Die 9 wichtigsten Fragen zu Mpox
✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 4 Minuten
Von Ulrike Wendt, PTA
bei mycare.de
Aktualisiert: 25.09.2025
Mpox ist eine Virusinfektion, die sich primär über engen Kontakt, auch über Tröpfchen- oder Schmierinfektion, von Tier zu Mensch und Mensch zu Mensch überträgt. Nach unspezifischen Anfangssymptomen wie Fieber folgt ein charakteristischer Hautausschlag. Der Krankheitsverlauf ist meist mild, kann aber für immungeschwächte Personen und Kinder gefährlich sein. Es gibt eine Impfung für Risikogruppen doch eine spezifische Behandlung ist nur bei schweren Verläufen nötig. Aufgrund steigender Fallzahlen und Mutationen gilt das Pandemierisiko als erhöht.
Mpox - kurz erklärt
Mpox ist eine durch das Monkeypox virus (MPXV) ausgelöste Viruserkrankung. Das Virus wurde zuerst bei Affen nachgewiesen, kam im Ursprung aber wahrscheinlich bei Nagetieren und Hörnchen schon eher vor. Die Infektion gehört, wie der früher verbreitete Name Affenpocken schon vermuten lässt, zur Familie der Pocken. In den meisten Fällen verursachen die Mpox allerdings einen milderen Verlauf als die Menschenpocken, die seit 1980 als ausgerottet gelten. 1970 wurde erstmals eine Infektion beim Menschen nachgewiesen, und zwar bei einem neun Monate alten Kind in der Demokratischen Republik Kongo. Seitdem traten Fälle der Affenpocken immer mal wieder in west- und zentralafrikanischen Ländern auf. Seit 2022 wurden Fälle von Mpox Klade IIb auch in den europäischen Ländern registriert, wo das Virus vorher scheinbar nicht vorgekommen ist. Auch in Deutschland gibt es registrierte Fälle.

Umbenennung von Affenpocken in Mpox
Mpox ist eine neue Bezeichnung und ersetzt den englischen Begriff Monkeypox (Affenpocken). Affenpocken wurde als diskriminierend und stigmatisierend bewertet und deshalb abgewählt. 30 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen stellten fest: die Krankheit würde zu Unrecht mit Afrika assoziiert, was sich unter anderem durch die Darstellung der Pocken durch Fotos afrikanischer Patienten zeige. Außerdem lässt der Name darauf schließen, dass das Virus endemisch ist, also nur in bestimmten Regionen auftritt. Der derzeitige Ausbruch ist aber global. Der neue Name des Affenpocken-Virus soll daher keine geografischen Merkmale im Namen aufweisen, da dies die gängige Praxis bei der Benennung von Infektionskrankheiten ist.
Gefährlichkeit von Mpox
Mpox gilt als nicht sehr ansteckend. Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko sind beispielsweise Angehörige des Gesundheitswesens, Haushaltsmitglieder einer infizierten Person und Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, z.B. Männer, die häufig wechselnden Geschlechtsverkehr mit anderen Männern haben. In den meisten Fällen heilt die Krankheit innerhalb weniger Wochen aus. Es können allerdings Narben zurückbleiben. Zudem gibt die WHO (Weltgesundheitsorganisation) die Sterberate mit 3 bis 6 Prozent an – besonders immungeschwächte Menschen und Kinder haben ein Risiko für einen schweren Verlauf. Außerdem scheint die Variante ausschlaggebend zu sein für die Schwere der Erkrankung: Die zentralafrikanische Variante der Affenpocken verläuft anscheinend häufiger tödlich als die westafrikanische Variante. Nach bisherigem Erkenntnisstand sind bislang in Deutschland ausschließlich Mpox-Infektionen mit der westafrikanischen Klade IIb nachgewiesen worden. Eine Gefährdung durch diesen Erreger für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland schätzt das Robert-Koch-Institut (RKI) derzeit als gering ein.
Gefährdung von Kindern durch Affenpocken
Daten aus afrikanischen Ländern zeigen, dass Kinder häufiger von schweren Verläufen der Affenpocken betroffen sind. Bei Kindern unter 16 Jahren wird bei der zentralafrikanischen Variante eine Sterblichkeit von bis zu 11 Prozent beobachtet – allerdings lassen sich diese Zahlen nach Meinung von Experten nicht auf Europa oder die USA übertragen, da dort andere medizinische Bedingungen herrschen. Die Sterblichkeit wird in den westlichen Ländern vermutlicher geringer ausfallen aufgrund der besseren medizinischen Versorgung.
Symptome einer Mpox-Infektion
Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Symptome, kann bis zu 21 Tage betragen. Die Symptome ähneln unter anderem denen von Windpocken und Herpes. Um festzustellen, dass es Mpox ist, eignet sich ein PCR-Test – als Probenmaterial wird oft ein Abstrich aus einem der Hautbläschen genommen. Typische erste Symptome für Mpox sind:
- Fieber
- Kopf-, Muskel-, und Rückenschmerzen
- Geschwollene Lymphknoten
- Abgeschlagenheit
Einige Tage nach diesen ersten Symptomen tritt der charakteristische Hautausschlag auf. Zunächst ist er flach, dann bilden sich sekretgefüllte Bläschen, die ähnlich wie bei Herpes verkrusten und abfallen. Eventuell hinterlassen sie kreisrunde Narben. Oft tauchen diese Pusteln zuerst im Gesicht auf und breiten sich dann über den ganzen Körper aus – auch auf den Händen und Füßen sowie der Mundschleimhaut und im Genitalbereich. In einigen Fällen können auch die Augen betroffen sein.
Übertragungswege von Mpox
In Afrika stecken sich die meisten Menschen durch den Verzehr oder den Kontakt mit infizierten Tieren an. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind selten, aber möglich. Unter anderem sind das wässrige Sekret in den Bläschen sowie der Schorf hoch infektiös – ähnlich, wie dies auch bei Herpes der Fall ist. Ebenso kann die Krankheit über Schmier- oder Tröpfcheninfektion übertragen werden – also beispielsweise auch, falls man bei einem längeren Gespräch dicht zusammensteht. Aufgrund des engen Körperkontaktes ist auch eine Übertragung beim Sex wahrscheinlich, dennoch zählen die Affenpocken nicht explizit zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion und den ersten Symptomen, beträgt etwa 4-21 Tage. Es wurden jedoch auch schon von Inkubationszeiten unter 4 Tagen berichtet. Die Ansteckung ist bereits möglich, wenn nur unspezifische Symptome (wie z. B. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen) vorliegen. Noch vor dem Auftreten der Hautveränderungen kann man sich durch Tröpfcheninfektion infizieren. Nicht zu vernachlässigen ist, dass über Kleidung, Bettwäsche, Handtücher oder Gegenstände wie Essgeschirr, die mit dem Virus verunreinigt wurden, auch eine Ansteckung möglich ist.
Behandlung von Mpox
Im Normalfall heilt die Krankheit von alleine aus. Medikamente können verschiedene Symptome, wie Fieber oder Schmerzen, lindern. Bei schweren Verläufen ist seit Januar 2022 in der EU der Wirkstoff Tecovirimat zugelassen (eine breite Lieferbarkeit ist jedoch nicht gegeben), der antiviral wirkt.
Wer sich infiziert hat, sollte zudem den Kontakt mit seinen Mitmenschen meiden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Das RKI empfiehlt mittlerweile eine 21-tägige Quarantäne für Infizierte sowie deren Kontaktpersonen, da es bis zu drei Wochen dauern kann, bis sich erste Symptome zeigen.
Vorbeugung von Mpox
Für gefährdete Personengruppen hat die ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung gegen Mpox empfohlen. Der Impfstoff Imvanex ist in der in der Europäischen Union dafür zugelassen. Das Impfschema bei Erwachsenen ohne Pockenimpfung in der Vorgeschichte sieht zwei Impfstoffdosen im Abstand von mindestens 28 Tagen vor. Bei Menschen, die in der Vergangenheit bereits gegen Pocken geimpft wurden, reicht sogar die einmalige Impfstoffdosis aus.
Pandemierisiko durch Mpox
Experten warnen vor einem wachsenden Pandemierisiko durch Mpox. Insbesondere die rapide Entstehung spezifischer genetischer Mutationen, ausgelöst durch menschliche Enzyme, könnte die Mensch‑zu‑Mensch-Übertragung weiter steigern. Da Mpox in Nagetieren und Affen persistiert, ist eine vollständige Ausrottung selbst mit großflächigen Impfkampagnen kaum erreichbar. In Berlin meldete das Landesamt für Gesundheit und Soziales bis zum 23. März 2025 viermal so viele Fälle wie in den beiden Vorjahren – 43 bestätigte Infektionen, vornehmlich bei Männern im Durchschnittsalter von 34 Jahren. Bundesweit wurden 154 Fälle an das RKI übermittelt, wobei Experten von einer hohen Dunkelziffer ausgehen. Die WHO stuft Mpox seit Februar 2025 erneut als „Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ein, um die globale Reaktion zu intensivieren.
Literatur:
- https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/mpox-pandemierisiko-waechst/
Häufig gestellte Fragen rund um Mpox
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Ulrike Wendt | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Ich bin seit 17 Jahren Pharmazeutisch-technische Assistentin bei mycare.de. Aufgrund der langen Berufserfahrung und der regelmäßigen Fortbildung sind wir schon Experten in Gesundheitsthemen. Mehr erfahren über U. Wendt
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