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8 Tipps, die Sie sofort bei Sodbrennen anwenden können

Von Lisa Stenschke, Apothekerin bei mycare.de
Aktualisiert: 19.12.2022

Eine Frau hat durch Sodbrennen einen leichten Druck im Magen und legt ihre Hände auf den Bauch.

Sodbrennen zeichnet sich durch ein unangenehmes Brennen in der Brustbeingegend und säurebedingten Magenschmerzen aus. Die betroffene Person verspürt meist zusätzlich einen sauren Geschmack im Mund. Auslöser für das brennende Gefühl können z.B. scharfe Speisen, fettiges Essen oder eine zu große Mahlzeit sein. Es gibt verschiedenen Maßnahmen zur Vorbeugung und Linderung.

Was ist Sodbrennen?

Sodbrennen wird auch Reflux genannt - Reflux ist lateinisch und bedeutet „Rückfluss“ – womit das Symptom gut erklärt ist. Magensäure steigt bis in die Speiseröhre auf und löst dort das typische Brennen aus. Mitunter können auch Speisereste mit aufsteigen. Gelegentliches Sodbrennen ohne weitere Beschwerden ist harmlos, der Verzicht auf fettige Speisen und Alkohol sollte es schnell wieder verschwinden lassen. Bei regelmäßigem Sodbrennen sollte allerdings ein Arzt aufgesucht werden, da die Refluxkrankheit unbehandelt ernstere Störungen nach sich ziehen kann.

Infografik Sodbrennen - Wie entsteht Sodbrennen und ist es gefährlich?

Welche Ursachen hat Sodbrennen?

Das typische Brennen hinter dem Brustbein, das bis in den Rachen hochsteigen kann, entsteht, wenn der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre in seiner Funktion gestört oder geschwächt ist. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Eine davon ist die Gastroösophageale Refluxkrankheit. Sodbrennen ist bei dieser das Hauptsymptom. Auslösende Faktoren für die Refluxkrankheit sind vielfältig – unter anderem:

  • Ein von Natur aus zu schwacher Schließmuskel
  • Reizstoffe wie Nikotin
  • Zu üppiges Essen
  • Bestimmte Medikamente
  • Stress
  • Eine zu enge Speiseröhre
  • Ein Zwerchfellbruch

Regelmäßiges Sodbrennen sollte behandelt werden, damit die Speiseröhre durch die Magensäure keine Verletzungen davon trägt und keine Speiseröhrenentzündung entsteht. Bei weit über der Hälfte der Betroffenen verursacht die Refluxkrankheit allerdings zwar unangenehme Symptome, aber keine nachhaltigen Schäden in der Speiseröhre.

Kann ich Sodbrennen vorbeugen?

Auch wenn man sich dessen häufig nicht bewusst ist, ist ein Lebensstil mit Stress, unregelmäßigen und schnellem Essen ursächlich mit für die Symptome verantwortlich. Wer oft spät abends noch üppig isst und dazu Alkohol trinkt, wird wahrscheinlich häufiger von Sodbrennen betroffen sein als Menschen, die darauf verzichten. Teilweise können mehrere kleine Mahlzeiten am Tag statt drei große schon Linderung bringen, damit der Magen nicht überlastet wird und das viele Essen wieder nach oben in die Speiseröhre drückt. Auch Bewegung kann helfen, da sie die Verdauung anregt. Reizstoffe wie Nikotin oder Alkohol sollten gemieden werden, wenn Sodbrennen häufig auftritt.

Welche Hausmittel helfen gegen Sodbrennen?

In fast jedem Haushalt finden sich zahlreiche Mittel gegen Sodbrennen. Tritt der Reflux nur gelegentlich auf, können diese Hausmittel-Tipps helfen:

Tipp 1: Rohe oder gekochte Kartoffel essen: Die Stärke in den Kartoffeln bindet die überschüssige Magensäure und führt zur Linderung der Beschwerden. Kartoffelsaft wirkt basisch und entsäuert. Rohe Kartoffeln pressen Sie am besten aus oder zerkleinern sie mit einer Reibe und vermischen sie mit Wasser. Aber Achtung! Keinesfalls sollten Sie große Mengen davon essen oder trinken, weil rohe Kartoffeln giftiges Solanin enthalten. Als Faustregel dieses Hausmittels gilt: Drei Wochen lang zweimal täglich ein halbes Rotweinglas Kartoffelsaft. Alternativ können Sie auch gekochte Kartoffeln oder Süßkartoffeln essen.

Tipp 2: Ein Glas Wasser trinken: Durch das Trinken wird die Magensäure aus der Speiseröhre wieder in den Magen befördert und außerdem verdünnt. Lauwarmes, stilles Wasser oder ein säurearmer Tee wirken am besten.

Tipp 3: Spaziergang nach dem Essen: Generell mehr Bewegung ist ein guter Schutz vor Magen-Darm-Problemen.

Tipp 4: Kaugummi kauen: Durch das Kauen wird die Speichelbildung angeregt. Speichel ist basisch und kann daher kleine Mengen Magensäure neutralisieren. Statt Kaugummi funktionieren auch Bonbons oder Pastillen. Um die Zähne zu schonen, sollten Sie möglichst auf zuckerfreie Produkte achten.

Tipp 5: Milch: Hier unterscheiden sich die Erfahrungen. Bei einigen Betroffenen ist Milch das beste Hausmittel bei gelegentlichem, leichtem Sodbrennen, bei anderen wird es dadurch verstärkt. Ursache kann sein, dass Kuhmilch einen leicht sauren pH-Wert hat. Bei manchen Betroffenen verschlimmern sich die Symptome zusätzlich aufgrund des Fettgehaltes.

Gibt es Medikamente gegen Sodbrennen?

Lässt sich das Sodbrennen nicht durch einfach Maßnahmen oder eine Änderung der Lebensweise behandeln, kann es erforderlich sein, Säurebinder einzunehmen. Dabei ist zu bedenken, dass das Brennen in der Speiseröhre nicht immer durch ein Übermaß an Säure verursacht wird. Säurebinder bei normaler Magensäureproduktion können die Verdauung nachteilig beeinflussen. Das gilt ganz besonders für die Langzeiteinnahme der Medikamente.

Tipp 6: Antazida: Dies sind basische Substanzen, die die Magensäure neutralisieren. Die natürliche und wichtige Säureproduktion wird nicht beeinflusst. Der unter Umständen aufsteigende Magensaft ist jedoch merklich weniger ätzend für die Speiseröhre. Die Mittel wirken schnell, bereits nach ungefähr 15-30 Minuten. Daher eignen sich diese Medikamente sehr gut für eine Anwendung nach Bedarf. Ihre Wirkung findet lokal im Magen statt, einige der Medikamente sind auch für Schwangere geeignet. Sie sind rezeptfrei erhältlich.

Tipp 7: Protonenpumpenhemmer /Protonenpumpeninhibitoren (PPI): Diese Medikamente haben ihren Namen aufgrund ihrer Wirkungsweise: Bestimmte Belegzellen in der Magenschleimhaut funktionieren als sogenannte Protonenpumpen und sind für die Bildung der Magensäure unerlässlich. Durch die Einnahme von Protonenpumpenhemmern wird dieses Pumpensystem blockiert, die Säuremenge im Magen wird deutlich reduziert. Die Beschwerden werden nicht sofort gelindert, der Effekt kann dafür aber zwei bis drei Tage anhalten. Diese Medikamente eignen sich daher besonders für Menschen, die häufiger mit starkem Sodbrennen zu tun haben. Ein dauerhafter Gebrauch ist nur unter ärztlicher Anweisung und Überwachung angezeigt. PPI beeinflussen unter anderem die Aufnahme von Vitamin B12 und Kalzium, gegebenenfalls wird der Arzt entsprechende Maßnahmen zum Ausgleich einleiten. Einige der Protonenpumpenhemmer sind in niedriger Dosierung rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, wie Pantoprazol von Ratiopharm. Eigenverantwortlich sollten sie nicht länger als 14 Tage zur Behandlung eingesetzt werden.

Tipp 8: H2-Blocker: Diese Medikamente hemmen die Freisetzung von Magensäure. Wer regelmäßig, also mindestens zweimal in der Woche, unter Reflux leidet, könnte auf Anraten des Arztes diese Präparate ausprobieren. Die H2-Blocker blockieren bestimmte Hormon-Bindestellen in den magensäureproduzierenden Zellen. Dadurch gelangt weniger Magensäure in den Magen, der Mageninhalt wird weniger sauer. Einige der Arzneistoffe sind in niedriger Dosierung rezeptfrei erhältlich, eigenverantwortlich sollten sie aber nur einige Tage eingenommen werden. Ein Arzt kann eine Anwendung über einen längeren Zeitraum und gegebenenfalls höhere Dosierungen verordnen.

Warum entsteht Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Sodbrennen ist eine der häufigsten Beschwerden bei Schwangeren, rund jede zweite ist davon betroffen. Nach der Geburt verschwindet es meist wieder. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen wird die glatte Muskulatur im Körper der werdenden Mutter durch das Hormon Progesteron in der Schwangerschaft gelockert. Dadurch sollen vor allem Kontraktionen in der Uterusmuskulatur vorgebeugt werden. Auch der Schließmuskel ist ein glatter Muskel und kann daher durch das Progesteron erschlaffen. Zum anderen benötigt die sich ausdehnende Gebärmutter im Verlauf der Schwangerschaft immer mehr Raum und drückt vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel vermehrt auf den Magen. Dadurch wird das Aufsteigen der säurehaltigen Magenflüssigkeit begünstigt.

Welche Symptome kann Sodbrennen in der Schwangerschaft auslösen?

Das typische Brennen in der Speiseröhre ist nur eins der Symptome, die durch das Sodbrennen ausgelöst werden können. Auch eine Vielzahl anderer unangenehmer Begleiterscheinungen können auf den Rückfluss der Magensäure zurückzuführen sein. Dazu gehören

  • Aufstoßen von Luft
  • Druck im Oberbauch
  • Völlegefühl
  • Brennen im Bereich vom Magen, Brustbein, Hals und/oder Rachen
  • Heiserkeit
  • Schluckbeschwerden
  • Schlafstörungen

Was kann ich gegen starkes Sodbrennen in der Schwangerschaft tun?

Schwangeren wird oft geraten, bestimmte Lebensmittel zu essen, welche die Magensäure binden können. Dazu gehören unter anderem Mandeln, Haferflocken, Bananen und Zwieback. Grundsätzlich ist es für die Gesundheit förderlich, besonders in der Schwangerschaft auf eine gesunde Ernährung zu achten, nicht für zwei zu essen, sondern kleine Mahlzeiten zu bevorzugen. Dies kann dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern oder sogar zu verhindern. Auch auf zu enge Kleidung sollten Sie in der Schwangerschaft verzichten. Umstandsmode ist mittlerweile sehr modern, sodass auch Schwangere sich modisch, aber bequem für den wachsenden Bauch kleiden können. Viele Schwangere leiden zudem meistens nachts unter dem lästigen Sodbrennen. Hier kann es helfen, den Oberkörper durch Kissen höher zu lagern, um dem Rückfluss mit der Schwerkraft entgegen zu wirken.

Außerdem gibt es einige Lebensmittel, deren Verzehr Sie einschränken sollten, da sie das Sodbrennen begünstigen. Dazu zählen unter anderem Zitrusfrüchte, Hülsenfrüchte, Süßigkeiten, scharfes Essen und kohlensäurehaltige Getränke. Kurz zusammengefasst können diese Tipps gegen das Sodbrennen helfen:

 Tipp: Sollten die Hausmittel keine Besserung bringen, gibt es verschiedene Medikamente gegen Sodbrennen, die Sie auch in der Schwangerschaft einsetzen können, beispielsweise Gaviscon Liquid.

Generell sollten Sie bei allen Medikamenten, die Sie in der Schwangerschaft einnehmen, Rücksprache mit Ihrem Arzt halten, um die größtmögliche Sicherheit für sich und das Baby zu haben. Der Arzt kann in Bedarfsfall bei sehr starken Sodbrennen auch andere Präparate empfehlen.

Wie lange kann das Sodbrennen in der Schwangerschaft anhalten?

Sodbrennen gehört zu den Begleiterscheinungen vieler Schwangerschaften. Gewöhnlich sollte der Reflux nach der Geburt wieder verschwinden. Teilweise bemerken Schwangere auch schon, dass sie nach den Senkwehen schon wieder mehr Platz im Magen haben und das Sodbrennen nicht mehr so stark auftritt. Es ist also bei Sodbrennen in der Schwangerschaft nur eine Frage der Zeit, wie lange es anhält.

Ist das Sodbrennen gefährlich für das ungeborene Baby?

Die Produktion von Progesteron ist gut für das wachsende Baby im Bauch, da so die Muskeln weicher werden und mehr Platz für das Ungeborene geschaffen wird. Sodbrennen kann eine Folge dieser gesteigerten Progesteron-Produktion sein. Das Hormon selbst und auch das Sodbrennen sind aber nicht gefährlich für das Baby.

Autorin Apothekerin Lisa Stenschke

Über unsere Autorin:

Lisa Stenschke | Apothekerin in der Robert-Koch-Apotheke
Seit 6 Jahren bin ich Apothekerin und von Anfang an mit Herzblut hauptsächlich in den Vor-Ort-Apotheken von myCare e.K. im Einsatz. Eine kompetente, umfassende und vertrauensvolle Beratung der Patienten ist mir sehr wichtig. Auch bei Instagram und Facebook freue ich mich bei "Frag Lisa" auf das Interesse an unseren Produkten. Mehr erfahren

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