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Wann ist Schwitzen krankhaft?

Von Ulrike Wendt, Apothekerin bei mycare.de
Aktualisiert: 03.08.2022

Wann ist schwitzen krankhaft?

Jeder Betroffene weiß, wie unangenehm übermäßiges Schwitzen und die damit verbundenen Folgen sein können. Denn trotz intensiver Körperhygiene kommt es durch den Schweiß auch immer wieder zu ungewolltem Geruch. Die Hyperhidrose ist eine Erkrankung, die der Grund für übermäßiges Schwitzen sein kann. Um für Abhilfe zu sorgen, muss zunächst die Ursache beleuchtet werden.

Ursachen für Hyperhidrose

Ursache dafür ist nicht frischer Schweiß selbst, denn dieser ist geruchslos. Er besteht zu 99 % aus Wasser und enthält zudem verschiedene Salze.

Erst, wenn durch die Bakterien der Hautflora der Schweiß zersetzt wird, entstehen Abbauprodukte, die den typischen unangenehm riechenden Geruch verbreiten. Ein Prozess, der nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat und trotzdem bei häufig auftretenden Schweißausbrüchen zum Problem werden kann.

Primäre und sekundäre Hyperhidrose

  • Die intensive Schweißbildung kann auf eine Störung hinweisen, welche Mediziner als primäre Hyperhidrose bezeichnen. Ein ersichtlicher Grund für die durchaus belastende Schweißüberproduktion ist nicht vorhanden.
  • Gibt es eine bestimmte Vorerkrankung für die vermehrte Schweißproduktion, wird von einer sekundären Hyperhidrose gesprochen.

Die unvorteilhaften Schwitzattacken durch die Hyperhidrose treten meist nur am Tag, selten bis gar nicht in der Nacht auf.

Die Hyperhidrose ist nicht zuletzt auch ein kosmetisches Problem, welches häufig zu psychischen Belastungen führt. Die Hyperhidrose-Patienten schämen sich für die sichtbaren Schweißflecken auf T-Shirt oder Hemd (im Bereich der Achselhöhlen) und vermeiden einen Händedruck ("Schwitzehändchen").

In sehr schweren Fällen von Hyperhidrose rät der Arzt in Einzelfällen zu einer Verödung der Schweißdrüsen. Vielfach jedoch regelt sich die Transpiration bei einer sekundären Hyperhidrose nach einer gewissen Zeit wieder von selbst.

Möglich Auslöser für die sekundäre Hyperhidrose sind:

  • Hormonschwankungen während der Pubertät oder der Menopause.
  • psychische Belastungen und Krisen.
  • bestimmte Krankheitsbilder.

Wichtig ist eine präzise Abklärung. Treten übermäßige Schweißausbrüche dauerhaft auf, sollte ein Arzt kontaktiert werden.

Warum schwitzen wir überhaupt?

Schwitzen ist eine völlig normale Funktion des menschlichen Körpers, denn der Schweiß sorgt für die nötige Kühlung. Dabei verdunstet die von den Schweißdrüsen in der Haut abgegebene Flüssigkeit und die entstehende Verdunstungskälte reguliert die Körpertemperatur.

Schweiß erzeugt auch einen sauren Film auf der Haut und ist dadurch an der Bildung des natürlichen Säureschutzmantels beteiligt, der antimikrobiell wirkt und den Körper vor Krankheitserregern schützt. Selbst in Ruhe produziert der Körper Schweiß.

Unter großer Anstrengung oder bei sehr hohen Umgebungstemperaturen kann sich diese Menge erheblich steigern.

Nicht immer ist jedoch Anstrengung der Auslöser eines plötzlichen Schweißausbruches.

Neben einer Veranlagung zum Schwitzen gibt es auch andere Ursachen für häufige Schweißausbrüche:

  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Infekte
  • Hormonelle Umstellungen
  • Eine krankhaft vermehrte Schweißproduktion, die sogenannte Hyperhidrose

Aber auch Alkohol oder ein üppiges, scharfes Essen kann das Schwitzen fördern. Übermäßiges Schwitzen ohne erkennbaren Anlass sollte ärztlich abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden.

Wichtiger Hinweis: Wenn bei Ihnen plötzlich kalter Schweiß austritt und Sie zudem Schmerzen in der Brustgegend haben, die bis in den Hals und Arm ausstrahlen, sollten Sie sofort den Rettungsdienst rufen. Es besteht bei diesen Symptomen ein Verdacht auf einen Herzinfarkt. Weitere Symptome können Übelkeit, Schwächegefühl oder Atemnot sein.

Autorin PTA Ulrike Wendt

Über unsere Autorin:

Ulrike Wendt | Pharmazeutische Kundenbetreuung
Ich bin seit 17 Jahren Pharmazeutisch-technische Assistentin bei mycare.de. Aufgrund der langen Berufserfahrung und der regelmäßigen Fortbildung sind wir schon Experten in Gesundheitsthemen. Mehr erfahren

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