Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Schutz für Ihr Herz und Ihre Lebensqualität
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Von Lisa Stenschke, Apothekerin bei mycare.de
Aktualisiert: 16.07.2026

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen weltweit. Sie betreffen das Herz und die Blutgefäße und können ernste Folgen haben, von Herzinfarkt bis Schlaganfall. Doch oft lassen sich diese Krankheiten durch bewusste Entscheidungen im Alltag beeinflussen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was Herz-Kreislauf-Erkrankungen genau sind, welche Risikofaktoren eine Rolle spielen und wie Sie Ihr Herz aktiv schützen können. Wir zeigen Ihnen, wie ein gesunder Lebensstil Ihre Herzgesundheit stärkt und wann Sie medizinischen Rat suchen sollten.
Herz und Blutgefäße: Eine wichtige Einheit
Der Begriff „kardiovaskulär“ beschreibt alle Erkrankungen, die Ihr Herz und Ihre Blutgefäße betreffen. Dies schließt die Herzkranzgefäße, Herzklappen, das Reizleitungssystem des Herzens sowie die Arterien und Venen im ganzen Körper ein. Eine zentrale Ursache für viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist die Arteriosklerose, oft umgangssprachlich Gefäßverkalkung genannt. Hierbei lagern sich Fette, Entzündungszellen und Bindegewebe in den Gefäßwänden ab. Diese Ablagerungen verengen oder verhärten die Gefäße und behindern den Blutfluss.
Vielfältige Formen: Das Spektrum der Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen umfassen eine breite Palette an Beschwerden, die von chronischen Zuständen bis zu akuten Notfällen reichen:
- Koronare Herzkrankheit (KHK): Hierbei verengen sich die Herzkranzgefäße, die das Herz selbst mit Blut versorgen. Dies kann zu Angina pectoris (Brustenge) und im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt führen.
- Herzinsuffizienz: Eine Herzschwäche, bei der die Pumpleistung des Herzens nicht mehr ausreicht, um den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen.
- Herzklappenerkrankungen: Funktionsstörungen der Herzklappen, die den Blutfluss im Herzen behindern oder zum Rückfluss führen.
- Herzrhythmusstörungen: Dazu gehört beispielsweise Vorhofflimmern, eine unregelmäßige Herzschlagfolge, die das Schlaganfallrisiko erhöht.
- Gefäßbedingte Erkrankungen: Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) betrifft die Arterien der Beine. Zerebrovaskuläre Ereignisse wie der Schlaganfall betreffen die Blutgefäße im Gehirn.
Warnsignale erkennen: Akute Notfälle verstehen
Ein akuter Herzinfarkt oder Schlaganfall sind medizinische Notfälle, bei denen schnelles Handeln entscheidend ist.
Herzinfarkt:
Typische Anzeichen sind:
- Starke, länger als wenige Minuten anhaltende Schmerzen, Druck oder Engefühl in der Brust.
- Oft strahlen die Schmerzen in Arm, Schulter oder Kiefer aus.
- Begleitende Symptome können Atemnot, Übelkeit, Schweißausbrüche oder plötzliche Schwäche sein.
Schlaganfall:
Der Schlaganfall zeigt sich klassisch durch die FAST-Symptome:
- Face (Gesicht): Einseitiges Herabhängen eines Mundwinkels.
- Arms (Arme): Plötzliche Schwäche oder Lähmung eines Arms.
- Speech (Sprache): Sprachstörungen, undeutliches Sprechen oder Schwierigkeiten, Gesagtes zu verstehen.
- Time (Zeit): Sofort den Notruf 112 wählen.
In beiden Fällen ist eine sofortige Notfallversorgung durch den Rettungsdienst unerlässlich. Jede Minute zählt, um Folgeschäden zu begrenzen.
Risikofaktoren im Blick: Was Ihr Herz belastet
Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen durch eine Kombination aus genetischer Veranlagung und bestimmten Lebensstilfaktoren. Diese Risikofaktoren schädigen gemeinsam die Gefäßwände, fördern die Arteriosklerose und erhöhen so das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche deutlich. Achten Sie besonders auf:
- Bluthochdruck: Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck setzt die Gefäßwände unter Stress.
- Erhöhte Blutfette: Hohe Cholesterin- und Triglyzeridwerte begünstigen Ablagerungen in den Gefäßen.
- Rauchen: Rauchen schädigt die Gefäße direkt und massiv.
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit): Ein schlecht eingestellter Blutzucker schädigt die kleinen und großen Blutgefäße.
- Übergewicht: Besonders Bauchfett gilt als entzündungsfördernd und herzbelastend.
- Körperliche Inaktivität: Bewegungsmangel trägt zu vielen anderen Risikofaktoren bei.
Diese Faktoren sollten konsequent erfasst und behandelt werden, um Ihr Risiko zu senken.
Schutz für Ihr Herz: Lebensstil und Ernährung
Sie können Ihre Herzgesundheit aktiv schützen. Ein herzgesunder Lebensstil ist die beste Prävention.
- Mediterrane Ernährung: Setzen Sie auf eine Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkornprodukten und Olivenöl ist. Essen Sie regelmäßig Fisch und reduzieren Sie verarbeitetes Fleisch sowie Zucker. Diese Ernährungsweise senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hilft, Blutdruck, Blutfette und Gewicht zu kontrollieren.
- Regelmäßige Bewegung: Planen Sie regelmäßig körperliche Aktivitäten in Ihren Alltag ein, zum Beispiel Ausdauertraining wie zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen. Bewegung stärkt Ihr Herz und Ihren Kreislauf.
- Rauchstopp: Wenn Sie rauchen, ist ein Rauchstopp die wichtigste Maßnahme für Ihre Herzgesundheit.
- Stressreduktion: Chronischer Stress kann ebenfalls das Herz belasten. Finden Sie Wege, Stress abzubauen, zum Beispiel durch Entspannungstechniken oder Hobbys.
Besondere Risiken: Wann Vorsicht geboten ist
Manche Erkrankungen erhöhen das kardiovaskuläre Risiko zusätzlich und erfordern besondere Aufmerksamkeit:
- Obstruktive Schlafapnoe: Atemaussetzer im Schlaf können den Blutdruck erhöhen und das Herz belasten.
- Entzündlich-rheumatische Erkrankungen: Chronische Entzündungen im Körper können auch die Gefäße schädigen.
- CKM-Syndrom: Eine Kombination aus Adipositas (starkem Übergewicht), Typ-2-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung.
Bei diesen Konstellationen ist eine besonders sorgfältige Herz-Kreislauf-Prävention notwendig, da sie mit chronischer Gefäßentzündung und Stoffwechselstörungen einhergehen.
Fazit
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weit verbreitet, doch Sie haben viele Möglichkeiten, Ihr Herz zu schützen. Achten Sie auf Ihren Blutdruck und Ihre Blutfette, setzen Sie auf eine gesunde Ernährung und integrieren Sie regelmäßige Bewegung in Ihren Alltag. Erkennen Sie Warnsignale frühzeitig und zögern Sie nicht, bei Beschwerden einen Arzt aufzusuchen, um Ihre Herzgesundheit langfristig zu sichern.
Häufig gestellte Fragen rund um Herz-Kreislauf-Erkrankungen (FAQ)
Literatur
- https://www.hochdruckliga.de/betroffene/bluthochdruck
- https://www.leading-medicine-guide.com/de/erkrankungen/geriatrie/herzinsuffizienz-im-alter
- https://www.gesundheitsinformation.de/obstruktive-schlafapnoe.html
- https://www.omron-healthcare.de/gesundheit-und-lifestyle/kardiovaskulaere-krankheiten
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Lisa Stenschke | Apothekerin in der Robert-Koch-Apotheke
Seit 6 Jahren bin ich Apothekerin und von Anfang an mit Herzblut hauptsächlich in den Vor-Ort-Apotheken von myCare e.K. im Einsatz. Eine kompetente, umfassende und vertrauensvolle Beratung der Patienten ist mir sehr wichtig. Auch bei Instagram und Facebook freue ich mich bei "Frag Lisa" auf das Interesse an unseren Produkten. Mehr über L. Stenschke
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