Fastenkur
vorzugsweise unter Rücksprache mit dem Arzt
angehen.
Des Weiteren sollten schon vor der Kur alle qualitativ
hochwertigen Zutaten besorgt und die Familie eingeweiht werden.
Das Entschlacken gestaltet sich einfacher, wenn die ganze
Familie teilnimmt. Da dies aber nur selten funktioniert, ist es
von Vorteil, sich einen festen Plan zu erstellen und sich eine
für die Fastenzeit notwendige Ruhezone zu
schaffen.
Sollten während der Fastenkur gesundheitliche Probleme (zum
Beispiel mit dem Kreislauf) auftreten, sollte das weitere
Vorgehen mit Ihrem Arzt besprochen werden. Eventuell muss die
Entschlackungskur unterbrochen oder angepasst werden.
Richtige Ernährung beim Entschlacken
Damit sich der Organismus von Ablagerungen befreien kann, haben so gut wie alle Entschlackungskuren eins gemeinsam: Viel Wasser trinken, denn durch das Ausschwemmen der Gifte wird der Körper gleichzeitig entwässert. Auch die Nahrung sollte viel Flüssigkeit enthalten.
Nicht erlaubt sind:
- Fertiggerichte
- Zucker
- starke Gewürze
- Alkohol und Nikotin
- Kaffee und koffeinhaltige Getränke nur in kleinen Mengen
Tipp: Wer unter Hunger oder Müdigkeit leidet, kann sich mit heißem Wasser helfen, das in kleinen Schlucken genossen wird.
Unterstützung beim Entgiften des Körpers
Eine gute Hilfe bei der Entschlackungskur und Entwässerung können Schüßler-Salze sein, vor allem das Trio der Salze 6, 10 und 12:
- Morgens Kalium sulfuricum D6 (Schüßler Salz Nr. 6)
- Mittags Natrium sulfuricum D6 (Schüßler-Salz Nr. 10)
- Abends Calcium sulfuricum D6 (Schüßler-Salz Nr. 12
Die Tabletten lässt man auf der Zunge zergehen. Das
Schüßler-Salz Nr. 6, das Salz der
Entschlackung, und das Schüßler-Salz Nr. 10, das
Salz der Inneren Reinigung, bilden die Basis
der Kur. Mit dem Schüßler-Salz Nr. 12, dem Salz der
Gelenke, Binde- und Stützgewebe, rundet man das Trio
sinnvoll ab.
Im Allgemeinen hat sich eine Anwendungszeit von vier
bis sechs Wochen bewährt. Außerdem gibt es
verschiedene Nahrungsergänzungsmittel, die Ihnen bei der
Entwässerung Ihres Körpers helfen können.
Heilerde oder
Brennnessel sind unter anderem die Inhaltsstoffe in den
Präparaten, die überschüssige Flüssigkeit und Schlacken aus dem
Körper schwemmen können.
Empfohlene Nahrungsmittel
Entschlacken und entgiften bedeutet nicht zu hungern. Allerdings sollten die Mahlzeiten möglichst basisch sein. Dafür eignen sich:
- Bananen
- Kartoffeln
- Fenchel
- Rucola
- Möhren
- viele weitere Nahrungsmittel
Es empfiehlt sich, für die begrenzte Zeit der Entschlackungskur
auf Fleisch zu verzichten.
Ein Basentee kann die Lebensmittel prima ergänzen, wird von
Kräutertee-Liebhabern als sehr wohlschmeckend bewertet und
wirkt unterstützend. Außerdem hat man so die Möglichkeit, neben
Wasser auch ein Getränk mit Geschmack zu trinken.
Darüber hinaus sollte genügend Zeit für Pausen bleiben. Ein
gutes Buch, ein Waldspaziergang, viel Schlaf und
leichter Sport können dazu beitragen, dass sich der
Körper selbst reinigt.
Mögliche Auswirkungen einer Entschlackungskur
Heilfasten sowie die Entwässerungs- und Entschlackungskuren sind, wenn man es so sehen mag, der Einstieg in eine nachhaltige Umstellung der Ernährung. Wer nach der Fastenkur auf eine kalorienarme, ausgewogene Ernährung achtet, wird dauerhaft belohnt.
Entgiftung/Selbstreinigung: Der Körper bekommt die Gelegenheit, sich von Giftstoffen und Wassereinlagerungen zu befreien: Bereits 14 bis 16 Stunden Nahrungsverzicht reichen, um das Selbstreinigungsprogramm des Körpers zu aktivieren.
Abnehmen: Laut dem Fasten-Forscher Madeo beginnt der Körper nach stunden- und tagelanger Abstinenz seine eigenen (Eiweiß-) Reserven zu verwerten. Alles Verwertbare wird in neue Energie umgesetzt. Dabei purzeln die Pfunde, Altlasten (Giftstoffe bzw. Stoffwechselabfallprodukte) werden automatisch entsorgt. Wenn Adipöse über einen längeren Zeitraum fasten, sollte ggf. Eiweiß zugeführt werden.
Gesundheit: Etwaige Viren und Bakterien werden automatisch entsorgt und es geht ihnen in dieser Zeit kräftig an den Kragen.
Alterungsprozess: Der Organismus wird durch diesen Reinigungsprozess gestärkt, was sich zudem positiv auf den Alterungsprozess auswirken kann.
Betroffene, die mehrere Tage fasteten, sprachen von einer wohltuenden Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens. Und nicht nur das: Beschwerden im Magen-Darm-Trakt wurden gelindert oder verschwanden ganz.
Weiterhin hilft richtig fasten mit einer Heilfasten-Kur, chronischen Erkrankungen vorzubeugen und vorhandene Erkrankungen wie zum Beispiel Rheuma, Gicht oder Arthritis achtsam abzuschwächen. Außerdem kann eine kurze Heilfastenkur leicht blutdrucksenkend und abwehrstärkend wirken.
Sonderfall: Funktioniert eine Entschlackungskur während der Schwangerschaft
An Ödemen leiden viele Schwangere. Das Gute: Nach der Geburt
verschwinden diese von allein wieder.
Die herkömmlichen Mittel zum Entwässern sollten daher
nicht eingesetzt werden. Auch Entwässerungstees sind
in der Schwangerschaft nicht angeraten.
Wenn zu den Wassereinlagerungen weitere Symptome hinzukommen,
wie Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerzen, sollten Schwangere
zum Arzt gehen. Dies können Anzeichen einer
Präeklampsie, auch Schwangerschaftsvergiftung genannt, sein.
Stattdessen können Schwangere folgendes tun:
- Beine hochlegen: Sie sollten möglichst oft Ihre Beine hochlegen. Auch beim Schlafen sollten die Beine am besten höher liegen als das Becken.
- Fußbäder: Fußbäder mit Salz können auch schnell gegen geschwollene Füße und Beine helfen
- Kleidung: Enge Kleidung sollte generell in der Schwangerschaft vermieden werden.
- Ernährung: Eine gute, ausgewogene Ernährung und viel trinken kann außerdem helfen.
- Bewegung: Hier hilft regelmäßige Bewegung, vor allem Schwimmen.
Häufig gestellte Fragen rund um die Entschlackungskur
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unseren Autor:
Marcus Schulze | Apotheker in der Kreisel-Apotheke
Ich bin seit 2016 Apotheker und seit Mitte 2017 bei mycare in der Kreisel-Apotheke tätig. Ich berate gerne umfassend zu allen Gesundheitsfragen. Durch ständiges Lernen nach dem Studium erweitere ich meine Beratungskompetenzen abseits der üblichen Medikamente, um so dem Kunden ein breites Wissen anbieten zu können. Mehr über M. Schulze
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