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Der Leitfaden zu Rückenschmerzen und wie Sie diesen vorbeugen können

Von Janet Baron, Apothekerin bei mycare.de
Aktualisiert: 21.12.2022

Ein Mann hält sich vor Schmeren den Rücken und trägt ein Wärmepflaster.

Jeder hat im Laufe seines Lebens einmal Rückenschmerzen. Ob einmal falsch gedreht, verhoben oder durch einen kleinen Unfall an den Schmerzen im Rücken leiden, die Ursachen sind vielfältig. Um diese Schmerzen zu behandeln und auch vorzubeugen, ist es wichtig, die Ursache zu kennen und den Rücken dementsprechend zu trainieren.

Wie ist der Rücken aufgebaut?

Als Rücken wird die Körperrückseite vom unteren Rand des Nackens bis hin zum Steißbein bezeichnet. Neben der Wirbelsäule gehören unter anderem auch die hinteren Rippen und die im Rücken vorhandenen Bänder, Sehnen, und Muskeln dazu.

Die Rückenmuskeln bilden das Gegenstück zum Brustkorb. Ohne die Muskulatur in der Körperrückseite würden Menschen durch das Gewicht des knöchernen Brustkorbs vornüberkippen.
Außerdem ist die hintere Muskulatur ein Unterstützer der Bauchmuskulatur: Die Muskulatur im Bauch zieht den Oberkörper nach vorn, die Rückenmuskeln gleichen diesen Zug nach hinten aus. Dieses Zusammenspiel findet sich in allen Bewegungsarten des Oberkörpers. Auch beim Atmen sind die Muskeln der Körpervor- und Rückseite beteiligt.

Die bedeutendste Funktion der Körperrückseite liegt darin, dass er Menschen den aufrechten Gang und das Stehen ermöglicht. Die Wirbelsäule ist die bewegliche Achse, sie stabilisiert Kopf, Oberkörper und Becken. Außerdem kann sie Erschütterungen und Stöße abdämpfen.

Der Aufbau der Wirbelsäule

Die S-förmige Wirbelsäule ist das zentrale Bewegungs- und Halteorgan des menschlichen Körpers. Bei der menschlichen Wirbelsäule sind 24 bewegliche Wirbel und acht bis zehn verwachsene Wirbelkörper mit über 23 Bandscheiben verbunden.

Die verbundenen und verwachsenen Wirbelkörper lassen sich in fünf einzelne Abschnitte gliedern:

  • Halswirbelsäule
  • Brustwirbelsäule
  • Lendenwirbelsäule
  • Kreuzbein
  • Steißbein

Durch die Doppel-S-Form der verbundenen Wirbel wird das Gewicht des Oberkörpers auf die Beine verteilt. Der Schwerpunkt des Körpers liegt durch die Krümmung der verbundenen Wirbelkörper über den Füßen.
Außerdem werden durch die doppelte S-Form Stöße abgefangen. Diese können beim Springen, Gehen oder Fallen entstehen und auf die verbundenen Wirbelkörper einwirken. Die verbundenen Wirbel und vor allem die unterstützenden Muskeln sollten daher trainiert werden. Nur so können die Funktionen erhalten bleiben.

Welche Ursachen von Rückenschmerzen gibt es?

Oftmals sind Bauch- und Rückenmuskulatur nicht ausreichend trainiert, verspannen und verhärten sich. Früher wurde mit Bettruhe behandelt, heute dagegen weiß man, dass es wichtig ist, schnell wieder in Bewegung zu kommen.

Rückenschmerzen können verschiedene Ursachen haben:

  • Einschießende Schmerzen im oberen oder unteren Rücken deuten meist auf eine Muskelverspannung hin.
  • Ein heftiger Schmerz vorwiegend im unteren Rücken hingegen, der sich bei Bewegung verstärkt, kann einen Bandscheibenvorfall anzeigen.
  • Ein plötzlich einsetzender Rückenschmerz ist meist eine akute Lumbalgie, ein Hexenschuss.
  • Ein stechender Rückenschmerz entsteht, wenn ein Nerv eingeklemmt oder gereizt wird.

Verschleißerscheinungen, genetische Veranlagung oder eine schwache Rückenmuskulatur begünstigen Rückenschmerzen. Oft genügt es, die umliegende Muskulatur zu entspannen und zu kräftigen, um chronische Rückenschmerzen zu umgehen.

Der Hexenschuss — Lumbago

Sie wollten nur eben die schwere Kiste wegräumen und urplötzlich schießt Ihnen ein unerträglicher Schmerz ins Kreuz. Anschließend fühlen Sie sich wie gelähmt und an Aufrichten ist gar nicht zu denken. Dies ist ein Hexenschuss. Von Fachleuten wird der Hexenschuss auch als akuter Lumbago oder Lumbalsyndrom bezeichnet. Die Hexenschuss Symptome treten vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule zwischen Rippen und Po auf. Beim Hexenschuss handelt es sich um einen schlagartigen Rückenschmerz. Die Betroffenen eines akuten Hexenschuss‘ fühlen sich, als ob sie ein Messer im Rücken hätten.

Beim Lumbago wird schon die kleinste Bewegung zur Qual. Die akuten Schmerzen durch den Hexenschuss müssen jedoch nicht auf den Rücken beschränkt sein. Der Schmerz kann auch in folgende Bereiche ausstrahlen:

  • Leisten
  • Unterbauch
  • Oberschenkel

Meist ist von einem Hexenschuss nur der untere Rücken betroffen, gelegentlich treten im Hals- oder Brustwirbelbereich jedoch ähnliche Blockaden auf. Neben den Kreuzschmerzen haben die Lumbago Betroffenen oft auch angespannte Muskeln, was zu einem steifen Rücken führt.

Mögliche Ursachen für den Hexenschuss sind:

  • Eine geschwächte Rückenmuskulatur.
  • Ein Bandscheibenvorfall.
  • Ein eingeklemmter Nerv.
  • Eine Reizung des Ischiasnervs.

Wann sollte ich mit Rückenschmerzen zum Arzt gehen?

In den meisten Fällen liegen den Rückenschmerzen keine ernsthaften Erkrankungen zu Grunde. Treten allerdings Bewegungseinschränkungen, Kribbeln und Taubheitsgefühl auf, dann müssen die Beschwerden ärztlich abgeklärt werden.

In vielen Fällen lassen sich Rückenbeschwerden lindern. Auch leichte Schmerzen sollten ernst genommen und unter Umständen ärztlich abgeklärt werden. Denn sie beeinträchtigen nicht nur das Wohlgefühl, sie lösen auch weitere Probleme aus, wie Verspannungen durch eine zwanghafte Schonhaltung.Die Behandlung ist beispielsweise möglich über:

  • Massagen
  • Physiotherapie
  • Medikamente
  • Operationen
  • Wärme

Der richtige Mix macht es, dann werden verspannte Muskeln wieder gelockert und die Durchblutung wird angeregt. Auch die Bandscheiben profitieren von diesen Maßnahmen, denn sie bleiben so länger flexibel.

Beratungen sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung. Dazu gehört auch, mögliches Fehlverhalten des Patienten zu analysieren, um weiteren Schmerzen vorzubeugen. Das kann zum Beispiel falsche Ernährung sein, die zu Übergewicht führt. Bei spezifischen Rückenschmerzen ist dies möglichst zu reduzieren.

Wie hilft der Arzt bei einem schmerzenden Rücken?

Wenn die Rückenschmerzen nicht verschwinden, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Dieser wird abklären, ob es sich bei den akuten Rückenschmerzen um Verspannungen handelt oder doch etwas Schwerwiegenderes vorliegt.

Oft helfen Massagen gegen Verspannungen. Eine schonende Massage lockert erst die umgebende Muskulatur und arbeitet sich dann langsam vor. Dabei lassen sich Stauungen im Gewebe beheben und selbst Verklebungen können gelockert werden. Solche Verklebungen können im Fasziengewebe auftreten und durch die Massage behandelt werden.

Eine begleitende Akupunktur kann außerdem helfen, die Verspannungen zu lösen. Bei den Injektionen werden Medikamente direkt in den Muskel gespritzt, die die Muskeln entspannen.

Die Bewegungstherapie gehört zur Physiotherapie. Auch diese wird vom Arzt verschrieben. Sie hilft, Verspannungen zu beseitigen.

Welche Mittel helfen bei Rückenschmerzen?

Ein kurzfristiger Einsatz von Medikamenten hat sich bewährt. Welcher Wirkstoff für Sie der Richtige ist, lässt sich allerdings nicht pauschal sagen. Sie haben die Wahl zwischen Ibuprofen, Diclofenac und Paracetamol.

  • Ibuprofen: Dieser Wirkstoff hilft von Kopfschmerzen über Rückenschmerzen bis hin zu Zerrungen durch zum Beispiel Sportverletzungen. Auch bei Erkältungsbeschwerden kann er helfen. Ibuprofen wird als schmerzlinderndes Mittel immer beliebter und darf auch in der Schwangerschaft in den ersten beiden Dritteln angewendet werden. Allerdings sollten Sie in Ihrer Schwangerschaft immer Rücksprache mit Ihrem Arzt halten, wenn Sie Medikamente einnehmen wollen.
  • Diclofenac: Rheumatische Beschwerden, Gelenkschmerzen, Sportverletzungen und Rückenschmerzen gehören zu den Einsatzgebieten dieses Wirkstoffs. Der schmerzlindernde Effekt soll schnell einsetzen. Generell ist dieser Wirkstoff Ibuprofen sehr ähnlich – allerdings kann es sein, dass er wirkt, wenn Ibuprofen nicht hilft und andersherum. Diclofenac können Sie auch als Salbe anwenden.
  • Paracetamol: Im Gegensatz zu den anderen beiden Wirkstoffen besitzt Paracetamol keinen entzündungshemmenden Effekt. Daher eignet sich der Wirkstoff nicht bei entzündlich bedingten Schmerzen.

Wärmetherapie gegen die Rückenschmerzen

Ob Rückenschmerzen direkt oder indirekt von Muskelverspannungen herrühren, ist für die Behandlung zunächst unerheblich. Wichtig ist es, der Verkrampfung entgegenzuwirken, wobei sich die Wärmetherapie als effektives Mittel erwiesen hat. Dies gilt vor allem bei akuten Rückenschmerzen. Aus diesem Grund funktionieren die rezeptfrei erhältlichen Rückenpflaster nach dem Prinzip der Wärmeerzeugung, was auf zwei verschiedene Weisen geschehen kann:

  • Zum einen können in den Pflastern aktive Wirkstoffe enthalten sein, zumeist Chili-Extrakte (Capsicum) oder ätherische Öle wie Wintergrünöl.
  • Zum anderen ist auch eine rein physikalische Wärmeentfaltung möglich. In diesen Pflastern sind keine aktiven Wirkstoffe enthalten.

Durch die Wärme entspannen sich die Muskeln und die Durchblutung wird angeregt. So können Verspannungen effektiv gelöst und Schmerzen gelindert werden. Dies gilt allerdings nur, wenn eine nicht-entzündliche Erkrankung vorliegt. Sprechen Sie im Zweifelsfall noch einmal mit Ihrem Arzt bevor Sie eine Wärmetherapie beginnen.

Klingen die Rückenschmerzen nach zwei bis drei Tagen nicht ab, ist eine weitere Selbstbehandlung kontraproduktiv und Sie sollten schnellstmöglich zum Arzt.

Rückenschmerzen vorbeugen

Eine gute Rückengesundheit ist wichtig. Diese können Sie zum Beispiel durch verschiedene Rückenübungen erreichen. Unter anderem gehört dazu, dass Sie schwere Lasten aus der Hocke und mit geradem Rücken anheben. Die Rückenschule ist zu jeder Zeit sinnvoll. Ziel ist es, die Aktivitäten des Alltags rückenschonend zu gestalten. Wird zusätzlich auf das Gewicht geachtet, dann profitiert nicht nur der Rücken davon, sondern auch die Gelenke.

Welche Übungen kann ich für einen gesunden Rücken machen?

Regelmäßige Bewegung ist für den gesamten Körper grundsätzlich positiv. Wer sich viel bewegt, beugt gezielt und aktiv Rückenbeschwerden und degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule vor und erhält seine Beweglichkeit. Gerade bei einer hauptsächlich sitzenden beruflichen Tätigkeit, wie Büroarbeit, ist es wichtig, den Rücken regelmäßig zu trainieren, um unter anderem Rückenschmerzen vorzubeugen.

Sport für einen gesunden Rücken

An Möglichkeiten für Sport und Übungen an der frischen Luft mangelt es nicht:

  • Klassische Ausdauersportarten wie Joggen oder Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen, aber auch Bergwandern oder Wandern.
  • Gymnastiksportarten wie Yoga, Pilates oder Qigong.
  • Mannschaftssportarten wie Volleyball, Basketball, Federball, Beachvolleyball oder Fußball.
  • Wassersportarten wie Segeln, Surfen, Rudern oder Kanufahren.
  • Trendsportarten wie Klettern, Slackline, Inlineskaten, Packour oder Bogenschießen.

Neben dem Training in der Natur helfen auch Übungen für Kraft oder Ausdauer an Geräten im Fitnesscenter, ebenso wie Dehnübungen und Entspannungsübungen.
Außerdem kann es sinnvoll sein, sich seine Lebensgewohnheiten anzuschauen. Wer zuviel sitzt sollte sich häufiger bewegen. Auch wenn man schon zu lange auf der gleichen Matratze schläft, kann man Rückenprobleme bekommen. Folgende Maßnahmen können daher dabei helfen, dem Rücken Erleichterung und Entspannung zu verschaffen:

  • Übergewicht reduzieren.
  • Starres Stillsitzen (Fernseher, PC) einschränken.
  • Matratze mindestens alle acht Jahre austauschen.
  • Sitzen mit Halt im Rücken.
  • Bequemes Schuhwerk bevorzugen, hohe Absätze vermeiden.

Bei vielen Menschen schlägt außerdem Stress sprichwörtlich auf den Rücken. Hier können Massagen helfen. Dabei sind diese doppelt erfolgreich: Einerseits wirkt die therapeutische Maßnahme lokal schmerzlindernd und Blockaden sowie Muskelverkrampfungen werden gelöst, andererseits kann eine Massage zusätzlich beruhigend wirken und eine Wohltat für die Seele sein.

Rückenschule

Oft sind es Kleinigkeiten, die Rückenprobleme verhindern können. Das beginnt schon beim richtigen Aufstehen aus dem Sitzen und Liegen.
Menschen, die viel heben müssen, sollten sich zeigen lassen, wie das rückenschonend geschieht. Am besten gehen Sie dazu mit geradem Rücken in die Hocke und heben den schweren Gegenstand durch die Kraft in den Beinen hoch. Aber auch die korrekte Sitzhaltung am Schreibtisch gehört zum unverzichtbaren Wissen. Eine sehr gute Gelegenheit all das zu lernen, ist die Rückenschule.

Derartige Kurse für das Rückentraining dienen der Vermeidung von Rückenbeschwerden und vermitteln darüber hinaus auch Wissen über die Gesundheit. Ob jemand nun körperlich hart arbeitet, hauptsächlich am Schreibtisch sitzt oder die Gartenarbeit beschwerdefrei bewältigen will, ein Training für Muskulatur und Beweglichkeit ist in jedem Fall hilfreich.

Empfehlenswert sind:

  • Fitnessstudios
  • Physiotherapeuten
  • Sonstige Kurse, wie beispielsweise bei der Volkshochschule

Die vorbeugenden Übungen im Rückentraining sind vor allem für gefährdete Personen wichtig. Das bedeutet, Sie sind aktuell zwar beschwerdefrei, aber erfüllen die Risikofaktoren für ein Rückenleiden. Risikofaktoren sind:

  • Einseitige Belastung im Alltag.
  • Fehlstellungen.
  • Erbliche Vorbelastung durch häufige Rückenprobleme in der Familie.

Ganzjährig bieten sich auch die Krankenkassen als kompetente Ansprechpartner zum Thema Rückengesundheit an. Bei den Veranstaltungen zur Rückengesundheit besteht zudem oftmals die Möglichkeit, an Rückenübungen teilzunehmen und so auszuprobieren, was Sie zur Stärkung Ihres Rückens tun können.

Wirbelsäulengymnastik gegen Rückenschmerzen

Wirbelsäulengymnastik ist einer der wichtigsten Bestandteile im Rahmen der Rückenschule und gehört heute zu den am häufigsten gewählten Rückenübungen im Präventionssport. Das Ziel der Wirbelsäulengymnastik ist die Vorbeugung und das Vermeiden von Beschwerden, die im Zusammenhang mit der Wirbelsäule auftreten können.
Neben Wirbeln, Bandscheiben Bändern und Kapseln sorgen auch Muskeln und Sehnen sowie ein neuronales Kontrollsystem für die Stabilisierung der Wirbelsäule. Erst das Zusammenspiel aller gewährt die erforderliche Stabilität.

Kommt es zu Störungen in diesem System, beispielsweise durch Abnutzungserscheinungen, können diese zunächst durch die anderen Komponenten wie die Muskulatur ausgeglichen werden. Erst wenn eine Kompensation nicht mehr möglich ist, entstehen Veränderungen im Bewegungsablauf und Schmerzen.
Damit eventuelle Abnutzungserscheinungen ausgeglichen und schmerzhafte Verspannungen gelöst werden können, ist nicht Schonung, sondern Bewegung gefragt. Rückenübungen sollen vor allem die Muskulatur der Wirbelsäule trainieren, sodass sie wie ein Korsett die Wirbelsäule umschließt und stützt.

Aufgabe von Kursen der Wirbelsäulengymnastik ist es, diese Rückenübungen zu vermitteln und auf die richtige Durchführung zu achten. Denn auch gut gemeinte Gymnastik kann bei falscher Durchführung mehr schaden als nutzen.

Bei bestehenden Erkrankungen und Schmerzen vor Beginn der Wirbelsäulengymnastik sollte ein Arzt konsultiert werden. Ähnliches gilt, wenn neue Schmerzen während der Rückengymnastik auftreten oder sich bestehende Beschwerden verstärken.

Wie halte ich meinen Rücken im Joballtag fit?

Besonders im Büroalltag ist es oft schwierig, sich genug zu bewegen. Starres Sitzen in Fehlhaltung vor dem PC kann der Auslöser für Schmerzen im Rücken und muskuläre Dysbalancen, wie ein sogenannter Rundrücken, sein.

Ein paar einfache Übungen können dagegen helfen und die Beweglichkeit des Körpers stärken:

  • So oft aufstehen wie möglich.
  • Aufrecht hinsetzen, Beine hüftbreit, Rücken in die Lehne drücken, Arme schulterbreit nach oben strecken und nach hinten lehnen, anspannen und entspannen.
  • Aufrecht hinsetzen, Beine hüftbreit, Arme zur Seite mit 90° anwinkeln, dann gerade nach oben strecken und zurück (mehrmals wiederholen).
  • Aufrecht hinsetzen, Beine hüftbreit, Arme und Hände auf die Tischplatte, mit dem Stuhl nach hinten rollen, Arme gestreckt, Kopf für ein paar Sekunden nach unten hängen lassen.
  • Aufrecht hinsetzen, Beine hüftbreit, Rücken anlehnen, einen Arm anheben, ihn über den Kopf führen und die Seite leicht dehnen (Rumpfbeuge im Sitzen).

Wie kann ich Rückenschmerzen im Homeoffice vermeiden?

Meist ist der betriebliche Arbeitsplatz vom Arbeitgeber mit ergonomischen Büromöbeln ausgestattet und auf den Arbeitsschutz abgestimmt. Dazu gehört die technische Ausstattung und andere Arbeitsmittel, wie der verstellbare Bürostuhl und der Schreibtisch. In manchen Büros werden auch höhenverstellbare Schreibtische für ein Arbeiten im Stehen angeboten. So kann zu langes Sitzen und damit verbundene Rückenschmerzen vermieden werden.

Homeoffice-Arbeitsplatz richtig eingerichtet für den Rücken

Im Sitzen werden die Wirbelsäule und die Rückenmuskulatur stark belastet, da sie das Gewicht des Oberkörpers allein tragen. Verspannungen und Schmerzen können Folgen von falschem Sitzen sein. Denn es entsteht großer Druck auf Muskeln und Gelenke durch die falsche Körperhaltung.

Für einen gesunden Rücken ist Arbeiten im Bett oder auf der Couch ausdrücklich nicht empfohlen, auch wenn es zunächst bequem erscheinen mag. Die Sitzfläche ist oft zu niedrig, sodass kein 90-Grad-Winkel im Kniegelenk möglich ist. Die Beine sollten dabei auf dem Boden stehen. Die Sitzhöhe hat somit eine wichtige Bedeutung. Es eignen sich eher Küchenstühle oder eben Bürostühle, die in der Höhe individuell einstellbar sind. Ein weiterer Vorteil eines Bürostuhls ist die Einstellung der Rücklehne zur Unterstützung und Stabilisierung der Rückenmuskulatur durch eine aufrechte Körperhaltung. Sollte Homeoffice auf unbestimmte Zeit vom Arbeitgeber gewünscht sein, lohnt sich die Investition in einen Bürostuhl.

In den meisten Fällen wird für das mobile Arbeiten ein Laptop vom Arbeitgeber gestellt. Jedoch ist der Bildschirm oft zu tief, sodass beim aufrechten Sitzen der Blick auf den Bildschirm nach unten gerichtet ist. Optimal ist es, dass der Blick gerade auf den Bildschirm ausgerichtet ist. Dafür reicht es aus einen Stapel mit Büchern unter dem Laptop zu platzieren. Hierfür eignet sich zusätzlich die Anschaffung einer externen Maus, eventuell auch mit einer Auflage für das Handgelenk und Tastatur. Eine weitere Möglichkeit ist ein zweiter Bildschirm, der auch auf Blickhöhe eingestellt ist. Der Abstand zwischen dem Monitor und den Augen sollte mindestens 50 cm betragen. Ein besserer Blickwinkel kann eine mögliche Verkrümmung der Wirbelsäule vorbeugen.

Richtiges Sitzen ohne Rückenschmerzen

Idealerweise stehen dabei die Füße auf dem Boden, mit je einem rechten Winkel in der Kniebeuge und in der Hüfte. Der Rücken ist im Kontakt mit der Rückenlehne, sodass der Lendenbereich gestützt wird und die Haltung aufrecht ist. Tastatur und Maus sind ca. 15-20 cm von der Tischkante entfernt, sodass die Arme entspannt aufgelegt werden können und die Schultern entspannt werden.

Stichwort: dynamisches Sitzen. Verbleiben Sie nicht zu lange in einer Position, sondern verändern Sie mehrmals in der Stunde Ihre Sitzhaltung am Schreibtisch, indem Sie sich mal zur Seite oder nach vorne und hinten beugen. Auch kann ein Wechsel des Platzes für einige Minuten sinnvoll sein, um eine andere Haltung einzunehmen. Möglich auch zeitweise im Stehen an einer hohen Kommode oder Stehtisch zu arbeiten. Das kann eine Entlastung für den Rücken sein. Starres Sitzen in einer Position kann zu Verspannungen und als Folge dessen zu Schmerzen führen.

Bewegung zur Vorbeugung von Rückenschmerzen

Im betrieblichen Büro spaziert man gelegentlich zwischen den Arbeitsplätzen um Absprachen mit Mitarbeitern zu treffen oder zu Konferenzen in anderen Räumen zu gehen. Zuhause ist der Arbeitnehmer dazu verleitet dies nicht zu tun, da vieles digital am PC stattfindet. Auch fällt teilweise der Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad oder zu Fuß weg.

Hin und wieder aufstehen, sich strecken und etwas dehnen kann den Rücken entlasten und Schmerzen vorbeugen. Eine Möglichkeit dazu ist es beim Telefonieren einen kleinen Spaziergang durch die Wohnung zu machen. Schon der Gang zur Toilette bringt etwas Bewegung in den Tag. So oft es geht, sollten Sie aufstehen und umherlaufen.

Pausen sind wichtig zur Vorbeugung von Rückenschmerzen

Um weiter konzentriert und leistungsfähig zu bleiben sind Pausen wichtig. Bei einer täglichen Arbeitszeit von 8 Stunden sind 30 Minuten Pause nach spätestens 6 Stunden vorgeschrieben. Dies sollte auch eingehalten werden. Gerade wenn das Wetter wieder schöner wird und sich die Möglichkeit bietet, kann ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft in der Mittagspause sehr gut tun. Es besteht die Option ein kleines Workout oder verschiedene Übungen einzulegen, auch um Müdigkeit entgegen zu wirken und die Muskeln zu entspannen.

Hierbei ist ebenso wichtig den Kopf und den Nacken etwas zu bewegen. In der Pause sollte man sich auch wirklich ein Pause gönnen und versuchen abzuschalten.

Autorin Apothekerin Janet Baron

Über unsere Autorin:

Janet Baron | Stellvertretende Leitung Heimversorgung
Seit 2013 bin ich Apothekerin und startete 2014 bei mycare in der Heimversorgung. Mit der Fachweiterbildung „Pharmazie in der Geriatrie“ erlangte ich die Voraussetzung für ein qualifiziertes Medikationsmanagement für unsere geriatrischen Patienten sowie die tägliche praktische Anwendung in der Heimversorgung. Zudem führe ich Schulungen zu aktuellen Themen für Laien und Fachpersonal durch. Mehr erfahren

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