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Wie gefährlich ist der Zwingerhusten bei Hunden?

Von Ulrike Wendt, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 15.09.2021

Kranker Hund liegt auf Kissen.

Der Zwingerhusten ist eine Erkrankung der oberen Atemwege, die sich vor allem dort verbreitet, wo viele sich viele Hunde auf meist engem Raum treffen – also beispielsweise in Tierpensionen, Tierheimen oder auf Hundewiesen. Daher der Name der Krankheit, die auch als Hundegrippe oder infektiöse Tracheobronchitis bezeichnet wird. Wie der Name schon sagt, ist ein trockener, bellender Husten beim Hund das deutlichste Symptom des Zwingerhustens. Ein erkrankter Hund sollte von anderen Tieren isoliert werden, da die Erreger auch durch Katzen übertragen werden können. Viren und Bakterien sind die Auslöser dieser Erkrankung.

Welche Viren und Bakterien lösen den Zwingerhusten aus?

Wenn Hunde husten, kann dies verschiedene Ursachen haben. Auch wenn der Verdacht des Zwingerhustens vorliegt, ist es wichtig, dies beim Tierarzt abklären zu lassen. Auslöser dieser Infektion sind verschiedene Viren:

  • Canine Parainfluenzavirus Typ 2
  • Canine Adenovirus Typ 2
  • Canine Herpesvirus
  • Canine Reovirus

Nach der Vireninfektion tritt zumeist noch eine Sekundärinfektion mit Bakterien auf, da die Viren die Wegebereiter für die Bakterien sein können. Zu bakteriellen Erregern des Hustens gehören Bordetella Bronchiseptica und Mykoplasmen. Das Bakterium Bordetella Bronchiseptica besiedelt die Atemwege von Säugern – neben Hunden tritt es auch bei Katzen auf.

Die Übertragung findet mittels Tröpfchen oder über die Luft statt. Auch ein von mehreren Hunden benutzter Wassernapf oder das gegenseitige Beschnuppern der Hunde kann ein Übertragungsweg für die Viren und Bakterien sein. Meist erkranken Tiere an dem Husten, die Stress ausgesetzt sind, da dadurch das Immunsystem geschwächt werden kann. Ewa 2 bis 30 Tage, je nach beteiligten Erregern, können von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen.

Welche Symptome hat der Hund?

Ein Hund mit starkem Husten löst schnell den Verdacht des Zwingerhustens aus. Neben diesem typischen Symptom gibt es noch weitere:

  • Der Husten tritt nicht ständig, sondern nur bei Belastung auf. Er kann einem Würgen ähnlich sein.
  • Eine Mandel- und/oder Rachenentzündung ist im Verlauf des Zwingerhustens möglich. Dies kann sich bis zur Entzündung der Bronchien oder Luftröhre verschlimmern.
  • Im schweren Fällen kann im Zusammenhang mit dem Husten auch eine Lungenentzündung auftreten.

Besonders im letzten Fall kann es unter Umständen gefährlich für den Hund werden. Zu erkennen, ob sich der Zwingerhusten in eine schwerwiegende Form umwandelt, ist unter anderem daran zu erkennen, dass trockener Husten zu einem Husten mit Auswurf wird. Außerdem kann Fieber auftreten.

Hunde genesen unterschiedlich schnell von der Krankheit – in den meisten Fällen sind sie nach etwa einer Woche wieder gesund. Je nach Alter und Immunsystem des Hundes kann die Krankheitsdauer aber auch einige Wochen betragen.

Wie sieht die Behandlung aus?

Um eine Ausbreitung des Zwingerhustens zu verhindern, sollten infizierte Hunde isoliert werden. Da die Erreger nicht nur auf andere Hunde sondern auch auf Katzen übergehen können, ist es ebenfalls wichtig, diese Vierbeiner zu schützen. Empfehlenswert ist es daher auch, unter anderem Decken, Futterschüsseln und Spielzeug zu desinfizieren.

Wie bei fast jeder Erkrankung ist Ruhe und Schonung das wichtigste. Das bedeutet kein Hundetraining und keine Teilnahme an Veranstaltungen wie Ausstellungen oder Wettkämpfen. Um den Husten zu lindern, können hustenstillende Medikamente oder homöopathische Mittel gegeben werden. Inhalieren kann ebenfalls dabei zur Linderung des Hustens beitragen. Um die Atemwege nicht weiter zu reizen, sollte im Aufenthaltsraum des Hundes nicht geraucht werden. Auch Ergänzungsfuttermittel wie Pulmo alfa können sinnvoll sein, um die Abwehrkräfte der Hunde zu stärken. Präparate mit Echinacea unterstützen ebenfalls das Immunsystem.

Je nach Symptomen können auch fiebersenkende Medikamente notwendig sein – der Tierarzt kann am besten beraten, was für den Hund am besten ist. Um die bakterielle Infektion abzuwehren, wird vom Tierarzt gegebenenfalls ein Anbiotikum verordnet. Es ist wichtig, dass bei Antibiotika die Behandlungsdauer eingehalten wird, um Resistenzen entgegenzuwirken.

Für die täglichen Spaziergänge an der frischen Luft mit dem Hund sollte ein Brustgeschirr statt eines Halsbandes verwendet werden. Ein Halsband kann auf den Hals drücken und dadurch starke Hustenreize auslösen. Das Brustgeschirr verteilt den Druck besser über den Oberkörper des Hundes.

Wie kann dem Zwingerhusten vorgebeugt werden?

Die beste Vorbeugung ist ein Hundehalter, der generell den Gesundheitszustand seines Hundes im Blick hat. Parasiten wie Würmer oder Flöhe sollten zeitnah behandelt werden, damit das Immunsystem des Hundes dadurch nicht stärker angegriffen wird als nötig. Auch ein hundegerechte Ernährung ist wichtig, ebenso wie genügend Auslauf und Beschäftigung – ohne den Hund zu überfordern.

Wenn der Hund regelmäßig viel unter anderen Hunden oder älter ist oder bereits andere Gesundheitsprobleme und ein geschwächtes Immunsystem hat, kann der Vierbeiner auch gegen den Zwingerhusten geimpft werden. Für Welpen wird die Impfung schon ab drei Wochen angeboten. Im Normalfall werden bei einer Impfung direkt mehrere Krankheiten abgedeckt. Bei der Impfung gegen Zwingerhusten wird oft auch noch unter anderem Staupe und Tollwut vorgebeugt. Allerdings kann sich ein Hund trotz der Schutzimpfung mit Zwingerhusten infizieren. Da sich Virenstämme laufend weiterentwickeln, kann kein einhundertprozentiger Schutz garantiert werden. Die Impfung schwächt den Krankheitsverlauf allerdings ab.

Autorin PTA Ulrike Wendt

Über unsere Autorin:

Ulrike Wendt | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Ich bin seit 17 Jahren Pharmazeutisch-technische Assistentin bei mycare.de. Aufgrund der langen Berufserfahrung und der regelmäßigen Fortbildung sind wir schon Experten in Gesundheitsthemen. Mehr erfahren

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Martina, Marketing bei mycare.de

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