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Konzentrationsschwäche - wie kann ich mich besser konzentrieren?

Von Martin Schulze, Apotheker bei mycare.de
Aktualisiert: 20.10.2021

Konzentrationsschwäche

Mangelnde Konzentration entwickelt sich oft völlig unbemerkt. Kinder, welche unter Konzentrationsproblemen leiden, können sich nie lange mit einem Spiel beschäftigen. Jugendliche lassen den Ernst an der Schule vermissen und Erwachsene können nicht auf den Reiz eingehen, den es zu bearbeiten gilt. Menschen mit Konzentrationsschwäche lassen sich schnell von ihrer eigentlichen Aufgabe durch andere Reize ablenken. Auffälligkeiten bei Kindern, erkennt man zum Beispiel an deren Unfähigkeit, sich im Unterricht oder bei den Hausaufgaben zu konzentrieren. Zudem hören die meisten konzentrationsarmen Kinder Gesprächen gar nicht richtig zu. Weitere Signale: Das Kind ist grundsätzlich abgelenkt und teilweise unstrukturiert. Es neigt vermehrt zu Tagträumen. Treten solche Symptome stark und wiederholt auf, sollte der Hausarzt weitere Untersuchungen, beispielsweise bei einem Kinderpsychologen, veranlassen. Bei Erwachsenen spiegelt sich die Konzentrationsunfähigkeit in folgenden Verhaltensweisen wider:

  • (Häufiges) Vergessen wichtiger Termine.
  • Keine Geduld für längere Arbeiten.
  • Bewusstes Lesen führt schnell zur Überforderung.
  • Schon eine kurze Ansprache wirft dem Betroffenen aus dem Konzept.
  • Hinauszögern von Aufgaben.

Was ist eine gesunde Konzentrationsfähigkeit?

Das Gleichgewicht folgender Faktoren entscheidet über die Aufmerksamkeit einer Person:

  • Wille und Fähigkeit zur Erfüllung einer Aufgabe
  • Emotionale und körperliche Verfassungen
  • Freude an der Aufgabe
  • Ansprechende Arbeitsumgebung

Eine unbehandelte Konzentrationsschwäche kann Folgen haben. Je länger der Zustand unbehandelt bleibt, desto größer ist die Gefahr weiterer psychischer Erkrankungen.

Was sind die Ursachen?

Wie bei vielen körperlichen oder psychischen Störungen weist auch die Konzentrationsschwäche verschiedene Auslöser auf:

  • Schockzustände bzw. emotionaler Stress
  • Hormonstörungen (besonders in den Wechseljahren, aber auch während der Schwangerschaft)
  • Psychische oder körperliche Veranlagung
  • Diäten
  • falsche Ernährung oder Medikamente
  • Schlafmangel und Drogenmissbrauch
  • Stress, in fast jeder Form, greift das Nervenkostüm an
  • Schmerzen, vor allem Dauerschmerzen oder chronische Erkrankungen

Die Umgebung spielt bei einer krankhaften Konzentrationsschwäche fast immer eine tragende Rolle. Betroffene sollten behutsam mit dem Thema Konzentration umgehen. Die Lösung für einen bereits längeren bestehenden Aufmerksamkeitsmangel findet sich nicht über Nacht. Zeit, Ruhe und Gelassenheit helfen, das Grundübel an der Wurzel zu packen und neue aufmerksamkeitsfördernde Strategien mit dem Arzt oder Therapeuten zu erarbeiten.

Was kann ich gegen eine Konzentrationsstörung tun?

Das Problem erkennen, sich der Schwäche stellen und professionelle Hilfe suchen. Das sind die ersten Schritte in die richtige Richtung. Oft fällt das Eingestehen der Konzentrationsschwäche schwer. Dabei ist ein diagnostizierter Aufmerksamkeitsmangel in der Regel gut behandelbar. Betroffene sollten den Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen und sich gründlich untersuchen lassen. Können eventuelle körperliche Erkrankungen als Ursache ausgeschlossen werden, darf auf der psychischen und neurologischen Schiene weitergeforscht werden. Für diesen Bereich ist der Fachmann (Psychiater und Neurologe) verantwortlich. Anhand des Anamnesebogens erkennt der behandelnde Arzt, in welche Richtung therapiert werden kann und schlägt eine entsprechende Maßnahme vor. Bei geringem Leistungsabfall können folgende Tipps die Konzentrationsfähigkeit anheben:

  • Beruf und Schule: Hier helfen kleine Pausen von etwa 10 Minuten pro Stunde den Akku wieder etwas aufzuladen. Ein angenehmer Spaziergang, eine Massage, eine Meditation oder ein Sprint durch den Park sorgen für die Verbesserung unserer kognitiven Leistungen und stimmen selbstzufrieden und glücklich.
  • Arbeitsbereich: Wenn die Umgebung im Arbeitszimmer lärmbehaftet, oder sauerstoffarm ist, kann die Konzentration darunter leiden. Frohe Farben, eine ordentliche Durchlüftung und nette Details in der Nähe der Arbeitsmaterialien senken die Spannung und bringen mehr Konzentration in die Arbeit. Störelemente lassen sich begrenzt vermeiden. Was beim Lernen oder Arbeiten stört, sollte auf stumm geschaltet und wenn möglich ausgeblendet werden.
  • Aufgaben: Die Aufgaben nach Wichtigkeit zu ordnen (oder von einfach nach schwer) sorgt für effizienteres Arbeiten. Zudem sollten Betroffene darauf achten, nicht zu viel Arbeit auf einmal anzugehen.

Was steigert die Lernfähigkeit?

Neben Bewegung an der frischen Luft, disziplinierter Selbstmotivation, gesunder Ernährung, ausreichend Schlaf, Gehirnjogging fallen Experten noch viele weitere Konzentrations-Booster ein, welche die vorrübergehend verloren gegangene Konzentration aufbauen. Folgende 9 Vorschläge dienen der gezielten Lernfähigkeit- bzw. Konzentrationssteigerung:

  1. Omega-3-Fettsäuren zur achtsamen Stärkung der Konzentrationsfähigkeit.
  2. Pomodoro-Technik (Methode des Zeitmanagements): Aufgabe wird schriftlich festgehalten, den Kurzzeitwecker auf 25 Minuten einstellen, Aufgabe nach 25 Minuten kurz (5 Minuten) beenden und mit einem 'X' markieren. Arbeit fortsetzen und nach vier Zeiteinheiten je 25 Minuten eine längere Pause einlegen.
  3. Eine To-Do-Liste für die Arbeit und für Zuhause erstellen.
  4. Progressive Muskelentspannungs-Technik oder autogenes Training.
  5. Emotionale Probleme sowie psychische Belastungen eigenständig oder mit Hilfe eines Arztes oder Therapeuten angehen. Gelöste Schwierigkeiten haben einen befreienden Effekt auf Körper und Geist. Dies wirkt sich nachhaltig positiv auf die Konzentrationsfähigkeit aus.
  6. Achtsamkeitstraining: Der Körper ist unser Zuhause und so sollten wir ihn auch lebenslang behandeln. Menschen mit Konzentrationsdefiziten müssen lernen, ihren Körper liebevoll und respektvoll zu behandeln. Dies setzt eine gute Konzentration voraus, welche während des Trainings einfach und nachhaltig erlernt werden kann.
  7. Mehr Spielen, Lachen, Toben: Dies gilt besonders für Kinder. Aber auch Erwachsene brauchen diese Art von 'Befreiungsschlag', um wieder neue Lebensfreude und Konzentrationskraft aufzutanken.
  8. Eine gesunde Ernährung: Diäten setzen unseren Körper unter Dauerstress und unsere Konzentrationsfähigkeit herab. Das gleiche bewirkt eine einseitige, auch eine zu reiche Ernährung. Vitaminreiche Kost, ausreichende Flüssigkeitszufuhr (gilt besonders für ältere Menschen) und genügend Bewegung in freier Natur besiegt häufig die auftretende innere Unruhe.
  9. Konzentrationsstörungen mit Sinn: Die besten Konzentrationsübungen erhalten Ratsuchende beim Arzt oder Therapeuten. Auch gibt es zahlreiche Bücher, die uns in Sachen Konzentration beraten und weiterbringen können.

Was bewirken Konzentrationsübungen?

Konzentrationsübungen begleiten und helfen, Konzentrationsprobleme auf meist spielerische, sanfte Art auszugleichen. Dabei lernt der Betroffene auch, Denkfehler zu vermeiden, sich auf die gestellte Aufgabe einzulassen und diese bis zur Vollendung im Kopf festzuhalten. Wer die Übungen längere Zeit praktiziert, bemerkt schon bald eine Veränderung. Je öfter die jeweilige Übung durchgeführt wird, desto mehr geht sie in Fleisch und Blut über. Oder besser gesagt: Das Gehirn lernt durch die ständigen Wiederholungen die Konzentrationsfähigkeit neu. Es sollte schließlich fähig sein, in unterschiedlichsten Situationen, die jeweils erforderliche Konzentration aufzubringen. Konzentration lernen bedeutet, sein Gehirn positiv zu stimulieren und neu zu programmieren.

Kleine Tricks?

Jeder Mensch trägt die Fähigkeit in sich, seine Konzentration zu steigern. Der Eine versucht es mit intensiver Analyse des Geschehens, ein anderer braucht vielleicht ein simples Kaugummi, welches ihn bei konzentrierter Arbeit erfrischt. Ergibt die körperliche Untersuchung keinen Anhaltspunkt auf eventuelle körperliche Ursachen, kann zum Beispiel eine Ernährungsumstellung helfen. Auch Konzentrationsübungen, ein Fitness-Programm oder ein Kurzurlaub kann die Konzentration zu neuem Leben erwecken.

Autor Apotheker Martin Schulze

Über unseren Autor:

Martin Schulze | Leitung Versandapotheke
Seit über 10 Jahren bin ich Apotheker bei mycare.de. Ich versorge, berate und informiere über Arzneimittel, Medizinprodukte und apothekenübliche Produkte. Dazu gehören auch Leistungen im Rahmen der Gesundheitsförderung und der Vorbeugung von Krankheiten.

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Martina, Marketing bei mycare.de

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