Der Leitfaden zu Scharlach
✓ Medizinisch geprüft - Lesezeit: 3 Minuten
Autorin Dr. Leonie
Dolder, Medizinjournalistin
Aktualisiert: 23.09.2025
Scharlach ist eine hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit, die durch Streptokokken verursacht wird und vorwiegend Kinder betrifft. Typische Symptome sind Halsschmerzen, hohes Fieber, eine gerötete Zunge und ein charakteristischer, nicht juckender Hautausschlag, der sich vom Gesicht auf den gesamten Körper ausbreitet. Die Übertragung erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion. Da unbehandelter Scharlach zu Komplikationen wie Mandelentzündungen oder rheumatischem Fieber führen kann, wird er in der Regel mit Antibiotika behandelt. Da eine Impfung nicht verfügbar ist, stellt eine gute Hygiene die beste Maßnahme zur Vorbeugung dar.
Scharlach - kurz erklärt
Scharlach ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die hauptsächlich Kinder betrifft, aber auch Erwachsene infizieren kann. Sie wird durch Streptokokken verursacht. Während Streptokokken der Gruppe A Mandelentzündung und Scharlach verursachen, lösen Streptokokken der Gruppe B eher Infekte an Darm, Vagina, Blase aus und sorgen für Ansteckungen bei Neugeborenen. Scharlach ist hoch ansteckend und kann sich leicht von Person zu Person ausbreiten. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome beträgt in der Regel zwei bis vier Tage.

Übertragung von Scharlach
Scharlach wird hauptsächlich durch direkten Kontakt mit infizierten Personen übertragen. Die Bakterien werden von infizierten Personen durch Husten, Niesen oder durch Berührung von infizierten Schleimhäuten im Mund- und Rachenraum verbreitet. Es ist auch möglich, sich durch den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen wie Spielzeug, Kleidung oder Geschirr anzustecken. Eine gute Handhygiene, wie regelmäßiges Händewaschen, kann dazu beitragen, die Ausbreitung von Scharlach zu verhindern.
Gefahren von Scharlach für Schwangere
Es ist wichtig, dass Schwangere sich vor Scharlach schützen, indem sie den Kontakt zu infizierten Personen meiden und gute Hygienemaßnahmen befolgen. Scharlach ist nur problematisch, weil es Komplikationen geben kann, wenn die Krankheit nicht behandelt wird. Das heißt, Scharlach hat keinen direkten Einfluss auf das ungeborene Kind. Treten jedoch bei der werdenden Mutter Komplikationen auf, kann sich das durchaus negativ auf das Kind im Bauch auswirken. Scharlach in der Schwangerschaft sollte somit immer behandelt werden.
Mögliche Spätfolgen und Komplikationen
Bei unbehandeltem oder nicht rechtzeitig behandeltem Scharlach können verschiedene Komplikationen auftreten. Dazu gehören Mandelabszesse, bei denen sich Eiter in den Mandeln ansammelt, Mittelohrentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Lungenentzündungen und rheumatisches Fieber. Rheumatisches Fieber ist eine schwerwiegende Entzündungserkrankung, die die Gelenke, das Herz und das Nervensystem betreffen kann. Es ist wichtig, Scharlach frühzeitig zu erkennen und angemessen zu behandeln.
Aspirin (Acetylsalicylsäure): Aspirin sollte bei Kindern und Jugendlichen mit Scharlach vermieden werden, da es in Verbindung mit der Infektion das Risiko des Auftretens des sogenannten Reye-Syndroms erhöhen kann.
Symptome von Scharlach
Erkrankte fühlen sich unwohl, ihnen tun Hals und Ohren weh, sie haben Schluckbeschwerden, Fieber, Schüttelfrost. Oft sind die Lymphknoten am Hals geschwollen. Es kann auch zu geschwollenen Mandeln, geschwollenen Lymphknoten sowie bei kleineren Kindern zu Bauchschmerzen kommen.
Typisch für Scharlach ist der Ausschlag: Zunächst überzieht sich das Gesicht der Kinder mit kleinen roten Pünktchen, später haben Betroffene am ganzen Körper Ausschlag. Typischerweise juckt dieser Hautausschlag nicht. Die Handinnenflächen und Fußsohlen sind ausgespart. Die Wangen der Kinder sind auffällig gerötet, um den Mund herum ist die Haut blass.Charakteristisch für Scharlach ist eine tiefrote Zunge, auch „Himbeerzunge“ genannt. Das Mund-Kinn-Dreieck, die Handinnenflächen und Fußsohlen bleiben dabei typischerweise ausgespart. Besonders deutlich ist der Ausschlag oft in der Leistengegend und im Bereich der Achseln zu sehen.
Diagnose von Scharlach
Der Arzt stellt die Diagnose anhand der Symptome zu Beginn der Krankheit fest sowie anhand des typischen Ausschlags. Oft reicht dem Arzt oder der Ärztin schon der Blick in den Rachen oder auf den typischen Hautausschlag. Sind die Mandeln von gelblich-weißen Belägen bedeckt, spricht das für Streptokokken als Auslöser der Infektion. Im Zweifelsfall sollte Scharlach mit einem Abstrich aus dem Rachen nachgewiesen werden.
Behandlung bei Scharlach
Scharlach wird mit Penicillin, einem Antibiotikum, behandelt. Behandelt man Scharlach mit einem Antibiotikum, dann verkürzt man damit die Zeit, in der der Betroffene andere anstecken kann. Auch das Risiko für Komplikationen lässt sich durch eine rechtzeitige antibiotische Behandlung gering halten. Sollte bei Ihnen bereits eine Allergie gegen Penicillin oder andere Medikamente festgestellt worden sein, dann ist es wichtig, Ihren Arzt darauf hinzuweisen.
Symptomatische Behandlungsmöglichkeiten
Gegen das Fieber kann Paracetamol genommen werden, was auch gegen die Schmerzen hilft. Viel Wasser, verdünnte Säfte oder Kräutertees helfen dabei, die Schmerzen im Rachenbereich einzudämmen. Halswickel und schmerzstillende Bonbons für den Rachen sorgen ebenfalls für Linderung.
Vorbeugung von Scharlach
Eine Schutzimpfung gegen Scharlach ist nicht verfügbar. Bei einer Behandlung mit Antibiotika endet die Ansteckungsgefahr etwa 24 Stunden nach dem Therapiebeginn. Egal, ob eine Scharlach-Erkrankung behandelt wird oder nicht: Nach überstandener Krankheit ist man nicht immun gegen eine erneute Ansteckung.
Häufig gestellte Fragen rund um Scharlach
Allgemeiner Hinweis: In unseren Ratgebern verwenden wir für die bessere Lesbarkeit überwiegend das generische Maskulinum. Gemeint sind damit aber auch Angehörige des weiblichen Geschlechts und anderer Geschlechtsidentitäten.

Über unsere Autorin:
Dr. Leonie Dolder | Ärztin
Ich bin Ärztin und medizinische Autorin aus Leidenschaft. Es liegt mir am Herzen, den Menschen Gesundheitsthemen näher zu bringen und Medizin verständlich zu erklären, denn ein gut informierter und aufgeklärter Patient kann sich besser um sein größtes Gut - seine Gesundheit - kümmern.
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