Richtig inhalieren bei Erkältungen: Anleitung, Zusätze und Tipps

✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 5 Minuten

Autorin Dr. Leonie Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 19.01.2026

Eine dunkelhaarige Frau in einem gelben T-Shirt hält ein Inhaliergerät an das Gesicht eines kleinen Jungens.

Inhalieren ist eine bewährte Methode, um die Atemwege bei Erkältungen zu befeuchten und festsitzenden Schleim in Nase und Bronchien zu lösen. Für die Anwendung wird 60 bis 70 Grad Celsius warmes Wasser genutzt, dessen Dampf über fünf bis zehn Minuten tief eingeatmet wird. Zusätze wie sterile Kochsalzlösungen unterstützen die Selbstreinigung der Schleimhäute, während Kamille gereizte Bereiche beruhigt. Ätherische Öle wie Eukalyptus fördern ein freies Atemgefühl, erfordern jedoch Vorsicht bei Kleinkindern und Astmatikern. Ob klassisch mit Schüssel und Handtuch oder mittels Dampfinhalator: Ein ruhiger Atemrhythmus und anschließende körperliche Schonung maximieren den Effekt. Bei hohem Fieber oder Kreislaufbeschwerden sollte auf die thermische Belastung durch das Inhalieren verzichtet werden.

Wie inhaliert man richtig? Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Heißes Wasser in eine große und standfeste Schüssel gießen, damit beim Inhalieren ausreichend Wasserdampf entsteht.
  2. Optional einen Inhalationszusatz wie Kochsalzlösung oder Kamille hinzufügen, um die Atemwege bei Erkältung zusätzlich zu beruhigen.
  3. Ein Handtuch über Kopf und Schüssel legen, damit sich der Wasserdampf sammelt.
  4. Das Gesicht mit genügend Abstand über die Schüssel halten und den Wasserdampf bewusst einatmen.
  5. Die Augen schließen, um Reizungen durch den Wasserdampf zu vermeiden.
  6. Langsam und tief durch den Mund einatmen, damit der Wasserdampf die Bronchien erreicht.
  7. Ruhig durch die Nase ausatmen, um die oberen Atemwege zu befeuchten.
  8. Etwa 5 bis 10 Minuten inhalieren, besonders bei Erkältung oder gereizten Atemwegen.
  9. Nach dem Inhalieren ruhen, warm bleiben und Zugluft vermeiden, damit die Wirkung des Inhalierens anhält.

Alternativ kann ein Dampfinhalator oder ein Inhalationsgerät genutzt werden, um den Wasserdampf kontrolliert einzuatmen. Infos zu den verschiedenen Geräten und Methoden finden Sie weiter unten.

Infografik ‚Richtig inhalieren‘ mit Anleitung zur Dampfinhalation, Anwendungsschritten und Hinweisen, wann Inhalieren bei Erkältung sinnvoll ist.

Womit kann man inhalieren? Zusätze im Überblick

Beim Inhalieren wird warmer Wasserdampf eingeatmet, um die Atemwege bei Erkältung zu befeuchten und zu beruhigen. Je nach Beschwerden können unterschiedliche Zusätze im Dampfbad bei Erkältung oder im Dampfinhalator verwendet werden:

Zusatz Wirkung beim Inhalieren Geeignet bei
Kochsalzlösung Befeuchtet die Atemwege und unterstützt das Lösen von Schleim in den Bronchien Erkältung, trockene Schleimhäute, Husten
Kamille Wirkt beruhigend auf gereizte Atemwege beim Einatmen von Wasserdampf Erkältung, Schnupfen, Halsreizungen
Eukalyptus Fördert ein freieres Atemgefühl beim Inhalieren Erkältung mit verstopfter Nase
Thymian Kann das Abhusten erleichtern und die Bronchien entlasten Erkältung, Husten, Bronchien
Salbei Wirkt reizlindernd auf die Atemwege Halsschmerzen, Erkältung
Pfefferminze Sorgt für ein frisches Gefühl in den Atemwegen beim Einatmen Erkältung mit beeinträchtigter Nasenatmung
Fenchel Unterstützt die Entspannung der Atemwege Erkältung, Husten, gereizte Bronchien
Anis Hilft beim Lösen von Schleim in den Atemwegen Erkältung mit festsitzendem Schleim
Fichtennadeln Können das Gefühl freier Atemwege fördern Erkältung, verstopfte Nase
Lavendel Wirkt mild beruhigend beim Inhalieren Erkältung, Reizhusten
Lindenblüten Beruhigen die Schleimhäute beim Einatmen von Wasserdampf Erkältung, trockene Atemwege
Spitzwegerich Unterstützt die Beruhigung von Hals und Bronchien Erkältung, Hustenreiz

 

Für viele Menschen reicht reiner Wasserdampf bereits aus, um die Atemwege zu befeuchten. Besonders bei Kindern und empfindlichen Personen ist Kochsalzlösung im Inhalationsgerät oder Dampfinhalator eine schonende Wahl. Ätherische Zusätze sollten nur sparsam eingesetzt werden, damit die Atemwege beim Einatmen nicht gereizt werden.

Alle Zusätze können im Dampfbad bei Erkältung mit heißem Wasserdampf oder gezielt mit einem Dampfinhalator oder Inhalationsgerät verwendet werden. Für empfindliche Personen ist reiner Wasserdampf oder Kochsalzlösung oft die schonendste Art, um die Atemwege beim Inhalieren zu unterstützen.

Inhalieren mit Kochsalzlösung: Was beachten?

Beim Inhalieren mit Kochsalzlösung wird feiner Wasserdampf eingeatmet, der die Atemwege gleichmäßig befeuchtet. Die Kochsalzlösung hilft dabei, Schleim in den Bronchien zu lösen und erleichtert das Einatmen bei Erkältung. Besonders bei trockenen oder gereizten Atemwegen ist diese Form des Inhalierens sehr schonend und gut verträglich, auch im Dampfinhalator oder Inhalationsgerät.

Die Kochsalzlösung erreicht vor allem Nase, Rachen und je nach Art des Inhalationsgeräts auch die tieferen Atemwege. Durch das regelmäßige Inhalieren können die Schleimhäute feucht gehalten werden, was die natürliche Reinigungsfunktion der Atemwege unterstützt und das Abhusten erleichtern kann.

 Warnhinweis: Zum Inhalieren sollten ausschließlich sterile Kochsalzlösungen aus der Apotheke verwendet werden. Selbst hergestellte Salzlösungen können Verunreinigungen enthalten und sind für das Inhalieren mit einem Inhalationsgerät oder Dampfinhalator nicht geeignet.

Inhalieren mit Kamille: So geht’s

Beim Inhalieren mit Kamille wird warmer Wasserdampf eingeatmet, der die Atemwege bei Erkältung beruhigen kann. Kamille wirkt entzündungshemmend und entspannend auf gereizte Schleimhäute in Nase, Rachen und Bronchien. Das Einatmen des Kamillenwasserdampfs wird daher häufig bei Erkältung und Reizzuständen der Atemwege eingesetzt.

Für ein Dampfbad bei Erkältung werden etwa zwei Esslöffel getrocknete Kamillenblüten oder ein entsprechendes Kamillenkonzentrat mit heißem Wasser übergossen. Den aufsteigenden Wasserdampf langsam und tief einatmen, entweder über einer Schüssel oder mit einem Dampfinhalator oder Inhalationsgerät. Dadurch gelangen die Wirkstoffe der Kamille direkt in die Atemwege und können dort ihre beruhigende Wirkung entfalten.

Inhalieren mit ätherischen Ölen – welche Öle eignen sich?

Ätherische Öle wie Eukalyptus- oder Pfefferminzöl sind geeignet. Diese Zusätze helfen, den Schleim zu verflüssigen und das Abhusten zu fördern. Besonders reich an Menthol sind Pfefferminze, Rosmarin, Salbei, Thymian und Majoran. Ferner können Fenchel, Kümmel und Anis helfen – Wirkstoffe dieser Pflanzen verflüssigen hartnäckigen Schleim und fördern das Abhusten. Eukalyptusblätter enthalten den Inhaltsstoff Cineol, der seit langer Zeit als Heilmittel für die Atemwege bekannt ist.

Inhalieren bei Erkältung – wann hilft es

Inhalieren kann bei allen Beschwerden der oberen Atemwege helfen:

  • Bei Erkältung und grippalen Infekten, da warmer Wasserdampf die Atemwege befeuchtet und das Einatmen erleichtert.
  • Bei Schnupfen und verstopfter Nase, weil Inhalieren mit Wasserdampf die Nasenschleimhäute unterstützt.
  • Bei Husten mit festsitzendem Schleim, da das Inhalieren die Bronchien befeuchtet und das Abhusten fördern kann.
  • Bei Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), da feuchter Wasserdampf beim Einatmen die Belüftung der Atemwege unterstützen kann.
  • Bei Heiserkeit und Halsschmerzen, da das Inhalieren die gereizten Schleimhäute im Hals beruhigt.
  • Bei Bronchitis, da regelmäßiges Inhalieren mit Dampfinhalator oder Inhalationsgerät die Bronchien befeuchten und entlasten kann.

Wie oft und wie lange sollte man inhalieren?

  • Häufigkeit: Inhalieren Sie bei Erkältung etwa zwei bis drei Mal täglich, um die Atemwege regelmäßig mit Wasserdampf zu befeuchten.
  • Dauer pro Anwendung: Jede Inhalation sollte fünf bis zehn Minuten dauern, damit der Wasserdampf ausreichend eingeatmet wird.
  • Wassertemperatur: Das Wasser sollte etwa 60 bis 70 Grad Celsius haben und nicht kochend heiß sein, um die Atemwege zu schonen.
  • Abstand zum Wasser: Halten Sie beim Inhalieren einen Abstand von mindestens 20 bis 30 Zentimetern ein, damit der Wasserdampf angenehm eingeatmet werden kann.

Welche Inhalationsgeräte gibt es?

Beim Inhalieren zur Unterstützung der Atemwege bei Erkältung kann man verschiedene Methoden nutzen:

Methode Vorteile beim Inhalieren Nachteile
Schüssel und Handtuch Sehr einfache und günstige Möglichkeit zum Inhalieren mit Wasserdampf Weniger kontrollierte Dampfmenge und Temperatur
Dampfbad Befeuchtet die Atemwege mit Wasserdampf und kann mit Zusätzen wie Kamille genutzt werden Nur oberflächliche Wirkung
Dampfinhalator Gleichmäßige Abgabe von warmem Wasserdampf, angenehm für die Atemwege Gerät benötigt Strom, meist etwas teurer als Schüssel-Methode
Vernebler/Inhalationsgerät Feiner Nebel dringt tiefer in die Bronchien ein und ideal bei festsitzendem Schleim Teurer, meist spezielles Zubehör und richtige Reinigung notwendig

 

Bei allen Methoden wird warmer Wasserdampf eingeatmet, um Nase, Rachen und Bronchien zu befeuchten und das Einatmen zu erleichtern. Mit einem Inhalationsgerät oder Dampfinhalator lässt sich der Wasserdampf gezielter einatmen als mit Schüssel und Handtuch. Beim Inhalieren mit einem Vernebler wird der Wasserdampf besonders fein verteilt, was die Bronchien unterstützen kann. Nach dem Inhalieren sollte man ruhen und sich keiner Zugluft aussetzen. Vor allem ältere Menschen machen nach dem Inhalieren am besten eine Pause, um den Kreislauf nicht zu sehr zu belasten.

Dürfen Kinder inhalieren?

  • Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren sollten kein heißes Dampfbad bei Erkältung durchführen und keine ätherischen Öle inhalieren, da der Wasserdampf die Atemwege reizen kann.
  • Kinder ab 2 Jahren können unter Aufsicht mit Kochsalzlösung inhalieren, am besten mit einem geeigneten Inhalationsgerät, damit der Wasserdampf kontrolliert eingeatmet wird.
  • Kinder ab 6 Jahren dürfen in der Regel inhalieren mit Kamille oder sehr milden ätherischen Ölen, sofern der Wasserdampf nicht zu heiß ist und die Atemwege das Einatmen gut vertragen.

Wer sollte man nicht inhalieren?

  • Personen mit starkem Fieber, da heißer Wasserdampf den Kreislauf zusätzlich belasten kann.
  • Menschen mit akuten Herz- oder Kreislauferkrankungen, da die Hitze den Blutdruck und die Herzfrequenz beeinflussen kann.
  • Personen mit Asthma oder schweren Bronchialerkrankungen ohne ärztliche Rücksprache, da zu heißer oder zu dichter Dampf Bronchospasmen auslösen kann.
  • Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren sollten kein heißes Dampfbad oder ätherische Öle inhalieren.
  • Menschen mit akuten Haut- oder Schleimhautreizungen im Gesicht oder Atemwege, da der Wasserdampf die Reizung verschlimmern kann.
 Warnhinweis: Zu heißer Wasserdampf kann Haut, Gesicht oder Atemwege verbrennen, besonders bei Schüssel und Handtuch. Zu intensiver oder zu häufiger Dampf kann die Bronchien reizen und Husten verstärken. Zudem kann das heiße Einatmen bei Asthma, Herz- oder Kreislauferkrankungen die Beschwerden verschlimmern. Ferner können unsaubere Inhalationsgeräte oder wiederverwendete Lösungen Keime enthalten.

Häufig gestellte Fragen rund um das Inhalieren

Was ist Inhalieren und wofür wird es angewendet?
Wie atme ich richtig beim Inhalieren?
Welche Zusätze kann ich zum Inhalieren verwenden?
Ist Inhalieren für Kinder sicher?
Welche Risiken gibt es beim Inhalieren?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin Ärztin Dr. Leonie Dolder

Über unsere Autorin:

Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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