Die wichtigsten Fakten zur Fettstoffwechselstörung

✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 4 Minuten

Von Dr. Leonie Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 23.09.2025

Ältere, übergewichtige Frau sitzt auf einem Sofa und hält sich ihre Herzregion vor Schmerzen

Eine Fettstoffwechselstörung liegt vor, wenn die Blutfettwerte, wie Cholesterin oder Triglyceride, zu hoch sind. Sie wird oft erst bei Routineuntersuchungen entdeckt, da sie anfangs meist keine Symptome verursacht. Die Hauptursachen sind ungesunde Lebensweisen wie schlechte Ernährung, mangelnde Bewegung und Übergewicht. Diese Störung erhöht das Risiko für Arterienverkalkung, Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Behandlung zielt in erster Linie darauf ab, den Lebensstil zu verbessern, vor allem durch gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Bei Bedarf werden Medikamente eingesetzt, um die Werte zu senken.


Fettstoffwechselstörung - kurz erklärt

Eine Fettstoffwechselstörung liegt vor, wenn im Blut enthaltene Fette eine zu hohe Konzentration aufweisen. Es gibt körpereigene Fette und Fette, die wir über Lebensmittel zu uns nehmen; diese liefern dem Körper Energie. Eine Fettstoffwechselstörung kann dazu führen, dass Fette nicht ordnungsgemäß verarbeitet, transportiert oder abgebaut werden, was zu einer Reihe von gesundheitlichen Problemen führen kann.

Infografik Fettstoffwechselstörung: Risikofaktoren, Symptome & Behandlung

Arten der Fettstoffwechselstörung

Es gibt verschiedene Arten von Fettstoffwechselstörungen, darunter:

  • Hypercholesterinämie: Ein hoher Cholesterinspiegel im Blut, der das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann.
  • Hypertriglyceridämie: Ein hoher Triglyceridspiegel im Blut, der auch das Risiko für Herzkrankheiten erhöhen kann.
  • Familiäre Hypercholesterinämie: Eine genetisch bedingte Störung, bei der der Körper überschüssiges Cholesterin nicht effektiv abbauen kann.
  • Lipoprotein-A-Erhöhung: Eine Erhöhung des Lipoprotein-A-Spiegels im Blut, was auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann.

Haufigkeit von Fettstoffwechselstörungen

Fettstoffwechselstörungen sind relativ häufig und können Menschen jeden Alters betreffen. Ihr Auftreten hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich Genetik, Ernährung, Lebensstil und Gesundheitszustand. Einige Arten von Fettstoffwechselstörungen wie Hypercholesterinämie und Hypertriglyceridämie sind in der Bevölkerung weit verbreitet, während andere, wie familiäre Hypercholesterinämie, seltener vorkommen.

Ursachen einer Fettstoffwechselstörung

Eine Fettstoffwechselstörung kann durch eine Vielzahl von Ursachen entstehen. Häufige Ursachen sind die genetische Veranlagung und Lebensstilfaktoren. Mehrheitlich sind Fettstoffwechselstörungen nicht vererbt, sondern Folge anderer Faktoren oder Krankheiten (so genannte sekundäre Hypercholesterinämie).

Einfluss von Lebensstil und sozialen Faktoren

Der Lebensstil und soziale Faktoren spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Fettstoffwechselstörungen. Eine ungesunde Ernährung, die reich an gesättigten Fetten, Transfetten und Zucker ist, kann zu einem Anstieg von Cholesterin und Triglyceriden im Blut führen. Fettleibigkeit, Bewegungsmangel, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum sind ebenfalls Risikofaktoren.

Risikofaktoren

Ein großer Teil der Erkrankungen ist genetisch mitbedingt. In diesen Fällen sprechen wir von einer primären Fettstoffwechselstörung.

Weitere Fälle sind sekundäre Fettstoffwechselstörungen, diese werden durch die Lebensweise des Betroffenen oder eine Vorerkrankung ausgelöst:

  • Eine Ernährung, die reich an gesättigten Fetten und Zucker ist, erhöht das Risiko.
  • Übergewicht und Fettleibigkeit sind mit einem erhöhten Risiko für Fettstoffwechselstörungen verbunden.
  • Ein inaktiver Lebensstil kann das Risiko erhöhen.
  • Rauchen kann den Fettstoffwechsel beeinträchtigen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
  • Übermäßiger Alkoholkonsum kann zu einem Anstieg von Triglyceriden im Blut führen und das Risiko für Fettstoffwechselstörungen erhöhen.
  • Zuckererkrankung (Diabetes mellitus)
  • Lebererkrankungen
  • Nephrotisches Syndrom (Sammlung von verschiedenen Symptomen bei Erkrankungen der Nierenkörperchen)
  • Magersucht
  • Die Einnahme von Betablockern (zum Beispiel bei Herzkrankheiten), Östrogenen (zum Beispiel Anti-Baby-Pille), Diuretika (Wassertreibende Mittel) oder Glukokortikoiden (zum Beispiel Kortison) können zu einer Fettstoffwechselstörung beitragen.

Symptome einer Fettstoffwechselstörung

Fettstoffwechselstörungen verursachen oft keine offensichtlichen Symptome und werden daher häufig erst bei routinemäßigen Blutuntersuchungen entdeckt.

Bei genetisch bedingten Erkrankungen treten im längeren Verlauf charakteristische Knötchen (Xanthome) auf. Dies äußert sich durch eine Gelbfärbung der Haut. Es kann des Weiteren zu gelblichen, fetthaltigen Ablagerungen auf der Haut der Ober- oder Unterlider der Augen (Xanthelasma) kommen. Ferner können Schmerzen in der Bauchgegend (durch eine mögliche Pankreatitis), Schmerzen in der Brust und/oder Arm oder in den Beinen (Schaufensterkrankheit) durch Fettablagerungen in Arterien (Arteriosklerose) auftreten. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen.

Komplikationen einer Fettstoffwechselstörung

Durch Störungen des Fettstoffwechsels können weitere Erkrankungen entstehen - zum Beispiel ist ein Risiko, dass sich aufgrund erhöhter Fettwerte zu viele Ablagerungen an den Rändern der Blutgefäße festsetzen und diese sich verengen und schlimmstenfalls verstopfen, falls sich die Plaques lösen. Dabei kann es unter anderem zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen.

Diagnose einer Fettstoffwechselstörung

Die Entwicklung von Symptomen bei einer Fettstoffwechselstörung vollzieht sich schleichend und zeigt die Erkrankung oft erst zu einem späten Zeitpunkt. Ab Mitte 30 ist es deshalb empfehlenswert, die Blutwerte regelmäßig überprüfen zu lassen. Bei einer Analyse des Blutes werden vor allem LDL-und HDL-Wert ermittelt, es kann zudem das Gesamtcholesterin und die Höhe der Triglyceride festgestellt werden.

Eine Fettstoffwechselstörung liegt vor, wenn einer oder mehrere dieser Werte über einen längeren Zeitraum außerhalb des Normbereichs liegen. Weitere Tests wie Lipoprotein-Analysen können durchgeführt werden. Eine familiäre Anamnese und körperliche Untersuchung können ebenfalls bei der Diagnosestellung helfen.

Behandlung einer Fettstoffwechselstörung

Die Behandlung einer Fettstoffwechselstörung zielt darauf ab, den Cholesterin- und Triglyceridspiegel im Blut zu senken und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern. Gefährlich wird ein zu hoher Cholesterinwert meist im Zusammenspiel mit anderen Risikofaktoren wie Rauchen, zu wenig Bewegung, Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Übergewicht. Menschen mit einer Fettstoffwechselstörung wird empfohlen, sich aktiv mehr zu bewegen und sich gesund zu ernähren. Cholesterinwerte können mit Statinen zudem aktiv gesenkt werden.

Ernahrungsanpassung

Das meiste Cholesterin stellt der Körper selbst her. Nur einen kleinen Teil nehmen wir über die Nahrung auf. Trotzdem ist eine gesunde Ernährung ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Fettstoffwechselstörungen. Empfohlen ist die Mittelmeerküche Sie ist reich an frischem Gemüse, Obst, Salaten, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Fisch, Nüssen, Kräutern und Olivenöl.

Chirurgische Optionen

Es gibt chirurgische Optionen für bestimmte Fettstoffwechselstörungen, insbesondere wenn sie mit schwerwiegenden Gesundheitsproblemen wie stark erhöhten Cholesterinwerten einhergehen. Ein Beispiel dafür ist die familiäre hypercholesterinämische Störung, bei der eine genetische Veranlagung zu extrem hohen Cholesterinwerten führt und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stark erhöht.

Eine der chirurgischen Optionen ist die Lipidapherese, ein Verfahren, bei dem das Blut ähnlich wie bei der Dialyse durch eine Maschine geleitet wird, um überschüssiges Cholesterin und andere Lipide zu entfernen. Dies kann dazu beitragen, die Cholesterinwerte zu senken und das Risiko von Herz-Kreislauf-Komplikationen zu verringern. Allerdings ist die Lipidapherese ein invasives Verfahren und wird in der Regel nur bei Patienten mit schwerwiegender Fettstoffwechselstörung eingesetzt, die nicht ausreichend auf andere Behandlungen ansprechen.

Eine Behandlung zielt darauf ab, die Blutfettwerte wieder zu senken. Grundsätzlich trägt eine gesunde Lebenshaltung dazu bei, den Fettstoffwechsel zu regulieren. Dies ist aber nicht immer möglich. Zusätzlich können Medikamente die Blutfettwerte senken.

Alternative Ansatze bei Fettstoffwechselstörung

Alternative Ansätze können bei der Behandlung von Fettstoffwechselstörungen helfen, insbesondere wenn sie als Ergänzung zu einer medikamentösen Therapie und Lebensstiländerungen eingesetzt werden:

  • Eine gesunde Ernährung kann dazu beitragen, die Cholesterinwerte zu kontrollieren und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern. Dies umfasst den Verzehr von ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie den Verzicht auf gesättigte Fette.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität kann dazu beitragen, das LDL-Cholesterin zu senken und das HDL-Cholesterin zu erhöhen. Ausdauersportarten wie Joggen, Nordic-Walking, Langlauf, Wandern, Radfahren und Schwimmen sind besonders geeignet, um den Cholesterinspiegel günstig zu beeinflussen.

Nutzen von Omega-3-Fettsauren zur Senkung des Cholesterinwerts

Es ist allgemein bekannt, dass Supplemente mit Omega-3-Fettsäuren helfen, den Cholesterinwert zu senken. Dazu existieren viele Studien. Eine Übersichtsarbeit1 kam nun zum Schluss, dass es keine Indikation für das Supplementieren der Nahrung mit marinen Omega-3-Fettsäuren gibt. In einer ausgewogenen Diät nehmen wir genügend pflanzliche und tierische Omega-3-Fettsäuren auf. Die Evidenz aus randomisierten Studien zeigt, dass zusätzliche marine Omega-3-Fettsäuren keinen positiven Effekt auf die Gesundheit haben.

Trotzdem ist es wichtig zu wissen, dass ungesättigte Fettsäuren gesünder sind als gesättigte Fettsäuren. Diese sollten regelmäßig Teil des Speiseplans sein.

Auswirkungen einer Fettstoffwechselstörung auf den Alltag

Menschen mit einer Fettstoffwechselstörung benötigen in der Regel regelmäßige Arztbesuche, um ihre Cholesterinwerte zu überwachen und ihre Behandlung anzupassen; dies kann mühsam sein. In einigen Fällen können Personen mit schweren Fettstoffwechselstörungen Einschränkungen bei körperlicher Aktivität haben, insbesondere wenn sie bereits Symptome von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Wenn man lebenslang Medikamente einnehmen muss, kann dies zu psychischer Belastung führen.




Häufig gestellte Fragen rund um die Fettstoffwechselstörung

Was ist eine Fettstoffwechselstörung?
Welche Arten von Fettstoffwechselstörungen gibt es?
Was sind die Ursachen für eine Fettstoffwechselstörung?
Welche Symptome können bei einer Fettstoffwechselstörung auftreten?
Wie wird eine Fettstoffwechselstörung behandelt?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin Ärztin Dr. Leonie Dolder

Über unsere Autorin:

Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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