9 Aspekte zum Thema Adipositas

✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 4 Minuten

Autorin Dr. Leonie Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 16.09.2025

Eine kräftigere Frau in einem dunkelroten Oberteil joggt an einem Geländer vorbei.

Adipositas, definiert als übermäßiger Körperfettanteil mit einem BMI über 30, ist eine Krankheit, die durch übermäßiges Körperfett und einen BMI ab 30 gekennzeichnet ist. Die Ursachen sind vielschichtig und reichen von falscher Ernährung und Bewegungsmangel bis hin zu genetischen Faktoren, Stoffwechselstörungen oder psychischen Problemen. Ein erhöhter Fettanteil kann schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Probleme oder Gelenkschäden auslösen. Um Adipositas vorzubeugen oder zu behandeln, sind eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und eine Reduzierung von Zucker sowie Fertigprodukten entscheidend. Langfristige und langsame Gewichtsabnahme ist dabei am erfolgreichsten.

Bedeutung von Adipositas

Hat man übermäßig viel Körperfett, bezeichnet man dies als Adipositas. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterteilt Adipositas in drei Schweregrade und benutzt dazu den Body Mass Index (BMI). Der BMI ergibt sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Meter im Quadrat. Ab einem BMI von 30 spricht man von Adipositas. Gemäß der WHO werden drei Schweregrade unterschieden:

  • Grad I: BMI 30 bis 34,9
  • Grad II: BMI 35 bis 39,9
  • Grad III: BMI >40

Infografik Adipositas - Ursachen, Diagnose und Behandlung

Ursachen von Fettleibigkeit

Zu viel Essen bei zu wenig Bewegung verursacht Übergewicht. Wer auf seine Ernährung achtet und genügend Bewegung in seinen Alltag einbaut, reduziert sein Gewicht. Die Ursachen für Adipositas sind jedoch in der Regel weit vielschichtiger. Neben falscher Ernährung und mangelnder Bewegung können auch genetische Faktoren die Entstehung von Adipositas begünstigen. Des Weiteren besteht zwischen dem Essverhalten und der Psyche eine starke Wechselwirkung. Chronischer Stress und Essstörungen beeinflussen die Entwicklung der Adipositas. Starkes Übergewicht hat meist mehrere Gründe:

  • Bewegungsmangel und Fehlernährung
  • Familiäre Veranlagung
  • Hormonelle Ursachen
  • Genetische Ursachen
  • Stoffwechselstörungen
  • Stress und Schlafmangel
  • Einnahme von Medikamenten
  • Psychische Ursachen

Rolle genetischer Faktoren bei Übergewicht

Studien haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Erbgut eines Menschen und der Entstehung von Adipositas gibt. Eine Studie mit Zwillingspaaren zeigte, dass die Neigung zu Übergewicht genetisch vererbt werden kann. Bestimmte Genkonstellationen können dafür sorgen, dass der Energieverbrauch verringert ist. Auch ein gesteigertes Hungergefühl kann demnach erblich bedingt sein. Häufig ist die Entwicklung bestimmter Regionen im Gehirn, insbesondere des Hypothalamus, für ein gestörtes Essverhalten verantwortlich.

Durch Krankheiten ausgelöste Fettleibigkeit

Es gibt Erkrankungen, die dick machen:

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Cushing Syndrom
  • Ungleichgewicht der Bakterien im Darm
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom)
  • Lipödem

Auch gewisse Medikamente können dick machen. Zudem kann die Menopause zu Übergewicht führen: Die Östrogenproduktion nimmt ab, das männliche Testosteron überwiegt und die Fettpolster am Bauch nehmen zu. Zudem schrumpft altersbedingt die Muskelmasse. Auch Schlafmangel fördert Übergewicht. Denn bei Schlafmangel sinkt der Spiegel des Hormons Leptin, das den Stoffwechsel und das Hungergefühl steuert - gleichzeitig produziert ein müder Organismus mehr Ghrelin, das den Appetit ankurbelt. Auch Stress steigert die Ausschüttung des Hormons Kortisol, durch das sich unter anderem verstärkt Fettgewebe im Bauch bildet.

Folgeerkrankungen von Adipositas

Zu den möglichen Folgeerkrankungen von Adipositas gehören Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus Typ 2 oder Gicht. Durch Fettleibigkeit wird das Herz und der Kreislauf vermehrt belastet, es kann zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, zum Beispiel zu Vorhofflimmern, Bluthochdruck (Hypertonie), koronarer Herzkrankheit oder zu einem Schlaganfall kommen. Ferner werden die Gelenke vermehrt belastet aufgrund des hohen Gewichts, es kommt zu Schmerzen in den Knien und im Rücken. Langfristig kann es zu einer verfrühten Form der Arthrose kommen, vor allem in den Kniegelenken, da die Kniegelenke durch das Gewicht mehr beansprucht wurden. Somit hat eine größere Abnutzung dieser Gelenke über die Jahre stattgefunden.

Feststellung von Adipositas

Der wichtigste Indikator für Adipositas ist der Body Mass Index (BMI).

Ab einem BMI von 25 liegt eine leichte Fettleibigkeit vor, ab einem BMI von 30 eine klassische Adipositas. Ein BMI-Wert ab 40 deutet auf eine Adipositas permagna hin, die meist mit chronischen Erkrankungen einhergeht.

Erreichen des Normalgewichts

Sport und Bewegung helfen Kalorien zu verbrennen. Essen Sie ausgewogen und gesund, vermeiden Sie Alkohol und Süssgetränke. Nehmen Sie sich genug Zeit zum Essen, um nicht über das Sättigungsgefühl hinaus zu essen. Meiden Sie außerdem Fertigprodukte, dort sind oft versteckte Zucker und Kohlenhydrate enthalten. Gehen Sie nicht hungrig einkaufen, denn dann kauft man meist zu viel ein. Achten Sie auf genügend Schlaf und vermeiden Sie Stress.

Unterstützung der Gewichtsabnahme

Durch verschiedene Maßnahmen können Sie Ihre Gewichtsabnahme außerdem unterstützen:

  • Kohlenhydrate und Fett sollten Sie in Maßen essen und dabei pflanzliche Fette bevorzugen.
  • Sport und Bewegung aktiv in den Tag einbauen (Treppe statt Lift, Fahrrad statt Auto).
  • Trinken Sie viel - am besten Wasser und ungesüßte Tees. Fruchtsaft enthält oft viel Zucker. Alkohol enthält viele Kalorien und sollte vermieden werden.
  • Oft ist man erfolgreicher, wenn man eine langsame Gewichtsabnahme anstrebt.
  • Es existieren diverse Selbsthilfegruppen, bei denen sich Gleichgesinnte treffen. Gegenseitige Motivation und Unterstützung können helfen, das Wunschziel schneller zu erreichen.
 Info: Wenn es durch eine Anpassung von Ernährung und Bewegung nicht gelingt, Gewicht zu verlieren, kann zusätzlich eine Behandlung mit einem Medikament in Betracht gezogen werden, beispielsweise mit dem Wirkstoff Semaglutid.

Vorbeugung von Übergewicht

Fettleibigkeit ist oft ein Teufelskreis: Man nimmt zu, die körperliche Leistung nimmt ab, Schmerzen im Rücken stoppen einen zusätzlich, sich vermehrt zu bewegen. Dieser Teufelskreis muss möglichst früh durchbrochen werden. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, der Vermeidung von Fertigprodukten sowie stark zuckerhaltigen Getränken hilft, Adipositas vorzubeugen. Außerdem ist ausreichend Bewegung notwendig, um das gesunde Gewicht langfristig stabil zu halten.


Häufig gestellte Fragen rund um Adipositas

Was ist Adipositas?
Welche Ursachen führen zu Adipositas?
Welche gesundheitlichen Risiken sind mit Adipositas verbunden?
Wie kann Adipositas diagnostiziert werden?
Welche Strategien helfen beim Abnehmen und der Vorbeugung von Adipositas?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin Ärztin Dr. Leonie Dolder

Über unsere Autorin:

Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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