12 wichtige Fragen zur Nasennebenhöhlenentzündung

✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 4 Minuten

Von Juliane Penk, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 22.09.2025

Ein dunkelhaariger Mann fässt sich an die Nase und verzieht sein Gesicht.

Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist eine Entzündung der Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen, die typischerweise durch eine Erkältung ausgelöst wird. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, ein Druckgefühl im Gesicht und eine gestörte Nasenatmung. Akute Fälle dauern ein bis zwei Wochen. Zur Behandlung helfen abschwellende Nasensprays, Schmerzmittel sowie Inhalationen, Nasenspülungen und Rotlicht. Bei starken Symptomen wie Fieber sollte ein Arzt aufgesucht werden, der bei bakterieller Ursache Antibiotika verschreiben kann. Chronische Entzündungen können eine endoskopische Untersuchung erfordern und durch eine Operation behoben werden.

 

 

Nasennebenhohlen

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädelknochen, die durch schmale Öffnungen mit der Nase in Verbindung stehen. Man unterteilt sie in Kieferhöhlen, Stirnhöhlen, Siebbeinhöhlen und Keilbeinhöhlen. Wie die Nase selbst sind auch die Nasennebenhöhlen mit Schleimhaut ausgekleidet. Die darin befindlichen Zellen produzieren einen feinen Sekretfilm, der Staubkörnchen, Schmutzpartikel und unerwünschte Krankheitserreger einfängt. Mithilfe von Flimmerhärchen auf der Schleimhaut wird dieser Sekretfilm von den Nebenhöhlen zur Nasenhöhle und von dort weiter zum Rachen befördert. Auf diese Weise wird der eingeatmete Schmutz unbemerkt aus der Nase und den Nebenhöhlen entfernt und heruntergeschluckt, um anschließend im Magen unschädlich gemacht zu werden.

Nasennebenhöhlenentzündung - kurz erklärt

Im Verlauf eines Schnupfens oder einer Erkältung kann sich die Schleimhaut in den Nebenhöhlen entzünden. Sie schwillt daraufhin an, wodurch die kleinen Verbindungsöffnungen zur Nase verstopfen. Infolgedessen können Krankheitserreger und Sekret nicht mehr abfließen, was zur Entstehung einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung führt.

Infografik Nasennebenhöhlentzündung: Symptome und Behandlung

Symptome einer Nasennebenhohlenentzundung

Neben den allgemeinen Erkältungssymptomen sind für eine Nasennebenhöhlenentzündung vor allem Kopfschmerzen sowie ein starkes Druckgefühl im Kopf typisch. Auch Zahnschmerzen im Oberkiefer können zu den Symptomen gehören, besonders wenn die Kieferhöhlen betroffen sind. Generell sind die Gesichtsschmerzen meist im Bereich der entzündeten Nebenhöhlen lokalisiert, etwa an Stirn und Augen, wenn die Stirnhöhlen beteiligt sind. Der Geruchssinn kann zudem beeinträchtigt sein, und teils kann auch ein starkes Krankheitsgefühl auftreten sowie Anzeichen eines grippalen Infekts mit Fieber.

Krankheitsverlauf einer Nasennebenhohlenentzundung

Die gute Nachricht vorweg: Eine akute Sinusitis ist in der Regel gut behandelbar und heilt meist nach ein bis zwei Wochen vollständig ab. Auch kompliziertere Verläufe dieser Erkrankung klingen spätestens nach acht Wochen ohne bleibende Folgeschäden ab. Hierbei kommt es primär auf eine präzise und frühzeitige Diagnosestellung an, gefolgt von der Einleitung geeigneter Therapiemaßnahmen.

In den seltenen Fällen einer bakteriellen Infektion wird der Arzt eine Therapie mit Antibiotika verordnen. Oftmals können jedoch bereits Präparate wie Sinolpan Forte bei der Behandlung der Nasennebenhöhlenentzündung Linderung verschaffen. Beim Auftreten von Fieber oder starken Kopfschmerzen sollte allerdings immer ein Arzt zurate gezogen werden.

Entstehung einer chronische Nasennebenhöhlenentzündung

Bei einem dauerhaft beeinträchtigten Sekretabfluss, wie er beispielsweise durch Nasenpolypen verursacht werden kann, besteht die Gefahr, dass eine Nasennebenhöhlenentzündung chronisch wird. In diesem Fall können die Symptome, die deutlich abgeschwächt sind im Vergleich zur akuten Sinusitis, über Jahre hinweg anhalten. Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung äußert sich durch Symptome wie:

  • verringerte Leistungsfähigkeit,
  • dumpfes Druckgefühl in den betroffenen Nebenhöhlen,
  • Kopfschmerzen,
  • häufig wiederkehrende Infekte oder
  • schlechte Nasenatmung.

Um eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung sicher zu diagnostizieren, wird der HNO Arzt gegebenenfalls eine endoskopische Untersuchung durchführen. Dieses Verfahren ist schmerzfrei, da die Schleimhäute zuvor mittels eines Sprays betäubt werden.

Nasennebenhohlenentzundung bei Kindern

Die Nebenhöhlen entwickeln sich erst im Verlauf der Kindheit vollständig. Obwohl Nasennebenhöhlenentzündungen auch bei kleinen Kindern auftreten können, richtet sich die Betroffenheit nach dem jeweiligen Alter. Beispielsweise sind die Kieferhöhlen und Siebbeinzellen bereits bei Säuglingen angelegt, während sich die Stirn und Keilbeinhöhlen erst später entwickeln. Entzündungen dieser Höhlen sind daher oft erst ab dem Schulkindalter zu beobachten. Die Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung bei Kindern sind ähnlich wie bei Erwachsenen. Auch die Behandlung ähnelt dem Vorgehen bei Erwachsenen, sollte jedoch immer mit dem Kinderarzt besprochen werden. Dieser kann je nach Ursache auch die Gabe von Antibiotika verordnen.

Zu welchem Arzt gehe ich mit einer Nasennebenhöhlenentzündung?

Personen, die infolge einer Erkältung an einer Nasennebenhöhlenentzündung erkranken, zeigen häufig Symptome wie beispielsweise Kopfschmerzen im Stirnbereich, über der Nase oder unter den Augen. Diese Beschwerden sind oft trügerisch, da die Betroffenen nur selten einen direkten Zusammenhang zu dem zugrunde liegenden Infekt als Auslöser sehen. Daher suchen Erkrankte häufig zunächst einen Augenarzt auf, welcher die Patienten dann korrekterweise an den Hals Nasen Ohren (HNO) Arzt verweist.

Wichtiger Hinweis: Eine akute oder chronische Sinusitis lässt sich oft nicht eindeutig erkennen. Ein simpler Schnupfen wird schnell als Anzeichen einer Erkältung abgetan oder fälschlicherweise mit einer Allergie verwechselt. Wenn Sie sich bezüglich Ihrer Beschwerden unsicher sind, sollten Sie diese stets mit Ihrem Hausarzt abklären lassen.

Behandlung einer Nasennebenhöhlenentzündung

Die Behandlung einer chronischen Sinusitis muss stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Abhängig von der zugrunde liegenden Ursache der Entzündung kommen hierbei verschiedene Therapieansätze infrage.

Medikamente bei einer Sinusitis

Es dauert etwa zwei bis vier Wochen, bis die akute Sinusitis von selbst wieder ausheilt. Dieser Prozess kann durch verschiedene Medikamente, wie abschwellende Nasensprays oder Nasentropfen, unterstützt werden. Dazu zählt unter anderem das Ratiopharm Duo Nasenspray, welches neben der abschwellenden auch eine heilende Wirkung auf die Schleimhaut besitzt. Beachten Sie unbedingt, dass Nasensprays mit Wirkstoff nicht länger als eine Woche verwendet werden sollten, um die Nasenschleimhaut nicht zu schädigen. Außerdem können gegen die auftretenden Gesichtsschmerzen Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol eingenommen werden.

 Tipp: Neben Nasensprays können auch Inhalationen mit Salzwasser bei einer Nasennebenhöhlenentzündung unterstützen. Beispielsweise die Par NaCL Inhalationslösung , die für den Aponorm Inhalator Compact Plus geeignet ist.

Hausmittel und pflanzliche Alternativen für eine Sinusitisbehandlung

Neben den Medikamenten zur symptomatischen Behandlung können Nasennebenhöhlenentzündungen auch mit Hausmitteln oder pflanzlichen Präparaten therapiert werden. Generell haben sich folgende Methoden bewährt:

  • Zusätzliche Einnahme von pflanzlichen Komplexmitteln wie Sinupret Forte (PZN 08625573)
  • Inhalation mit ätherischen Ölen
  • Nasenspülungen
  • Einsatz von Rotlicht (Infrarotstrahlen)

Ein Dampfbad mit ätherischen Ölen wie Fichtennadel oder Kiefernnadelöl ist für Erwachsene gut geeignet. Bei der Inhalation wird die Nasenschleimhaut durch den heißen Wasserdampf befeuchtet. Das festsitzende Sekret verflüssigt sich dadurch und kann leichter über die Nase abfließen. Die Verwendung eines Inhalators ist dabei anwendungsfreundlicher. Bei einzelnen Anbietern von Erkältungsbalsam zur äußeren Anwendung können Sie den Inhalator direkt in der Kombipackung miterwerben.

Operation als letzter Ausweg

Wenn alle konservativen Behandlungen keinen Erfolg zeigen, kann ein operativer Eingriff notwendig werden. Dies ist vor allem dann ratsam, wenn anatomische Besonderheiten die Ursache für die Entzündung sind und diese dadurch chronisch wird. Dazu gehören beispielsweise eine schiefe Nasenscheidewand oder verengte Nebenhöhlen. Gleichzeitig können bei diesem chirurgischen Eingriff auch bestehende Nasenpolypen entfernt werden.

Vorbeugung einer Nasennebenhohlenentzundung

Gut befeuchtete und gesunde Nasenschleimhäute stellen eine effektive Abwehr gegen Atemwegsinfekte dar. Besonders in der kalten Jahreszeit sollte darauf geachtet werden, da trockene Raumluft in beheizten Räumen die Schleimhäute austrocknen kann. Darüber hinaus ist ein starkes Immunsystem die beste Prävention gegen Krankheiten und somit auch gegen die Sinusitis. Dieses lässt sich durch Saunagänge, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung optimal stärken.

 

 


 

 

Fragen und Antworten rund um die Nasennebenhöhlenentzündung

Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?
Welche Symptome treten bei einer Nasennebenhöhlenentzündung auf?
Wie wird eine Nasennebenhöhlenentzündung behandelt?
Wie lange dauert eine akute Nasennebenhöhlenentzündung?
Welche Hausmittel helfen bei einer Nasennebenhöhlenentzündung?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin PTA Juliane Penk

Über unsere Autorin:

Juliane Penk | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Mein Beruf als Pharmazeutisch-technische Assistentin beinhaltet insbesondere die Beratung zu Gesundheitsthemen, Arzneimitteln, Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln, aber auch zu Pflegeprodukten. Um zu Neuheiten auf dem Laufenden zu bleiben, sind regelmäßige Fortbildungen wichtig. Mehr über Juliane Penk

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