Gürtelrose - Wie gefährlich ist die Nervenerkrankung?

✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten

Von Grit Ritter, Pharmazieökonomin bei mycare.de
Aktualisiert: 23.09.2025

Schild mit Aufschrift Diagnose Herpes Zoster

Gürtelrose, auch Herpes Zoster genannt, ist eine Nervenerkrankung, die durch eine Reaktivierung des Windpocken-Virus (Varizella-Zoster-Virus) ausgelöst wird. Typische Symptome sind starke, stechende Nervenschmerzen und ein bläschenartiger, streifenförmiger Hautausschlag, der sich entlang der Nervenbahnen ausbreitet. sonders bei geschwächtem Immunsystem kann es zu ernsthaften Komplikationen kommen, wie Nervenschäden, Entzündungen der Hirnhäute oder Beeinträchtigungen von Seh- und Hörvermögen. Eine Ansteckung ist durch direkten Kontakt mit der Bläschenflüssigkeit möglich. Zur Vorbeugung wird eine Impfung empfohlen.


Entstehung einer Gürtelrose

Ursache ist eine Infektion der Nervenzellen mit dem Varizella-Zoster-Virus, welches auch für Windpocken verantwortlich ist. Das Virus befällt typischerweise ein einzelnes sensorisches Nervenganglion (Nervenzellknoten) und die Hautoberfläche, die damit verbunden ist. Nach dem Erstbefall, der häufig in Form einer Windpockenerkrankung stattfindet, schlummert das Virus ein Leben lang latent und unbemerkt im betroffenen Menschen. Wenn aus irgendeinem Grund die Abwehrlage gestört ist, „erwacht“ das in den Nervenzellen überlebende Virus zu neuem Leben. Stress, ein allgemein geschwächtes Immunsystem, aber auch Ekel, Trauer oder Schrecksituationen können Ursachen dafür sein, dass der Varizellen-Zoster reaktiviert wird. Dieses zeigt sich dann in Form einer Gürtelrose. Bei den meisten Betroffenen kommt es nur ein einziges Mal zu einer Reaktivierung und dem Ausbruch einer Gürtelrose. Dennoch bestätigen Ausnahmen die Regel. Bei ungefähr 4 Prozent der Infizierten treten weitere Ausbrüche auf.

Symptome einer Gürtelrose

Eine Gürtelrose ist primär eine Virusinfektion der Nervenzellen. Sie äußert sich im Verlauf der Erkrankung mit dem Auftreten von rötlichen, als Ausschlag in Gruppen stehenden Flecken und Bläschen. Da sich die Viren über die Nervenbahnen fortbewegen, tritt der Ausschlag bei einer Gürtelrose nur begrenzt in dem Gebiet auf, welches vom befallenen Nerv versorgt wird. Meist werden noch bevor ein Ausschlag sichtbar wird, stechende Nervenschmerzen gekoppelt mit einem Brennen und Jucken der Hautareale wahrgenommen. Diese Schmerzen halten nicht selten lange über das Fleckenstadium hinaus an. Der Zeitraum dessen kann sich von 4 Wochen bis zu 3 Monaten erstrecken.

Mögliche Komplikationen

Eine Herpes-Zoster- Infektion heilt nicht immer problemlos aus. Komplikationen können eine Post-Zoster-Neuralgie sein, die sich durch starke Nervenschmerzen oder, in seltenen Fällen, als Hirnhautentzündung äußert. Gefährlich ist das Virus für Schwangere ohne Varizellenschutz, Neurodermitiker und Menschen mit einer Therapie, die das Immunsystem unterdrückt. Außerdem kann es gefährlich werden, wenn diese Reaktivierung der Herpesviren eine Infektion im Auge oder am Ohr auslöst. Ein Zoster ophthalmicus, also eine Infektion am Auge, kann unbehandelt schwere Störungen am Auge auslösen, die im schlimmsten Fall bis zur Erblindung führen können. Folgen eines Zoster oticus können Schwindel, Ohrensausen oder sogar Gesichtslähmungen sein, wenn die Gürtelrose am Ohr nicht ernst genommen und behandelt wird.

Behandlung des Ausschlags

Die Behandlung der Virusinfektion selbst erfolgt mit Wirkstoffen wie Aciclovir, Famciclovir, oder Valaciclovir, die eingenommen oder mittels Infusion verabreicht werden. Solche Präparate sind ausnahmslos verschreibungspflichtig. Die Kompetenz zum Einsatz dessen obliegt allein dem behandelnden Arzt. Die nach den Flecken auftretenden Schmerzen werden bedarfsweise zusätzlich durch eine lokale Schmerztherapie behandelt. Als Basistherapie gelten des Weiteren zusätzlich sogenannte Oberflächenanaesthetika und eine hohe Zufuhr von B-Vitaminen.

Ansteckungsrisiko bei Gürtelrose

Die Gefahr, andere Menschen durch eine Gürtelrose anzustecken, ist im Vergleich zur Ersterkrankung, den Windpocken, deutlich niedriger. Die Flüssigkeit in den Bläschen des Ausschlags ist infektiös. Im Vergleich zu Windpocken erfolgt die Ansteckung bei Gürtelrose über eine Schmierinfektion durch Kontakt mit der Flüssigkeit in den Bläschen. Sie kann nicht per Tröpfcheninfektion über die Luft oder Atmung erfolgen. Gefährdet sind Menschen, die weder eine Windpocken-Erkrankung durchgemacht haben, noch gegen Windpocken geimpft sind. Eine Ansteckung würde in dem Fall zunächst Windpocken hervorrufen. Man sollte trotzdem als Betroffener von Gürtelrose rücksichtsvoll und vorsichtig sein und andere nicht in Gefahr bringen.

Vorbeugung einer Gürtelrose

Einer Gürtelrose geht in jedem Fall eine Erkrankung mit Windpocken voraus. Der Übeltäter sowohl bei den Windpocken als auch bei der Gürtelrose ist das Herpesvirus Varizella zoster. Die Impfung gegen Windpocken könnte dementsprechend auch als Prophylaxe gegen Gürtelrose dienlich sein. Das Risiko, an einer Gürtelrose zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Für Personen ab einem Alter von 50 Jahren stehen zwei Impfstoffe gegen Gürtelrose zur Verfügung – ein rekombinanter Totimpfstoff und abgeschwächte Lebendviren. In den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen fällt derzeit nur die Gürtelroseimpfung mit dem Totimpfstoff. Anspruch haben derzeit alle ab 60 Jahren und ab 50-Jährige mit Immunsuppression. Die gesetzlichen Krankenkassen folgen damit der Schutzimpfungs-Richtlinie der STIKO (Ständige Impfkommission) Eine Gürtelrose kann auch nach einer Windpocken-Impfung mit einem Lebendimpfstoff vorkommen. Das Robert-Koch-Institut schätzt das Risiko dafür bei geimpften Kindern als 3 bis 12 mal geringer im Vergleich zu ungeimpften Kindern ein.




Häufig gestellte Fragen rund um die Gürtelrose

Was verursacht eine Gürtelrose?
Welche Symptome treten bei einer Gürtelrose auf?
Welche Komplikationen können bei Gürtelrose auftreten?
Wie wird eine Gürtelrose behandelt?
Wie ansteckend ist eine Gürtelrose?
Kann ich einer Gürtelrose vorbeugen?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin Pharmazieökonomin Grit Ritter

Über unsere Autorin:

Grit Ritter | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Seit über 20 Jahren bin ich im Pharmateam des Unternehmens verwurzelt. Grundlegend dafür ist die Leidenschaft für Gesundheitsthemen incl. Prävention. Regelmäßige Fortbildungen sind da essenziell. Neben Kundenberatung sind Betriebl. Gesundheitsmanagement, Haus- und Reiseapothekenchecks und pharmazeutisches Marketing Schwerpunkte meiner Tätigkeit bei mycare.de. Mehr über G. Ritter

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