12 Fragen zur medizinischen Anwendung von Eukalyptus: Ein Apotheken-Ratgeber
✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten
Von Lisa Stenschke,
Apothekerin bei mycare.de
Aktualisiert: 23.09.2025
Eukalyptus ist eine vielseitige Heilpflanze, die für ihre antibakteriellen, antiviralen, entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften geschätzt wird. Das aus den Blättern gewonnene ätherische Öl, insbesondere das enthaltene Cineol, ist effektiv bei Erkältungen und Grippe, indem es zähen Schleim löst und die Atemwege befreit. Es wird zur Inhalation und äußerlich zur Durchblutungsförderung bei Muskelschmerzen genutzt. Wegen potenzieller Nebenwirkungen sollten Sie Eukalyptusöl nicht im Mund-Nasen-Bereich von Säuglingen oder Kleinkindern anwenden. Asthmatiker, Schwangere und Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen sollten die Anwendung vorher mit einem Arzt besprechen.
Erkennungsmerkmale der Eukalyptus-Pflanze
Eukalyptus ist überwiegend als Baum bekannt, kann jedoch gelegentlich auch als Strauch auftreten und bildet dabei aufrechte Kronen. Die Rinde variiert je nach Art von hell- bis silbergrau und neigt dazu, in länglichen Platten abzublättern. Die Blätter sind länglich geformt und zeigen Farbtöne von Grün über Blaugrün bis hin zu Silbergrau. Die einzelnen Blüten erscheinen in verkürzten Blütenständen und zeichnen sich durch auffällige Staubblätter aus, die je nach Art weiß, gelb oder rot gefärbt sind.
Erkenntnisse zum medizinischen Nutzen
Der deutschsprachige Botaniker Ferdinand von Mueller trug maßgeblich zur Verbreitung des Wissens über die Eukalyptuspflanze bei. Im 19. Jahrhundert brachte er sein umfangreiches Wissen über diese Pflanze nach Europa und förderte ihre weltweite Bekanntheit.
In Australien nutzen die Aborigines seit Jahrhunderten die Blätter des Eukalyptusbaums als vielseitiges Heilmittel. Sie setzten sie unter anderem zur Behandlung von Wunden und Verbrennungen, zur Linderung entzündeter Insektenstiche, zur Fiebersenkung und zur Behandlung von Malaria ein.
Eukalyptusöl
Die Gattung Eukalyptus umfasst über 600 Arten, von denen jedoch nur etwa 20 zur Gewinnung ätherischer Öle genutzt werden. Die bedeutendste und bekannteste Art in diesem Zusammenhang ist Eucalyptus globulus, der Blaue Eukalyptus, der in der Medizin zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet wird.

Gewinnung des Öls
Die älteren Blätter des Eukalyptusbaums besitzen die größte Menge an Inhaltsstoffen. Im Vergleich zu den jungen, kleineren Blättern weisen sie die höchste Konzentration an ätherischen Ölen auf. Diese Öle werden durch ein aufwendiges Verfahren der Wasserdampfdestillation aus den Blättern extrahiert.
Pharmakologische Eigenschaften des Eukalyptusöls
Eukalyptusöl wird weltweit für kosmetische, pharmazeutische und nutrazeutische (z.B. medizinische Lebensmittel) Zwecke verwendet, vor allem wegen seiner
- antibakteriellen,
- antiviralen,
- antimykotischen,
- entzündungshemmenden und
- insektenabweisenden Eigenschaften.
Wirkung von Eukalyptusöl bei Erkältungen oder Grippe
Das Cineol im Eukalyptusöl unterstützt bei Erkältungen dabei, zähen Schleim in den Nasennebenhöhlen oder Bronchien zu lösen.
Wirkung als Inhalation
Das Inhalieren von Eukalyptus wird bei Erkältungen, grippalen Infekten, Nasennebenhöhlenentzündungen und Schnupfen empfohlen. Das enthaltene Cineol befreit dabei die Atemwege. Mehrfaches Inhalieren (zwei- bis dreimal täglich) ist unbedenklich.
Wirkung des Öls auf die Haut
Eukalyptusöl hat antiseptische, durchblutungsfördernde und hautregenerierende Eigenschaften und wird daher häufig in Wund-, Heil- und Schmerzsalben eingesetzt. Außerdem findet es zur Entspannung in Kneipp Badekristalle Erkältungszeit oder Duschbädern wie dem Kneipp 2in1 Dusch-Tonic Männer Verwendung.
Nutzen von Eukalyptusöl bei Muskelschmerzen
Eukalyptusöl kann aufgrund seiner durchblutungsfördernden und entzündungshemmenden Eigenschaften bei Muskelschmerzen hilfreich sein. Das Einmassieren in schmerzende Gelenke oder Muskelpartien fördert die Durchblutung und kann Krämpfe lindern.
Mögliche Nebenwirkungen von Eukalyptusöl
Ja, Eukalyptusöl sollte bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Mund-Nasen-Bereich angewendet werden, da es Atemnot verursachen kann. Empfindliche Personen können bei der Einnahme von Eukalyptuskapseln oder -tropfen Nebenwirkungen wie Magenschmerzen, Durchfall oder Übelkeit erfahren. In solchen Fällen sollte vorsichtig mit niedrigen Dosen begonnen oder gegebenenfalls auf die Anwendung verzichtet werden.
Gegenanzeigen für Eukalyptus
Bei Säuglingen und Kleinkindern wird von der Verwendung von Eukalyptus abgeraten, insbesondere wenn Kampfer oder Menthol enthalten sind, da dies Atemnot verursachen kann.
Asthmatiker sollten vor der Einnahme von Eukalyptus-Produkten Rücksprache mit ihrem Arzt halten und Eukalyptus keinesfalls inhalieren, da dies einen Asthmaanfall auslösen könnte.
Menschen mit entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen, Gallenproblemen oder Lebererkrankungen sollten auf die Anwendung von Eukalyptus verzichten.
Anwendung von Eukalyptus bei Kindern und Schwangeren
Kinder können Eukalyptus verwenden, jedoch sollte bei Säuglingen und Kleinkindern der Mund-Nasen-Bereich ausgespart werden. Schwangere sollten die Anwendung von Eukalyptus mit ihrem Arzt besprechen, da eine hohe Konzentration Wehen auslösen könnte.
Häufig gestellte Fragen rund um Eukalyptus
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Lisa Stenschke | Apothekerin in der Robert-Koch-Apotheke
Seit 6 Jahren bin ich Apothekerin und von Anfang an mit Herzblut hauptsächlich in den Vor-Ort-Apotheken von myCare e.K. im Einsatz. Eine kompetente, umfassende und vertrauensvolle Beratung der Patienten ist mir sehr wichtig. Auch bei Instagram und Facebook freue ich mich bei "Frag Lisa" auf das Interesse an unseren Produkten. Mehr über L. Stenschke
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