Mittelohrentzündung: Behandlung, Tipps und mehr

✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 4 Minuten

Von Dr. Leonie Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 09.02.2026

Ein Kind zeigt auf sein Ohr, weil es Ohrenschmerzen hat.

Eine Mittelohrentzündung (Otitis media) äußert sich meist durch stechende Ohrenschmerzen, Druckgefühl und Fieber. Da die Erkrankung oft nach wenigen Tagen von selbst ausheilt, empfiehlt sich bei milden Verläufen zunächst eine abwartende Behandlung. Im Zentrum der Therapie stehen schmerzlindernde Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Paracetamol sowie abschwellende Nasensprays, um die Belüftung des Mittelohrs zu verbessern. Antibiotika sind hingegen nur bei bakteriellen Komplikationen oder anhaltend schweren Symptomen notwendig. Besonders bei Kindern ist aufgrund ihrer anatomischen Besonderheiten Vorsicht geboten; hier sollte die Behandlung engmaschig und idealerweise in Absprache mit einem Arzt erfolgen, um Folgeschäden wie Hörverlust zu vermeiden. Ziel jeder Behandlung ist die schnelle Schmerzlinderung und die Wiederherstellung der Belüftung hinter dem Trommelfell.

 

Was sind typische Symptome einer Mittelohrentzündung?

Ohrenschmerzen lassen sich von außen schlecht feststellen. Zudem können Babys und Kleinkinder nicht genau sagen, wo es weh tut. Deshalb sollten Sie als Eltern auf diese Zeichen achten:

  • Kinder klagen über starke, pochende Ohrenschmerzen, die häufig nachts stärker empfunden werden
  • Unruhe, Reizbarkeit
  • Plötzliches, hohes Fieber
  • Rapide Verschlechterung des Allgemeinzustandes
  • Kinder fassen sich oft ans Ohr
  • Druckschmerz, evtl. Schwellung hinter dem betroffenen Ohr

Als Notfall müssen folgende Zeichen gedeutet werden (dann sollte unverzüglich ein Arzt oder eine Notaufnahme aufgesucht werden):

  • Hohes Fieber (über 3 Tage)
  • Anhaltendes Erbrechen und Durchfälle
  • Krampfanfälle
  • Bewusstseinsstörungen
  • Ausfluss aus dem Ohr

Ursachen einer Mittelohrentzündung sind verschiedene Viren und Bakterien. Meistens bestand vorher eine Entzündung im Nasen-Rachen-Raum oder eine Mandelentzündung. Man unterscheidet je nach Verlauf die akute und die chronische Mittelohrentzündung. Aber auch diese Ursachen können der Grund für die Schmerzen sein:

  • • Zahn- oder Kieferprobleme
  • • Fremdkörper im Gehörgang
  • • Sturz auf den Kopf
  • • Paukenerguss
  • • Ohrenschmalzpfropf
  • • Wasser im Ohr durch das Baden

Eine Schmerzlinderung ist wichtig. Schmerzen können mit Paracetamol und Ibuprofen behandelt werden. Die meisten Personen, die an einer akuten Mittelohrentzündung leiden, erholen sich schnell ohne Behandlung. Als Antibiotika wird Amoxicillin verordnet - Antibiotika sind nur dann empfohlen, wenn die Krankheit schwerwiegend ist oder wenn die Symptome nach 72 Stunden nicht schwächer geworden sind. Erwachsenen kann ein abschwellendes Nasenspray verabreicht werden. Abschwellende Mittel helfen bei Kindern nicht und können unangenehme oder sogar gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen, besonders bei Kindern im Alter von weniger als 2 Jahren.

 Tipp:Die meisten Schmerzmittel senken gleichzeitig auch das Fieber. Bis zum Arzttermin können Paracetamol-Präparate die Schmerzen lindern und das Fieber senken.

Übrigens: Ohrentropfen können das Trommelfell nicht durchdringen und nützen bei einer Mittelohrentzündung nichts. Bei sehr starken Schmerzen oder anhaltendem hohem Fieber und Verschlechterung des Allgemeinzustandes kann der Arzt einen kleinen Einschnitt ins Trommelfell machen und damit die dahinter liegende Flüssigkeit entleeren. Es kann auch ein sogenanntes Paukenröhrchen in das Trommelfell eingesetzt werden, dies wird oft bei wiederholten Mittelohrentzündungen gemacht. Das Ohr wird dadurch belüftet und die Flüssigkeit kann abfließen.

Infografik Mittelohrentzündung: Symptome, Ursachen, Behandlung

Mittelohrentzündung: Behandlungen, die wirken

  • Medikamente gegen Schmerzen: Diese Behandlung einer Mittelohrentzündung wird fast immer eingesetzt, um Ohrenschmerzen zu lindern. Schmerzstillende Medikamente eignen sich bei leichten bis mittleren Symptomen einer Otitis bei Kindern und Erwachsenen und entlasten das Trommelfell im Mittelohr.
  • Nasentropfen: Sie sind eine wichtige Behandlung bei Mittelohrentzündung, da sie die Schleimhäute abschwellen lassen. Dadurch öffnet sich die Ohrtrompete besser und Sekret kann aus dem Mittelohr abfließen.
  • Antibiotika: Antibiotika kommen bei der Behandlung einer Mittelohrentzündung zum Einsatz, wenn die Symptome stark sind, Fieber besteht oder Komplikationen drohen. Besonders bei Kindern mit schwerer Otitis oder bei anhaltenden Ohrenschmerzen sind Antibiotika sinnvoll, um bakterielle Erreger im Mittelohr zu bekämpfen.
  • Hausmittel: Hausmittel wie Wärmeauflagen können Ohrenschmerzen lindern und werden unterstützend bei der Behandlung einer Mittelohrentzündung eingesetzt. Sie ersetzen jedoch keine Medikamente und sind nur bei milden Symptomen ohne Komplikationen geeignet.
  • Ärztlicher Eingriff: Ein ärztlicher Eingriff ist notwendig, wenn sich dauerhaft Sekret im Mittelohr sammelt oder die Otitis häufig wiederkehrt. In solchen Fällen können Paukenröhrchen eingesetzt werden, um das Mittelohr zu belüften, das Trommelfell zu entlasten und Komplikationen vorzubeugen. Dies betrifft vor allem Kinder.

Behandlung bei Mittelohrentzündung: Was ist die abwartende Behandlung?

Es ist oftmals sinnvoll abzuwarten, weil viele Formen der Otitis von selbst ausheilen. Das Immunsystem kann die Entzündung im Mittelohr bekämpfen und das Sekret bildet sich zurück, sobald die Ohrtrompete wieder durchgängig ist. Durch das Abwarten können unnötige Antibiotika vermieden werden, was besonders wichtig ist, um Resistenzen zu verhindern. Unterstützend werden Medikamente gegen Ohrenschmerzen und Nasentropfen eingesetzt, damit das Trommelfell entlastet wird.

In der Regel bessern sich die Symptome innerhalb von zwei bis drei Tagen deutlich. Die vollständige Heilung der Mittelohrentzündung dauert meist etwa eine Woche bis zehn Tage. Restliches Sekret im Mittelohr kann auch etwas länger bestehen, ohne dass noch eine aktive Otitis vorliegt.

Beim Abwarten ist es wichtig, die Symptome genau zu beobachten. Zunehmende Ohrenschmerzen, hohes Fieber oder anhaltende Beschwerden können auf Komplikationen hinweisen und erfordern eine ärztliche Kontrolle. Auch Veränderungen am Trommelfell oder eine Verschlechterung des Hörens sollten ernst genommen werden. Die Behandlung der Mittelohrentzündung kann dann angepasst und Antibiotika notwendig werden.

Bei Kindern sollten Eltern besonders aufmerksam sein. Da die Anatomie des Kinderohres noch nicht voll entwickelt ist, verläuft die Entzündung hier oft schneller und intensiver als bei Erwachsenen. Das beeinflusst nicht nur die Wahl der Medikamente, sondern auch den Zeitpunkt, ab dem ein Arzt eingreifen muss.

Mittelohrentzündung behandeln bei Kindern

Kinder bekommen eine Mittelohrentzündung häufig im Zusammenhang mit Erkältungen. Die Ohrtrompete ist bei Kindern kürzer und enger, wodurch Keime leichter vom Nasen-Rachen-Raum ins Mittelohr gelangen. Schleimhautentzündungen führen dazu, dass Sekret im Mittelohr zurückbleibt und auf das Trommelfell drückt. Dadurch entstehen Ohrenschmerzen und typische Symptome einer Otitis. Besonders in den ersten Lebensjahren sind Kinder anfälliger für eine Mittelohrentzündung.

Die Entscheidung über die Behandlung einer Mittelohrentzündung bei Kindern sollte idealerweise gemeinsam mit einem Arzt getroffen werden. Kinder können ihre Ohrenschmerzen oft nicht genau beschreiben und das Risiko für Komplikationen ist höher als bei Erwachsenen. Ein Arzt beurteilt den Zustand von Trommelfell und Mittelohr und entscheidet, ob eine abwartende Behandlung der Mittelohrentzündung ausreicht oder ob Medikamente oder Antibiotika notwendig sind. Bei starken Symptomen mit Fieber oder sehr jungen Kindern sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Bei Kindern kann eine unbehandelte oder wiederkehrende Otitis zu Komplikationen führen. Dazu gehören anhaltendes Sekret im Mittelohr, Hörminderungen oder eine Schädigung des Trommelfells. In manchen Fällen sind Paukenröhrchen notwendig, um das Mittelohr dauerhaft zu belüften. Deshalb ist eine angepasste Behandlung einer Mittelohrentzündung bei Kindern besonders wichtig, um langfristige Folgen zu vermeiden.

Alles auf einen Blick: Die richtige Behandlung von Mittelohrentzündungen

Eine Mittelohrentzündung verursacht Ohrenschmerzen, Sekret im Mittelohr und kann das Trommelfell belasten. Typische Symptome sind Ohrenschmerzen, Druckgefühl, Hörminderung, Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl. Die Behandlung der Mittelohrentzündung richtet sich nach Alter, Schwere und Verlauf. Schmerzlindernde Medikamente werden bei allen Patienten eingesetzt. Nasentropfen helfen, die Ohrtrompete zu entlasten und das Sekret aus dem Mittelohr abfließen zu lassen. Antibiotika kommen bei starken Symptomen, Komplikationen oder anhaltender Otitis zum Einsatz, während Hausmittel wie Wärmeauflagen unterstützend wirken. Ärztliche Eingriffe wie Paukenröhrchen werden vor allem bei wiederkehrenden Mittelohrentzündungen bei Kindern notwendig, um das Mittelohr dauerhaft zu belüften und das Trommelfell zu entlasten.

Die abwartende Behandlung ist oft sinnvoll bei milden Symptomen, da die Otitis von selbst abheilen kann. Eine sorgfältige Beobachtung ist besonders bei Kindern wichtig, um mögliche Komplikationen früh zu erkennen. Kinder sind häufiger von Mittelohrentzündungen betroffen, da ihre Ohrtrompete enger ist und Sekret sich leichter staut. Ein Arzt sollte die Behandlung entscheiden, insbesondere bei Fieber, starken Ohrenschmerzen oder sehr jungen Kindern. Risiken bei Kindern sind dauerhafte Hörprobleme, Sekretstau im Mittelohr und Schäden am Trommelfell. Insgesamt zielt die Behandlung einer Mittelohrentzündung immer darauf ab, Ohrenschmerzen zu lindern, das Mittelohr zu entlasten und Komplikationen zu verhindern.


 

Häufig gestellte Fragen rund um die Mittelohrentzündung

Ist eine Mittelohrentzündung immer ein Fall für den Arzt?
Wie erfolgt die Behandlung einer akuten Mittelohrentzündung?
Mittelohrentzündung bei Kindern: Wie handeln Eltern richtig?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin Ärztin Dr. Leonie Dolder

Über unsere Autorin:

Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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