Zoonosen: Alle Fakten zu den von Tieren übertragenen Krankheiten

✓ Medizinsch geprüft - Lesezeit: 4 Minuten

Von Dr. Leonie Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 24.09.25

Eine Hand in welcher der Kopf eines Fuchses liegt.

Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden. Ihre Verbreitung nimmt durch zunehmenden Kontakt zwischen Mensch und Tier zu und werden durch Viren, Bakterien oder Parasiten verursacht und auf unterschiedliche Weise übertragen. Die Ansteckung kann über Vektoren wie Zecken und Mücken, durch direkten Kontakt mit Tieren oder über kontaminierte Lebensmittel erfolgen. Zu den bekannten Beispielen gehören Borreliose und COVID-19.Um sich zu schützen, sind Hygiene, der Verzehr gut erhitzter Lebensmittel und Mückenschutz entscheidend. Die Behandlung hängt vom Erreger ab, wobei es für viele virale Zoonosen keine spezifische Therapie gibt.


Zoonose - kurz erklärt

Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Sie werden durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren, durch Zecken und Mücken sowie über kontaminierte Lebensmittel (z.B. Milch, Eier, Fleisch) übertragen. Um Zoonosen vorzubeugen, hilft eine gute Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln und Tieren. Bekannte Beispiele für Zoonosen sind Salmonellen, Affenpocken, Tollwut, Q-Fieber, Marburg-Fieber oder Milzbrand. Auch das Coronavirus, das vermutlich von Fledermäusen übertragen wurde, ist eine Zoonose. Zoonosen können sowohl von Viren, als auch von Bakterien, Pilzen, Parasiten oder Prionen verursacht werden.

Infografik Zoonosen: Entstehung, Beispiele und Schutz

Entstehung einer Zoonose

Da die Weltbevölkerung ständig wächst, wandeln Menschen natürliche Lebensräume der Tiere in landwirtschaftliche Flächen und Siedlungsgebiete um. Der Mensch nimmt auf der Erde immer mehr Raum ein und verdrängt die Lebensräume der Tiere. Der Kontakt zwischen Mensch und Tier wird stetig enger, weshalb sich Zoonosen immer schneller verbreiten.

Arten von Zoonosen

Zoonosen kommen bei Mensch und Tier vor und sind von Tier zu Mensch und/oder von Mensch zu Tier übertragbar. Zoonosen werden wir folgt unterteilt (1):

  • Bei Direktzoonosen (Orthozoonosen) erfolgt die Übertragung von Wirbeltier zu Wirbeltier durch direkten Kontakt oder durch einen mechanischen Vektor, z. B. Wind.
  • Eine latente Zoonose wird durch einen symptomlos infizierten Zwischenwirt übertragen.
  • Bei einer Metazoonose fungieren wirbellose Tiere wie Mücken oder Zecken als Zwischenwirt. In diesem Fall wird der Zwischenwirt auch als Vektor bezeichnet. Handelt es sich bei den Wirten um verschiedene Arten, wird der Zwischenwirt als „Brückenvektor“ bezeichnet.
  • Handelt es sich um eine Saprozoonose, ist das Erregerreservoir oder bestimmte Entwicklungsphasen des Erregers außerhalb des Tierreichs (nichtanimalisch), z. B. im Wasser oder im Boden, zu finden.
  • Zyklozoonosen müssen während ihres Entwicklungszyklus zwischen verschiedenen Wirten wechseln, wobei Zwischen- und Endwirte immer Wirbeltiere sind. Die Anzahl der verschiedenen Wirte ist variabel.

Die Zoonosen können aber auch unterteilt werden, indem man die Richtung der Übertragung beschreibt:

  • Zooanthroponosen, deren Erreger überwiegend aus dem Tierreich auf den Menschen übertragen werden,
  • Anthropozoonosen, bei denen die Übertragung überwiegend vom Menschen auf Tiere stattfindet,
  • Oder Amphixenosen, dabei erfolgt die Übertragung wechselseitig.

Übertragungswege von Zoonosen

Zoonosen haben ihren Ursprung in bestimmten Tierarten, die als Reservoir bezeichnet werden. Zunächst vermehren sich die Krankheitserreger innerhalb dieser Tiere. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt anschließend durch direkten Kontakt mit den Tieren, durch indirekten Kontakt über Lebensmittel (beispielsweise Milch, Eier, Fleisch) oder aber über Vektoren (z.B. Zecken, Mücken): Bei Vektoren dient der Vektor als Zwischenwirt. Aber auch durch Schmierinfektionen und Bissverletzungen können Zoonosen weitergegeben werden.

Können Viren und Bakterien zu einer Zoonose führen?

Ja, beide können zu einer Zoonose führen.

Durch Viren verursachte Zoonosen

Es gibt viele Viren, die Zoonosen auslösen, hier sind einige bekannte Beispiele:

  • Affenpocken,
  • Chikungunyafieber,
  • Ebolafieber,
  • Gelbfiebervirus,
  • Hanta-Virose,
  • Hepatitis-E-Virus,
  • Humane Rotaviren,
  • Japanische-Encephalitis-Virus,
  • Krim-Kongo-Hämorrhagisches-Fieber-Virus,
  • Kuhpocken,
  • Lassa-Virus,
  • Marburgvirus,
  • Maul-und-Klauenseuche-Virus,
  • MERS-CoV,
  • Newcastle-Disease-Virus,
  • Noroviren,
  • SARS,
  • Covid-19,
  • Schweinegrippe,
  • Tollwut,
  • Vogelgrippe,
  • West-Nil-Virus.

Durch Bakterien verursachte Zoonosen

Unter anderem können Bakterien folgende Zoonosen auslösen:

  • Campylobacter-Enteritis,
  • Borreliose,
  • Brucellose,
  • Leptospirose,
  • Listeriose,
  • Milzbrand,
  • Ornithose,
  • Pest,
  • Salmonellose,
  • Tuberkulose,
  • Q-Fieber.

Übertragung von Parasiten oder Pilzen vom Tier auf den Menschen

Die bekannteste Pilzart, die Zoonosen verursacht, ist die Trichophytie, sie ist die vermutlich häufigste Hauterkrankung bei Rindern. Daneben gibt es die Microsporie, sie ist eine Pilzerkrankung der Haut des Menschen, des Hundes und der Katze.

Daneben gibt es Einzeller, die vom Tier auf den Menschen übergehen können: Babesiose, Chagas-Krankheit, Kryptosporidiose, Encephalitozoonose, Giardiasis, Leishmaniose, Malaria, Sarcocystiose und die Toxoplasmose. Auch gewisse Würmer können Zoonosen auslösen, bekannteste Beispiele hierfür sind die Echinokokkose, die Schistosomiasis und die Taeniasis.

Schutz vor Zoonosen

Bei der Tierhaltung gilt es, eine gute Hygiene einzuhalten. Das bedeutet saubere Ställe und Gehege. Außerdem ist regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren Pflicht. Auch Kleider sollten durch heißes Waschen und Bügeln keimfrei gehalten werden. Zudem empfiehlt sich kein inniger Kontakt zwischen Tier und Mensch. Ferner sollte man Eier und Fleisch genügend erhitzen, um Krankheitserreger abzutöten. Auch Rohmilchprodukte können Erreger erhalten, weshalb beispielsweise Schwangere und immungeschwächte Menschen diese meiden sollten. Schützen Sie sich vor Mücken und Zecken (lange, helle Kleidung und Absuchen nach dem Wald- und Wiesenspaziergang). Planen Sie einen Auslandaufenthalt in einem exotischen Land, müssen Sie sich unbedingt vorher beim Tropenarzt über empfohlene Impfungen informieren. Zur Ausrottung gefährlicher Zoonosen, wie zum Beispiel der Tuberkulose, existieren Impfungen.

Auch die regelmäßige Entwurmung der Tiere trägt dazu bei, das allgemeine Infektionsrisiko zu verringern. Wichtig zu wissen: Auch gesund erscheinende Tiere können Träger von krankheitserregenden Zoonosen sein. Generell sollten Ökosysteme und ihre Biodiversität erhalten werden, um damit das Auftreten infektiöser Krankheiten generell zu reduzieren.

Behandlung von Zoonosen

Die Behandlung einer Zoonose hängt von deren Art ab. Bei bakteriellen Zoonosen erfolgt die Behandlung in der Regel durch Gabe von Antibiotika. Zudem braucht es eine symptomatische Therapie und einen Ausgleich von Flüssigkeits- sowie Salzverlusten. Bei Pilzinfektionen werden Antimykotika verschrieben. Bei Zoonosen, die durch Einzeller weitergegeben wurden, gibt es spezielle Medikamente, die wirksam sind. Bei vielen viralen Erkrankungen gibt es hingegen (noch) keine ursächliche Therapie.

 

Literatur:

  1. https://zoonosen.net/zoonosenforschung/was-sind-zoonosen (abgerufen am 24.04.2023).




Häufig gestellte Fragen rund um Zoonosen

Was sind Zoonosen?
Wie können Zoonosen übertragen werden?
Welche Krankheiten werden durch Viren als Zoonosen ausgelöst?
Wie kann man sich vor Zoonosen schützen?
Wie werden Zoonosen behandelt?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin Ärztin Dr. Leonie Dolder

Über unsere Autorin:

Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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