Kreislaufprobleme: Wenn der Körper schlappmacht und Sie Schwindel spüren
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Von Lisa Stenschke, Apothekerin bei mycare.de
Aktualisiert: 26.08.2026

Manchmal fährt der Kreislauf Achterbahn: Plötzlich wird Ihnen schwindelig, es flimmert vor den Augen, oder Sie fühlen sich benommen. Viele Menschen kennen dieses Gefühl, besonders beim schnellen Aufstehen oder an heißen Tagen. Kreislaufprobleme sind unangenehm und verunsichern oft. Doch was steckt dahinter, wann sind sie harmlos und wann sollten Sie genauer hinschauen? In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Kreislaufprobleme entstehen, welche Symptome typisch sind und was Sie tun können, um wieder in Schwung zu kommen.
Was sind Kreislaufprobleme eigentlich?
Medizinisch versteht man unter Kreislaufproblemen meist eine vorübergehende Störung der Kreislauffunktion. Hierbei erhält das Gehirn für kurze Zeit nicht genügend Blut. Das zeigt sich in Symptomen wie Schwindel, Benommenheit oder dem Gefühl, dass es Ihnen schwarz vor Augen wird. Oft steckt dahinter eine sogenannte Hypotonie, also ein niedriger Blutdruck, oder eine orthostatische Dysregulation. Bei Letzterer fällt der Blutdruck beim Aufrichten des Körpers stärker ab als normal. Meist sind diese kurzzeitigen Episoden, auch wenn sie unangenehm wirken, bei gesunden Menschen harmlos, solange Sie nicht stürzen oder andere ernste Warnsignale auftreten.
Warum der Kreislauf manchmal schlappmacht: Blutdruckabfall und seine Ursachen
Unser Blutkreislauf arbeitet eng zusammen - Herz, Arterien, Venen und das Nervensystem steuern ihn. Wenn Sie schnell aufstehen, muss sich der Tonus der Blutgefäße blitzschnell anpassen. Geschieht dies nicht schnell genug, sackt Blut in die Beinvenen ab. Der Rückstrom des Blutes zum Herzen sinkt, und der Blutdruck fällt. Das Gehirn erhält dann für einen Moment weniger Blut. Verstärkend wirken Faktoren wie Hitze, Alkohol oder bestimmte Medikamente, die die Gefäße erweitern. Diese orthostatische Dysregulation kann zu Benommenheit oder einem kurzen Sehverlust führen. In ausgeprägteren Fällen kommt es zu einer Synkope, einem vorübergehenden Bewusstseinsverlust.
Diese Anzeichen deuten auf Kreislaufprobleme hin
Leichtere Kreislaufprobleme äußern sich oft sehr plötzlich. Sie spüren Schwindel oder ein Unsicherheitsgefühl beim Gehen. Viele Menschen berichten von einem flauen Gefühl im Magen und Blässe. Typisch ist auch, dass es Ihnen „schwarz vor Augen“ wird oder die Umgebung schwankt. Bei einem stärkeren Kreislaufkollaps treten zusätzlich kalter Schweiß, Zittern, Übelkeit und ein drohender oder tatsächlicher Bewusstseinsverlust auf. Diese Beschwerden unterscheiden sich vom Drehschwindel, der eher auf Störungen des Gleichgewichtsorgans hinweist und nicht primär auf einen Blutdruckabfall zurückgeht.

Häufige Auslöser im Alltag: Hitze, Flüssigkeitsmangel und mehr
Viele Kreislaufprobleme haben klare Auslöser. Dazu gehören Sommerhitze, langes Stehen oder abruptes Aufstehen. Auch ein Mangel an Flüssigkeit (Dehydratation) oder Alkoholkonsum können eine Rolle spielen. Hitze erweitert die Blutgefäße, wodurch sich das Blut in Haut und Peripherie verteilt und der Blutdruck sinkt. Wenn Sie zu wenig trinken, Durchfall haben oder stark schwitzen, verringert sich das zirkulierende Blutvolumen. Das stört den Elektrolythaushalt und begünstigt Schwindel und Schwächeanfälle. Sogar Stress, Angst oder der Anblick von Blut können über den Vagusnerv einen plötzlichen Blutdruckabfall auslösen.
Wann Kreislaufprobleme ernster werden: Medizinische Ursachen und Risikogruppen
Manchmal stecken hinter häufigen Kreislaufproblemen ernstere Erkrankungen. Dazu gehören Herzrhythmusstörungen, Herzklappenerkrankungen, eine Herzschwäche oder Arteriosklerose. Auch neurologische Erkrankungen wie Morbus Parkinson können die automatische Blutdruckregulation stören und eine orthostatische Hypotonie fördern. Manche Medikamente, zum Beispiel gegen Bluthochdruck, entwässernde Mittel (Diuretika), Antidepressiva oder Parkinson-Therapeutika, können den Blutdruck zu stark senken. Ältere Menschen, chronisch Kranke, Patienten mit Anämie (Blutarmut) und Personen mit bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den Risikogruppen.
Erste Hilfe bei Kreislaufproblemen: Was Sie sofort tun können
Wenn Ihr Kreislauf schlappmacht, helfen schnelle Maßnahmen:
- Lagerung: Setzen oder legen Sie sich möglichst rasch hin und lagern Sie die Beine hoch. So fließt mehr Blut zum Herzen und Gehirn zurück.
- Frische Luft: Lockern Sie enge Kleidung, wie zum Beispiel einen Kragen, und sorgen Sie für frische Luft.
- Flüssigkeit: Trinken Sie ein großes Glas Wasser oder ein isotonisches Getränk. Das hilft dem Körper, das verlorene Flüssigkeitsvolumen auszugleichen.
Wichtiger Hinweis: Wenn sich Ihr Blutdruck nicht schnell stabilisiert, Sie das Bewusstsein verlieren oder ernste Symptome wie Brustschmerzen und Atemnot auftreten, wählen Sie sofort den Notruf. Helfende sollten die stabile Seitenlage kennen und wissen, wie die Notrufnummer lautet.
Unterstützung aus der Apotheke: Korodin & Co.
Bei niedrigem Blutdruck und Kreislaufregulationsstörungen können pflanzliche Präparate unterstützen. Korodin Herz-Kreislauf-Tropfen enthalten Kampfer und Weißdornfrüchte. Kampfer wirkt kreislaufanregend. Weißdorn-Extrakte beeinflussen die Gefäße und können die Herzleistung leicht positiv beeinflussen. Der Nutzen dieser Mittel liegt vor allem in der kurzzeitigen Linderung der Symptome. Achten Sie auf mögliche Nebenwirkungen wie Herzklopfen oder Unruhe, besonders bei hohen Dosen. Gegenanzeigen bestehen beispielsweise bei Asthma, Angina pectoris sowie in Schwangerschaft und Stillzeit. Besprechen Sie die Anwendung immer mit einer Apothekerin oder einem Arzt.
Hausmittel und Tipps für einen stabilen Kreislauf
Neben pflanzlichen Präparaten gibt es Alltagsmaßnahmen, die Ihren Kreislauf stabilisieren können:
- Bewegung: Wechselduschen, regelmäßiger Ausdauersport und moderates Krafttraining stärken den Kreislauf. Vermeiden Sie langes Stillstehen.
- Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung aus mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt. Besonders wichtig ist das Trinken von mindestens 2 bis 2,5 Litern Wasser am Tag.
- Ätherische Öle: Rosmarinöl oder andere anregende ätherische Öle werden traditionell zur Unterstützung verwendet. Setzen Sie diese jedoch sparsam ein und nicht bei Asthma oder Kleinkindern, da sie Reizungen verursachen können.
Tipp: Hausmittel können eine gute Ergänzung sein, ersetzen aber keine ärztliche Diagnostik, wenn Sie wiederkehrende oder schwere Kreislaufprobleme haben.
Achtung, Alarmsignal: Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten
Kreislaufbeschwerden sind oft harmlos, können aber auch auf ernsthafte, sogar lebensbedrohliche Zustände hinweisen. Dazu gehören Herzinfarkt, Lungenembolie, schwere Herzrhythmusstörungen oder innere Blutungen. Achten Sie auf diese Warnzeichen:
- Synkopen (Bewusstseinsverlust) mit Sturz
- Schwindel in Kombination mit Brustschmerzen oder Atemnot
- Neurologische Ausfälle wie Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen
- Neu aufgetretene Sehstörungen
- Massiver Leistungsabfall
Wiederkehrende Episoden ohne erkennbare Auslöser, besonders bei älteren Menschen oder Personen mit Herz- oder Gefäßerkrankungen, sollten Sie immer ärztlich abklären lassen. Eine frühzeitige Diagnose kann gefährliche Komplikationen wie Stürze, Knochenbrüche oder einen plötzlichen Herztod verhindern.
Fazit
Kreislaufprobleme sind häufig und meist harmlos. Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers und wissen Sie, wie Sie im Akutfall richtig reagieren. Durch einfache Maßnahmen im Alltag, wie ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Bewegung, können Sie Ihren Kreislauf stabilisieren. Bei häufigen, starken oder ungewöhnlichen Beschwerden suchen Sie bitte ärztlichen Rat, um mögliche ernste Ursachen auszuschließen.
Häufige Fragen (FAQ)
Quellen & weiterführende Informationen
- https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Schwindel-Ursachen-Diagnose-Therapie,schwindel114.html
- https://www.intersana.de/herz-kreislauf/woher-kommt-ploetzlich-sehr-niedriger-blutdruck-4-110714704
- https://parkinson-journal.de/schwindel/
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Lisa Stenschke | Apothekerin in der Robert-Koch-Apotheke
Seit 6 Jahren bin ich Apothekerin und von Anfang an mit Herzblut hauptsächlich in den Vor-Ort-Apotheken von myCare e.K. im Einsatz. Eine kompetente, umfassende und vertrauensvolle Beratung der Patienten ist mir sehr wichtig. Auch bei Instagram und Facebook freue ich mich bei "Frag Lisa" auf das Interesse an unseren Produkten. Mehr über L. Stenschke
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