8 wichtige Fragen zur Laktoseintoleranz

✓ Pharmazeutisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten

Von Juliane Penk, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 23.09.2025

Eine Person schenkt Milch in ein Glas ein.

Laktoseintoleranz, auch Milchzuckerunverträglichkeit genannt, ist die Folge eines Mangels an dem Enzym Laktase, das zur Spaltung von Milchzucker benötigt wird. Ohne dieses Enzym gelangt unverdaute Laktose in den Dickdarm, wo Bakterien sie vergären. Dies führt zu typischen Symptomen wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall. Die Unverträglichkeit kann sich im Laufe des Lebens entwickeln und ist in den meisten Fällen nicht angeboren. Eine Diagnose erfolgt oft mittels eines Wasserstoffatemtests. Die Beschwerden lassen sich durch eine angepasste Ernährung oder die Einnahme von Laktase-Präparaten lindern.

 

 

Milchzucker

Milchzucker, wissenschaftlich als Laktose bezeichnet, ist natürlicherweise in der Muttermilch sowie der Milch aller Säugetiere enthalten. Ebenso ist Laktose in vielen verarbeiteten Milchprodukten zu finden, darunter bestimmte Käsesorten und Joghurt. Laktose setzt sich aus den beiden Einfachzuckern Glukose und Galaktose zusammen. Der menschliche Organismus kann Milchzucker nur in seiner gespaltenen Form als Einzelzucker aufnehmen. Für diese notwendige Aufspaltung ist das Enzym Laktase verantwortlich, das sich in der Schleimhaut des Dünndarms befindet.

Sowohl Glukose als auch Galaktose dienen als bedeutende Energielieferanten und erfüllen die Funktion von Energiespeichern. Des Weiteren trägt Laktose zur Kalzium-Aufnahme im Körper bei. Die Glukose, welche der Dünndarm resorbiert, wird über den Blutkreislauf zu den Zellen transportiert, wo sie primär zur Energiegewinnung eingesetzt wird. Die Galaktose wird im Stoffwechsel, hauptsächlich in der Leber, weiterverarbeitet und so ebenfalls dem Energiehaushalt zugeführt.

Infografik Laktoseintoleranz: Ursachen, Symptome & Behandlung

Laktoseintoleranz - kurz erklärt

Die Laktoseintoleranz, auch bekannt als Milchzuckerunverträglichkeit, beschreibt einen Zustand, bei dem Betroffene lediglich geringe Mengen an Milchzucker (Laktose) beschwerdefrei konsumieren können. Die Ursache dieser Unverträglichkeit liegt in einem Mangel an dem Enzym Laktase. Um vom Körper verwertet zu werden, muss Laktose im Dünndarm aufgespalten werden; hierfür ist die Laktase erforderlich. Wird dieses Enzym nicht in ausreichender Menge produziert oder zeigt es eine verminderte Aktivität, kann dementsprechend nur wenig Laktose verdaut werden. Während bei gesunden Menschen kaum Laktose ungespalten in den Dickdarm gelangt, erreichen bei einer Intoleranz größere Mengen den Dickdarm. Dort wird der ungespaltene Milchzucker von vorhandenen Bakterien vergoren und umgewandelt. Dieser Vergärungsprozess führt zur Entstehung zusätzlicher Gase und bewirkt, dass vermehrt Flüssigkeit in den Dickdarm gezogen wird. Die daraus resultierenden Symptome sind typischerweise Blähungen und Durchfall.

Symptome einer Laktoseintoleranz

Die Vergärung des unverdauten Milchzuckers durch Bakterien im Dickdarm löst die charakteristischen Beschwerden der Laktoseintoleranz aus. In der Folge treten nach dem Verzehr von Milchprodukten folgende Symptome im Magen-Darm-Bereich auf:

  • Bauchschmerzen
  • Rumoren im Bauch und
  • Blähungen

Zusätzlich kann es zu Durchfall kommen, da die unverdaute Laktose im Darm vermehrt Wasser anzieht und bindet. Ebenfalls können sich unspezifische Allgemeinbeschwerden wie Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen zeigen.

Die Symptome machen sich typischerweise bereits 15 bis 30 Minuten nach der Mahlzeit oder aber auch erst nach bis zu zwei Stunden bemerkbar. Wie stark die Beschwerden empfunden werden, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Notwendigkeit einer laktosefreien Ernährung

Die Beschwerden einer Milchzuckerunverträglichkeit können in ihrer Ausprägung stark variieren. Dies liegt daran, dass eine Laktoseintoleranz oft bedeutet, dass der Körper noch eine kleine Menge Milchzucker verarbeiten kann. Solange diese individuelle Toleranzschwelle nicht überschritten wird, können die Symptome entweder nur sehr gering oder gänzlich ausbleiben. Es ist daher entscheidend, dass Betroffene ihre persönliche Verträglichkeitsgrenze selbst ermitteln.

Muss komplett auf Laktose verzichtet werden, ist es wichtig, auf die entsprechenden Angaben auf den Verpackungen von Milchprodukten zu achten. Mittlerweile tragen zahlreiche Produkte das Label "laktosefrei". Einige Lebensmittel, wie säuerliche Naturjoghurts oder lange gereifte Käsesorten, enthalten oft von Natur aus fast keine Laktose mehr, auch wenn dies nicht explizit deklariert ist. Besondere Aufmerksamkeit ist jedoch bei industriell gefertigten Lebensmitteln geboten, da Laktose dort häufig zugesetzt wird, beispielsweise um die Konsistenz zu verbessern.

Linderungsmöglichkeiten bei Beschwerden

Für Personen, die nicht vollständig auf den Verzehr von Milchprodukten verzichten möchten, besteht eine Alternativlösung. Das zur Laktoseverdauung notwendige Laktase-Enzym kann dem Körper bedarfsorientiert als Nahrungsergänzungsmittel (Lactrase) zugeführt werden. Dies kann die Verwertung des Milchzuckers gezielt unterstützen. dem Körper zugeführt werden und so bei der Laktoseverdauung unterstützen.

Ursachen der Laktoseintoleranz

Die Ursache einer Milchzuckerunverträglichkeit liegt in einem Mangel beziehungsweise Aktivitätsverlust des Enzyms Laktase. Bei einem Großteil der Menschen nimmt die Enzymaktivität nach der Babyzeit kontinuierlich ab. Man spricht dabei von Hypolaktasie. Diese genetisch bedingte Reduktion verhindert, dass der Körper lebenslang ausreichend Laktase produziert. Die Folge kann eine primäre Laktoseintoleranz sein, was aber nicht zwingend eintreten muss. Eine Laktaseaktivität von bis zu 50 Prozent wird noch als ausreichend angesehen.

Eine Laktoseunverträglichkeit kann ebenso als Begleiterscheinung verschiedener Erkrankungen auftreten. Ein Laktasedefizit kann beispielsweise die Folge von veränderten Verhältnissen im Magen Darm Trakt sein, etwa nach operativen Eingriffen, oder durch Erkrankungen des Dünn oder Dickdarms bedingt werden. In diesem Fall kann der Milchzucker nicht mehr ordnungsgemäß verdaut werden, und es liegt eine sekundäre Laktoseintoleranz vor. Sobald die zugrunde liegende Ursache erfolgreich behandelt wurde und sich die Laktasebildung erholt hat, verträgt der Darm den Milchzucker in der Regel wieder besser.

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann die Darmfunktion stören und einen vorübergehenden Laktasemangel nach sich ziehen. Hierbei wird Laktose ebenfalls nur kurzzeitig schlecht vertragen. Sehr selten ist die angeborene Laktoseintoleranz, der sogenannte kongenitale Laktasemangel bei Säuglingen. Normalerweise steht gesunden Säuglingen von Natur aus genügend Laktase zur Verfügung, wodurch sie Muttermilch, die reich an Milchzucker ist, sowie Flaschenmilch gut verdauen können. Babys mit einem absoluten Laktasemangel (Alaktasie) kommen nur in Einzelfällen zur Welt. Betroffene Babys vertragen keinerlei Muttermilch und erkranken bereits in den ersten Lebenswochen schwer, wenn nicht rechtzeitig entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

Feststellung einer Laktoseintoleranz

Zur Abklärung dieses Krankheitsbildes sind verschiedene Mediziner konsultierbar, doch oft ist der Gastroenterologe, ein Spezialist für Magen Darm Heilkunde, der richtige Ansprechpartner. Um eine Unverträglichkeit sicher festzustellen, wird zumeist ein Wasserstoffatemtest durchgeführt, der auch als H2 Laktose Atemtest bekannt ist. Für diese Untersuchung trinkt der Patient nach einer zwölfstündigen Essenspause in Wasser gelösten Milchzucker und atmet anschließend in ein Messgerät. Führt ein Mangel an Laktase dazu, dass der Milchzucker unverdaut den Dickdarm erreicht, entsteht durch die bakterielle Zersetzung Wasserstoff. Dieser gebildete Wasserstoff kann dann in der Atemluft der betroffenen Person nachgewiesen werden.

Eine Genanalyse kann zusätzliche Aufschlüsse darüber geben, ob die Genkonstellation ursächlich für das Laktasedefizit ist. Für die finale Diagnose der Laktoseintoleranz ist allerdings der Wasserstoffatemtest das primär entscheidende Verfahren.

Wichtige Hinweise beim Verzicht auf Milch und Milchprodukte

Ein kompletter Verzicht auf Milch und sämtliche Milchprodukte ist aus der Perspektive der Ernährungsmedizin nicht uneingeschränkt empfehlenswert. Milch gilt als die bedeutendste Kalziumquelle für unseren Organismus. Nimmt der Körper zu wenig dieses lebenswichtigen Minerale über die tägliche Ernährung auf, muss er es den Knochen entziehen, um seine essenziellen Funktionen weiterhin aufrechterhalten zu können. Die Konsequenzen können ein Knochenschwund sowie ein erhöhtes Risiko für Osteoporose sein.

Daher muss bei Verzicht unbedingt auf eine ausgewogene Zufuhr durch andere Kalziumquellen geachtet werden. Außer in Milch ist Kalzium unter anderem in den folgenden Lebensmitteln enthalten:

  • Grünkohl
  • Petersilie
  • Rucola
  • Spinat
  • Brokkoli

 

 


 

 

Häufig gestellte Fragen rund um die Laktoseintoleranz

Was ist Laktoseintoleranz?
Welche Symptome treten bei Laktoseintoleranz auf?
Wie wird Laktoseintoleranz diagnostiziert?
Muss ich bei Laktoseintoleranz komplett auf Milchprodukte verzichten?
Welche Alternativen gibt es, um Beschwerden bei Laktoseintoleranz zu lindern?

Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Autorin PTA Juliane Penk

Über unsere Autorin:

Juliane Penk | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Mein Beruf als Pharmazeutisch-technische Assistentin beinhaltet insbesondere die Beratung zu Gesundheitsthemen, Arzneimitteln, Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln, aber auch zu Pflegeprodukten. Um zu Neuheiten auf dem Laufenden zu bleiben, sind regelmäßige Fortbildungen wichtig. Mehr über Juliane Penk

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