Osteoporose – Bin ich vom Knochenschwund betroffen?

✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten

Von Kristin Schöfisch, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 24.09.2025

Person hält schmerzendes Knie fest

Osteoporose, auch als Knochenschwund bekannt, führt zu einer verminderten Knochendichte und macht die Knochen löchrig und instabil. Dies erhöht das Risiko für Knochenbrüche, die oft schon durch leichte Stürze oder ohne erkennbare Ursache auftreten. Die Krankheit entwickelt sich schleichend. Als Symptome gelten vermehrte Knochenbrüche und Wirbelkörperverformungen, welche zu Größenverlust oder einem Rundrücken führen können. Risikofaktoren sind Alter, Hormonveränderungen (besonders bei Frauen nach den Wechseljahren), Bewegungsmangel, Mangelernährung sowie bestimmte Krankheiten und Medikamente wobei die Diagnose durch eine Knochendichtemessung erfolgt. Vorbeugung und Therapie umfassen eine calcium- und vitaminreiche Ernährung, Bewegung und gegebenenfalls medikamentöse Behandlung, um den Knochenabbau zu verlangsamen.

 

 

Osteoporose - kurz erklärt

Die Osteoporose beschreibt den sogenannten Knochenschwund. Damit ist nicht gemeint, dass die Knochen selbst verschwinden. Vielmehr ist das innere Gewebe betroffen, das bei Erkrankten zunehmend löchriger und instabiler wird. Normalerweise ist ein Knochen so stabil aufgebaut, dass er auch einen Sturz standhalten kann. Um diese Stabilität zu gewährleisten, besteht der Knochen aus zwei Hauptkomponenten: einem speziellen Gewebe für Form und Halt, der sogenannten Matrix, sowie verschiedenen Mineralstoffen, welche die Knochenstruktur durch Einlagerung in die Matrix verdichten und stärken. Grundsätzlich befinden sich die Knochen in einem ständigen Umbauprozess. Bis etwa zum 35. Lebensjahr wird dabei mehr Knochenmasse auf als abgebaut. Danach kehrt sich dieses Verhältnis um, und je älter ein Mensch wird, desto schneller geht Knochenmasse verloren. Bei gesunden, älteren Menschen gilt ein Verlust von etwa 0,5 bis 1 Prozent Knochenmasse pro Jahr als normal. Verschiedene Einflüsse können den Knochenstoffwechsel jedoch stören, sodass mehr als ein Prozent der Knochenmasse abgebaut wird.

Infografik Osteoporose: Ursachen, Behandlung, Tipps

Risikofaktoren für Osteoporose

Es gibt diverse Risikofaktoren, welche die Entstehung einer Osteoporose begünstigen können. Dabei muss jedoch zwischen der primären und der sekundären Osteoporose unterschieden werden. Obwohl der Krankheitsverlauf bei beiden Formen relativ gleich ist, erfolgt die Unterscheidung der primären und sekundären Osteoporose hauptsächlich anhand ihrer Entstehungsursache.

Entstehung einer primären Osteoporose

Die primäre Osteoporose wird hauptsächlich durch das Alter und damit verbundene hormonelle Umstellungen ausgelöst. Bei Frauen kann sie beispielsweise nach den Wechseljahren auftreten, da die Östrogenproduktion zurückgeht. Östrogen ist jedoch wichtig für die Bildung und die Wirksamkeit von Vitamin D und Calcitonin, welche wiederum für den Knochenaufbau essenziell sind. Bei Männern spielt das Hormon Testosteron eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel. Da dessen Produktion nicht eingestellt wird, tritt Osteoporose bei Männern seltener auf als bei Frauen.

Neben der durch Hormonumstellungen verursachten primären Osteoporose kann auch eine sogenannte senile Osteoporose entstehen. Weil jeder Mensch im höheren Alter Knochenmasse verliert, kann die Krankheit auch schlicht durch das Alter bedingt sein.

Jede der primären Formen kann zusätzlich durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt werden:

  • Kalzium- und Vitamin D arme Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss
  • Zu viele Diäten
  • Sehr hoher Kaffeekonsum
  • Genetische Faktoren, wenn in der Familie schon Fälle von Osteoporose bekannt sind.

Entstehung einer sekundären Osteoporose

Die sekundäre Osteoporose entsteht infolge verschiedener Grunderkrankungen oder deren Behandlung durch Medikamente. Beispielsweise kann eine Überdosierung von Kortison eine Osteoporose auslösen. Auch eine Schilddrüsenüberfunktion stellt einen Risikofaktor dar, da der Hormonüberschuss den Stoffwechsel beschleunigt und somit den Knochenabbau fördert. Zudem können Magen Darm Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie die Entstehung begünstigen, ebenso wie bösartige Tumore oder entzündliche rheumatische Erkrankungen.

Verschiedene Medikamente können, ähnlich wie Kortison, die Osteoporose ebenfalls begünstigen. Dazu zählen unter anderem:

  • Antiepileptika
  • Heparin
  • Cyclosporin
  • Bestimmte Hormontherapien

Symptome von Osteoporose

Da sich die Osteoporose langsam entwickelt, sind zu Beginn meist noch keine Schmerzen spürbar. Rückenschmerzen oder Knieschmerzen können erste Anzeichen sein, werden aber oft nicht als solche erkannt. Mögliche Osteoporose Symptome sind vermehrte Knochenbrüche bereits nach sogenannten Bagatellverletzungen, wie einem harmlosen Sturz, oder sogar ohne erkennbaren äußeren Anlass. Typisch sind insbesondere Wirbelkörperbrüche sowie Frakturen im Ober und Unterarm und hüftnahe Knochenbrüche. Für Betroffene entsteht durch diese Brüche oft ein Teufelskreis: Mit jeder Fraktur erhöht sich das Risiko für weitere Brüche. Aus Angst werden Osteoporose Patienten daher oft unsicher beim Gehen und stützen sich verstärkt ab, was wiederum das Risiko für neue Stürze erhöht.

Wirbelkörperbrüche

Die Wirbelkörper der Wirbelsäule, also die Knochen, können brechen. Dies geschieht typischerweise bei Osteoporose. Bei akuten Wirbelkörperbrüchen treten deutliche Schmerzen auf, welche die Bewegung im Alltag stark einschränken. Häufiger sind es bei Osteoporose jedoch keine akuten Frakturen, sondern schleichende Brüche: Durch den anhaltenden Abbau der Knochensubstanz fallen die Wirbelkörper langsam in sich zusammen. Dies verursacht normalerweise keine Schmerzen. Stattdessen nimmt die Körpergröße langsam ab, und es kann sich ein Rundrücken, der sogenannte Witwenbuckel, entwickeln.

Diagnose der Osteoporose

Nach sogenannten Spontanbrüchen oder bei wiederholten Stürzen wird insbesondere für ältere Menschen oder Personen mit relevanten Vorerkrankungen eine umfassende Osteoporoseuntersuchung empfohlen. Im Rahmen der Anamnese werden neben den aktuellen Lebensumständen auch frühere Knochenbrüche, die Einnahme von Medikamenten sowie etwaige Bewegungs und Funktionsstörungen erfasst. Zentral ist die Messung der Knochendichte (Osteodensitometrie), welche mithilfe gering dosierter Röntgenstrahlen typischerweise an der Lendenwirbelsäule erfolgt. Röntgenaufnahmen dienen zudem dem Nachweis von Brüchen und schleichenden Verformungen der Wirbelkörper, die charakteristisch für die Osteoporose sind.

Die Knochendichte und somit der Mineralgehalt der Knochen geben Aufschluss über das Ausmaß des Knochenschwunds. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilt die Erkrankung anhand der Abweichung vom normalen Mineralgehalt in vier Stufen ein:

  • Grad 0 – Osteopenie: Der Mineralgehalt ist um 1 bis 2,5 vermindert.
  • Grad 1 – Osteoporose: Mineralgehalt ist um mehr als 2,5 vermindert, Knochenbrüche liegen noch nicht vor.
  • Grad 2 – Manifeste Osteoporose: Mineralgehalt ist um mehr als 2,5 vermindert, der Patient hatte außerdem bereits einen bis drei Wirbelkörperbrüche.
  • Grad 3 –Fortgeschrittene Osteoporose: Mineralgehalt ist um mehr als 2,5 vermindert, es liegen multiple Wirbelkörperfrakturen vor.

Zusätzlich können Blutuntersuchungen zur Diagnosestellung herangezogen werden. Diese Laborwerte helfen bei der Klärung, ob es sich um eine sekundäre oder primäre Osteoporose handelt. Zudem liefern sie dem behandelnden Arzt erste Anhaltspunkte dafür, wie die individuelle Gestaltung der bevorstehenden Therapie aussehen kann.

Vorbeugung und Therapie der Osteoporose

Zur Vorbeugung und Therapie von Osteoporose helfen folgende Maßnahmen:

  • Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht, da Untergewicht den Knochenschwund begünstigt.
  • Sorgen Sie für eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D und Kalzium. Da die körpereigene Vitamin D Produktion im Alter nachlässt, ist eine entsprechende Nahrungsergänzung (z. B. mit Calcimagon D3) oft sinnvoll.
  • Setzen Sie auf eine vielseitige, gesunde Ernährung mit genügend kalziumhaltigen Lebensmitteln.
  • Regelmäßige Bewegung fördert den Knochenstoffwechsel; dazu zählen sanftes Krafttraining, Gymnastik, Nordic Walking und Wandern, die auch von älteren Menschen vorsichtig trainiert werden können.
  • Nutzen Sie Medikamente, die den Knochenabbau stoppen oder den Stoffwechsel der Knochen fördern.
  • Kombinieren Sie diese Maßnahmen mit einer wirksamen Schmerztherapie und einer Verbesserung der Lebensumstände, um den Abbauprozess zu verlangsamen oder aufzuhalten.

 

 


 

 

Häufig gestellte Fragen rund um Osteoporose

Was ist Osteoporose?
Welche Risikofaktoren begünstigen Osteoporose?
Wie wird die Diagnose Osteoporose festgestellt?
Welche Symptome löst Osteoporose aus?
Wie kann man Osteoporose vorbeugen und behandeln?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin PTA Kristin Schöfisch

Über unsere Autorin:

Kristin Schöfisch | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Mein Beruf als Pharmazeutisch-technische Assistentin beinhaltet die qualifizierte Beratung zu allen Fragen rund um Gesundheitsthemen, Arzneimittel, Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel. Durch meine Weiterbildung zur Fach-PTA für Homöopathie und Naturheilverfahren verfüge ich über eine besondere Spezialisierung in der Beratung zu pflanzlichen Arzneimitteln und komplementären Behandlungsmethoden. Um stets fachlich auf dem Laufenden zu sein und Ihnen die beste Beratung zu bieten, ist die regelmäßige Fortbildung unerlässlich. Mehr über Kristin Schöfisch

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