Levodropropizin: Alle Infos zum hustenstillenden Wirkstoff

✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 4 Minuten

Von Dr. Leonie Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 16.09.2025

Eine blonde Frau sitzt mit Reizhusten auf dem Sofa.

Levodropropizin ist ein hustenstillender Wirkstoff aus der Gruppe der Antitussiva, der zur Behandlung von trockenem Reizhusten eingesetzt wird. Es wirkt, indem es den Hustenreflex peripher beeinflusst, also direkt im Bereich der Atemwege. Im Vergleich zu anderen Hustenstillern gilt Levodropropizin als besonders gut verträglich, mit selteneren Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden. Für Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren beträgt die Einzeldosis 60 mg, maximal dreimal täglich. Die Anwendung ist nicht für Kinder unter 2 Jahren sowie Schwangere und Stillende empfohlen.

Levodropropizin - Grundlagen

Levodropropizin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antitussiva, der als Hustenblocker zur Behandlung von Reizhusten angewendet wird.

Reizhusten ist ein unproduktiver, trockener Husten, der durch eine Reizung der Hustenrezeptoren auf der Schleimhaut der Atemwege ausgelöst wird. Ganz allgemein bezeichnet man damit einen Husten ohne Auswurf von Sekret.

Infografik Levodropropizin: Wirkung & Anwendungsgebiete, Nebenwirkungen, keine Anwendung

Entdeckung von Levodropropizin

Auch Dropropizin stellt einen Wirkstoff aus der Gruppe der Hustenstiller dar und kommt zur Unterdrückung des trockenen Hustens zum Einsatz.

Der wirksame chemische Teil von Dropropizin ist Levodropropizin. Levodropropizin wurde 1987 in der EU zugelassen, die beiden verfügbaren Fertigarzneimittel erhielten in Deutschland 1993 ihre Zulassung1.

Die Markteinführung von Levodropropizin im Jahre 2000 wurde mit einer Reduzierung der Nebenwirkungen bei gleicher Dosierung begründet. Um einen vergleichbaren therapeutischen Effekt zu erzielen, reicht im Vergleich zu Dropropizin ungefähr die halbe Dosis Levodropropizin aus.

Wirkungsweise von Levodropropizin

Der Mechanismus des Wirkstoffs ist noch nicht vollständig geklärt. Man nimmt an, dass die hustenhemmende Wirkung von Levodropropizin vorwiegend peripherer Art ist und zwar durch Einwirken auf den Tracheobronchialbaum. Levodropropizin wirkt auf das bronchopulmonale System, indem es den durch Histamin, Serotonin und Bradykinin induzierten Bronchospasmus unterdrückt2.

Anwendungsbereiche von Levodropropizin

Levodropropizin wird hauptsächlich zur Behandlung von trockenem Reizhusten eingesetzt, der nicht mit Schleimbildung einhergeht.

Unterschiede zwischen Levodropropizin und anderen Hustenstillern

Zur Behandlung des unproduktiven Reizhustens stehen neben Levodropropizin weitere Wirkstoffe wie Dropropizin, Dextromethorphan, Noscapin, Pentoxyverin oder Codein zur Verfügung. Im Vergleich zu anderen Hustenstillern zeichnet sich Levodropropizin durch seine gute Verträglichkeit aus. Nebenwirkungen, wie allergische Reaktionen oder Magen-Darm-Reaktionen, wurden nur sehr selten beobachtet. Damit hebt es sich von zentral wirkenden Antitussiva wie Dextromethorphan ab, die ihre Wirkung hauptsächlich im Hustenzentrum erzielen.

Wirkbeginn eines Hustenblockers

Es kann etwas länger dauern, bis mittels Levodropropizin eine Linderung des Hustens erreicht wird. Ein Hustenstiller, der sofort wirkt, ist zum Beispiel Dextromethorphan. Dieser Wirkstoff blockiert die Reizweiterleitung im Gehirn und führt so schnell zu einer Verringerung des Hustenreflexes. Dextromethorphan wird oft in verschiedenen Hustenmedikamenten verwendet und kann innerhalb von 15 bis 30 Minuten nach der Einnahme seine Wirkung entfalten.

Einnahme von Levodropropizin

Levodropropizin wird in der Regel oral in Form von Tabletten, Sirup oder einer Lösung eingenommen. Die übliche Dosierung für Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahren beträgt als Einzeldosis 60 mg Levodropropizin bis zu dreimal täglich. Zwischen den Einnahmen muss eine Pause von 6 Stunden liegen.

Im Februar 2022 wurde der Wirkstoff für Erwachsene und Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr in der Indikation Reizhusten bis zu einer Anwendungsdauer von sieben Tagen aus der Verschreibungspflicht entlassen.

Hinweise zur Anwendung bei Kindern

Kinder zwischen 2 und 12 Jahren nehmen als Tagesgesamtdosis 3 mg Levodropropizin pro Kilogramm Körpergewicht, aufgeteilt in drei Einzelgaben mit mindestens 6 Stunden Abstand, ein.

Einnahme von Levodropropizin zusammen mit anderen Erkältungsmitteln

Es ist wichtig, vor der Einnahme von Levodropropizin andere Erkältungsmedikamente zu überprüfen, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden. Lesen Sie die Packungsbeilage der Erkältungsmedikamente genau durch. Wechselwirkungen wurden bei gleichzeitiger Einnahme von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepinen beobachtet.

Vorgehen bei vergessener Einnahme

Wenn Sie eine Einnahme von Levodropropizin vergessen haben, nehmen Sie die verpasste Dosis ein, sobald Sie sich daran erinnern. Wenn es jedoch fast Zeit für die nächste Dosis ist, überspringen Sie die vergessene Dosis und setzen Sie die Einnahme wie gewohnt fort.

 Zusatzinfo: Ein akuter Husten im Rahmen eines Atemwegsinfekts klingt laut DEGAM-Leitlinie auch ohne medikamentöse Behandlung ab und Hustenstiller wirken bezüglich des Hustenreizes nicht besser als Placebo. Die kurzzeitige Anwendung von Hustenstiller, insbesondere zur Nacht bei einem nicht-produktiven Husten, kann jedoch sinnvoll sein.

Mögliche Nebenwirkungen von Levodropropizin

Zu den möglichen Nebenwirkungen von Levodropropizin gehören Schläfrigkeit, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Erbrechen sowie gelegentlich allergische Reaktionen wie Hautausschlag oder Juckreiz.

Wechselwirkungen von Levodropropizin mit anderen Medikamenten

Levodropropizin kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben, insbesondere mit Beruhigungsmitteln (Bsp. Benzodiazepine) oder Alkohol.

Gegenanzeigen für Levodropropizin

Levodropropizin darf nicht angewendet werden bei produktivem Husten (Husten mit Auswurf) oder verminderter mukoziliärer Funktion (Kartagener Syndrom, Ziliendyskinesie). Auch für Kinder unter 2 Jahren ist der Wirkstoff nicht geeignet. Ferner sollte Levodropropizin nicht bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit oder Allergie gegen den Wirkstoff oder andere Bestandteile des Medikaments angewendet werden. Auch Personen mit schweren Leber- oder Nierenerkrankungen sollten Levodropropizin nicht ohne ärztliche Aufsicht einnehmen. Bei älteren Patienten muss vorsichtig dosiert werden.

Levodropropizin in Schwangerschaft und Stillzeit

Da Levodropropizin im Tierversuch die Plazentaschranke passiert und keine Erfahrungen über Nebenwirkungen während der Schwangerschaft und beim Neugeborenen vorliegen, sollte es während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden.

 

Literatur:

  1. Neue Option gegen Reizhusten in der Selbstmedikation: Was Apotheker über den Hustensaft Levodropropizin wissen sollten (deutsche-apotheker-zeitung.de) (abgerufen am 04.04.2024).
  2. Levodropropizin - Anwendung, Wirkung, Nebenwirkungen | Gelbe Liste (gelbe-liste.de) (abgerufen am 01.04.2024).



Häufig gestellte Fragen rund um Levodropropizin

Was ist Levodropropizin und wofür wird es verwendet?
Wie wirkt Levodropropizin im Körper?
Welche Dosierung von Levodropropizin wird empfohlen?
Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Levodropropizin auftreten?
WelIst Levodropropizin für Schwangere oder Stillende geeignet?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin Ärztin Dr. Leonie Dolder

Über unsere Autorin:

Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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