Zahnfleischrückgang: Ursachen & was tun?
✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 4 Minuten
Von Dr. Birgit Witte, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 23.02.2026

Zahnfleischrückgang ist ein schleichender Prozess, bei dem sich das Gewebe dauerhaft zurückzieht und die empfindlichen Zahnhälse freilegt. Da einmal verloren gegangenes Zahnfleisch nicht natürlich nachwächst, ist schnelles Handeln entscheidend. Die wichtigsten Maßnahmen bestehen in einer schonenden Mundhygiene mit weichen Zahnbürsten und geringem Druck sowie der konsequenten Entfernung von Zahnbelägen. Ursachen wie eine bakterielle Zahnfleischentzündung (Parodontitis), Rauchen oder mechanische Fehlbelastungen müssen zahnärztlich abgeklärt werden. Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen und der Einsatz fluoridhaltiger Produkte schützen den Zahnschmelz und stoppen den weiteren Zahnfleischschwund effektiv. Eine frühzeitige Diagnose und angepasste Zahnputztechniken sichern langfristig den Erhalt des Zahnhalteapparates und reduzieren Schmerzempfindlichkeiten.
Was tun bei Zahnfleischrückgang?
Wenn Sie feststellen, dass Ihre Zähne optisch länger werden oder empfindlich reagieren, stellt sich die dringende Frage: Was tun bei Zahnfleischrückgang? Da sich einmal zurückgezogenes Gewebe nicht von selbst regeneriert, ist das primäre Ziel, den Prozess zu stoppen und die empfindlichen Zahnhälse zu schützen. Folgende Maßnahmen helfen effektiv gegen Zahnfleischschwund:
- Sanfte Zahnpflege: Stellen Sie Ihre Routine auf eine weiche Zahnbürste um. Vermeiden Sie zu starken Druck und üben Sie kreisende Bewegungen aus, um den Zahnschmelz und den Zahnfleischsaum nicht weiter zu strapazieren. Passendes Zahnpflegezubehör finden Sie bei mycare.
- Professionelle Zahnreinigung (PZR): Sie entfernt hartnäckigen Zahnstein auch in schwer erreichbaren Bereichen, die man mit der normalen Mundhygiene nicht erreicht.
- Parodontitis behandeln: Liegt eine Zahnfleischentzündung vor, ist eine zahnärztliche Therapie zwingend notwendig, um den Abbau des Zahnhalteapparates zu stoppen.
- Knirscherschiene: Bei nächtlichem Zähneknirschen schützt eine individuell angepasste Aufbissschiene vor weiterem Verlust.
- Rauchstopp: Tabakkonsum verschlechtert die Durchblutung des Zahnfleisches massiv. Ein Verzicht fördert die Heilung.
- Fluorid-Zahncremes: Sie legen einen Schutzfilm um die freiliegenden Zahnhälse und reduzieren so die Schmerzempfindlichkeit gegenüber Reizen wie Kälte oder Hitze.
- Entzündungshemmende Zahnpasten: Wirkstoffe wie Chlorhexidin oder Panthenol beruhigen gereiztes Zahnfleisch und unterstützen die Regeneration bei gereiztem Zahnfleisch.
- Mundspülungen: Antibakterielle Lösungen reduzieren die Keimlast im Mundraum und beugen neuen Entzündungen vor.
- Interdentalbürsten und Zahnseide: Diese reinigen die Zahnzwischenräume schonend, aber effektiv.
- Vitamin C und Omega-3: Eine nährstoffreiche Ernährung unterstützt gesundes Zahnfleisch von innen heraus.

Woran erkennt man Zahnfleischrückgang?
Zahnfleischrückgang entwickelt sich oft schleichend und schmerzfrei, weshalb er im Anfangsstadium häufig übersehen wird. Es ist jedoch wichtig, die ersten Warnsignale ernst zu nehmen, um rechtzeitig gegen Zahnfleischschwund vorzugehen. Achten Sie auf typische Symptome, wie:
- Längere, sichtbare Zahnhälse: Die Zähne wirken optisch „verlängert“, da der schützende Zahnfleischsaum nach oben bzw. nach unten wandert.
- Empfindlichkeit bei Reizen: Da die freiliegenden Zahnhälse nicht von schützendem Zahnschmelz bedeckt sind, reagieren sie oft empfindlich auf Kälte, Wärme oder süße Speisen.
- Zahnfleischbluten: Wenn Sie beim Putzen Blut bemerken, deutet dies oft auf eine zugrunde liegende Zahnfleischentzündung hin, die behandelt werden muss.
- Optische Veränderungen: Rötungen, Schwellungen oder ein dunklerer Farbton des Zahnfleisches am Übergang zum Zahn sind deutliche Warnsignale.
- Hinweis: Wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken, sollten Sie frühzeitig handeln. Einmal verlorenes Zahnfleisch wächst nicht von selbst nach.
Warum geht Zahnfleisch zurück?
Die Ursachen für den Rückgang des Zahnfleisches sind vielfältig. Oft ist es nicht nur ein einzelner Faktor, sondern ein Zusammenspiel aus mechanischer Belastung und bakteriellen Einflüssen, die den Zahnfleischschwund begünstigen. Zu den häufigsten Auslösern gehören:
Falsche Zahnputztechniken: Wer mit zu viel Druck oder zu harten Borsten putzt, schrubbt das empfindliche Gewebe regelrecht weg (Putztrauma).
Zahnfleischentzündungen (Gingivitis & Parodontitis): Bakterielle Infektionen führen dazu, dass sich das Zahnfleisch vom Zahn löst. Dabei kann der Rückgang massiv sein und bis zu 2-3 mm pro Jahr betragen.
Rauchen: Nikotin verengt die Gefäße. Die schlechtere Durchblutung fördert Entzündungen und lässt das Gewebe schneller zurückweichen.
Nächtliches Zähneknirschen: Die enorme mechanische Überbelastung kann den Zahnhalteapparat schwächen und zu Rückgang führen.
Zahnfehlstellungen: Schief stehende Zähne oder eine Fehlbelastung beim Beißen üben ungleichmäßigen Druck auf den Kieferknochen und das Zahnfleisch aus.
Genetische Veranlagung: Manche Menschen haben von Natur aus sehr dünnes oder empfindliches Zahnfleisch, das schneller auf Reize reagiert.
Hormonelle Veränderungen: Phasen wie eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre machen das Zahnfleisch anfälliger für Bakterien und Entzündungen.
Zahnfleischschwund: Wann zum Zahnarzt?
Obwohl eine optimierte Mundhygiene die Basis bildet, kann ein bereits begonnener Zahnfleischschwund oft nur mit professioneller Hilfe gestoppt werden. Ein frühzeitiger Besuch in der Zahnarztpraxis ist der effektivste Weg, um weiteren Gewebeverlust zu verhindern.
- Zahnarztbesuch dringend nötig bei: Deutlich sichtbaren Zahnhälsen, anhaltendem Zahnfleischbluten, Schwellungen oder Schmerzen.
- Warnsignal Lockere Zähne: Wenn Sie bemerken, dass Zähne an Halt verlieren oder sich der Rückgang schnell verschlimmert, ist sofortiges Handeln gefragt.
- Professionelle Behandlungsmöglichkeiten: Der Zahnarzt kann durch eine professionelle Zahnreinigung tiefsitzende Zahnbeläge entfernen oder eine spezifische Parodontitistherapie einleiten, um die bakterielle Infektion zu stoppen.
- Ästhetische Korrekturen: Bei sehr starkem Gewebeverlust, der die Zahngesundheit oder Optik massiv beeinträchtigt, kann gegebenenfalls eine Zahnfleischtransplantation in Erwägung gezogen werden.
Eine frühzeitige Diagnose und die Anpassung der Zahnputztechniken unter fachlicher Anleitung stoppen einen weiteren Rückgang am effektivsten, um Ihre Zähne langfristig gesund zu erhalten.
Häufig gestellte Fragen rund um Zahnfleischrückgang
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Dr. Birgit Witte | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Als Pharmazeutisch-technische Assistentin mit über 20 jähriger Berufserfahrung interessiere ich mich nicht nur für die Geschichte der Pharmazie - vor allem liegt mein Fokus auch auf modernem Wissen und aktuellen Themen, um in allen Gebieten rund um die Gesundheit umfassend zu beraten. Mehr über B. Witte
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