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Erste Hilfe bei Insektenstichen

Von Ulrike Wendt, PTA bei mycare.de
Aktualisiert: 06.09.2021

Insekt

In den Sommermonaten ist vor allem in Blumenwiesen ein beständiges Summen und Brummen zu hören- Insekten sind unterwegs und suchen in den Blüten nach Nahrung. So nützlich diese kleinen Lebewesen auch sind, können sie dennoch gefährlich sein: unter anderem Bienen und Wespen haben einen Stachel zur Selbstverteidigung, den sie einsetzen, wenn sie sich bedroht fühlen. Ein Stich kann sehr schmerzhaft sein und zieht oft einen starken Juckreiz nach sich, ist aber in den meisten Fällen nicht gefährlich – problematisch wird es z.B., wenn Atemwege betroffen sind, eine Allergie gegen Insektenstiche vorhanden ist oder der Köper mit vielen Stichen auf einmal attackiert wird. In diesen Fällen sollten Sie zum Arzt gehen.

Wie sehen Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Insektenstichen aus?

Zuerst sollten Sie untersuchen, ob der Stachel noch in der Wunde steckt. Besonders bei Bienenstichen passiert dies häufig. Wespen ziehen den Stachel normalerweise wieder heraus. Entfernen Sie den Stachel am besten mit einer Pinzette – beim Versuch, das mit bloßen Händen zu machen, könnten Sie ihn weiter in die Wunde drücken. Gegen Juckreiz und Schwellung hilft kühlen, mit einem Kühlpad oder einem kühlen, feuchten Umschlag. Auch Gele mit einem Antihistaminikum, Fenistil helfen gegen den Juckreiz. Als Hausmittel gegen den juckenden Stich eignet sich auch eine aufgeschnittene Zwiebel: Reiben Sie diese ein paar Minuten über die Einstichstelle. Der Zwiebelsaft wirkt auch entzündungshemmend und kann daher neben dem Juckreiz auch eine Schwellung lindern. Falls sich ein Stich entzündet, können Sie auch niedrig dosierte äußerlich anzuwendende Kortisonpräparate wie Soventol auf den Stich auftragen.

Insektenstichen vorbeugen

Insektenstiche sind für jeden unangenehm. Gefährlich können sie vor allem bei einer Insektengiftallergie werden. Es ist daher sinnvoll, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, um den schmerzhaften Stichen vorzubeugen. Dazu gehören unter anderem:

  • Nicht barfuß laufen
  • Gesamten Körper im Freien mit Kleidung bedecken
  • Vorsicht bei der Gartenarbeit, beim Pflücken von Obst und Blumen sowie beim Essen und Trinken im Freien
  • Insektengitter vor den Fenstern
  • Kein Parfüm oder duftende Pflegemittel verwenden, dafür aber Insektenschutzmittel (Repellents)

Allerdings lässt sich das Risiko für einen Insektenstich auch mit den besten Schutzmaßnahmen nicht ganz ausschließen.

Maßnahmen gegen Wespen

Es ist unmöglich, Wespen aus dem heimischen Garten fernzuhalten. Es ist aber möglich, ihnen eine entsprechende Umgebung zu bieten, damit sich die gestreiften Insekten nicht auf dem eigenen Stück Kuchen niederlassen. Dazu gehören auch die natürlichen Feinde der Wespen, und das sind u.a. Hornissen. In einer natürlichen Umgebung kommen diese Feinde vor, sodass recht wenig stechende Insekten in dieser ökologisch durchdachten Gegend beheimatet sind. Jedes Eingreifen sorgt aber für ein künstliches Ungleichgewicht und damit für Probleme. Zudem stehen Wespen unter Naturschutz und dürfen im Normalfall nicht vernichtet werden Folgende Verhaltenstipps können hilfreich sein:

  • süße und fleischhaltige Lebensmittel abdecken oder gar nicht im Freien verzehren
  • einen Strohhalm für süße Getränke nutzen/ Trinkgläser abdecken
  • die Wespe vorsichtig mit einer Zeitung wegschieben (nicht schlagen oder pusten)

Die mit Abstand wirkungsvollste Methode ist, die Wespen regelmäßig im Garten an immer der gleichen Stelle zu füttern, z.B. Weintrauben oder Zuckerwasser. Dennoch sollten Getränke grundsätzlich abgedeckt und kleinere Kinder nur überwacht am Tisch essen, um Unfälle und Wespenstiche zu vermeiden.

Wie sind die Maßnahmen bei einer Insektenstichallergie?

Schätzungsweise 20 Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch auf Insektengift und bei etwa 5 Prozent kommt es sogar zu einer so starken allergischen Reaktion, dass ein anaphylaktischer Schock droht, der unbehandelt tödlich verlaufen kann. Ursache dieser Insektenstichallergie ist, ähnlich wie bei anderen Allergieformen, eine Überempfindlichkeitsreaktion des körpereigenen Immunsystems in diesem Fall gegen einzelne Strukturen des Insektengifts, mit dem der Körper durch den Stich in Kontakt kommt. Am häufigsten sind dabei allergische Reaktionen auf Bienen- oder Wespenstiche. Aber auch Hummeln, Hornissen und andere Insekten wie Mücken oder Ameisen können Auslöser einer Insektenstichallergie sein.

Je nachdem, wie ausgeprägt die Symptome einer Insektenstichallergie sind, kann manchmal jede Sekunde entscheidend sein. Schnelles Handeln ist daher wichtig. Mediziner unterscheiden verschiedene Grade einer Insektenstichallergie, die mit entsprechenden Mitteln behandelt werden müssen. So können lokale Reaktionen, die sich auf die Einstichstelle beschränken, mit Eis oder einer Kühlkompresse oder bei stärkeren Schwellungen auch mit Antihistaminika z.B. in Gelform meist selbst behandelt werden

Bei Stichen in der Nähe der Atemwege, beispielsweise im Mund, reduzieren gelutschte Eiswürfel die Schwellung. Die Fahrt zum Krankenhaus ist trotzdem vorsichtshalber wichtig: So verschwenden Sie keine wertvolle Zeit, falls sich der Zustand verschlechtert und eine ärztliche Behandlung notwendig ist.

Treten neben einer lokalen Schwellung oder Rötung auch Hautreaktionen auf, die nicht in unmittelbarem Kontakt mit der Einstichstelle stehen, sowie leichte allgemeine Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel oder Atembeschwerden, sollte die Behandlung schnell durch einen Arzt erfolgen. Bei schweren Allgemeinreaktionen wie einem anaphylaktischen Schock muss in jedem Fall sofort ein Notarzt gerufen werden. Bis dieser eintrifft, muss die Erstversorgung selbst übernommen werden. Deshalb sollten Betroffene bei bekanntem Risiko immer ein Notfall-Set bestehend aus Antihistaminikum, Kortison sowie einer Adrenalinspritze mit sich führen und natürlich auch wissen, wie die Mittel angewendet werden.

Autorin PTA Ulrike Wendt

Über unsere Autorin:

Ulrike Wendt | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Ich bin seit 17 Jahren Pharmazeutisch-technische Assistentin bei mycare.de. Aufgrund der langen Berufserfahrung und der regelmäßigen Fortbildung sind wir schon Experten in Gesundheitsthemen. Mehr erfahren

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Martina, Marketing bei mycare.de

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