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Osteoporose – Bin ich vom Knochenschwund betroffen?

Von Janet Baron, Apothekerin bei mycare.de
Aktualisiert: 15.03.2022

Person hält schmerzendes Knie fest

Ein Stolpern, eine verstärkte Belastung oder ein leichter Sturz führen bei Osteoporose bereits zu Knochenbrüchen. Ein Alarmzeichen sind schmerzhafte Spontanbrüche und Wirbelkörperverformungen ohne erkennbare Ursache. Frauen wie Männer können von diesem Knochenschwund betroffen sein. Osteoporose gehört zu den rheumatischen Erkrankungen des medizinischen Formenkreises.

Was ist Osteoporose?

Die Krankheit Osteoporose beschreibt den Knochenschwund. Damit ist nicht gemeint, dass die Knochen an sich verschwinden – es ist das Gewebe betroffen, dass bei von Osteoporose betroffenen immer löchriger und instabiler wird. Normalerweise ist ein Knochen so stabil, dass er auch einen Sturz aushalten kann. Damit dies so ist, sind die Knochen aus zwei Grundbausteinen aufgebaut: Einem speziellen Gewebe für Form und Stabilität, Matrix genannt, und verschiedenen Mineralstoffen, die eingelagert in die Matrix die Knochenstruktur verdichten und stärken. Generell befinden sich die Knochen ständig im Umbau. Etwa bis zum 35. Lebensjahr wird dadurch mehr Knochenmasse auf- statt abgebaut. Ab 35 Jahren kehrt sich dies um und je älter ein Mensch wird, desto schneller wird Knochenmasse verloren. Etwa 0,5 bis 1 Prozent Verlust von Knochenmasse pro Jahr sind normal für gesunde, ältere Menschen. Durch verschiedene Einflüsse kann der Knochenstoffwechsel gestört werden, sodass mehr als das eine Prozent Knochenmasse abgebaut wird – so entsteht Osteoporose.

Infografik Osteoporose: Wie entsteht der Knochenschwund und wie kann er behandelt werden?

Welche Risikofaktoren begünstigen Osteoporose?

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die das Entstehen einer Osteoporose begünstigen können. Dabei ist allerdings zwischen der primären und der sekundärem Osteoporose zu unterschieden. Bei beiden ist der Krankheitsverlauf relativ gleich, sodass die primäre und die sekundäre Osteoporose hauptsächlich wegen der Entstehung unterschieden werden.

Wie entsteht eine primäre Osteoporose?

Die primäre Osteoporose wird vor allem durch das Alter und damit einhergehender Umstellungen ausgelöst. Bei Frauen kann sie beispielweise nach den Wechseljahren auftreten, da die Östrogenproduktion zurückgeht. Östrogen ist aber für die Bildung und die Wirkung von Vitamin D und Calcitonin wichtig, welche wiederum wichtig sind für den Knochenaufbau. Bei Männern andererseits ist das Hormon Testosteron für den Knochenstoffwechsel wichtig. Dessen Produkt wird aber nicht eingestellt – daher ist Osteoporose bei Männern seltener als bei Frauen.

Neben einer durch Hormonumstellungen ausgelösten primären Osteoporose kann auch eine sogenannte senile Osteoporose auftreten. Da jeder Mensch im höheren Alter Knochenmasse verliert, kann die Osteoporose auch einfach durch das Alter ausgelöst werden. Jede der primären Formen kann zudem durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt werden:

  • Kalzium- und Vitamin D arme Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss
  • Zu viele Diäten
  • Sehr hoher Kaffeekonsum
  • Genetische Faktoren, wenn in der Familie schon Fälle von Osteoporose bekannt sind.

Wie entsteht eine sekundäre Osteoporose?

Die sekundäre Osteoporose hat als Ursache verschiedene Erkrankungen und deren Behandlung durch Medikamente. Unter anderem kann zu viel Kortison eine Osteoporose auslösen, aber auch eine Schilddrüsenüberfunktion, da der Hormonüberschuss den Stoffwechsel beschleunigt und den Knochenabbau begünstigt. Auch Magen-Darm-Erkrankungen, wie Zöliakie oder Morbus Crohn, können ein Risikofaktor sein, ebenso wie bösartige Tumore oder entzündliche rheumatische Erkrankungen. Verschiedene Medikamente können ebenfalls wie Kortison die Osteoporose begünstigen. Unter anderem gehören dazu:

  • Antiepileptika
  • Heparin
  • Cyclosporin
  • Bestimmte Hormontherapien

Welche Symptome löst Osteoporose aus?

Da sich Osteoporose langsam entwickelt, sind zu Beginn meist noch keine Schmerzen vorhanden. Rückenschmerzen oder Knieschmerzen können erste Osteoporose-Symptome sein, werden aber oft nicht als solche erkannt. Vermehrte Knochenbrüche nach Bagatellverletzungen, wie einem harmlosen Sturz, oder sogar ohne erkennbaren Anlass sind mögliche Osteoporose-Symptome. Besonders hüftnahe Knochenbrüche, Frakturen im Ober- und Unterarm sowie Wirbelkörperbrüche sind typisch. Für Betroffene entsteht durch die Brüche oft ein Teufelskreis: Mit jedem Knochenbruch erhöht sich das Risiko für weitere Frakturen. Aus Angst werden Osteoporose-Patienten daher oft unsicher beim Gehen und stützen sich ab – wodurch wieder das Risiko für Stürze steigt.

Was sind Wirbelkörperbrüche?

Die Körper der Wirkbelsäule, also die Knochen, können brechen. Dies kann bei der Osteoporose passieren. Bei akuten Wirbelkörperbrüchen treten deutliche Schmerzen auf, die Bewegung im Alltag ist eingeschränkt. Öfter sind es bei Osteoporose aber keine akuten Frakturen, sondern schleichende Brüche – durch den Abbau der Knochensubstanz fallen die Wirbelkörper langsam in sich zusammen. Schmerzen verursacht dies im Normalfall nicht. Stattdessen nimmt durch den Zusammenfall langsam die Körpergröße ab. Eventuell bildet sich auch ein Rundrücken, ein sogenannter Witwenbuckel, aus.

Wie wird die Diagnose Osteoporose festgestellt?

Nach Spontanbrüchen oder bei häufigen Stürzen empfiehlt sich insbesondere älteren Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen eine Untersuchung auf Osteoporose. Bei der Anamnese werden nicht nur Lebensumstände, sondern auch Bewegungs- und Funktionsstörungen sowie Medikamenteneinnahme oder frühere Knochenbrüche überprüft. Wichtig ist auch die Messung der Knochendichte (Osteodensitometrie), die mit niedrig dosierten Röntgenstrahlen an der Lendenwirbelsäule ermittelt wird. Brüche und schleichende Verformungen von Wirbelkörpern sind typische Erscheinungsformen der Osteoporose: Sie werden ebenfalls durch Röntgen festgestellt.

Die Knochendichte und damit der Mineralgehalt der Knochen gibt Aufschluss über den Grad der Osteoporose. Vier Stadien werden von der Weltgesundheitsorganisation unterschieden, je nachdem, wie weit der Mineralgehalt vom Normalwert abweicht:

  • Grad 0 – Osteopenie: Der Mineralgehalt ist um 1 bis 2,5 vermindert.
  • Grad 1 – Osteoporose: Mineralgehalt ist um mehr als 2,5 vermindert, Knochenbrüche liegen noch nicht vor.
  • Grad 2 – Manifeste Osteoporose: Mineralgehalt ist um mehr als 2,5 vermindert, der Patient hatte außerdem bereits einen bis drei Wirbelkörperbrüche.
  • Grad 3 –Fortgeschrittene Osteoporose: Mineralgehalt ist um mehr als 2,5 vermindert, es liegen multiple Wirbelkörperfrakturen vor.

Außerdem können Blutuntersuchungen zur Diagnose herangezogen werden. Diese helfen bei der Abklärung, ob es eine sekundäre oder primäre Osteoporose ist. Außerdem geben sie dem Arzt erste Anhaltspunkte, wie die Therapie in etwa aussehen kann.

Vorbeugung und Therapien bei Osteoporose?

Vorbeugend und auch bei der Therapie helfen folgende Maßnahmen:

  • Die Patienten sollten auf ihr Gewicht achten: Untergewicht fördert den Knochenschwund.
  • Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und Kalzium sind wichtig. Zwar kann der Körper Vitamin D selbst herstellen, doch nimmt diese Fähigkeit mit dem Alter ab, eine entsprechende Nahrungsergänzung ist daher sinnvoll, beispielsweise Calcimagon D3
  • Eine vielseitige, gesunde Ernährung mit ausreichend kalziumhaltigen Nahrungsmitteln unterstützt die Therapie und die Vorbeugung.
  • Reichlich Bewegung fördert unter anderem auch den Knochenstoffwechsel: Sanftes Kraft-Training, Gymnastik, Nordic Walking und Wandern können auch von älteren Menschen wieder vorsichtig antrainiert werden.
  • Gegen Osteoporose gibt es Medikamente, die den Knochenabbau aufhalten oder helfen, den Knochenstoffwechsel zu fördern. Zusammen mit einer Verbesserung der Lebensumstände und einer wirksamen Schmerztherapie, die mehr Bewegung ermöglicht, kann der Knochenabbau-Prozess verlangsamt oder aufgehalten werden.
Autorin Apothekerin Janet Baron

Über unsere Autorin:

Janet Baron | Stellvertretende Leitung Heimversorgung
Seit 2013 bin ich Apothekerin und startete 2014 bei mycare in der Heimversorgung. Mit der Fachweiterbildung „Pharmazie in der Geriatrie“ erlangte ich die Voraussetzung für ein qualifiziertes Medikationsmanagement für unsere geriatrischen Patienten sowie die tägliche praktische Anwendung in der Heimversorgung. Zudem führe ich Schulungen zu aktuellen Themen für Laien und Fachpersonal durch. Mehr erfahren

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