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SOS bei Lausbefall - Wie behandelt man Kopfläuse?

Von Ulrike Wendt, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 02.08.2021

Pflege gegen Kopfläuse

Das Kind kommt vom Kindergarten und kratzt sich am Kopf. Bei vielen Eltern schlagen nun bereits die Alarmglocken: Läuse. Wenn die Kleinen vergnügt mit anderen Kindern spielen, kommt es zu viel Haar-zu-Haar-Kontakt. Die lästigen Parasiten haben nun die Möglichkeit, unbemerkt zwischen ihren Opfern zu pendeln.
Sollte Ihr Kind mit Kopfläusen infiziert sein, informieren Sie bitte sofort die Betreuungsstätte ihres Kindes, sobald Ihnen Läuse aufgefallen sind. Dann kann diese nämlich auch reagieren und andere Eltern informieren, um eine Epidemie zu verhindern.

Was sind Kopfläuse und was sind Nissen?

Kopfläuse sind winzige flügellose Insekten. Die blutsaugenden Tiere halten sich gerne auf der Kopfhaut von Menschen auf. Dort finden sie Ihr Futter in Form von menschlichem Blut. Der Biss einer Laus bleibt meist unbemerkt, bis sich ein übler Juckreiz breit macht. Die kleinen "Vampire" sind etwa 1 bis 4 Millimeter groß. Ihre Zeichnung reicht von hell-grau bis rot-braun. Ihr Körper ist länglich und sie bewegen sich auf sechs Beinen fort.
Als Nissen werden die Eihüllen oder die Eier der Kopflaus bezeichnet. Mit einer Größe von 0,8 Millimeter gleichen diese in etwa einem Sandkorn. Ihre Farbgebung ist transparent bis braun, selten auch grau-weiß. Sie erscheinen in ovaler Form. Die Larven, die aus der Eihülle schlüpfen, heißen "Nymphe".

Wer werden Kopfläuse übertragen?

Kopfläuse können von jedem übertragen werden, der von ihnen befallen ist. Je mehr Menschen in einem engen Raum aufeinander treffen, je höher ist die Ansteckungsgefahr. Der enge Körperkontakt bei Kindern während des Spielens ermöglicht den Läusen einen einfachen Übergang zum neuen Wirt. Läuse fliegen oder springen nicht, sie wandern von Kopf zu Kopf und können von gemeinsam benutzten Kämmen, Haarspangen, Kopfkissen, Mützen oder Spielsachen übertragen werden. Sogar die Kopfstützen in öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglichen eine Übertragung von Läusen. Dies bedeutet, dass nur ein echter Kontakt zur Übertragung führen kann. Die winzigen Blutsauger vertragen lange Durststrecken gar nicht gut. Sie brauchen alle zwei bis vier Stunden eine blutige Nahrung. Aus diesem Grund ist eine Ansteckung über Gegenstände, wie zum Beispiel Spielzeug, nur bedingt zu befürchten.
Treten in einem Kindergarten oder in einer Schule ein oder mehrere Fälle von Kopflausbefall auf, müssen alle Eltern der Gruppe darüber informiert werden. Gegen akuten Kopflausbefall helfen nur die richtige Behandlung und eine gute Hygiene bei allen Betroffenen. Wichtig ist das Erkennen und Ausmerzen der unliebsamen Plagegeister.

Übrigens: Haustiere werden weder von Kopfläusen befallen, noch sind sie Überträger. Diese Tierchen sind nur auf die menschliche Kopfhaut fixiert und können mit Haut und Fell des Hundes nichts anfangen.

Wo legen Läuse ihre Nissen ab?

Wenn ein Weibchen trächtig ist, belegt es seine Eier mit einem starken Klebstoff. Das Weibchen fixiert die Brut in Kopfhautnähe seitlich an den Haarsträhnen. Dort können sich die Nachkömmlinge gut und geschützt entwickeln. Sie fallen außerdem dem bloßen Auge kaum auf. Nur bei genauer Betrachtung der Haare mit einer Lupe geben sich die Eier der Laus zu erkennen. Nach einigen Tagen schlüpft die Brut. Ist das Larven-Stadium erreicht, folgen zwei bis drei Häutungen. Gleich drauf werden die Weibchen geschlechtsreif und beginnen, wiederum Eier zu legen. Am liebsten nisten sich die Plagegeister in frisch gewaschenen Haaren ein. Als geeignete Brutstätte werden lange Haare bevorzugt.

Wie lassen sich Läuse und Nissen behandeln?

Frühestmöglich den Befall zu erkennen und konsequent zu behandeln, ist für eine erfolgreiche Behandlung sehr wichtig.. Transparenz im umgebenden Personenkreis und konsequente Behandlung aller im Umfeld potentiell ansteckungsgefährdeten Personen sind enorm wichtig. Wenn diese Grundlagen beherzigt werden, sind Kopfläuse problemlos und erfolgreich therapierbar und schnell wieder verschwunden. Sollte trotz gründlicher Untersuchung festgestellt werden, dass Ihr Kind noch keinen Befall von Kopfläusen hat, aber im näheren Umfeld schon Fälle bekannt sind, können Sie durch Verwendung des Rausch Weidenrinden Spezial Shampoo einer Infektion helfen vorzubeugen

In Falle eines positiven Fundes sollten die Tierchen nach der ersten Behandlung mit einem Läusepräparat, zum Beispiel Infectopedicul, erstmal vollständig abgetötet sein. Aber trotzdem sind strikte Hygienemaßnahmen, Kontrolle und Wiederholung der Behandlung notwendig, um einer Folgeinfektion durch wiederholte Ansteckung oder gegebenenfalls nachträglich geschlüpfte Larven vorzubeugen.

Hegen Sie den Verdacht auf einen Befall mit Kopfläusen, kämmen Sie das komplette Haar sorgsam mit einem speziellen Läusekamm durch. Die feinen und enganliegenden Zinken erleichtern es, Läuse bzw. deren Eier ausfindig zu machen. Sind Sie fündig geworden, sind das die nächsten Schritte: 1. Erwerben Sie zeitnah ein zugelassenes Präparat gegen Läusebefall. Bei Bedarf berät Sie hierzu unser Pharmateam gern persönlich und kompetent. Präparate wie die Nyda Pumplösung sind effektiv wirksam, aber mild zu Haar und Kopfhaut, frei von chemischen Insektiziden und wirken rein physikalisch. Die spezielle Galenik der Lösung bewirkt ein Eindringen in das Atemsystem der Parasiten und infolgedessen das Ersticken der Läuse und Larven. 2. Kämmen Sie nach der Anwendung das nasse Haar mit einem Läuse- und Nissenkamm. Die besonders eng stehenden und langen Metallzinken ermöglichen es, die abgetöteten Larven und Nissen einfach aus dem Haar kämmen.

Nach acht bis zehn Tagen muss der Vorgang wiederholt werden. Kämmen Sie dabei die Haare des Kindes spätestens alle vier Tage, besser jeden Tag mit dem Nissenkamm durch. Dies verlangt von dem Kind viel Geduld, stellt aber sicher, dass eine erneute Ansteckung sofort erkannt und behandelt wird. Achten Sie darauf, dass das Mittel nicht in die Augen des Kindes gelangt. Tipps zur Anwendung:

  • Waschen Sie das Mittel nicht zu früh aus. Es muss wirken. Beachten Sie die Packungsbeilage oder befolgen Sie den Rat des Arztes und Apothekers.
  • Beachten Sie die Mengenangaben in der Packungsbeilage. Zu geringe Mengen zu verwenden, kann dazu führen, dass das Präparat nicht wirkt. Bitte kein Handtuch nach der Behandlung aufsetzen. Das Mittel kriecht ins Handtuch, die Kopfhaut bekommt zu wenig davon ab.
  • Gleichmäßiges Verteilen des Medikaments auf der Kopfhaut ist für den Behandlungserfolg von hoher Bedeutung.

Je nach Präparat wird es ins trockene oder feuchte Haar aufgetragen. Falls feuchtes Haar angegeben ist, achten Sie darauf, dass das Haar nur feucht, nicht aber zu nass ist.

Was tun mit Bettwäsche und Co.?

Die Blutsauger brauchen das menschliche Blut, um überleben zu können. Auch lieben es diese Tierchen warm. Eine Laus fühlt sich bei einer Wärme über 24 Grad Celsius wohl. Ist sie gezwungen ihren Wirt zu verlassen, kämpft sie alsbald mit dem Tod. Fern von Menschen und Wärme könne Läuse daher nur schwer überleben. Trotzdem ist es wichtig Bettwäsche, Mützen, Kämme und Haarbürsten zu reinigen. Dies gilt der reinen Vorsicht. Objekte, die im engen Kontakt zum Kind stehen, sollten mit Wasser (optimal mindestens 60 Grad Celsius) und Bürste bearbeitet werden. Auf diese Weise entkommt auch kein eingeklemmtes Tier. Textilien wie zum Beispiel Bettwäsche, Schlafanzug und Unterwäsche sollteb bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Das gleiche gilt für Kuscheltiere.
Um den Prozess zu beschleunigen, hilft das Mosquito Läuse- & Insekten-Umgebungsspray. Dieses bekämpft auf allen Textilien wie z.B. Fahrradhelm, Polstermöbel oder Kuscheltiere Läuse und weitere Insektenarten. Damit temperaturempfindliche Textilien auch sicher lausfrei sind, waschen sie diese Wäsche bei mindestens 30° C mit dem Mosquito Läusewaschmittel.

Welche Hausmittel können den Befall stoppen?

Wer auf Hausmittel setzt, sollte beachten, dass natürliche Mittel nur in einer abgeschwächten Form wirksam sein können. Alte Hausmittel wie Essigwasser, Teebaumöl, Zitronensaft oder Ätherische Öle scheinen die unnötigen Parasiten nicht sonderlich zu mögen. Dennoch sollte die Kopfhaut nicht ständig auf Verdacht hin mit diesen Substanzen in Kontakt kommen, da Essig und Co. auf Dauer Reizungen verursachen können. Die alleinige Wirksamkeit dieser Heilmittel als Therapiemaßnahme ist umstritten, die erwähnten Hygienemaßnahmen dagegen vereinzelt schon als zielführender eingestuft.

Ab wann sollte ein Arzt kontaktiert werden?

Kopfläuse sind in der Regel sehr gut behandelbar. Bei einem normalen Verlauf reicht eine selbst durchgeführte Behandlung mit entsprechenden Mitteln aus. Dennoch sollte man gerade bei Kleinkindern und Schwangeren stets besondere Vorsicht walten lassen. Aufgekratzte und blutige Stellen gehören eventuell in die Behandlung eines Arztes. Beim Auftreten von starken Reaktionen mit oder ohne Fieber sollte ein Mediziner kontaktiert werden. Besteht eine Allergie gegen bestimmte chemische Inhaltsstoffe eines Mittels, muss auch dies mit dem Arzt besprochen werden.

Autorin PTA Ulrike Wendt

Über unsere Autorin:

Ulrike Wendt | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Ich bin seit 17 Jahren Pharmazeutisch-technische Assistentin bei mycare.de. Aufgrund der langen Berufserfahrung und der regelmäßigen Fortbildung sind wir schon Experten in Gesundheitsthemen. Mehr erfahren

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Martina, Marketing bei mycare.de

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