Alles Wissenswerte zu den Wechseljahren und wie sie sich auf die Lebensqualität auswirken

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Von Kristin Schöfisch, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 22.09.2025

Ältere Frau, die in den Wechseljahren ist.

Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben einer Frau, die typischerweise um das 47. Lebensjahr beginnt und mit der letzten Regelblutung (Menopause) endet. Sie sind durch einen sinkenden Hormonspiegel bedingt und können Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme auslösen. Linderung können gesunde Ernährung, Sport und Entspannungsmethoden schaffen. Bei starken Beschwerden sind ärztliche Beratung und eine Hormontherapie möglich, wobei hier Nutzen und Risiken abgewogen werden müssen. Auch rezeptfreie pflanzliche Präparate können hilfreich sein.

Wechseljahre - kurz erklärt

Der Zeitraum vor und nach dem Ende der Menstruation wird als Wechseljahre oder Klimakterium bezeichnet. Mit dem Erreichen der letzten Regelblutung ist eine natürliche Schwangerschaft nicht mehr möglich. Die hormonelle Umstellung beginnt, da die Eierstöcke ihre Produktion von Geschlechtshormonen drosseln. Dies führt zu einer abnehmenden Fruchtbarkeit und oft zu unregelmäßigen Zyklen, wobei auch Zyklen ohne den eigentlichen Eisprung auftreten können. Die allerletzte Menstruationsblutung wird Menopause genannt. Der genaue Zeitpunkt der Menopause lässt sich jedoch erst rückblickend bestimmen: Im Normalfall gelten die Wechseljahre als abgeschlossen, wenn die Periode für zwölf aufeinanderfolgende Monate ausgeblieben ist.

Infografik Wechseljahre: Symptome und Behandlung

Beginnen und Ende der Wechseljahre

Im Durchschnitt setzt das Klimakterium ungefähr im Alter von 47,5 Jahren ein. Etwa die Hälfte der Frauen erlebt ihre letzte Regelblutung mit circa 52 Jahren. Erste typische Anzeichen für den Beginn der Wechseljahre sind:

  • Unregelmäßige Monatsblutungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Übermäßiges Schwitzen oder nächtliche Hitzewallungen

Mediziner unterteilen die gesamte Zeitspanne der Wechseljahre in drei unterschiedliche Abschnitte: Die Perimenopause bezeichnet die Zeit vor der finalen Regelblutung, gefolgt von der Menopause selbst und schließlich der Postmenopause, dem Zeitraum danach. Die Übergänge zwischen diesen Phasen sind schleichend und oft erst retrospektiv festzustellen. Zahlreiche Frauen durchleben diese Jahre ohne nennenswerte Beschwerden. Bei anderen jedoch können die Symptome über mehrere Jahre anhalten. Sollten die auftretenden Beschwerden so gravierend sein, dass die Lebensqualität darunter leidet, ist der Frauenarzt der richtige Ansprechpartner, um eine geeignete medizinische Behandlung zu besprechen.

Vorzeitige Wechseljahre

Von vorzeitigen Wechseljahren sprechen Mediziner, wenn die Menopause bereits vor dem 40. Lebensjahr eintritt. Schätzungen zufolge ist etwa eine von hundert Frauen von diesem Phänomen betroffen. Die genauen Ursachen bleiben dabei in vielen Fällen unbekannt.

Mögliche Auslöser für das frühzeitige Ende der Fruchtbarkeit sind:

  • Eine Autoimmunerkrankung, bei der die körpereigene Abwehr die Eizellen angreift.
  • Die Folge medizinischer Eingriffe, wie beispielsweise die chirurgische Entfernung beider Eierstöcke.
  • Ein zugrunde liegender Gendefekt; in solchen Fällen ist eine Untersuchung der Töchter der Betroffenen empfehlenswert.

Frauen, die frühzeitig in die Wechseljahre kommen und ihren Kinderwunsch noch nicht erfüllt haben, stehen vor der harten Realität: Dieser Prozess ist unumkehrbar. Sobald die Menopause abgeschlossen ist, kann auf natürlichem Wege keine Schwangerschaft mehr eintreten.

Mögliche Symptome der Wechseljahre

Hitzewallungen zählen zu den prominentesten Symptomen der Wechseljahre. Typischerweise beginnt es mit einer Rötung des Gesichts, gefolgt von einem heftigen Schweißausbruch, woraufhin häufig ein Gefühl des Fröstelns eintritt.

Rund ein Drittel der Frauen im Klimakterium leidet etwa fünf Jahre lang unter diesen Beschwerden. Erfreulicherweise klingen sie bei den meisten Frauen von selbst wieder ab. Auch andere Symptome der Wechseljahre verschwinden in der Regel nach dem Ende des Klimakteriums, wobei dies manchmal erst eine gewisse Zeit nach der letzten Regelblutung der Fall ist.

Zu den weiteren Begleiterscheinungen gehört unter anderem:

Gewebeschwund der Schleimhaut: Durch diesen Rückgang des Gewebes kann es zu Scheidentrockenheit kommen, was unter Umständen zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führt. Auch Inkontinenz kann eine Folge sein, da der Mangel an Gewebe die Muskeln im Beckenbereich schwächen kann. Ausgelöst werden diese Probleme durch den Östrogenmangel. Östrogen ist eines der weiblichen Geschlechtshormone, dessen Produktion die Eierstöcke in dieser Lebensphase einstellen.

 Tipp: Bei Scheidentrockenheit kann ein Gleitgel wie das Durex naturals Gleitgel helfen, um Schmerzen beim Sex zu vermeiden.

Zwischenblutungen: Auch diese unregelmäßigen Blutungen sind auf den Östrogenmangel zurückzuführen und müssen vorsorglich beim Frauenarzt abgeklärt werden.

Müdigkeit und Schlafstörungen:Der Hormonmangel und die dadurch ausgelösten nächtlichen Schweißausbrüche (Hitzewallungen) können den erholsamen Schlaf massiv stören.

Psychische Beschwerden: Hormone beeinflussen direkt unsere Psyche. Da Östrogen eine stimmungsaufhellende Funktion besitzt, kann sein Mangel das seelische Gleichgewicht empfindlich beeinträchtigen. Dies äußert sich oft in Stimmungsschwankungen und allgemeiner Niedergeschlagenheit. In ausgeprägten Fällen kann sich daraus auch eine depressive Verstimmung entwickeln.

Kognitive Einschränkungen: Der Abfall des Östrogenspiegels scheint auch bestimmte Gehirnregionen zu beeinflussen, was zu vorübergehenden Gedächtnisstörungen führen kann.

Gewichtszunahme: Viele Frauen bemerken in den Wechseljahren eine Zunahme des Körpergewichts, begünstigt durch die altersbedingte Reduktion der Muskelmasse und den daraus resultierenden niedrigeren Grundumsatz. Da zudem durch den Östrogenmangel eine relativ erhöhte Konzentration von Testosteron vorliegt, lagert sich Fett verstärkt im Bauchbereich an, wodurch sich auch die Körpersilhouette verändern kann. Es ist wichtig, dieser Gewichtszunahme entgegenzuwirken, um Übergewicht zu vermeiden, da dies das Risiko für diverse Krankheiten erhöht, darunter:

  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Diabetes
  • Bluthochdruck

Veränderungen an Haut und Schleimhäuten: Die Haut wird merklich dünner und trockener, und es kann eine erhöhte Neigung zur Bildung von Altersflecken entstehen. Die Schleimhäute sind oft schlechter durchblutet und neigen dadurch ebenfalls zur Trockenheit.

Einfluss weiblicher Hormone auf den Körper

Östrogen und Gestagen sind die primären Geschlechtshormone, deren Produktion in den Wechseljahren allmählich gedrosselt wird. Vor dem Klimakterium beeinflussen sie eine Vielzahl von Körperfunktionen: Sie tragen unter anderem zu einer glatten Haut bei, wirken blutdrucksenkend, fördern die Darmtätigkeit und hemmen den natürlichen Abbau der Knochenmasse. Da mit dem sinkenden Östrogenspiegel diese schützende Wirkung entfällt, kann in der Folge das Risiko für die Entwicklung von Osteoporose (Knochenschwund) deutlich ansteigen.

Linderung von Beschwerden während des Klimakteriums

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Wechseljahre keine Krankheit darstellen, sondern einen natürlichen und normalen Entwicklungsprozess im Leben einer Frau. Eine ärztliche Behandlung ist demnach nicht zwingend erforderlich und wird meist nur dann in Betracht gezogen, wenn die Symptome zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität führen.

Sie können jedoch selbst aktiv werden und einige Selbsthilfemaßnahmen ergreifen, um die Beschwerden zu mildern:

  • Akupunktur und Wechselduschen können gegen Hitzewallungen helfen.
  • Ausdauersport wie z.B. Schwimmen, Nordic Walking und Radfahren.
  • Abwechslungsreiche, gesunde Ernährung mit viel Calcium zur Osteoporoseprophylaxe zu sich nehmen.
  • Viel Trinken, ca. 2 Liter am Tag.
  • Beckenbodentraining, um einer Harninkontinenz vorzubeugen.
  • Entspannungsmethoden wie Autogenes Training, Progresssive Muskelentspannung oder auch Yoga ausprobieren.
  • Ruhepausen und ausreichend Schlaf einplanen.
  • Auf Nikotin verzichten, Alkohol und Kaffee nur in kleinen Mengen zu sich nehmen.
  • Weiterhin regelmäßig (mindestens einmal im Jahr) die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen.

Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden

Der Ansatz, die fehlenden Hormone einfach zu substituieren, erscheint logisch. Die sogenannte Hormonersatztherapie galt lange Zeit als die wirksamste medikamentöse Behandlung von Beschwerden während und nach dem Klimakterium und wurde oft über Jahre angewendet. Aufgrund neuer Erkenntnisse wird die HET jedoch heute nur noch bei ausgeprägten Beschwerden eingesetzt und dabei so kurz und so niedrig dosiert wie möglich gehalten. Große wissenschaftliche Studien haben nämlich gezeigt, dass durch die Hormongabe bestimmte Risiken erhöht werden:

  • Risiko für Brust und Eierstockkrebs steigt an.
  • Risiko für Herz Kreislauf Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt nimmt zu.

Es ist daher unerlässlich, dass Sie gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt den Nutzen dieser Therapie gegen die erhöhten Risiken, beispielsweise unter Berücksichtigung einer familiären Vorbelastung, sehr sorgfältig abwägen.

Hilfe durch rezeptfreie Präparate in den Wechseljahren

Falls die Symptome der Wechseljahre Ihren Alltag nicht wesentlich stören, ist ein sofortiger Arztbesuch nicht zwingend erforderlich. Stattdessen können Sie versuchen, die Beschwerden durch Selbstmedikation zu lindern. Planen Sie jedoch eine langfristige Einnahme dieser Präparate, sollten Sie dies vorab mit Ihrem Arzt besprechen. Spätestens wenn die Anwendung über drei Monate andauert oder wenn akut zusätzliche Beschwerden auftreten, ist der Besuch bei einem Mediziner unerlässlich.

Zur Selbstbehandlung stehen verschiedene pflanzliche Mittel (Phytopharmaka) zur Verfügung, die Linderung verschaffen können:

Johanniskraut, beispielsweise in Form von Tabletten, kann zur Linderung von psychischen Beschwerden beitragen. Im Bereich der pflanzlichen Arzneimittel ist die Wirksamkeit der Traubensilberkerze am besten wissenschaftlich belegt, auch wenn der genaue Wirkmechanismus von Cimicifuga noch nicht vollständig erforscht ist. Sowohl Rotklee als auch Soja enthalten Isoflavone, denen eine hormonähnliche Wirkung zugeschrieben wird, die zur Linderung der Symptome beitragen soll.

Mit Homöopathie gegen Wechseljahresbeschwerden

Im Bereich der alternativen Heilmethoden bietet unter anderem die Homöopathie Präparate an, die ein Heilpraktiker gezielt zur Linderung der Symptome einsetzen kann. Auch eine optimale Zufuhr von Mikronährstoffen kann dazu beitragen, das Wohlbefinden zu steigern und insbesondere Stimmungsschwankungen zu mildern.

Homöopathische Komplexmittel. sind einfach zu dosieren und eignen sich auch gut für den Einstieg in die Selbstmedikation. Diese enthalten eine gezielte Kombination verschiedener Einzelmittel, welche durch ihre Reizregulation Beschwerden der Wechseljahre, wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Herzklopfen, innere Unruhe und Schlafstörungen, sanft verbessern können.

Darüber hinaus können homöopathische Arzneimittel auch als Einzelmittel spezifisch zur Linderung der unangenehmen Begleiterscheinungen der Wechseljahre verordnet werden. Folgende Mittel kommen dabei unter anderem zum Einsatz:

  • Sepia: Bei Hitzewallungen, besonders vom Bauch in Richtung Kopf. Außerdem bei Libidoverlust, Scheidentrockenheit und Schlafstörungen.
  • Calcium carbonicum: Bei Schweißausbruch, besonders am Kopf. Auch bei Osteoporose, Bluthochdruck und Gewichtszunahme.
  • Graphites: Bei Gewichtszunahme, Hitzewallungen und ungesunder, trockener Haut.
  • Causticum: Bei unwillkürlichem Harnabgang unter anderem beim Lachen, Niesen, Husten.
  • Lachesis: Bei Stimmungsschwankungen, abends depressiver Verstimmung. Zusätzlich bei Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Bluthochdruck und Schlafstörungen.

Ende der Verhütungspflicht

Es ist wichtig zu wissen, dass eine Frau schwanger werden kann, solange ihre Monatsblutung während der Wechseljahre noch auftritt. Da der Zyklus im Klimakterium oft sehr unregelmäßig wird, bleibt eine zuverlässige Verhütung während dieser Zeit äußerst wichtig. Die Menopause bezeichnet die absolut letzte Regelblutung der Frau. Nach diesem Zeitpunkt können Frauen keine Kinder mehr bekommen, da der Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken vollständig erschöpft ist. Welche Blutung die tatsächliche Menopause darstellte, kann jedoch erst rückblickend beurteilt werden, nämlich nachdem mindestens ein Jahr lang keine weitere Blutung aufgetreten ist. Ihr behandelnder Arzt kann am besten beurteilen und einschätzen, ob Sie die Menopause bereits hinter sich gelassen haben.

 Wichtiger Hinweis: Es ist aber dennoch zu beachten, dass sich Männer wie Frauen auch im hohen Alter durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit sexuell übertragbaren Krankheiten infizieren können. Verhütungsmittel wie die Ritex Ideal Kondome schützen davor.

Männliche Wechseljahre

Grundsätzlich werden zahlreiche Körperfunktionen beim Mann ebenfalls von Hormonen reguliert. Der Hormonspiegel unterliegt zwar im Laufe der Jahre Veränderungen, diese erfolgen jedoch in der Regel weniger abrupt als bei Frauen. Männer behalten zudem meist bis ins hohe Alter die Fähigkeit, Kinder zu zeugen. Bei einigen Männern können Symptome auftreten, die auf einen Testosteronmangel hindeuten:

  • Verminderte Libido (Weniger Lust auf Sex)
  • Antriebsmangel
  • Verstimmungen
  • Gewichtszunahme am Bauch

Ob dieser Mangel direkt mit sogenannten Wechseljahren beim Mann zusammenhängt, ist in der medizinischen Fachwelt umstritten. Die Entscheidung, ob und wie ein solcher Mangel behandelt werden soll, muss in jedem Fall in Absprache mit einem Arzt getroffen werden.

 

 


 

 

Häufig gestellte Fragen rund um die Wechseljahre

Was sind die Wechseljahre?
Welche Symptome treten während der Wechseljahre auf?
Wie können Wechseljahresbeschwerden gelindert werden?
Was sind vorzeitige Wechseljahre und welche Ursachen haben sie?
Gibt es rezeptfreie Präparate gegen Wechseljahresbeschwerden?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin PTA Kristin Schöfisch

Über unsere Autorin:

Kristin Schöfisch | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Mein Beruf als Pharmazeutisch-technische Assistentin beinhaltet die qualifizierte Beratung zu allen Fragen rund um Gesundheitsthemen, Arzneimittel, Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel. Durch meine Weiterbildung zur Fach-PTA für Homöopathie und Naturheilverfahren verfüge ich über eine besondere Spezialisierung in der Beratung zu pflanzlichen Arzneimitteln und komplementären Behandlungsmethoden. Um stets fachlich auf dem Laufenden zu sein und Ihnen die beste Beratung zu bieten, ist die regelmäßige Fortbildung unerlässlich. Mehr über Kristin Schöfisch

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