Neurodermitis: Alle Infos zum atopischen Ekzem
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Von Juliane Penk, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 23.09.2025

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die schubweise mit trockener, entzündeter und extrem juckender Haut verläuft und nicht ansteckend ist. Die genauen Ursachen sind noch unklar, aber genetische, psychische und umweltbedingte Faktoren wie Allergien, Infekte und Stress spielen eine Rolle. Um die Symptome zu lindern und die Schübe zu reduzieren, ist eine konsequente Hautpflege essenziell. Es empfiehlt sich die Verwendung von rückfettenden, pH-hautfreundlichen Produkten und das Meiden von reizenden Substanzen. Neurodermitis kann zwar nicht geheilt werden, aber eine individuell angepasste Pflege, das Vermeiden von Auslösern und eine gesunde Lebensweise können die Beschwerden deutlich verbessern.
Neurodermitis - kurz erklärt
Bei der Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt, handelt es sich um eine chronische entzündliche Erkrankung der Haut, die nicht ansteckend ist. Die Krankheit manifestiert sich in Schüben: Auf eine Phase mit trockener, entzündeter und stark juckender Haut folgt eine Zeit, in der die Haut als gesund empfunden wird. Durch eine angepasste Hautpflege kann man dazu beitragen, das Auftreten der Schübe zu verzögern oder deren Intensität abzuschwächen. Die entzündeten, meist stark juckenden Hautbereiche sind häufig an der Kopfhaut, im Gesicht und an den Händen lokalisiert. An diesen betroffenen Arealen kann es zudem zu einer Verdickung der Haut kommen, die von Medizinern als Lichenifikation (Flechtenbildung) bezeichnet wird.
Die Häufigkeit der Erkrankung unterscheidet sich je nach Altersgruppe. Rund 10 bis 20 Prozent der Kinder sind von Neurodermitis betroffen, während im Erwachsenenalter etwa zwei bis vier Prozent erkrankt sind. Im Jugendalter kann es zu einer spontanen Rückbildung der Neurodermitis kommen. Es existiert keine allgemeingültige Standardtherapie für diese Erkrankung; die Behandlung muss stets individuell auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten werden.

Formen von Neurodermitis
Mediziner unterscheiden bei dieser Hauterkrankung zwischen zwei Hauptformen:
- Extrinsisch: Bei dieser Variante reagiert das körpereigene Immunsystem empfindlich auf Substanzen, die Allergien auslösen. Diese Überreaktion kann im Blutbild belegt werden. Die Mehrheit der Neurodermitis Patienten leidet an dieser Form. Während bei Kindern häufig eine Nahrungsmittelallergie die Neurodermitis auslöst, sind es bei Erwachsenen oft Heuschnupfen oder die Hausstaubmilbenallergie.
- Intrinsisch: Hier liegt kein äußerer Auslöser der Neurodermitis vor. Die betroffenen Personen leiden üblicherweise auch nicht unter anderen Allergien. Etwa ein Fünftel der Neurodermitis Patienten ist von dieser Form betroffen.
Auslöser von Neurodermitis
Es gibt diverse Auslöser oder auch Trigger genannt, welche die Symptome einer Neurodermitis hervorrufen können:
- Allergische Reize, ausgelöst durch Pollen, Schimmelpilze, bestimmte Nahrungsmittel, Tier-Allergene
- Überempfindlichkeit gegen beispielsweise Kosmetika, Seife oder Waschmittel
- Umwelteinflüsse
- akute Infekte und Stress
Das atopische Ekzem wird sehr wahrscheinlich vererbt. Viele Kleinkinder, die am atopischen Ekzem erkranken, stammen aus Familien, in denen Allergien verbreitet sind, und erben die Überempfindlichkeit des Immunsystems. Verschlimmern sich die Beschwerden jährlich während der Pollenzeit, liegt höchstwahrscheinlich eine Reaktion auf sogenannte Aeroallergene (Allergieauslöser aus der Luft) vor. Ein großer Teil der Betroffenen leidet zudem zusätzlich unter Heuschnupfen.
Identifikation der Auslöser
Wenn die Neurodermitis sich ausbreitet und stärker wird, genügt es nicht mehr, lediglich die Symptome zu behandeln. Es wird entscheidend, die Trigger der Erkrankung zu identifizieren, um diese gezielt meiden zu können. Eine Möglichkeit dafür bietet der Allergietest, der bei Bedarf auch nach einer gewissen Zeit wiederholt werden sollte. Die Wiederholung ist besonders sinnvoll, wenn sich die Lebensumstände verändert haben, aber auch bei vorübergehenden Einflussfaktoren wie:
- Umzug, Renovierungsmaßnahmen, Urlaub,
- neue Kleidung & Kosmetik,
- Umstellung der Ernährung sowie
- neues Haustier oder
- Pollenflug.
Potenzielle Allergene lassen sich durch eine genaue Beobachtung und kritische Analyse der eigenen Lebensgewohnheiten und Umgebung eingrenzen. Dies erleichtert dem Arzt die Diagnose erheblich und unterstützt den Patienten dabei, die Auslöser zu meiden. Ist der Pollenflug einer der bekannten Auslöser, empfiehlt es sich, die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie bei einer Pollenallergie oder Heuschnupfen zu ergreifen. Dazu zählen unter anderem das sofortige Wechseln der Kleidung nach dem Aufenthalt im Freien, die Anbringung von Pollenschutzgittern an Fenstern sowie abendliches Duschen und Haarewaschen, um Pollen vollständig von der Haut zu entfernen.
Symptome von Neurodermitis
Die zentrale Problematik bei Neurodermitis liegt in der grundlegenden Störung der Hautbarriere. Dadurch reagiert die Haut hochgradig empfindlich auf Reize von innen und außen. Die Erkrankung zeigt sich vor allem durch sehr trockene und empfindliche Haut, die häufig gerötet ist. Für die Betroffenen steht meist der extreme Juckreiz im Vordergrund, der nachts seinen Höhepunkt erreicht. Dieses als Pruritus bezeichnete, quälende Jucken verleitet insbesondere Kinder dazu, die betroffenen Hautareale zu reiben, zu scheuern und zu kratzen. Dies verschafft nur kurzfristige Erleichterung, da der dadurch ausgelöste Schmerzimpuls den Juckreiz kurzzeitig überlagert. Durch das Kratzen wird die Haut zusätzlich geschädigt, wodurch Bakterien und Pilze leichter eindringen können. Dies löst weiteren Juckreiz aus und es entsteht ein Teufelskreis. Häufig verstärkt sich der Juckreiz sogar, weil die Haut durch die Verletzungen noch stärker angegriffen wird.
Zu den charakteristischen Anzeichen gehören außerdem Rötungen, nässende Hautstellen sowie die Bildung kleiner Bläschen. Bei Kindern treten diese Symptome anfangs oft auf den Wangen, der Stirn und der Kopfhaut in Erscheinung, bevor sie sich über den gesamten Körper ausbreiten. Bei älteren Betroffenen ist die Haut im Nacken, in den Kniekehlen, den Armbeugen sowie an den seitlichen Körperbereichen nicht nur rissig und trocken, sondern auch typischerweise verdickt und weist eine gröbere Struktur auf.
Hautpflege bei Neurodermitis
Da von Neurodermitis betroffene Haut hochgradig sensibel auf Stress und Umwelteinflüsse reagiert, ist eine sorgfältige tägliche Hautpflege unverzichtbar. Ziel dieser Pflege ist es, die Haut zu schützen und das Auftreten neuer Schübe zu verhindern. Weil die empfindliche Haut von Neurodermitikern meist zu trocken ist und einen Mangel an Hautfetten aufweist, muss sie durch die Pflege mit reichlich Feuchtigkeit und Fett versorgt werden. Dies verbessert die Fähigkeit der Haut, ihre natürliche Barrierefunktion zu erfüllen. Dennoch muss die Auswahl der Pflegeprodukte dem jeweiligen Hautzustand entsprechen: Bei akuten Entzündungen sollten Präparate auf Wasserbasis zum Einsatz kommen. Zur Linderung des Juckreizes eignen sich Cremes mit Inhaltsstoffen wie Nachtkerzenöl oder Harnstoff (wobei Harnstoff bei akuten Entzündungen aufgrund eines möglichen Brenngefühls vermieden werden sollte). Bei Ekzemen, die mit Entzündungen einhergehen, ist oft eine kurzzeitige Behandlung mit Kortison notwendig. Viele dieser Präparate sind verschreibungspflichtig, doch es gibt auch niedrig dosierte Varianten, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind wie zum Beispiel die LETI AT4 Körpermilch.
Gerade bei atopischer Haut treten häufig Trockenheit, Rötungen und starker Juckreiz auf. Die LETI AT4 Körpermilch bietet gezielte Pflege für sensible und beanspruchte Haut. Sie spendet 24 Stunden Feuchtigkeit, zieht schnell ein, stärkt die Hautbarriere und hilft, Ekzeme zu verhindern. Die leichte Textur macht sie besonders angenehm in der Anwendung und unterstützt das Wohlbefinden bei Neurodermitis.
Gerade in der warmen Jahreszeit muss auf den passenden Sonnenschutz geachtet werden. Es empfiehlt sich, speziell für Neurodermitiker entwickelte Produkte zu verwenden, die einen hohen Schutz bieten, wie das LETI AT4 Defense SPF 50+ Spray. Solche geeigneten Präparate bewahren die trockene, überempfindliche Haut effektiv vor den UV-Strahlen und deren negativen Auswirkungen.
Geeignete Produkte zur Hautreinigung
Zur Hautreinigung sollten Neurodermitiker Präparate nutzen, die rückfettende Eigenschaften besitzen und einen hautfreundlichen pH Wert aufweisen. Empfehlenswert sind medizinische Duschbäder oder Duschöle aus der Apotheke. Diese reinigen sanft und helfen dabei, Hautreizungen zu vermeiden. Beim Waschen sollte darauf geachtet werden, dass die Temperatur des Wassers nicht zu hoch ist. Auch zu langes Duschen oder Baden schädigt die Haut, da es ihr unnötig Feuchtigkeit entzieht. Im Anschluss ist es ratsam, die Haut nur trocken zu tupfen. Ein kräftiges Abrubbeln mit dem Handtuch sollte unterbleiben, da dies die Haut zusätzlich mechanisch reizen kann.
Heilbarkeit von Neurodermitis
Die atopische Dermatitis ist bis heute nicht heilbar. Dennoch lassen sich die Symptome gut behandeln, indem entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Auch eine Anpassung des Lebensstils kann förderlich sein. Der genaue Einfluss der Ernährung auf die Entstehung von Neurodermitis ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Dennoch wird vermutet, dass bestimmte Lebensmittel die Erkrankung begünstigen oder sogar auslösen können. Die Beschwerden lassen sich oft lindern, wenn bestimmte Nahrungsmittel gemieden werden. Häufig zeigen Neurodermitiker allergische Reaktionen auf Kuhmilch, Nüsse, Weizenmehl, Fisch, Hühnerei oder Soja. Allerdings existiert hierfür keine universelle Regel. Ebenfalls sollte auf den Konsum von Kaffee und Alkohol verzichtet werden. Auch stark gewürzte Speisen sowie Zucker können einen Neurodermitisschub verschlimmern.
Da Zigarettenrauch die Symptome nachweislich verstärkt, sollte das gesamte häusliche Umfeld rauchfrei gehalten werden. Darüber hinaus wirkt sich Stress negativ auf den Verlauf der Neurodermitis aus. Deshalb ist es entscheidend, auf ausreichende Entspannung zu achten. Eine Heilfastenkur kann sich positiv auf das Hautbild auswirken. Patienten sollten außerdem stets darauf achten, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
Häufig gestellte Fragen rund um Neurodermitis
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Juliane Penk | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Mein Beruf als Pharmazeutisch-technische Assistentin beinhaltet insbesondere die Beratung zu Gesundheitsthemen, Arzneimitteln, Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln, aber auch zu Pflegeprodukten. Um zu Neuheiten auf dem Laufenden zu bleiben, sind regelmäßige Fortbildungen wichtig. Mehr über Juliane Penk
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