Trockene Hände pflegen: Schnelle Hilfe bei rauer und rissiger Haut

✓ Pharmazeutisch - Lesezeit: 4 Minuten

Von Juliane Penk, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 29.06.2026

Nahaufnahme von extrem trockenen, rauen Händen mit geröteter Hautbarriere und leichtem Juckreiz bei einem Mann.

Trockene Hände sind ein weit verbreitetes Problem, bei dem die Haut nicht nur unangenehm spannt, sondern auch juckt, schuppt oder sogar rissig wird. Unsere Hände sind täglich vielen Belastungen ausgesetzt und reagieren empfindlich auf äußere Einflüsse. Doch was macht die Haut an den Händen so anfällig für Trockenheit? Und wie können Sie Ihre rissigen Hände wieder geschmeidig pflegen? Dieser Ratgeber beleuchtet die Ursachen, erklärt die Bedeutung Ihrer Hautbarriere und gibt Ihnen praktische Tipps für eine effektive Pflege und den richtigen Schutz, um trockenen Händen vorzubeugen.

Ursachen: Warum werden die Hände so leicht trocken und rau?

Die Haut an unseren Händen ist einzigartig und besonders beansprucht. Im Gegensatz zu anderen Körperbereichen besitzen die Handinnenflächen kaum Talgdrüsen. Das bedeutet, sie bilden nur wenig schützenden Hydro-Lipid-Film, der normalerweise Feuchtigkeit einschließt und die Haut geschmeidig hält. Dadurch verliert die Hornschicht leichter Wasser und die Haut wird schneller rau und rissig.

Zusätzlich belasten viele Alltagsfaktoren unsere Hände stark:

  • Häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife
  • Feuchtarbeit in Berufen oder im Haushalt
  • Der Gebrauch von Desinfektionsmitteln
  • Kalte und trockene Luft, besonders im Winter
  • Der Kontakt mit Reinigungschemikalien

All diese Faktoren greifen die natürliche Hautbarriere an. Das kann zu entzündlichen Handekzemen oder Abnutzungsekzemen führen. Besonders Menschen in Pflegeberufen, im Lebensmittelbereich oder bei intensiver Hausarbeit leiden häufig unter trockenen Händen.

Symptome und Begleiterscheinungen: Wenn die Hautbarriere streikt

Unsere Haut schützt uns wie ein intelligenter Mantel. Die äußerste Schicht, die Hornschicht, besteht aus eng verzahnten Hornzellen, die in eine Lipidmatrix, also eine Fettschicht, eingebettet sind. Zusammen mit dem Hydro-Lipid-Film bilden sie eine zentrale Hautbarriere. Diese Barriere verhindert, dass Feuchtigkeit entweicht, und schützt uns vor äußeren Reizen.

Wenn Wasser, Tenside (in Seifen und Reinigungsmitteln) oder Lösungsmittel diese wichtigen Lipide auswaschen, entstehen Spannungsgefühle. Die Haut wird rau, schuppt sich und es können sich schmerzhafte Risse an den Händen bilden. Eine rückfettende Pflege mit Fetten sowie Feuchthaltemitteln wie Urea und Glycerin hilft, diese Barriere zu stabilisieren, die Hornschicht zu durchfeuchten und die Haut wieder geschmeidig zu machen.

Trockene Haut, Handekzem und Neurodermitis unterscheiden

Es ist wichtig, einfache trockene Hände von ernsthafteren Hauterkrankungen zu unterscheiden:

  • Rein trockene Haut zeigt meist Rauigkeit, feine Schuppen und gelegentlich Spannungsgefühle.
  • Ein Handekzem verursacht zusätzlich Rötung, Entzündung, Bläschen, Nässen, starke Risse und oft heftigen Juckreiz.

Handekzeme können verschiedene Ursachen haben: Sie können durch Reizstoffe (irritativ), Allergien (allergisch) oder durch eine Veranlagung (atopisch) entstehen. Sie treten häufig bei Menschen mit vorbestehender Neurodermitis, bei intensiver Feuchtarbeit oder bei Kontaktallergien auf.

Wenn ein Handekzem länger besteht oder sich trotz Pflege nicht bessert, empfehlen Fachleute eine genaue Untersuchung. Dazu gehören eine Befragung zu Ihren Gewohnheiten (Anamnese), eventuell ein Epikutantest auf Allergien und eine Kombination aus Basispflege und entzündungshemmender lokaler Therapie. Dabei kommen moderne Kortisoncremes oder Calcineurininhibitoren zum Einsatz.

Die richtige Handpflege: So können Sie trockene Hände pflegen

Eine konsequente Basispflege ist der wichtigste Schritt, um die Hautbarriere an Ihren Händen zu regenerieren. Setzen Sie auf feuchtigkeitsspendende, rückfettende und hautberuhigende Cremes oder Salben.

  • Wählen Sie pH-hautneutrale, duftstoffarme Präparate. Achten Sie auf Inhaltsstoffe wie Urea und Glycerin als Feuchtigkeitsbinder. Lipide wie Sheabutter oder Ceramide helfen, den Hydro-Lipid-Film wieder aufzubauen und Spannungsgefühle zu mildern.
  • Cremen Sie Ihre Hände nach jedem Waschen und mindestens zweimal täglich großzügig ein.
  • Bei sehr trockenen, rissigen Händen helfen reichhaltige, fettreiche Texturen. Tragen Sie diese idealerweise abends dick auf und ziehen Sie leichte Baumwollhandschuhe darüber. So kann die Creme als Intensivkur über Nacht einwirken und tief in die Haut eindringen.

Hausmittel bei trockenen Händen: Sanfte Unterstützung aus der Küche

Hausmittel wie Handbäder mit Pflanzenölen (z.B. Olivenöl), Quark- oder Joghurtmasken mit Honig, Aloe Vera oder Haferflockenaufgüsse können trockene Hände kurzfristig rückfetten und beruhigen. Sie eignen sich gut als Ergänzung zur medizinischen Basispflege.

Wichtiger Hinweis:

Die Wirksamkeit von Hausmitteln ist wissenschaftlich weniger gut belegt als die von standardisierten Pflegeprodukten. Vorsicht ist geboten: Pflanzliche Inhaltsstoffe wie Kamille oder ätherische Öle können bei empfindlicher Haut Kontaktallergien oder ein Ekzem auslösen. Bei tiefen Rissen, offenen oder nässenden Stellen sowie bei Verdacht auf ein Ekzem oder Neurodermitis reichen Hausmittel nicht aus. Suchen Sie hier eine Ärztin oder einen Arzt auf und verwenden Sie geeignete medizinische Cremes.

Fazit: Konsequenter Schutz schützt vor Feuchtigkeitsverlust

Trockene Hände sind oft eine Folge der besonderen Hautstruktur und täglicher Belastungen. Eine intakte Hautbarriere ist der beste Schutz. Setzen Sie auf eine konsequente Pflege mit rückfettenden Cremes, die Feuchtigkeit spenden und Lipide ergänzen. Schützen Sie Ihre Hände im Alltag vor reizenden Stoffen und Kälte. Bei anhaltenden Beschwerden, starkem Juckreiz oder Anzeichen eines Handekzems suchen Sie unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt auf, um die Ursache abzuklären und eine gezielte Therapie einzuleiten.

Häufig gestellte Fragen rund um trockene Hände

Welches ist die beste Handcreme für trockene Hände?
Was ist am besten für trockene Hände?
Was hilft gegen extrem trockene und rissige Hände?
Wann sollte ich mit trockenen, rissigen Händen zum Arzt gehen?
Sind Hausmittel wie Olivenöl oder Honig für rissige Hände sinnvoll?

Literatur

  1. https://www.mein-allergie-portal.com/kontaktallergie/1076-trockene-haut-allergisches-hautekzem-was-ist-der-unterschied.html
  2. https://www.mein-allergie-portal.com/kontaktallergie/376-handekzeme-symptome-ursachen-diagnose-und-therapie.html
  3. https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-053l_S2k_Diagnostik-Praevention-Therapie-Handekzem_2023-05.pdf

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin PTA Juliane Penk

Über unsere Autorin:

Juliane Penk | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Mein Beruf als Pharmazeutisch-technische Assistentin beinhaltet insbesondere die Beratung zu Gesundheitsthemen, Arzneimitteln, Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln, aber auch zu Pflegeprodukten. Um zu Neuheiten auf dem Laufenden zu bleiben, sind regelmäßige Fortbildungen wichtig. Mehr über Juliane Penk

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